!;■ 3 '^O ja WHITNEY LIBRARY, HARVARD UNIYERSITY THE GIFT OF J. D. WHITNEY, Stwyis Hooper Professor IN THE MUSEUM Or COMPAKATIVE ZOOLOGY ARCHIV für die naturwissenschaftliche LANDESDURCHFORSCHÜNG von BÖHMEN herausgegeben von den BEIDEN COMITES FÜR DIE LANDESDURCHFORSCHUNG, unter der Redaction von PROF. Dr. C. KORISTKA und PROF. J. KREJCI. Fünfter Band. r « ^ PRAG. Commissi ons-Ver lag von Franz Rivnäc. 1.887. r}~ <^ Inhalt des fünften Bandes des Archives. Nro. 1. Erläuterungen zur geologischen Karte des Eisengebirges (Zelezne hory) und der angrenzenden Gegenden im östlichen Böhmen von J. K r ej c 1 imd R. He Im hack er.*) Nro. 2. Studien im Gebiete der höhmischen Kreideformation. III. Die Iserschich- ten. Von Dr. Anton Fr ic. Nro, 3. Die mittelböhm. Steinkohletiablagerung von Karl Feistmautel. Nro. 4. Die Lebermoose (Musci Hepatici) Böhmens von Prof. Jos. Dedecek. Nro. 5. Orographisch-geotektonische Übersicht des silurischen Gebietes im mittleren Böhmen. Von Johann Krejcl und Karl Feistmantel. Nro. 6. Prodromus der Algenflora von Böhmen. I. Theil. Von Dr. A. Hansgirg. *) Die hiezii gehörende Karte befindet sich im VU. Band. Druck von Dj-. Kdv. Oregr in Prag. — Selbstverlag. Die zu diesem Bande gehörige Karte erscheint im Laufe des Jahres 1 883. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEOLOGISCHEN KARTE DES EISENGEBIRGES (ZELEZNE HORY) UND DER ANGRENZENDEN GEGENDEN IM ÖSTLICHEN BÖHMEN VON J. KREJci UND R. HELMHACKER 1881. (ARCHIV DER NATURWISSENSCHAFTLICHEN LANDESDURGHFORSCHUNG VON BÖHMEN.) (V. BAND. NRO 1. GEOLOGISCHE ABTHEILUNG.) PRAG. DRUCK VON Dr. EDUARD GREGR. - IM COM>USSIONS-VERLAG BEI FRANZ RIVNÄC. 1S8S. VORWORT. Nach Vollendung unserer gemeinschaftlichen Aufnahrasarbeiten in der Mitte von Böhmen, deren Resultat in der geologischen Karte der Um- gebungen von Prag und den sie begleitenden Erläuterungen niedergelegt sindj begannen wir im Jahre 1875 die detailirten Untersuchungen des böhmisch-mährischen Plateau's, u. z. vor allem des nördlichen Randes der- selben, des sogenannten Eisengebirges, nachdem wir schon in den Jahren 1873 und 1874 in einzelnen Parthieen desselben uns orientirt hatten. Die Aufgabe, die uns hiebei vor Augen schwebt, ist das Studium und die möglichst genaue geologische Aufnahme jenes grossen Urgebirgs- massivs, zu dem das böhmisch-mährische Plateau und der Böhmerwald gehört, wobei allerdings auch die stratigraphischen und tektonischen Ver- hältnisse der sich an das Urgebirge anschliessenden anderen Formationen, namentlich des Silurs und Carbons, der permischen und der Kreide- formation berücksichtigt werden sollen. Leider blieb der Fortschritt unserer Arbeit weit hinter unserem Wunsche zurück, hauptsächlich wegen der zu kurzen Zeit und wegen den zu geringen materiellen Hilfsmitteln, die uns jährlich zu Gebote standen, dann auch wegen der ungemeinen Mannigfaltigkeit und Abwechslung des geologischen Details. Wie die beiliegende geologische Karte zeigt, stellen wir aber dafür ein ganz neues und gegen die früheren, raschen, cur- sorischen Aufnahmen ein überraschend mannigfaltiges, geologisches Bild des untersuchten Terrains auf. Die bis jetzt (October 1881) vollendete Arbeit umfasst schon einen grossen Theil des östlichen Böhmens, nämlich von Lysa, Neu-Bydzov und Königgrätz im Norden bis Sedlcan und Humpolec im Süden, und von der Moldau bei Königsaal und Vermefic im Westen bis an die mähriache Gränze im Osten. Die vorliegende Arbeit enthält blos die nördliche Zone dieses ausgedehnten Terrains (nämlich die Blätter Caslau-Chrudim, Königgrätz- Elbe-Teinic-Pardubic, Hohenmauth-Leitomysl der neuen Generalstabskarten im Maasstabe von 1 : 75000) und es wird sich, wie wir nun hoffen, an dieselbe die Veröffentlichung der anderen nördlicheren Zonen in möglichst rascher Folge anschliesseu. Im November 1881. J. K. und R. H. Orographische Einleitung. Das Eisengebirge umfasst jenen, weniger durch seine Höhe und Aus- dehnung, als durch seine orographische Individualität ausgezeichneten Gebirgswall am nördlichen Saume des böhmisch-mährischen Plateaus, welcher sich aus der Thalebene des Elbeflusses und aus dem Flachlande des östlichen Böhmen, zwischen Elbe-Teinic in SO Richtung gegen Vojnomestec erstreckt und ohne allmählige Vermittlung östlich an der mährisch-böhmischen Gränze mit dem Gränzgebirge sich vereinigt. Die Länge desselben von NW nach SO beträgt, u. z. von Elbe- Teinic aus bis gegen Vojnomestec, bis wohin nämlich die Individualität des Ge- birges noch ausgeprägt ist, etwa 65 Kmt. (16 Wegst). Die durchschnittliche Breite des Gebirgszuges beträgt etwa 15 Kmt. (S^/^ Wegst.), obwohl dieselbe von NW gegen SO allmählich zunimmt. Das Eisengebirge bildet die Gränze zwischen dem Chrudimer Kreise im NO und dem Caslauer Kreise im SW. Die Endpunkte desselben liegen zwischen 49** 40' nördlicher geographischer Breite, wenn von Kreuzberg bei Vojnomestec aus, wo es in das böhmisch-mährische Gränzgebirge übergeht, zu zählen angefan- gen wird, bis etwa 50'' 5' n. B. ; dann zwischen 33° bis 33" 30' östlicher Länge von Ferro. Der bedeutendste Theil des Eisengebirges fällt auf das Blatt Zone 6, Colonne XIII, der neuen Gradkarte von Böhmen im Maasstabe von 1 : 75000 n. Gr. Dieses Blatt enthält die beiden Städte Caslau und Chrudim, zwischen denen das Eisengebirge sich erstreckt. Im Blatte Zone 7, Colonne XIV [Policka-Saar (Zdar)] endet das Gebirge, indem es in das böhmisch-mährische Gränzgebirge übergeht. Ein ansehnlicher Theil desselben fällt noch in die SW Ecke des Blattes Zone 6, Colonne XIV (Leitomysl-Hohenmauth) und ein geringer Theil in das iVO-Eck des Blattes Zone 7, Col. XIII (Deiitsch-Brod). Das NW Ende des Gebirges nimmt im Blatte Zone 5 Colonne XIII (Elbe-Teinic, Neu-Bydzov-Königgrätz) blos einen beschränkten Kaum ein. Hier sind nur die drei Blätter Caslau-Clirudim, Elbe-Teinic-Königgrätz und Hohenmauth-Leitomysl dem Texte beigegeben. Der vom Eisengebirge selbst eingenommene Raum dürfte, abgesehen von dem nicht genau bestimmten Abschluss desselben gegen die böhmisch-mährische Gränze zu, in runder Ziffer etwa 800— OOOQKmt. (15 Q Meilen) umfassen. Der Name des Gebirges, nämlich Eisengehirge (Montes ferrei, Zelezne Hory) kömmt schon in alten Urkunden vor und rührt offenbar von den ehedem in dieser Gegend betriebenen Eisensteinbergbau her, dessen Reste noch jetzt südlich von Hefmanmestec und am Fusse der Bergrücken bei Vratkov und Zlebskä Lhota angetroffen werden. Dieser Name gerieth allmählich in Vergessenheit, so dass in neuerer Zeit für dieses doch so deutlich individualisirte Gebirge kein Collectivname gebraucht wird. Die Erneuerung der alten Benennung dieses Gebirges, die wir hier ein- führen, ist aber gewiss sowohl durch die Eigenthümlichkeit des Gebirges selbst, als auch durch den historischen Werth des Namens gerechtfertigt. Das Eisengebirge tritt aus der flachen Gegend am rechten Ufer der Elbe bei Belusic unweit Elbe-Teinic zuerst nur in flachen Hügeln von 250 — 260 m. Meereshöhe auf, und indem es erst in der Richtung von NW gegen SO allmählich an Höhe zunimmt, schliesst es sich endlich an der böhmisch-mährischen Gränze an die bis 725—800"- hohen Gränzkuppen durch unmerklichen Übergang an. Der Doubravkabach, der bei Ransko entspringt, folgt der Richtung des Gebirgswalles, indem dieser Bach den steilereu SW Abhang desselben begleitet und sich von diesem Abhänge nur wenig u. z. höchstens bis auf öVj Kmt. ent- fernt. Bei der Mündung der Doubravka in die Elbe durchbricht dieser Fluss das nordwestliche Ende des Gebirgswalles. An dem NO Gehänge des Eisengebirges entspringen die Ohebka (oder Chrudimka), so wie ihre Zuflüsse, nämlich der Zejbrobach bei Chrast, der Holetinka- bach bei Zumberg und der Krouna- (oder Neuschlosser) Bach. Wie schon erwähnt, nimmt mit zunehmender Höhe in der Richtung von NW nach SO auch die Breite des Gebirgswalles zu. Bei Elbe-Teinic durchbricht die Elbe den Hügelwall in der Breite von kaum o Km. ; zwischen Kasparüv Doiik und Chvaletic beträgt die Breite mehr als 3 Km. ; in der Richtung Semtes-Choltic oder Licomeric-Hermanüv Mestec beträgt die Breite aber schon 8 Klmt. und erweitert sich dann weiter zwischen Zävratec-Chrudim schnell zu 17 Km., welche Breite auch der Gebirgsmasse zwischen Libic, Nassaberg und Chrast zukömmt. V Zwischen Zdirec, Hlinsko und Skuc wächst die Breite sogar bis zu 22 Km. an. Das allmählige Ansteigen des Gebirgskammes von NW nach SO ergiebt sich aus folgenden Höhenpuukten : Bei Bernardov 265'"-, Vedralka SOO«"-, Bi'lä Skala bei Licomefic 492""-, Strän oder Zelezne liory bei Zbislavec 566°'-, Bucina bei Kraskov 602°^-, Kankove hory 560°^-, Spälava bei Malec 660'»-, Vestec 666"^-, die Höhe bei Kladnö 670""-; die folgenden Höhen von 725 — 800™- bei Svratka und Öikhaj gehören aber schon dem böhmisch-mährischen Gräuzgebirge an. Der Anfang des Gebirges besitzt dem- nach an der Elbe nur Htigelform, während in SO Verlauf desselben sich ansehnliche Bergrücken und Hochflächen entwickeln. Der Abfall des Gebirgswalles gegen SW^ das ist gegen den Doubravka- bach und das Öaslauer Flachland ist vom höchsten Kamme an unvermittelt plötzlich und steil, während gegen das NO Flachland von Pfelouc und Chrudim sanftere Abstufungen einen allmähligen Übergang vermitteln. Doch ist aber auch an dieser Seite die Individualität des Gebirges gegenüber dem flacheren wellen- förmigen oder terrassenartigen Terrain deutlich ausgeprägt. Der von dem Doubravkabache begleitete steile SW Abhang des Gebirges wird nur von kurzen und wasserarmen Schluchten durchsetzt, so bei Semtes, dann unterhalb der die Öaslauer Gegend beherrschenden Burg Lichnice (Lichten- burg), wo zwei Schluchten, nämlich die Lovßtiner und die vom Goldbache (zlaty potok) bewässerte Tremosnicer Schlucht ausmünden und sich beide durch steile Felsengi'uppen auszeichnen. Erst nach einem beinahe schluchtlosen Verlaufe des Gebirgsabfalles von mehreren Wegstunden kommen kurze, steil sich absenkende Thälchen bei Hojesiu, Spälava, Kladrub wieder zum Vorschein. Länger und mit mehr ausgesprochenem Thalcharakter sind die vom Gebirgsrücken herablaufenden Thalfurchen des NO Gebirgsabfalles. Solche zwei nicht tiefen, aber doch den verwickelten Bau des Gebirges theilweise entblössenden Thälchen, sind das bei Stojic-Chrtnik, welches bei Choltic ausmündet, dann das schöne waldige Thal von Väpeny Podol und Prachovic, welches unterhalb Kostelec bei Herman-mestec aus- mündet ; weiter das mit schrofferen Waldlelmen auftretende Thal von Citkov gegen Morasic ; das felsige Thälchen von Deblov gegen die Kuine Rabstejnek und weiter noch das Thal von Siskovic und Kuchänovic um die waldige Hura herum, das bei Lhota mündet. Das bedeutendste Thal ist aber die von dem Ohebka- (oder Chru- dimka) Flüsschen bewässerte Terrainrinue, die in mannigfachen und vielfachen Krümmungen auf mehrere Wegstunden das Gebirge in der Mitte durchsetzt und malerisch abwechselnde felsige und waldige Thalbecken bildend endlich bei Sla- tihan in das Chrudimer flache Land eintritt ; besonders zeichnet sich dessen Ende bei der Mühle „Peklo", dann unterhalb derselben bis Präcov durch malerische mit schönem Wald gezierte felsige Parthieeu aus. V Weiter östlich folgt die Zumberger Hauptschlucht mit ihren drei oder vier Kebeuschluchteu, durch deren Vereinigung sie entsteht und unter Bitovau in's flachere Hügelland übergeht. Die Schlucht von Prasetin gegen Chacholic, sowie die sich mit derselben verbindende Schlucht von Rannä-Lestinka nimmt in der Verengung und den rechtsseitigen senkrechten Uferwänden bei Podskali bis Cha- cholic einen eigenthümlich reizenden Gebirgscharakter an. Die kürzere Thal- schlucht von St. Anna bei Skuc gehört nicht mehr dem eigentlichen Eisengebirge an; das lange Thal des Krounabaches (Neuschlosserbach) zwischen Krouna bis unter Richeuburg gehört aber noch dem Eiseugebirge an, tiefer jedoch schon dem ostböhmischen Plateau. Die Thalschluchteu bei Prosec liegen in ihren An- fängen schon im Systeme des böhmisch-mährischen Gränzgebirges, Das Eisengebirge erscheint in doppelter Hinsicht deutlich individualisirt, und zwar namentlich im westlichen Theile, wo es aus dem Flachlande seines SW und NO Fusses rasch emporsteigt, und dann besonders an seinem SW Gehänge durch einen steilen Abfall sich auszeichnet; dann auch in anderer Hinsicht, da nämlich auch der Gesteinscharakter desselben von den Gesteinen des Flachlandes sich wesentlich unterscheidet. Nur in der Nähe des böhmisch-mährischen Gränz- gebirges verlieren sich diese beiden Merkmale um so mehr, je näher das Gebirge an die Gränze vorrückt, wo endlich das Eisengebirge und das Gränzgebirge in einander übergehen. Das Flachland am NO Fusse des Eisengebirges steigt gerade so wie der Gebirgskamm allmählich in der Richtung von NW nach SO, also mit zunehmender Entfernung von der Elbeniederung gegen die Landesgränze an, trotzdem bleibt aber der Unterschied zwischen dem Eisengebirge und dem sanft welligen oder terassen- förmigeu Flachlande unverändert bestehen, wenn auch die Höhe von 200°' an der Elbe bis 274'"- bei Herman-mestec, und SOO""- bei Luze, ja sogar bis 400""- in der Terrainstufe bei Skuc ansteigt. Der ÄPFFuss des Gebirges wird durch eine 2 bis über lO'"'"- breite, flache Terrain-Depression begleitet, längs deren tiefsten Stellen der Doubravkabach fliesst. Diese Depression hat theils die Gestalt einer Ebene, wie in NW, oder eines flachen Terrains mit unbedeutenden Hügeln oder mit Hügelstufen, wie es im SO dieser Depression der Fall ist. Rechterseits wird diese Depression durch den steilen Rand des Eisengebirges begränzt, der sich ohne Vorstufen plötzlich erhebt, linkerseits aber geht sie durch allmählige Hügel erheb ungen in die welligen Hochflächen des südböhmischen Gneusgebietes über. Von Zabof an der Elbe bis Libic ist diese Depression, abgesehen von einer Verengung zwischen Tremosnic und Jerisno, ganz deutlich ausgeprägt; von Libic an steigt sie stufenweise bis Zdirec an, und lässt sich dann nieder über Kreuzberg und Vojnomestec bis Polnicka (Pelles) erkennen, so dass in dieser Richtimg das Eisengebirge von der südböhmisclieu Gneus- Hoclifläche scharf abgesondert ist. Das Terrain steigt auch in dieser Depression alhnählich von NW von der Elbe gegen SO an, wie der Gebirgskamm ; denn bei Bernardov besitzt es die Höhe von rund 210'"-, bie Caslau 240'"-; die höheren dem Fusse des Eisengebirges sich anschmiegenden Stufen derselben erheben sich bei Ronov und Zavratec zu 280""-, steigen dann bei Bestvin zu SOO""-; bei Malec erreicht die Depression schon die Höhe von 400'"-; in der Zdirecer Thalfläche aber die Höhe von ÖOO"^— öSO""-. Indem das Eisengebirge in derselben Richtung ebenfalls allmählich ansteigt, bleibt die relative Höhe des Gebirges über dem Doubravkabache im ganzen unverändert, nur bei Malec wird sie merklich grösser, nimmt aber gegen die Grenze des Landes wieder ab. Der relative Höhenunterschied des Kammes des Eisengebirges über der Öaslau-Zdirecer Terraindepression beträgt bei Bernardov in runden Zahlen 70™-, bei Ronov (Caslau) 140""-, bei Bestvin löO""-, bei Malec 260'"', bei Stepänov wieder löO""- und bei Kreuzberg nur SO""-. Da in der Depression des Doubravkabaches, sowie auch im Chrudimer Flachland Alluvialbilduugen vorherrschen, weit^ir aber in den flachen Hügeln oder in den ebenen Terrainstufen die Kreideformation auftritt, und das orographisch so deutlich hervortretende Eisengebirge aber aus silurischen Schiefern und aus ebenso alten grauitischen Gesteinen, theilweise aber auch aus laurentinischen Gneusen besteht, so ist auch in geologischer Hinsicht die Individualität des Eisengebirges scharf ausgeprägt. Die Gneuse des Eisengebirges, welche in SO desselben vorherrschen, vermitteln den Übergang in das Gneus - Gränzgebirge zwischen Böhmen und Mähren, nämlich in das Saarer Gebirge (Zdärske hory). Im folgenden Berichte sind die Resultate der Untersuchungen im Eisen- gebirge so eingetheilt , dass der erste allgemeinere Theil die gemeinschaftliche geologische Beschreibung dieses Gebirges ; der zweite Theil aber die speciell von R. Helmhacker abgefassten Abschnitte über die petrographische Beschaflenheit einiger Gesteine, dann über das Vorkommen von beachtenswertheren Mineralien im Eisengebirge, welche nicht als Gesteinsgemeugtheile vorkommen, und endlich als Anhang, die Beschreibung einiger Lagerstätten nutzbarer Mineralien umfasst. ERSTER THEIL BESCHREIBUNG DER ALLGEMEINEN GEOLOGISCHEN VERHÄLTNISSE DES EISENGEBIRGES. Die geologischen Verliältnisse des Eisengebirges. Der Steilrand des Eiseugebirges gegen die Caslauer Thalfläche, von der an gegen SW das südböhmische Gueusplateau beginnt, bildet eine scharfe Gränze des Gebirges, Auf dem Fusse des Steilraudes liegen in der Richtung von NW nach SO die Ortschaften Zabor, Podhoran, Tremosnic, Podhofic, Studenec, Kreuz- berg (Krucenburk) und Skrlovic. Am letzteren Orte ist aber der Übergang des eigentlichen Eisengebirges in das böhmisch-mährische Gräuzgebirge (Saarer Gebirge, Zd'ärske hory) im geologischen Sinne schon entschieden, obwohl das orographische Merkmal des Eisengebirges, nämlich sein Steilrand, sich bis hieher fortsetzt. Der angränzende Theil des südböhmischen Gueusplateaus, SW vom Steilabfalle des Eisengebirges, bildet die Basis oder den Liegendtheil des Eisengebirges und besteht aus laurentischen Gesteinen, die in der Thaldepression von Öaslau, Bestvin, Libic, Kreuzberg bis nahe an Felles (Polnicka), also längs des Laufes des Doubravka- baches bis zum Teiche Zdarsko bei Pelles (dem Quellbasin der Säzava) von flach liegenden terassenartigen Terrainstufen der Kreideformation, sowie von alluvialen Gebilden bedeckt werden. Das eigentliche Eisengebirge enthält im Liegenden, das unter dem eben angedeuteten Steilabfalle zu Tage tritt, gleichfalls laurentinische Gesteine, Dieselben lassen sich zwischen Elbe-Teinic bis Bestvin nur als ein enger Streifen verfolgen, von hier aus aber erweitern sie sich bedeutend, namentlich am Flüsschen Ohebka, welches dieselben durchfurcht. Das östliche Ende dieses Liegendzuges von lauren- tinischen Gneusen des Eisengebirges übergeht in der Richtung der Verbindungs- linie Vojnomestec-Prosec unmerklich in das böhmisch-mährische Gräuzgebirge, so dass sich hier eine scharfe Gränzlinie zwischen beiden Gebirgen nicht ziehen lässt, so deutlich auch das Eisengebirge in seinem NW Verlaufe individualisirt erscheint. Entweder unmittelbar auf dem laurentinischen Steilabfalle des Eisengebir- ges oder durch dazwischen eingeschaltete Granitstöcke oder Granitmassive getrennt, folgen die untersilurischen (huronischen oder cambrischen) Gesteine, die gegen NO sich allmählich verflachen und weiter nördlich unter dem flach gelegenen Plänerterrain des Kreidesy Sternes im Chrudimer Kreise verschwinden. Besonders bemerkenswerth erscheint das zwischen dem Laurentin und dem Silur eingezwängte Granitmassiv von See, Kamenic, Nassaberg, Zumberg, Skuc, da durch dasselbe der Zug des unteren Silursystemes in zwei grosse Theile gespalten wird. Der Hauptzug des Untersilurs zieht sich nämlich von Elbe-Teinic bis Slatiiian, der davon durch 12 dieses Granitmassiv abgetreüute Theil aber bildet die grosse uutersilurische (cam- brische) Schieferiusel zwischen Kreuzberg, Hlinsko, Skuc, Richeuburg, die zwischen den Laurentiugneus und zwischen das oberwähnte Granitmassiv, sowie zwischen eine zweite aber nicht mehr zum eigentlichen Eisengebirge gehörende Granitmasse, nämlich jene von Prosec, eingezwängt ist. Die Silurgebilde treten demnach im Eisengebirge in zwei getrennten Parthieen auf, und zwar als Hauptzug von Elbe-Teinic bis Slatiiian und dann als die Schieferinsel von Hlinsko-Skuc ; beide werden durch das Nassaberger Granit- massiv von einander getrennt. Das Flachland des Kreidesystems zwischen Elbe- Teinic, Herman-mestec, Chrudim, Zumberg, Skuc, Richenburg, Prosec, schmiegt sich an die gegen NO flach abfallenden Lehnen des Eisengebirges an. Es enthält demnach die geologische Beschreibung des Eisengebirges folgende Parthieen : 1. Das anliegende Gneusgebiet des böhmisch-mährischen Plateaus in der Richtung der Thaldepression des Doubravkabaches. 2. Das eigentliche Eisengebirge. 3. Das Flachland des Kreidesystems NO vom Eisengebirge und 4. als Anhang die kurze Beschreibung der auf den Karten Elbe-Tejnic-Königgrätz und Hohen- mauth-Leitomysl noch befindlichen Gesteine, welche zwar nicht mehr an der Zusammensetzung des Eiseugebirges theilnehmen, aber in den Rahmen des Karten- gebietes fallen. 1. Das SW aiilie§:ende Gneusgebiet in der Richtung der Tlial- depression des Doubravkabaches. In der Thaldepression des Doubravkabaches von Zabor an bis gegen Pelles (Polnicka) tritt vorherrschend Gneus auf und zwar verschiedene Varietäten dieses Gesteines, nebstdem von untergeordneten Felsarten Amphibolitschiefer in con- cordanten Einlagerungen, dann Granite, Serpentine, Troktolite, Eklogite, Corsite, und auch Diorite als gang- oder stockförmige Massen in abnormen Lagerungs- verhältnissen. Das Verflachen der geschichteten Gesteine des Doubravkathales also der Gneuse und der untergeordneten Amphibolitschiefer, ist das nämliche wie das der Schichten im Eisengebirge, indem das Streichen derselben parallel zur Rich- tung des Steilabfalles des Gebirges verläuft. Die Doubravka-Terrainfurche wäre demnach ein Längenthal mit einem SW zum südböhmischen Gneusplateau sich allmählig, und einem zum Eisengebirge sich steil erhebenden NO Gehänge. Ob das breite Thal der Doubravka ein Erosious- oder ein Dislocationsthal ist, kann vorläufig bei dem Maugel jeder, eine genauere Ermittelung der Bildungsart der Depression ermöglichenden Entblössung nicht nachgewiesen werden, da gerade die Thalsohle theils von Alluvien, theils von Schichten des Kreidesystems zum grössten Theile bedeckt ist. Es sind übrigens beide Entstellungsarten möglich, da die etwas leichter erodirbaren Gesteine des Thaies sowohl für die Möglichkeit einer Erosion als auch einer Dislocation sprechen, für welchen letzteren Fall die tiefere Auswaschung durch die etwa in Folge eines Bruches erfolgte Lockerung des Gesteines hätte veranlasst werden können. 13 Durchschnittlich geht das Streichen der Gueusschichten nach 10'/4'', das Verflachen nach 4^/4'' mit 4772° (.^^^^ 20 Beobachtungen); in einzelnen Gebieten aber weicht die Richtung des Verflächens, sowie auch der Neigungswinkel der Schichten von dieser Mittelzahl bedeutend ab. Nur in der Nähe der böhmisch- mährischen Gränze bildet der sonst im Doubravkathale unverändert nach NO ver- flächende Gueus auch antiklinale Biegungen, indem er dort nach der Gegenstunde verflächt. Das Verflachen der laurentinischen Schichten in der flachen Kuppe Kamajka zwischen Neuhof (Nove dvory) und Chotusic beträgt 26" nach 2W (Mus- covitgneus); die Klippen im Dorfo Zbislav bei Bily Podol (NO von Caslau) ver- flachen nach 2V4'' mit 25^ — 68° ; bei Starkoc nach 2^/^^ mit 55° (Almandin führender Biotitgneus) ; bei Mladotic (zwischen Mladotic und der St. Martinkirche, mit 44° nach 4^ (Amphibolgneus) ; W von Ronov am linken Doubravkaufer mit 30° nach 4V4'' (granatführender Muscovitglimmerschiefer) ; von Mladotic mit 40" nach 574^, und näher gegen Mladotic zu mit 68° nach 2^4'^ (glimmerreicher Biotit- gneus); zwischen Ronov und Zvestovic mit 32° nach 2'' (Amphibol schiefer) ; SO von Mladotic an der Wasserwehre nach 474'' mit 42° (Granitgneus mit dicken Bänken); zwischen Libic und Lhotka mit 35° nach ö^'^''; von Lhotka N bei Malochliu mit 32° nach 672'' (lichter Biotitgneus, im Liegenden jedoch auch mit entgegengesetztem Einfallen); zwischen Vojnomestec und Karlov (Libinsdorf) mit 62°, entgegengesetzt zur allgemein herrschenden Richtung des Verflächens, also nach 1774'' (schuppiger Gneus); am Bräuhaus bei Borovä mit 75° bis 80° nach 5V4'' bis 674'', in Borova mit 58° nach 6'/4*' (Biotitgneus); bei der Kirche von Borovä mit 58° nach 674'' (Amphibolgneus), bei dem Dorfe Velke Losenice ober dem Friedhof mit 28° nach 574'', häufiger aber wie unter dem Friedhofe nach 374'' mit 43° (Biotitamphibolgneusgranit) ; bei dem Kalkofeu NON von Neudeck (in Mähren) mit 20° nach 2074'', also auch entgegengesetzt (Kalklager im körnigen lichten Gneus). Der Gneus tritt als das herrschende Gestein der laurentinischen Formation in der Doubravka-Thalniederiing erst von dem Hügel Kamajka an, zwischen Cho- tusic und Neuhof in einzelnen flachen Kuppen auf, die aus dem Alluvium oder aus den flach gelagerten Schichten des Kreidesystems etwas hervorragen. Nördlich von Kamajka werden nur diese jüngeren Gesteine, die hier das Gneusgebiet bedecken, augetroff"en, während südlich vom Kamajka -Hügel die Kuppen des Gneuses und von anderen laurentinischen im Gneuse untergeordnet eingela- gerten Gesteinen um so häufiger und in desto grosseren Parthieen, besonders in den Bachthälern vorkommen, je weiter man sich gegen SO entfernt. Ebenso ist das linke Ufer das Öaslavkabaches, welches aber nicht mehr in das Gebiet der Karte fällt, da wo es sauft ansteigt, aus Gneus gebildet. Von Moravan an in der Richtung gegen S bildet der Gneus schon zusammenhängende Flächen, da die überlagernden Gebilde des Kreidesystems hier abgewaschen sind. Die Varietäten des in der Doubravkathal-Depression auftretenden Gneuses sind die folgenden: Muscomtgneus ; derselbe ist schuppig schiefrig und tritt nur im Kamajka- hügel und am Hügel Rambousek, N und SO von Caslau auf; in ganz unterge- ordneter Menge mit dem schuppig schiefrigen Biotitgneuse und mit ebenso unter- 14 geordneten Turmaliu führenden Gneus wechsellagernd in den klippigen Hügeln von Zbislav. Biotitgneus; derselbe ist hier das gewöhnlichste Gestein, Bei Zbislav, wo er klippige Hügel bildet, ist er kleinschuppig schiefrig, mit der Schieferung nach parallel laufenden biotitarmeu mittelkörnigen Gneusschlieren. Hier fülirt derselbe Alraandiu in grosser Menge in bis faustgrossen Stücken; nebstdem ist gemeiner Granat auch an zahlreichen anderen Orten in diesem Gneuse häufig eingewachsen. Schuppig schiefrige dünnplattige Gneuse sind, auch bei Lhotka unweit Malochliu zu finden, wo selbst auch lichte biotitarme Varietäten vorkommen. Sehr häufig ist der flasrige Biotitgneus, welcher durch Übergänge mit der vorigen plattigen Varietät verbunden ist. Aus demselben bestehen die schroffen malerischen Schluchten an der Doubravka bei Chotebor; die Karte zeigt übrigens die grosse Verbreitung dieser Gneusart. Der flasrige Biotitgneus wird stellen- weise sehr glimmerreich und ist dann immer granatführend, so dass er dadurch ein Mittelglied zwischen Gneus und Glimmerschiefer darstellt. Diese Varietät findet sich namentlich in der Umgebung von Vilimov, wo sie stellenweise Quarz- linsen einschliesst, und SW von Borovä ausserhalb des Kartengebietes, das ist am Gradkartenblatte Deutsch -Brod (Nemecky Brod). In der Richtung S von MIadotic und Tfemosnic bis gegen Malejov etwa wird der Biotitgneus sehr grobbänkig, mit undeutlicher Schichtung und halb granitisch ; er ist als Granitgneus auf der Karte ausgeschieden und bildet einige Klippen von granitartigem Habitus, die am W Fusse der Kahkovä hora aus den Schichten des Kreidesystems hervorragen. Ganz untergeordnet und zwar nur S von Ronov im linken Doubravkaufer findet sich ein Muscovitglimmerschiefer-Gneus, also ein Mittelding zwischen Gneus und Glimmer- schiefer. In der Nähe des böhmisch-mährischen Gränzgebirges scheint der gemeine flasrige Biotitgneus in einen schuppigen oder schuppig flasrigen licht gefärbten Gneusgranit, der das vorherrschende Gestein des Saarer Gebirges (Zd'ärske hory) (Gränzgneusgranit) bildet, zu übergehen. Sämmtliche Höhen des Gränzgebirges W und von Skrlovic und Cikhaj (Mähren), so die Tisüvka, Zc4kovä hora etc. bestehen aus diesem lichtgrauen ziemlich plattigeu Gneusgranit, welcher sowohl Biotit als Muscovit, jedoch beide in ziemlich untergeordneter und wechselnder Menge enthält, wodurch dann schuppige oder schuppig flasrige Varietäten entstehen. — Sämmtliche Gneusvarietäten des eigentlichen Eisengebirges ändern sich gegen die Landesgränze zu auch in diesen schuppigen oder schuppig flasrigen lichtgrauen Gneusgranit (Gränzgneusgranit) um. Dieser schuppige Muscovit-Biotitgneus, in welchem bald die eine oder die andere, immer untergeordnet auftretende Glimmerart etwas mehr in den Vorder- grund tritt, bildet auch mächtige Lagerstöcke in gewöhnlichem Biotitgneus, mit dem jedoch dann eine allmählige Verknüpfung stattfindet. Dieser Gneus bildet \Aq an der böhmisch-mährischen Gräuze so auch in Böhmen selbst granitähnliche Kuppen oder au Granit erinnernde Mauern, welche aus aufeinander gehäuften Blöcken bestehen. Wegen dieser Eigenschaft in platte Blöcke, deren Plattuug mit der Schieferung des Gneuses in keinem Zusaiimienhange steht, zu zerfallen, haben diese Gneuskuppen eine Ähnlichkeit mit Granitbildungen. Zu Mauern, 15 und Klippen angehäufte Blöcke sind auch an dem Berge Blani'k bei Lounovic ausserhalb unseres Karteugebietes anstehend, sonst aber auch an der Tisi skala zwischen Golcüv Jenikov und Öaslau, dann aber auch S von Uhelnä Pfibram, wo der schuppige Gneus jedoch ein Biotitgneus ist, häufig. Die stark Muscovit- hältigen schuppigen Gueuse dieser letzteren Kuppen enthalten durchwegs Tur- malin selbst in fingerdicken Krystallen. In der Umgebung von Gross-Losenic hart an der Gränze unseres Karten- gebietes ist der Biotitgueusgranit auch amphibolhältig, desshalb auf der Karte als Biotit-Amphibolgneusgranit ausgeschieden. Amphibolgneiis von körnig schiefriger Textur und deutlicher Schichtung mit stellenweise zahlreichen bis walluussgrossen Granatkörnern findet sich gut entblösst in dem Thaleinschnitt der Doubravka S von Ronov. Eine kleinere Parthie ist bei Hermah a d. Doubravka zu finden. Derselbe enthält wie die mikroscopische Analyse zeigt, ansehnliche Mengen von Plagioklas. Durch Hinzutreten von Biotit übergeht er in Biotitgneus, welcher indessen in demselben auch zwischengelagerte Schichten bildet. Der sehr deutlich geschichtete Amphibolgneus zeigt innerhalb gewisser, aus abwechselnden Lagen von weissen Gemengtheilen (Orthjoklas, Plagio- klas, Quarz) bestehenden Streifen die mit dunklen Amphibolstreifeu wechsellagern, plötzlich Biegungen und Knickungen, die auf locale Ver- Fig. i. Schiebungen innerhalb einer Lage in einer Schicht hin- deuten, wie es die fig. 1. zeigt. Schiefriger Amphibol- gneus, ebenfalls etwas weniges Biotit enthaltend, ist in Borovä verbreitet und stellenweise sehr grobstänglig, also gestreckt. Unter der Kirche von Borova sind Pyrrho- tineinsprengungen an diesem Gesteine zu bemerken. Amphiholschiefer tritt im Gneuse als untergeordnetes geschichtetes Gestein in der Richtung Zehusic-Zleb-Hostacov auf; ob in einem zusammenhängenden Zuge, oder in einzelneu, langgezogenen lenticularen Schichtenzügen, wie es wahr- scheinlicher ist, lässt sich nach dem Augenscheine nicht näher bestimmen, weil der Zusammenhang des Zehusicer und Zleber Vorkommens, wegen den überlagernden Alluvionen nicht nachgewiesen ist. Der Amphiholschiefer besteht nicht immer blos aus vorherrschendem Amphibol und untergeordnetem Quarz in deutlich eben- schiefriger Textur, sondern er zeigt auch kleine nesterförmige Ausscheidungen von Quarz oder von weissem Orthoklas wie bei Markovic (unweit Zieh), wodurch er den Übergang in Amphibolgneus vermittelt, welche beiden Gesteine von einander überhaupt durch keine schärferen Gränzen geschieden sind. In dem Amphibolgneuse, der im glimmerreichen Biotitgneus zwischen Kuezic und Zvestovic auftritt, sind einzelne Schichten von Amphiholschiefer so zahlreich eingelagert, dass hier die Entscheidung schwer zu treffen ist, ob das Gestein als Amphibolgneus oder als Amphiholschiefer zu bestimmen sei. Bei Markovic und an dem eben angeführten Orte finden sich im Amphiholschiefer parallel zur Schieferung so zahlreiche Epidotschnüre, bis beinahe von der Dicke eines Fingers, dass derartige Amphibolite auch als Epidot-Amphibolitschiefer bezeichnet werden könnten. 16 Bei Horka zwischen Caslau und Golcüv Jenikov ist der deutlich ge- schichtete Amphibolit gestreckt. Bei Neudorf (NoVt4 ves) SO von Vih'mov wird aber der steil einfallende Amphibolit oder Amphibolgneus, in welchem Quarz nur in parallelen Lagerschnüren vorkömmt, durch bis l""- mächtige Gänge von Biotit- und Turmalinpegmatit durchsetzt. In recht bedeutender Menge findet sich Amphibolit und Amphibolitgneus im Thale des Zaverovkabaches ; er erscheint auf der Karte des Eisengebirges Zone 6 Col. XIII nur mit einem kleineu Theile bei Hrabesiu SSW von Krchleb, wo das Einfallen der Schichten, die Epidotlagen enthalten, im Mittel nach 19^1^^ 30» beträgt. Auch Lager von krystallinischem Kalk findet man in dem Gneuse, jedoch ziemlich selten; so bei Hostacov, nämlich vom Dorfe am rechten Bachufer, und zwischen Pelles (Polnicka) und Kalkofen bei Neudeck (in Mähreu); das letztere Vorkommen ist eigentlich schon dem böhmisch-mährischen Gränzgebirge angehörig. Bei Hostacov dürfte das Lager eine nicht bedeutende Mächtigkeit haben, da die Steinbrüche in demselben schon etliche Jahre gänzlich aufgelassen sind. ^) Bei Neudeck aber, wo der Kalkbruch eine grössere Tiefe hat, wechsellagern im Han- genden körniger, lichtgrauer Gueus mit Kalkbänken, in denen bläulichgraue Streifen zum Vorschein kommen. Stellenweise ist das Lager als Cipollin ent- wickelt, da es Muscovitschuppen eingewachsen enthält. Die aufgeschlossene Mächtig- keit von S""- entspricht keineswegs der eigentlichen Mächtigkeit des Lagers, da dessen Liegendes nicht entblösst erscheint. Eruptivgesteine, wie Granit, Diorit, Corsit durchsetzen gang- oder stock- förmig die laurentinischen Gneusschichten, jedoch trotz dem häufigen Vorkom- men doch nur in untergeordneter Weise. Lichtgrauer Gneusgranit findet sich nur im Gebiete des Gränzgneuses bei Pelles (Polnicka) ; Granitpegmatit aus weissem Orthoklas, lichtrauchgrauem Quarz und Bioiitblättern bestehend, nur bei Konov unter der Korecnik-Mühle. Grauer Granit, ein Biotitgrauit mit weissem Orthoklas, bildet im Bereiche des böhmisch-mährischen Gebirges bei Racin einen ansehnlichen Stock im Gränz- gneuse; weniger bedeutende Gaugstöcke oder mächtigere Gänge werden S von Borovä und W von Persikov, bei Vesteckä Lhota angetroffen. Das bedeutendere Massiv von grauem Granite von Hute {W von Ransko) dürfte zum Rand des grösseren Granitmassives von Benätek gehören, das von Kohoutov an unter der Zdirecer Kreideniederung bis hieher sich fortsetzt. Die Granitmasse, die auf der Karte als grauer Granit ausgeschieden ist, ist eigentlich ein Netzwerk von verschiedenen Gesteinen; so vou grauem Gneusgranit, dessen unvollkommen schiefrige Varietäten häufig an der Gränze der Eruptivgesteine auftreten; dann von grauem Granit, von Biotitamphibolgranit, von Amphibolgranit und Syenit, welche Granitvarietäten sich in mannigfacher Weise gegenseitig durchsetzen. Ausserdem treten hier aber auch Diorite als Gangdurchsetzungeu auf, ja mau trifft auch schwache Gänge von Corsit an, so dass bei dem so vielfachen Gesteins- wechscl sämmtliche Varietäten auf die Karte gesondert nicht aufgetragen werden konnten. 17 Rother Granit, das ist ein mittelkörniger Biotitgrauit, in dem der fleiscli- rotlie Orthoklas die Färbnng bedingt, setzt in schwächeren Gangstöcken (oder mächtigeren Gängen) den Gneus durch, so zwischen Mladotic und Pafizov, zwischen Malejov und Spacic, und es sind nur die mächtigeren dieser Vorkömm- nisse auf der Karte verzeichnet. Ein weniger mächtiges Massiv trifft man zwischen Bilek und Strizov (SO Chotebof) an. Der rothe Granit bildet dann aucli einen Contactstock zwischen Diorit und Amphibolgranit einerseits und zwischen tlasrigem Biotitgneus andererseits, und zwar von Slavetin und Persikov (bei Ransko). Zahlreiche Apophysen des rothen Granites durchsetzen den äussersten, später noch zu beschreibenden King, der die ebenfalls weiter unten erwähnten Troktolit- und Corsitkränze um die Serpentiumasse der Waldkuppe von Ransko umhüllt. Nur erlaubt die Bewaldung nicht immer die richtige Erkennuug und Deutung der Granitgänge in dem äusseren Diorit- und Amphibolgranitkrauze. Merkwürdig ist der porphyrartige rothe Gneusgranit, der hier gleichfalls als Contactstock auftritt {0 Slavetin, Persikov) und den regellos körnigen, mittelkörnigen rothen Granit zu vertreten scheint. Der ziemlich körnige rothe Granit hat, weil er als Gränzbilduug auftritt, eine gneusgranitartige Textur, nebstdem aber enthält er daumeugrosse Orthoklase von weisser oder röthlicher Farbe porphyrartig ausgeschieden. Überhaupt sind in der Gegend von Borovä, nahe an dem Serpentinmassiv von Ransko die Gneuse von zahlreichen, wenig mächtigen Lager- und echten Gängen oder von blossen Gangklüften und Gangtrümmern durchschwärmt, wobei aber doch der Gneus so vorherrscht, dass diese Gänge ganz untergeordnet bleiben. Am Wege von Borovä nach Vepi'ove sieht man an zahlreichen Stellen lagergang- artige Trümmer des Granites. Gneusgranite. Dieselben sind schon in der Gruppe der Gneuse augeführt worden, doch gehören sie hierher. Das als Gränzgneusgranit benannte schuppige, undeutlich schiefrige Gestein des Saarer Gebirges (Zdarske hory) dürfte eruptiver Entstehung sein, demnach trotz der Lagerung in zum Gneuse parallelen Bänken, doch zum Granit gehören. Diese Gränzgneusgranite greifen nur wenig in das eigentliche Eisengebirge ein und werden daher erst später in unseren nächstfolgen- den Publicationen, bei der Beschreibung des böhmisch-mährischen Gränzgebirges erörtert werden. Ebenso sind die Biotitgneusgranite und Amphibolbiotitgneus- granite, die ebenfalls schon früher bei den Gneusen aus der Ursache angeführt wurden, weil ihre Plattung und Schieferung parallel zur Schichtung jenes Gneuses streicht, mit dem sie in Contact treten, eruptiver Entstehung. Auch diese, namentlich bei Losenic verbreiteten Gesteine, berühren den Rahmen des Eisengebirges nur wenig und werden daher erst bei der Beschreibung des Blattes Deutschbrod ein- gehender geschildert werden. Es konnte hier jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass diese gneusartigen Gesteine trotz der an Schichten erinnernden bankweisen Absonderung dennoch eruptive Lager oder Decken sind und demnach der Granit- gruppe zugezählt werden müssen, trotz der parallel ausgeschiedeneu Glimmer- schuppen oder Amphibolprismen. 2 18 Diorite gehören in der Terrainclepression des Doubravkabaches im mitt- leren Theile derselben zu den selteneren Erscheinungen, indem man nur W von Biskupic in der Bachschlucht einen Dioritgang entblösst findet. Dafür treten sie aber in dem Massiv der Ranskokuppe als äusserster Kranz um den Corsitriug auf. Hier sind dieselben von zahlreichen Gängen von Amphibolgi'anit, wohl auch von rothem Granit durchsetzt ; aber wegen der Bewaldung, die eine nähere Erken- nung der Gesteinsgränzen nicht zulässt, konnte hier eine gesonderte Ausscheidung beider Gesteine in der Karte nicht vorgenommen worden, weshalb alles als Diorit verzeichnet erscheint. Einzelne stockförmige Gänge dioritischer Gesteine begleiten das Stockmassiv von Ransko, und eine solche Masse ist auch zwischen Borovä und Persikov eingezeichnet. Eines der merkwürdigsten Gesteine im Gebiete des Eisengebirges ist der Corsit. Derselbe tritt im Doubravkathale in bedeutenden Massen auf. Ein bedeuten- der Gang des Corsits streicht von der heil. Kreuzkirche {S von Ronov) am rechten pj 2. Doubravkaufer von NNW nach SSO^ indem er unter- No 1:10000 Doubravka sw halb vou Mladotlc dlc Doubravka durchsctzt uud Muter , dem bestandenen Mladoticer Maierhofe sich auskeilt. g^|vi^^^|7>>^; ^.^^^-^ (Fig. 2.) Nördlich tritt in der Richtung des Gangstrei- Gnens Corsit Amph.-On. chcus ciue kleinere Masse S von Ronov in den Schichten des Kreidesystems und südlich im angeschwemmten Lehm auf, nämlich NO nahe bei Moravan zum Vorschein. Der Corsit ist körnig, im südlichen Theile grosskörnig, so dass stellenweise bis beinahe handgrosse Stücke von ziemlich reinem körnigen Anorthit aus demselben herausgeschlagen werden können. Bei der heil. Kreuz- kirche aber {S) ist derselbe schiefrig körnig, wohl wegen der nahen Gränze mit Gneus. In sehr bedeutender Menge findet sich der Corsit in der Gestalt eines bis 800—900 Schritt breiten Kranzes um die ganze Waldkuppe bei Ransko, in- dem dessen äusserer Kranztheil sich an dioritische Gesteine, der innere aber an olivinhältige Gesteine (Troktolite) anlehnt. Gegen innen zu nimmt der Corsit Oliviu auf und vermittelt so den Übergang in Troktolit. OS von Ransko, da wo derselbe in der Nähe des unteren Theiles des Rekateiches verwittert und halb aufgelöst erscheint, wird er deckeuartig von erdigem Limonit bedeckt. Dieser Limonit ist offenbar durch die Zersetzung desselben entstanden, da er durch Adern und allmählige Veränderung des Gesteines in denselben übergeht. Die näheren, den Corsit betreffenden Bemerkungen, werden in der petrografischen Abtheiluug erläutert; die das Erz betreffenden Angaben aber sind im Anhange enthalten. Innerhalb des Corsitkranzes liegt noch ein Kranz von Troktolit, eines Olivin- gesteines (mit Anorthit, Bronzit und Diallag) von ziemlich wechselnder Zusammen- setzung, das gegen den Corsit zu in denselben übergeht, gegen den Serpentin aber, der den Kern der Kuppe bildet, beinahe ganz in diesen sich umbildet. Auch auf dem Troktolite, u. z. auf einer schon in den Serpentin übergehenden Varietät desselben, findet sich erdiger oder oolithischer Limonit in Deckenform, mit einzelnen schartigen Boden-Unebenheiten, die aus einem noch nicht zu Limonit umgewandelten Gesteine bestehen. Dies bezieht sich namentlich auf den S und 19 Abhang der Ranskokuppe, wo auch Pyrrhotin- und Pyrit-hältige Diorite in Gang- form auftreten. Ein ganz ähnliches Troktolitgestein hndet sich in dem Mladoticer Corsit- gange gegenüber der St. Martiukirche. Serpentin bildet den Kern der Waldkuppe bei Ransko und wird daselbst durch Troktolit umfasst, aus dessen Zersetzung er entstanden ist. Scharfe Gränzen zwischen Serpentin und Troktolit bestehen demnach nicht. Der mittlere Durch- messer des etwas ovalen Serpentinkernes der Kuppe dürfte 2 Km. betragen. Auch am Serpentin finden sich an gewissen Stellen Decken von erdigem Limonit, dessen Entstehung offenbar aus Serpentin herzuleiten ist. Der Anhang wird darüber das Nähere enthalten. Auch im Gneuse, also ausserhalb der Kuppe von Ransko, findet sich Serpentin in Form von schwachen Gängen, so am rechten Bachufer beim Bräu- hause in Borovä, dann in Lagerstöcken in Zelezne Horky und bei Belä; jedoch liegen letztere Vorkömmnisse schon zu weit ausserhalb des Rahmens der Karte, und fallen auf das Kartengebiet von Deutschbrod. Ebenso ist auch der Corsitgang von Mladotic im Dorfe selbst u. z. knapp unterhalb der Mühle im rechten Ufer von einem kleinen, kaum 200 Schritte breiten Massiv von Serpentin begleitet. Ein echter Lagerstock von Serpentin im Biotitgueuse zwischen Eklogit im Liegenden und Amphibolschiefer im Hangenden eingebettet, findet sich zwischen Borek und Kraborovic, SO von Vilimov. Der zur Schichtung des Gneuses parallel plattenförmig abgesonderte Serpentin, in der Mächtigkeit von 120 — 130™- und einer bedeutend grösseren Länge dem Streichen nach, bildet ein sehr instructives Beispiel von der concordanteu Einlagerung dieses Gesteines im Gneuse. Der Eklogit tritt hier nur als ein ganz untergeordnetes Gestein auf, indem es im Liegenden des eben erwähnten Serpentines zwischen Borek und Kra- borovic (oder Zdanic) ein etwa 100 Schritte mächtiges Lager bildet. Dieses Eklo- gitlager hat eine ziemlich deutliche Schichtung und besteht aus bis wickeu- grossen Granatkörnern und meist sehr feinkörnigem bis dichtem licht grasgrünen Amphibol, stellenweise auch aus grasgrünem kleinstengligem Amphibol. Das Gestein ist von bedeutender Festigkeit und wird an seinem klippigen Ausbisse von losen Blöcken mit narbig abgewitterter Oberfläche begleitet. Das Liegende des Eklogites bildet flasriger Biotitgneus, während das Hangende aus Serpentin besteht. Das Verflachen sowohl des Gneuses als des Eklogites beträgt 80° nach 274^. Die Thalniederung des Doubravkabaches ist von horizontalgeschichteteu Gesteinen des Kreidesystems ganz oder zum Theil ausgefüllt, indem spätere Aus- waschungen die in diesem Terrain abgelagerten Schichten zerstörten. Im Gebiete der Elbeniederung finden sich nur AUuvien, welche theils das Kreidesystem, theils den von derselben durch spätere Abwaschung entblössten laureutinischeu Unter- grund bedecken. Am rechten Elbeufer in der Fortsetzung des Doubravkathales bilden Kreidegebilde die niedrige Terasse, welche von Lzovic gegen Jeleu sich hinziehend am letzteren Orte den terassenartigen Charakter verliert. In dem eigentlichen Doubravkathale begleiten die Schichten dieser Formation den Steilabfall des Eisen- gebirges von Zabor (Station Elbe-Teinic) über Bernardov bis Horusic als ein nicht 2* 20 breiter Streifen. Von hier an erweitert sich dieser Streifen bedeutend, und es treten auch einzelne flache Inseln der Kreidegesteine aus den jüngeren Anschwem- V mungen hervor, oder kommen an den flachen Ufern des Cäslavka- und Klenärka- baches zwischen Gneus und Lehm zu Tage, so namentlich in der Richtung der Bachthälcheu von Cirkvic über Tfebesic, Caslau gegen Drobovic. Hauptsächlich aber sind diese Gebilde am rechten Doubravkaufer verbreitet, wo sie in immer höheren, ganz flachen Stufen ansteigen, je mehr sie sich dem Steilabfalle des Eisengebirges nähern. Am breitesten ist der Zug bei Zleb, denn da reicht er der Breite nach von Licomefic bis Zleb, also auf 6 Km. ohne alle jüngere Bedeckung, setzt sich aber noch linkerseits der Doubravka unter der Lehmbedeckung fort. Von Zleb-Ronov tritt in der weiteren SO Fortsetzung des Streifens des Kreide- systems abermals eine bedeutende Verengung seiner tafelartigen Flächen ein, u. z. erreicht dieselbe am Fusse der Kaukove Hory zwischen Bestvin und Tremosnic ihr Minimum von '^ km. Mit nur geringer Breite setzen die flachen Stufen am Steilabfalle des Eisengebirges von Bestvin über Rostein, Chuchle, Ceckovic, Lhota, Malec, Läny, Lhüta, Kladrub fort, doch so, dass zwischen Malec und Libic, wo der Hradistberg einen weit erkennbaren Tafelberg bildet, abermals eine Aus- breitung stattfindet, die nach den tafelartigeu Flächen weithin sichtbar ist. Nach einer abermaligen Verengung bei Stepänov tritt eine tafelartige Erweiterung bis Bi'lek und Malochlm auf, von wo der Zug über Studenec, Kohoutov, Kreuz- berg, Vojnomestec, Karlov und noch etwas darüber sich ausdehnt und das Steil- gehäuge des Eisengebirges noch einigermassen andeutet, so dass er bei den Teichen, durch welche die in dieser Gegend entspringende Doubravka hindurchfliesst, sein Ende erreicht. Wie überall in Böhmen, besteht das Kreidesystem auch hier aus cenoraanen und turonen Schichten, das ist aus Quadersandsteinen und Plänern. Die tiefereu Sandsteine (Quader) sind theils von den Plänern bedeckt, und treten nicht immer ganz deutlich zu Tage, besonders da, wo ihre Mächtigkeit gering ist ; theils treten sie auch, wo nämlich die jüngeren turonen Glieder weggeschwemmt sind, als zerbröckelte Sandsteine, das heisst als lockere Sande oder Schotter auf, und können von flüchtigen Beobachtern leicht mit Alluvial- oder Diluvialgebilden ver- wechselt werden. Die tiefere Quaderstufe oder die Perucer Schichten, nämlich das untere Cenomaoi, eine limnische Bildung, trifft man als zerbröckelten Saudstein, also als Sand und Schotter in den tiefsten Lagen der Kreideschichten an, so bei Vrdy, Vinar, bei dem Ronover Teiche und in den Gehängen des Hostacovkathales und seiner Nebenthälchen von Zleb angefangen über Biskupic, Kamenny Most gegen die Eisenbahn-Station Golcüv Jenikov, bis in die Nähe der Stadt selbst, dann bei Hostacov und Zvestovic. Hier bedecken Lehme die letzten Reste der zerfallenen Schichten, die sich noch auf ziemlichen Höhen ausbreiten. Solche zerbröckelte und vor späterer Abschwemmung geschützte Reste finden sich noch westlich von Golcüv Jenikov zwischen Podmok und Nova ves, bei Ostruzno, dann bei Malec, am W Fusse des Berges Hradiste bei Libic, wo namentlich der Zusammenhang dieser losen Sande mit den wenig festen, den Fuss des Hradiste bildenden Sand- steinen gut erkennbar ist. Zwischen Podmok, Vlkanec und Nova ves (IFvon 21 Golcüv Jenikov) bestehen die allertiefsten , auf Gueus aufruheuden Lagen aus einem lichtgrauen, sandigen oder sandig glimmerigen Thone, der vordem gewiss die Beschaffenheit eines sandigen Schieferthones hatte, und auf ihm liegen lose zer- bröckelte Gebilde, die offenbar nichts anderes sind, als zu Schotter zerfallene Conglomerate und Sandsteine. Die Gerolle des Schotters bestehen aus bis apfel- grossen, halbdurchsichtigen oder weissen Quarzstücken. Die bedeutendste Mächtigkeit dieser theilweise später abgeschwemmten weissen Schottermassen beträgt an den Bahneinschnitten bei Kozohled bis 4""- Solche zerfallenen Reste der tiefsten cenomanen Schichten sind hier überall von Lehm begleitet, so dass derselbe vielleicht als Vertreter der allertiefsten thonigen Lagen zu betrachten ist. Der Lehm ist von gelbbräunlicher Farbe und lässt stellenweise seinen Ursprung noch erkennen, da er kleine lichte Quarz- gerölle enthält. Es gibt noch mancherlei solcher Lehme mit Quarzgeröllen auf den Gneuseu zwischen Caslau und Roth-Janovic, und zwischen Golcüv Jenikov und Habern, allein dieselben sind wegen ihrer verhältnissmässig geringen Mächtigkeit auf die Karte nicht aufgetragen worden. Dieselben dürften die allerletzten noch nach- weisbaren untersten Schichten der limnischeu Stufe des Kreidesystemes darstellen. Dort, wo auf den Schottern der Perucer Stufe Lehmlagen ausgebreitet sind, verdanken dieselben ihren Ursprung den zerfallenen, mergelig sandigen Schichten der obercenomauen oder Korycaner Stufe. Bei Malec führen die liegendsten Schichten, nämlich die zu Thon und Letten zerfallenden Schieferthone, sowie die losen Saude auch Brocken von Limonit und versteinerte Strünke, welche als Palmacites varians Göpp. bekannt sind. Die Fortsetzung der Sandsteine und ihres zu weissem Sand oder Schotter zerfallenen, abgeschwemmten Randes lässt sich über Libic, Bezdekov, Lhotka Hoi'ilovä verfolgen ; bei Podmoklau sind dieselben von Rasen und Ackererde beinahe ganz verdeckt, sie werden aber durch die reichlich aus denselben entspringenden Quellen angedeutet. Erst wieder auf der Kuppe von Ransko finden sich ein- zelne schw^ache Lagen von lichtgrauem lettigem Thone, die als zufällig nicht weggeschwemmte letzte Reste der tiefsten zerfalleneu Schieferthouschichteu zu deuten sind. Das linke Ufer des Teiches Reka, das ist der östliche Fuss der Ransko- Kuppe besteht aus losen Sauden ; der Rand der tafelartigen Kuppen, unter welchen der Zufluss des Rekateiches (Doubravka) sich windet, wird aber von Sandsteinen gebildet, die in den liegenden Schieferthonen W von Hlubokä, Nester von zu schwarzer Braunkohle umgewandelten Strünken führen. Auch SO von Vojnomestec breiten sich derartige Sandsteine aus, uud es wurde in denselben an der Strasse zwischen Vojnomestec und Karlov, auf Nester von schwarzer Braunkohle geschürft. Diese Sandsteine folgen nun dem Laufe der Strasse, von welcher sie W liegen, bis an die Ufer des Teiches Velke Zdärsko, nur sind dieselben um so mehr zer- bröckelt und zerfallen, je südlicher man sie antrifft. Die liegenden lettigen Schiefer- thone bilden überhaupt eine schwache Lage in der ganzen Teichniederung des Velke Zdarsko, und da sie kein Wasser durchlassen, so sind sie die Ursache der hier mächtig entwickelten Torfbildunü'. 22 Südlich vom Teiche Velke Zdarsko treten noch einzelne letzten Re.^te von Letten (weissen Thonen) oder weissen Sanden auf, und sind oifenbar die letzten Ausläufer der tiefsten cenomanen Schichten, die also beinahe bis Pelles (Polnicka) sich erstrecken. Die nächst höheren marinen oh er cenomanen Sandsteine oder Korj'caner Schichten, bilden die Terasse von Lzovic, westlich am rechten Elbeufer; längs des Doubravkathales aber ziehen sie sich als ein enger Streifen von Zabof (Station Elbe-Teinic) bis Kasparüv Dolik, indem sie sich an den Steilabfall des Eisengebirges anschmiegen, dann aber von turonen Schichten bedeckt, nur in ein- zelnen kleinen inselartigen Streifen zwischen dem laurentinischen Steilabfalle und der Plänerdecke, insofern sie bis zu demselben reicht, zum Vorschein kommen; so etwa NW von Semtes, in Podhoran, zwischen Podhofan und Licomeric. Hier überall sind die Sandsteine leicht zerbröckelich, etwas grünlich gefärbt, mit Aus- nahme des rechten Elbeufers, wo dieselben ein kalkiges Bindemittel und ziemlich zahlreiche Versteinerungen besitzen. Auch bei Zehusic finden sich diese Sandsteine am Fusse einer unbedeutenden Plänererhöhung. Ebenso treten diese Sandsteine in dem rechten Ufer des Caslavkabaches zwischen Drobovic und Öaslau, sowie in der geringen Bodendepression von Filopov (bei Öaslau) auf. In der Nähe von Gneuskuppen, wie bei der Kamajka (N von Öaslau) oder bei Zbislav sind die Korycaner Schichten theils als kalkige Sand- steine oder Kalksteine, theils als mergelige Thone entwickelt, auf denen Reste von abgeschewmmten Pläner vorkommen ; sie enthalten in den Spalten und sackartigen Vertiefungen des Gneusgrundes zahlreiche Versteinerungen, meist Ostreen. Von Vinice über Vinar bis Zleb und von da, nach theilweiser Be- deckung von Lehm, erscheinen diese Schichten wieder bei Biskupic und Ronov, von wo sie sich unter die heil. Kreuzkirche bis Tfemosnic fortsetzen und den Fuss der Pläner Terrainstufe bilden. Bei Ronov (heil. Kreuzkirche), sind die Sand- steine wieder sehr kalkig und enthalten zahlreiche Versteinerungen von Exogyra columba, Cidaris vesicularis, Ostreen und andere. In der Hostacovkaschlucht, dann na Pi'sku (Sand) NNO von Golcuv Jenikov sind über den zu Sand zerfallenen Perucer Schichten stellenweise auch noch Reste von grünlichen wenig Zusammenhang besitzenden Korycaner Sandsteinen bei Zehub und Biskupic zu sehen. Einzelne abgerissene Fetzen von obercenomanen Schichten finden sich auch zwischen Sirakovic und Golcuv Jenikov, dann zwischen dem Dorf Nasavrky und Kläster (bei Vilimov), Doch bestehen hier diese Schichten aus dünnplattigen sandigen glaukonitischen Plänermergeln, welche theils an die Malnicer Sandsteine (Glaukonitsandstein), theils an echte Planer erinnern. Die echten Pläner enthalten nie Sandkörner bis zur Erbsengrösse, wie solche wenn auch nicht vorherrschend, in diesen glaukonitischen Mergelplatten vorkommen. Von Tfemosnic bis Heimän finden sich diese Sandsteine am Fusse der Plänertafelflächen entweder gar nicht vor oder sind sie so wenig mächtig, dass sie sich der Beobachtung entziehen. Von Hefmah an aber begleiten sie den Fuss des Plänerplateaus über Malec, Hranice, Libic, Ötepanov, Odranec, Podmoklan, Branisov, Bilek und längs der Eisenbahn von Bilek nach Nova Ves, hinter welcher 23 sie unter dem Alluvium verschwinden. Weiter erscheinen diese Sandsteine noch SO von Vojnomestec und umfassen die Plänerkuppe vom Teiche Reka an bis gegen Radostin. ^) Die zweite Stufe des Kreidesystems oder das unterste Turon, durch gehends aus Plänern bestehend, ist am meisten entblösst. Diese Stufe überlagert von Sulovic an die Korycaner Sandsteine, stösst aber bis auf die wenigen oben schon erwähnten Ausnahmen unmittelbar an den laurentinischen Steilabfall des Eisengebirges au, indem die Schichten des Pläners gegen denselben zu staffeiförmig sich erheben. Über das linke Doubravkaufer setzen die Plänerschichten nur an wenigen Orten über, so bei Zehusic und Bezdekov (bei Stepänov), und zwar an beiden Orten nur als dünne Plattenüberreste. Auch am Rouzeuiberge bei Nove Dvory (Neuhof, S von Hermaü) bildet der Pläner von der Hauptmasse derselben abgesondert, eine kleine Insel. Über Radostin setzen die Plänerschichten nicht weiter fort, obzwar die Reste des Untercenomans noch auf eine weitere SO Entfernung von 5 Kilom. sich erstrecken. Sämmtliche Plänerbänke sind horizontal gelagert, und wenn auch in der Terasse bei Kubikove Duby ein Verflachen der Bänke gegen das Eisengebirge, also nach NO, bei Kreuzberg aber vom Eisengebirge weg, also nach aST^ bemerkt wird, so ist diese Erscheinung doch sehr beschränkt und blos lokal und es kann daraus keineswegs ein Schluss auf eine nach der Kreidezeit erfolgte Hebung des Eisengebirges gezogen werden. Im ersten Falle ist es nämlich eine blos lokale unbedeutende Abrutschung der Schichten; im zweiten Falle wiederholt sich das so oft nachgewiesene und durch Unterwaschuugen veranlasste Einfallen von sonst horizontalen Schichten an steilen Gehängen. Die tiefereu gelblichen, höchst feinsaudigen Mergel, welche als Pläner bezeichnet werden und stellenweise, so allenfalls in der Umgebung des Hradiste- Berges bei Libic Versteinerungen enthalten, bilden die Hauptmasse der turonen Gesteine. Nur die obersten Lagen, wie dieselben von Pfedhor bis Kladruby, dann von Malochlin bis nahe gegen Zdirec sich ausbreiten, sind etwas fester und haben einen mehr sandigen Habitus. Sie enthalten wenn auch winzig kleine, so doch zahlreiche punktförmige Körnchen von Glaukonit. Diese oberturonen glau- konitisch sandigen Pläner werden hier wegen ihrer etwas bedeutenderen Festig- keit als Baustein verwendet. Der bedeutendste Steinbruch ist bei Horni Studeuec und bei Zdirec in denselben eröffnet. Diese oberen Plänerbänke von sandig glau- konitischem Charakter sind etwa Vertreter der nur local auftretenden sogenannten Malnicer Schichten oder des unteren Mittelturon. Da die tieferen Plänerbänke^ wenn sie etwas aufgelöst sind, ebenfalls wenig AVasser durchlassen, so finden sich auf denselben an entsprechenden Stellen, so bei Kreuzberg oder zwischen Zbislav und Dolni Bucice ") auch Anfänge einer Torfdecke, die aber auf den unterceno- manen Letten bei Radostin viel besser gedeiht. Die jungen Bildungen werden als Alluvionen, Lehm und Torf unterschieden. Ältere Alluvionen sind Scliotter u. z. weisse Quarzschotter von nicht be- deutend grossem Korne. Dieselben finden sich auf dem Gehänge von Lzovic an der Elbe, das die Fortsetzung des Steilabfalles des Eiseugebirges bildet. Dieselben stammen jedenfalls aus der Elbe, und es ist gar nicht nöthig spätere Hebungen 24 derselben auzuuebmen, da bei Elbe Teinic durch die hervorragendeu festeren schiefrigen Gesteine eine bedeutende Elbestauung stattgefunden haben musste, in Folge deren der ehemals höhere Flusslauf in recenter Zeit solche Alluvial- schotter auch auf solchen höheren Stellen abgesetzt hat. Das Material dieser Schotter stammt meistens von jenen unter- oder obercenomanen Schichten her, in deren Nähe sie sich noch vorfinden. Ähnliche Schotterablagerungeu trifft man auch im Haine Libuse bei Nove Dvory (Neuhof), dann bei St. Katharina und St. Nikolaus an u. z. auf turoner Unterlage; dann von Trebesic und bei Kalabasek, sowie am Brslenkabache bei Caslau; an beiden letzteren Orten theilweise von Lehm bedeckt und den Pläner überlagernd. Etwas ähnliches ist auch bei Starkoc W und Loucic zu beobachten. Auch hier gehören diese Schotter zu Alluvialbildungen, da sie noch beinahe im luundationsgebiete der Bäche liegeu und als von SO angeschwemmte Schichten sich erkennen lassen, deren ursprüngliche Lagerstätten die ceuomauen Sandsteine waren. Der Lehm ist später erst darauf geschw^emmt worden. Die Mächtigkeit der Schotterbänke ist nicht bedeutend und beträgt nur Bruchtheile eines Meters oder nur wenige Meter. Die feinen w^eissen alluvialen Saude sind nichts anderes, als zerbröckelte und abgeschwemmte cenomane Saudsteine, in deren Nähe oder auf welchen sie sich noch vorfinden. Sie sind im Gebiete des obercenomanen Streifens von Zabof bis Zafican, dann von St. Katharina bis Chotusic, verbreitet also so zu sagen noch innerhalb des Inundationsgebietes der aufgestauten Elbe. Lii Zehusicer Parke findet sich auch Kalktuff als junge Bildung und ver- breitet sich von Dammerde überlagert bis Zafican; er enthält zahlreiche Gehäuse von Sumpfschnecken. Gegen Vycap zu werden diese Kalktuffe ganz locker und mergelig. So w^ie die fruchtbaren Alluvionen, dann die Sande und auch Schotter nahe au der Elbe vorherrschen, so ist wieder etwas entfernter von der einstigen Mündung des Doubravkabaches in die Elbe der Lehm sehr verbreitet, u. z. bildet er von Cirkvic an bis Golcüv Jcnikov eine ununterbrochene Decke, die meist am linken Doubravkaufer abgelagert ist, sich selten auch in einzelnen Parthien am rechten Ufer vorfindet, und aus der nur wenige Kuppen älterer Gesteine ein wenig hervorragen. Dieser Lehm findet sich auch noch südlicher, jedoch nur in weniger ausgedehnten Decken, so bei Nova Ves (Neues Dorf), Bezdekov und in unbedeutenden Mengen auch an anderen Orten. Der Lehm ist eigentlich nur dort zu findeu, wo jetzt noch Gebilde des Kreidesystems vorkommen, die er, u. z. sowohl den Planer als auch die ceuo- mauen, oft schon zu Gries zerfallenen Sandsteine bedeckt, oder wo einst Schichten des Kreidesystems abgelagert waren. Dieser Lehm dürfte demnach nicht als ein eigentliches Anschwemmuugs-, sondern als ein Eluvialgebilde aufgefasst werden, dessen Bildung durch die Auflösung von thonigcn Gebilden des Kreidesystems veranlasst wurde. Nur au tieferen Stellen ist der Lehm als ein wirklich ab- geschwemmtes und wieder abgesetztes alluviales Material, u. z. entweder auf geneigten Flächen (Gehängelehm) oder in Ebenen auf secundärer Lagerstätte zu finden. Derjenige Lehm, der Schotter, u. z. auf Planern aufruheuden Schotter 25 bedeckt, ist wirklich secimdäres sedimentäres Gebilde, während andere Lehme wirkliche Eluvien darstellen, die aber wohl auch etwas ihre Lage verändert haben konnten. — Das Gebiet der Teiche, wo der Doubravkabach und die Säzavaquellen sich ansammeln, also von Ransko bis Pelles (Polnicka) enthält Torfdecken. Dieselben setzen einen nicht wasserdurchlässigen Grund voraus, u. z. entweder einen schon etwas aufgelösten Pläner, wie es bei Zdirec, Kreuzberg und Zbislav der Fall ist; oder das Vorhandensein der tiefsten lettigen Schieferthonlage der untercenomaneu Sandsteine, wie dies im Gebiete der Niederung des Teiches Velke Zdarsko (*SYojno- mestec) zu beobachten ist. Unter dem Städtchen Kreuzberg, auf den Wiesen, hat der Torf nur eine ganz unbedeutende Mächtigkeit, indem daselbst unter 73"' Wiesenalluvialerde nur ^'5"- Torf, dann ^g""- lettiger Schotter folgen, in welchem letzteren das Bach- bett ausgewaschen ist. Dieser Torf ist demnach auf der Karte nicht aufgetragen. Wohl aber ist die Puidostiner Torfdecke au den Ufern des Teiches Velke Zdarsko von Bedeutung, da sie daselbst in den oberen Ausläufern bei Panskä Bi'da und Doubravnik die Mächtigkeit von mehreren Metern besitzt und gestochen wird. In dem Torfe finden sich nebst geringeren Kräuterstengeln auch Baum- strünke der noch jetzt an moorigen Stelleu wachsenden Sumpfkiefer (Pinus uligi- nosa) mit zu Fichtelit umgewandeltem Harz. Die seitlichen Ausläufer der Torf- decke gehen unter den Wiesengrüuden ziemlich hoch. Unter dem Zdärskoteiche zieht sich die Torfdecke bis gegen Polnicka (Pelles) hin. Auch an einigen flachen Stellen des Gueusterrains finden sich schwache Torfdeckeu, so etwa bei Raciu, Vepfik, Skfivänek {ISO von Borovä). 2. Das eigentliche Eisengebirge. Der steile Raud des Eiseugebirges ist aus denselben laurentinischen Ge- steinen zusammengesetzt, wie die dasselbe begleitende Doubravkathalniederung. Da die Gesteine des Steilrandes nach NO verflachen, so bilden sie das Liegende des ganzen Gebirges, in dessen Hangendem dann die untersilurischen Gesteine folgen. Von Elbe-Teinic an bis zur Ruine Lichuic, bildet das Laurentin des Steilrandes einen verhältnissmässig nicht breiten Streifen, der von iV^TF nach SO streicht und abgesehen von den jüngeren granitischeu Eruptivgesteinen, die sich eng an denselben anschliessen, nur die unbeträchtliche Breite von V2 — 1 K^^^- besitzt; mit Hinzufüguug der Eruptivgesteine aber beträgt die Breite 2^j^ — 3 Km. Sänimtliche, auf diesem laurentinischen liegenden Streifen aufgelagerten untersilurischen (oder cambrischen) Gesteine verflachen auf der Strecke von Elbe- Teinic bis Lichnice gleichfalls nach NO und sind daher scheinbar concordant dem Laurentin aufgelagert. Anders verhält es sich jedoch in jenem SO Theile des Eiseugebirges, dessen Steilrand von Lichnice (Kahkove Hory) bis Kreuzberg sich erstreckt. Hier nehmen die laurentinischen Gesteine eine bedeutendere Breite ein, indem sie sammt den in denselben eingelagerten Eruptivgesteinen jüngeren als laurentinischen 26 Ursprungs, sich gegen sehr schnell ausbreiten, und die Umrisse eines Dreieckes annehmen, dessen Spitzen durch die Orte: Ruine Lichnice, Kreuzberg und Chrast angedeutet sind. Während die Breite dieser Gneus-Granitmasse des Steilrandes der SO Fortsetzung des Eisengebirges von Lichnice bis zur Laudesgrcänze bei Lichnice nur 3-3 Km. misst, nimmt sie zwischen Kreuzberg und Chrast bis auf etwa 25 Km. zu. Die Gränze zwischen Laurentin und Cambrieu (Untersilur) läuft von Elbe- Teinic bis Lichnice (Zbislavec) von NW nach SO^ von da an aber wendet sie sich in östlicher Richtung über Skoranov, Rtejn, bis gegen Skroväd, wo sie unter Gebilden des Kreidesystems sich verbirgt. In dieser Parthie des Silurs, die eine östlich verlaufende südliche Gränze besitzt, ist die Lagerung gegenüber dem allerdings nicht in direktem Contact mit demselben auftretenden Laurentin eine discordante, was auf bedeutende Disloca- tionen hindeutet. Erst in der weiteren -SO-Fortsetzung des Eiseugebirges treten uuter- silurische Gesteine in der Schieferiusel Kreuzberg, Hlinsko, Skuc, Richenburg wieder auf; sie werden beinahe durchwegs von Granit umschlossen, während nur das mehr gegen O anstehende Laurentiu die östliche Begränzung bildet, und theils noch zum Eisengebirge, theils aber schon zum böhmisch-mährischen Gränz- gebirge gehört. Diese bedeutende Richtungsveränderung der Silurgränze von Lichnice (Zbislavec) nach Ost, sowie das Auftreten der Schieferinsel bei Hlinsko, die jedenfalls einmal mit der Silurmasse des iVI'FTheiles des Eisengebirges zu einem Ganzen vereinigt war, wurde von dem Granitmassiv bewirkt, das jetzt zwischen beiden Silurgebieten (nämlich dem des NW Eisengebirges und der Siluriusel) eingezwängt ist und dessen Mitte etwa das Städtchen Nassaberg (Nasavrky) ein- nimmt. Die einst zusammenhängenden Schichten des Silurs wurdeu durch das Hervortreten der Nassaberger Granitmasse auseinander getrieben und dabei in ihre gegenwärtige dislocirte Lagerung gebracht, und zwar in der Silurinsel bei Hlinsko mit steil stehenden Schichten, in der anderen grösseren Silurparthie mit antiklinaleu und Synklinalen Schichtenstellungen. Da nun zwischen Elbe-Teinic bis Lichnice das Untersilur SO mit einem NO Verflachen streicht und scheinbar concordant auf dem Laurentin aufruht, zwischen Lichnice bis Skroväd aber die Silurschichten bei meist östlichem Streichen vorwiegend nach S verflachen und durch die Nassaberger Granitmasse stark dislocirt sind, so muss zwischen dem normal gelagerten NO streichenden Silur und dem nach streichenden eine Linie des Bruches oder wenigstens der Biegung vorhanden sein, von welcher au die dislocirende Kraft des emporgetriebenen Nassaberger Grauitmassives seine Wirkung ausübte. NW von dieser gewaltigen Bruch- oder Biegungslinie sind die Schichten des Silurs normal gelagert, das ist von NW nach SO streichend, östlich davon aber haben sie das Streichen von W nach 0. Diese Bruchlinie, so sicher deren Vorhandensein auch behauptet werden kann, lässt sich aber doch nicht mit der wünschenswerthen Schärfe in der Natur nachweisen, und zwar theils desshalb, weil im Silur des Eisengebirges tiefe und ganz deutliche Entblössungeu nur stellenweise auftreten und demnach die Beo- bachtung erschwert ist, und dann auch desswegen, weil zu diesem Übelstande noch der Umstand hinzutritt, dass dieser Bruch eigentlich keine scharfe Bruch- oder Ver- werfungsspalte bildet, sondern einen Parallelzug von kleineren Dislocationen, durch welche der Übergang der normalen in die stark dislocirte Lagerung vermittelt wird. Jedenfalls war die durch die Terrainverhältnisse erschwerte Beobachtung das gTösste Hinderniss bei dem Studium dieses Terrains. Nichtsdestoweniger kann als vermuthliche Eichtung dieses Bruches, zu dessen beiden Seiten die Lagerungs- verhältnisse so bedeutend verschieden sind, die Linie oder besser ein System von Verschiebungslinien in der Richtung Licomefic-Zbislavec gegen Chotenic angegeben werden. Bis zu dem Zuge dieser Bruch- oder Verschiebungslinien hat sich also die verschiebende Wirkung des Nassaberger Granitmassivs geäussert. In Folge davon hat auch das Laurentin NW von dieser Linie eine geringe Breite (Elbe-Teinic-Lichnice), während es von dieser Linie eine bedeutende Breite und die Dreieckforra (Lichnice, Kreuzberg, Chrast) erhält. Ausser dem Silur kommen im Eisengebirge nur ganz unbedeutende isolirte Reste jüngerer Formationen vor. — Die nachfolgende Beschreibung des Eisengebirges enthält folgende Abschnitte : a) Das Laurentin des Steilgehäuges des Eisengebirges von Elbe-Teinic bis Lichnice und die Eruptivgesteine in demselben, h) Das Laurentin zwischen den beiden Silur- gebieten des Eisengebirges, nämlich zwischen Zbislavec-Skrovad und der Silurinsel von Hlinsko, saramt den in demselben eingelagerten Eruptivgesteinen, c) Das Laurentin von der Hlinsko-Silurinsel , das theilweise schon dem böhmisch- mährischen Gränzgebirge angehört, d) Das Silur von Elbe-Teinic bis zum Haupt- bruch (Zbislavec-Chotenic). e) Das Silur vom Hauptbruch bis Slatihan. /) Die Silurinsel bei Hlinsko. g) Jüngere Formationen auf dem Laurentin und Silur des Eisengebirges. Die Eruptivgesteine sind trotz ihrer im Vergleich mit dem Laurentin Jüngern Bildungszeit doch so innig mit den geschichteten ältesten Gesteinen verknüpft, dass es am zweckmässigsten erscheint, dieselben in Verbindung mit dem Laurentin zu beschreiben. a) Das Laurentin des Steilgehänges des Eisengebirges von Elbe-Teinic bis zur Bruchlinie und die in demselben auftretenden Eruptivgesteine. Das Steilgehänge des Eisengebirges gegen das Doubravkathal nimmt nur einen verhältnissmässig engen Streifen des Laurentins ein und hat von Elbe- Teinic bis Lichnice die Länge von etwa 30 Kilometer. Es enthält hier Glimmerschiefer von mittlerem bis kleinem Korne und Amphibol schiefer, aber auch Gneus und obwohl untergeordnete, doch stellenweise ziemlich mächtige Massen von Eruptivgesteinen, namentlich Granit. Das Verflachen der Schichten, wiewohl vorherrschend nach NO ist doch an verschiedenen Stellen etwas wechselnd. Am linken Elbeufer zwischen Zabof bis Kojic beträgt es in den verschieden geschichteten Gesteinen 40*^ nach P im Mittel (schwankend von ^3^' bis P/^''- mit ,^>5— 45**); an der Vedralka geht das Verflachen 28 nach l'/a*'- mit 55; in Semtes nach 2'^/3^- ; ober Podhoran nach 4'/5''- mit 55*^ (zwischen 273 — öVa^* mit 45— 64*^ schwankend); unter Bily Kämen 2^/4*"- mit 55°; in der Tfemosnicer Schlucht bei Hedwigsthal endlich geht das Verflachen nach 37/- mit 45«. Als der NW Anfang des Eisengebirges kann jene unbedeutende Kuppe S von Belusic angesehen werden, welche sich von da gegen Lzovic und Elbe-Teinic bis zum rechten Elbeufer fortsetzt. Das Gestein derselben ist Biotitglimmerschiefer von ziemlich ebenflächig schiefriger Textur mit Nestern von Quarz (blassem Rauch- quarz) und feinkörnigem Chlorit. Dieses Gestein wird jedoch von jüngeren Schichten vielfach verdeckt und nur nahe am Elbeufer zeigt sich deutlich, dass es von Amphibolschiefer unterteuft wird. In den schroffen Uferwänden unterhalb Elbe- Tejnic sieht man gangförmige Durchbrüche von Gabbro, rothem Granit und W bei Elbe-Teinic auch von grauem Biotitgueusgranit. Der Glimmerschiefer erscheint stellenweise ganz ähnlich dem von Semtes; er ist ebenflächig und enthält lenti- culare Quarznester. In Klüften kömmt sehr feinkörniger Chlorit vor. Das Ver- flachen geht nach etwa 2V4''- mit 52". Am linken Elbeufer sind durch den Eisenbahneinschnitt die anstehenden Felsen sehr deutlich eutblösst und es zeigen sich hier die Gesteinsschichten mit dem schon oben angegebenen Verflachen in einer übersichtlichen Reihenfolge. Vorherrschend ist wieder der kleinkörnige Biotitglimmerschiefer als der oberste Abschluss der unter den alluvialen Sauden bei Zabor verdeckten laurentinischen Gneusgruppe. Die Glimmerschiefer herrschen von Zabof bis Vinafic vor, indem sie nur unbedeutende Einlagerungen von Amphibolitschiefer und plattigen Biotit- Gneus enthalten. Knapp ober Vinaric sieht man eine Verwerfung, an der cam- brische schwarze Phyllite der Etage A, discordant über und unter Glimmer- schiefern u. z. von denselben durch Verwerfungsspalten getrennt, zu Tage treten. Dann sieht man wieder blos Glimmerschiefer oder Phyllitglimmerschiefer von dunkler Farbe bis gegen Kojic. Erwähnenswerth ist es, dass gewisse Schichten dünne zahlreiche lenticalare Quarzlinsen enthalten, ^Yelclle sich besonders dort häuflg zeigen, wo nahe durchsetzende Verwerfungen eine Lockerung veranlasst haben; an solchen Orten kommen dann auch stellenweise Quarzschnüre zum Vorschein. Im hangenden Theile der Sclüefer zwischen Kojic und Vinaric veranlassen häufige Verwerfungen einen eigenthümlichen Wechsel von Glimmerschiefern und schwarzen Phylliten der cambrischeu Etage A, was aber wegen der nicht frischen Beschaffenheit der augewitterten Gesteine nicht immer leicht zu erkennen ist. Diese. Verwerfungen sind eben nur an den steilen Felsenufern wahrnehmbar. Im weiteren SO Verlaufe des Glimmerschiefers schaltet sich demselben OSO von Zabor auf kurze Entfernung dünnplattiger Amphibolgneus ein, dann dünn- plattiger biotitarmer schiefriger Gneus und dünnschiefriger Amphibolitschiefer mit deutlicher Streckung und in Glimmerschiefer übergehend. Beide letztgenannten Gesteine streichen über Beruardov, Kasparüv Dolik, Vedralka bis Väpeuice unweit Semtes weiter, wo der Gneus endet, der Amithibolschiefer aber noch nach mehr- fachen Unterbrechungen bis Zävratec sich fortsetzt und sich endlich auskeilt. 29 Eine Eigenthümlichkeit des Laureutius, die auch hier ihre Bestätigimg findet, sind überhaupt die so häufigen lenticuLär sich ausbreitenden Schichten, so dass dieselben beinahe als charakteristisch für diese älteste der Formationen angesehen werden können. Man bemerkt diese Eigenthümlichkeit namentlich an dem ebenflächigen und dünnschiefrigen Amphibolit, der vielfach sich auskeilend von neuem wieder ansetzt. Der zwischen Viuaric und Kasparüv Dolik düunplattige schiefrige Biotit- gneus geht zwischen Kasparüv Dolik und Vedralka, wo er sich erweitert, in flasrigen Biotit-Muscovitgneus über, dann weiter SO in flasrigem Biotitgneus, wird endlich aber NW von Väpenice wieder so grobschiefrig, dass eine Verwechslung mit Gnensgi'anit stattfinden könnte. Nur die Richtung des Gneuszuges war Ursache, dass dieses Gestein nicht als Gneusgranit auf der Karte bezeichnet wurde. Die bedeutendste Mächtigkeit des Amphibolschiefers beträgt bei Vedralka etwa 400"-, die des Biotit-Muscovitgneuses NW von Vedralka kaum 1 Km., während der Glimmerschiefer bei Semtes mit '/^ Km. seine grösste Mächtigkeit erreicht. Der Glimmerschiefer keilt sich über Licomefic gänzlich aus. Der stellenweise auch etwas gestreckte dünnplattige Biotitglimmerschiefer enthält meistentheils auch kleine Granatkörnchen, und Nester von halbdurch- sichtigem Quarz. Zwischen Semtes und Podhoran ist er düunplattig, ebenschiefrig und etwas gestreckt ; in den Brüchen daselbst lassen sich bis 1 Q i^i- grosse Platten desselben entblössen, so das manche Stücke als dicker (grober) Dachschiefer ver- wendbar wären. Im Amphibolschiefer und Glimmerschiefer ist NW von Kasparüv Dolik ein stockförmiges Nest eines schiefrigeu Epidotgesteines eingelagert. Die granulit- artige Gesteinsschichte nahe von Husi Hovno und Podhoran wird bei der speziellen Gesteinbeschreibung angeführt werden. SW von Licomeric besteht der Steilrand des Eisengel)irges aus dünn- plattigem Amphibolgneus, noch weiter S von Zbislavec aus flasrigem Biotitgneus, in dem bei Podhrad (Lichnice) und in der Tremosnicer Schlucht (Hedwigsthal) Flaserporphyroide (siehe Gesteinsbeschreibung) zum Vorschein kommen. Dieser südlichste Theil gehört schon in das Gebiet des grossen Verschiebungsbruches. Am Gipfel der Zelezue Hory, S von Zbislavec, (in dem Waldriede Krkanka) W von Rudov streicht ein nicht mächtiges Lager von krystallinischem Kalke aus, das jedoch von zahlreichen obwohl nicht mächtigen Gängen von Granit, Ampliibol- granit, Syenit und Diorit durchsetzt und zugleich verworfen wird. ^) — In dem Zuge der Glimmerschiefer, Amphibolschiefer und der Gneuse des Steili'andes treten Eruptivgesteine auf, unter denen namentlich der Granit vorherrscht. Eine bedeutende Masse von rothem Granit von 10 Kilom. grösster Länge, zwischen Bernardov und Väpenice unweit Semtes, und von bis 2 Km. grösster Breite zwischen Kasparüv Dolik und Zbranoves, ist zwischen dem Laurentingneus (der bei Kasparüv Dolik als Augengneus entwickelt ist) und der cambrischen Etage A eingezwängt. Der Granit ist offenbar jünger als das Cambrien, da er theils Apophysen in dasselbe aussendet, theils aber auch, wie am Puncte „na Oklikäch" (A306"), eine Scholle der cambrischen Schiefer einhüllt. Auch andere Zeichen deuten auf die jüngere Entstehung des Granites ; so die Umwandlung der regellos- 30 ?,— M •2 11 m V körnigen Textur in eine gneusgranitische, aller- dings durch Vermittelung eines Übergangsstreifens von grauem Granit an der Gränze mit cambri- sclien Schichten, >S^ von Zdechovic. Die Anlagerung der Biotitschuppen in paralleler Lage ist bedingt durch das Vorhandensein einer Gränze, an der sich der Granit mit verzögerter Geschwindigkeit unter Keibung (oder Druck) hinauf wälzte, so dass die parallele Anordnung der Biotitschuppen dar- aus erfolgte. Der rothe Granit wird an seiner Gränze mit den cambrischen Schiefern von Quarz- porphyreu begleitet, welche sich vom Puncte „na Üklikäch" über Chvaletic, Zbrahoves bis gegen Väpenice verfolgen lassen. Es ist dies entweder eine untergeordnete Gränzbildung, oder eine andere Ausbildungsweise des Granitmagmas selbst. Nur zwischen Litosic und Vinice ist ein porphyrartiges etwas wenig roth geflecktes Gestein entblösst, von dem keine frischen Proben vorlagen und das nur der Analogie nach den Quarzporphyren zugezählt wird. (Siehe Gesteiusbeschreibung.) In diesem rothen Granit linden sich auch Stöcke von Gabbro und Uralitdiorit, die demnach jünger als der rothe Granit wären. Syenit und rother Granit sowie Diorit durch- setzten in zahlreichen stockförmigeu Gängen den Theil des Steilabfalles bei Zävratec, welcher auf der Karte den speciellen Namen „Zelezne hory" führt. Es gehören diese Gänge schon dem Gebiete des dislocirten Theiles des Eisengebirges an; sie ver- V werfen das Kalklager am Gipfel der Zelezne hory (Krkänka) bedeutend und au zahlreichen Stellen. Von Zbislavec bis Rudov bildet Diorit, noch mehr Syenit und in bedeutenderer Menge grauer Granit die Gränze zwischen dem Laurentin und dem Cambrien. Es scheint dieser Theil schon dem hinter der Bruchlinie gelegeneu Theile des Eiseu- gebirges anzugehören. Merkwürdig ist das Vorkommen von Gabbro in kurzen Stöcken im laureutinischen Glimmer- schiefer bei Vinaric an der Elbe, sowie im rotheu Granit bei Bernardov i^^O, Chvaletic W, Kasparüv Dolik NO. Weniger mächtige echte Gänge oder Lagergänge durchsetzen den Glimmerschiefer des linken Elbeufers an zahlreichen Stellen. (Fig. 3.) 31 Dieselben bestehen aber nicht mehr aus Gabbro, sondern aus Uralit- oder Labradorit diorit, da der Diallag (Pyroxen) desselben eine Pseudomorphose in Amphibol (Uralit) erlitten hat. Auf der Karte sind diese Gänge als Diorit verzeichnet. Glimmer- schiefer, so wie auch der Gabbro des linken Elbeufers sind von Lagergängen und echten Gängen eines Biotitgneusgranites von grauer Farbe durchsetzt. Der Gneusgranit hat eine um so kleinkörnigere Textur, je weniger mächtig er auftritt. An der Gränze mit den sedimentären Gesteinen werden auch die Gabbros häufig schiefrig, so dass Verwechselungen mit Amphibolschiefer leicht möglich sind. Au einem Orte OSO von Vinafic, wo Entblössungen durch Steinbrüche vor- kommen, sieht man in dem etwas schiefrigen Gabbro ganz geradlinige bis Be- mächtige Gneusgranitgänge mit bis handdicken, gerade verlaufenden Trümmern, deren Biotitschüppchen parallel den Gränzflächeu gelagert sind. Das Gabbrogestein von regelloser Zerklüftung ist in der Stockmitte grob- körniger als am Rande, sonst aber in Klüften mit Amphibol, kleinen Plagioklas- krystallen oder mit feinkörnigem Chlorit ausgefüllt. b) Das Laurentin zwischen den beiden Silurgebieten des Eisengebirges. In dieser Parthie des Eisengebirges besteht der Steilraud ebenfalls aus laurentinischen Gesteinen, aber nicht mehr aus den oberen Glimmerschiefern oder Amphibolitschiefern, sondern aus Gneusen. Zwischen das Silur und den Gneus schiebt sich überdies das mächtige Nassaberger Granitmassiv ein, so dass in dem laurentinischen Dreieck Lichnice, Kreuzberg (Krucburg), Chrast die Gneuse und Granite, letztere von etwas jüngerer Entstehung als das Untersilur, in gleich grosser Menge verbreitet vorkommen. Die Gneuse bilden von Lichnice an den Steilrand des Eisengebirges bis nahe gegen Kreuzberg. Von Lichnice aus setzt der Gneuszug durch die Kahkove Hory in der Breite von kaum 1 V2 Km. gegen SO fort, wo er sich bis an die Ohebka (Chru- dimka) erweitert, indem dessen Breite hier etwa 7 Km. beträgt. Von Lichnice setzt der graue oder röthliche Gneus mit Biotit oder mit beiden Glimmern auch mit gestreckten Orthoklasaugen, und der Flaserporphyr durch die Tfemosnicer Schlucht gegen die Kahkove Hory fort, wo der biotitreiche Gneus fleischrothen Orthoklas enthält, trotzdem aber wegen Überwiegens des Biotites vornehmlich in dem Gehänge gegen Tfemosnic zu, eine dunkle Farbe annimmt. Stellenweise ist dieser dickbankige Biotitgneus dem Granitgneuse ähnlich, der an dem Fusse des Rückens sich befindet. Er zieht sich bis gegen Javorka und wird stellenweise theils quarzreich, theils biotitarm, ist aber immer röthlich gefärbt. In dem flasrigen Gneuse findet sich daselbst ein gegen S""- mächtiges Lager von krystallinischen Kalkstein, der im Hangenden grau, im Liegenden weiss ist, und schwache eingelagerte Schichten von glimmerarmen quarzreichen Gneus enthält. Das NO verflächende, oft verworfene Lager wird von biotitreichem plattigem Gneuse (Glimmerschiefergneus) bedeckt. 32 Von Javorka an bis zur Linie Unter-Studenec-Kamenic erweitert sich die Breite des Gneuszuges bedeutend und es lierrsclit in demselben überall die fleisch- rothe Farbe vor ; die sich durch diesen Gneus durchwindende Ohebka bildet anmuthige Thalschluchten. Der rothe Gneus dieses Terrains ist eigentlich ein schuppig flasriger Biotit-Muscovitgneus mit wechselnder Qualität der Glimmer. Stellenweise sind beide Glimmer im Gleichgewichte entwickelt, stellenweise, wie zwischen Vrsov und Premilov ist der Muscovit in überwiegender Menge vorhanden ; stellenweise hat er langgestreckte Flasern und es zeigt sich dann im Querbruche eine für Schieferung parallel laufende unvollkommene Bänderung. Das Verflachen dieses rothen gebäuderten Gueuses geht zwischen Premilov und Rusinov nach 2^- mit 40"; nahe bei der Ruine Oheb nach 2V3'^- mit 30". Gegen SO, im Ge- hänge von Hostetinky gegen Malec nach 2^1^^'- mit 38", und der Gneus ist hier dem rothen Gneus von Lichnice ähnlich. In der Richtung gegen Slavikov schalten sich dem rothen tiasrigschuppigen Gneuse plattige lichtgraue schiefrige Biotit- gneuse ein, oder auch quarzarme Gneuse mit weissem Orthoklas und Biotit- schuppen, wie S von Kamenic. Bei Mozdenic und Drevikov aber werden die Biotitgneuse schuppig flasrig, dünnplattig, au letzterem Orte auch röthlich grob- körnig und nach 2^1^^- verflächend. Bei Rvacov, wo im Gneuse schon Granitstöcke auftreten, ist der Biotit- gneus eigenthüralich entwickelt. Derselbe ist nämlich mittelschuppig; die Biotit- schuppen erscheinen blass lauchgrün, die Quarzkörner aber milchig bläulich getrübt und einem Cordierit ähnlich. ^) In der NNO und SSW Umgebung von Stau stösst der Biotitgneus an cambrische Gesteine der Hlinsko-Silurinsel an, wobei an der Gränze selbst Amphi- bolitschiefer oder nahe an der Gränze auch Biotitglimmerschiefer mit lenticularen Quarznestern auftreten. Doch ist wegen der bei Stau und Milesimov nicht immer deutlichen Entblössung das Richtige schwer zu bestimmen, da ähnliche Glimmer- schiefer auch silurisch sein könnten. Namentlich ist der Glimmerschiefer zwischen Vitanov bis Chlum entwickelt und gut entblösst; derselbe verbindet die Kreuz- berger Schieferinsel mit der von Hlinsko-Skuc, und er mag dem laurentinischen Alter angehören, da er grosse Ähnlichkeit mit manchen Glimmerschiefern von Elbe- Teinic hat, ein allerdings nicht absolut fester Grund zu seiner Altersbestimmung. Im Hangenden des Gneuszuges folgt das Nassaberger Granitmassiv, dessen Gränzen etwa folgende sind: Von Zbislavec über Rudov, Podhrad (Lichnice), Horni Pocatky, Oheb (Ruine), Wichstein, Prosec, Prosicka, Vrsov, Bradlo, Chloumek, Kremenic, Polom, Kamenice Trhovä, Svobodne Hamry, Rvacov, Jancour, Rovne, Unter - Studeuec , längs welcher Linie überall der Granit mit dem Gneus in Contact tritt. Mit dem Silur hat das Granitmassiv folgende Gränzlinie gemeinschaftlich : von Zbislavec über Rudov, Skoranov, Kraskov, nahe S bei Nutic, Rteju, Lipina, Kuchänovice, Skrovädy; von wo an bis Skuc, wo die östliche Silurinsel auftritt, die Gränzlinie unter der Decke der Kreideformation sich verbirgt. Von Skuc an geht die Gränze des Granitmassives mit der Skuc-Hlinsko- Kreuzberger Silurinsel über Zdarec, Ober-Prasetin, Mräkotin, Unter- und Ober- Babakov gegen Stan, wo die nicht vollkommene Entblössung die Contact-Ver- 33 hältnisse zwischen Gneiis, Granit und Scliiefer weniger scharf hervortreten lässt, dann aber von Jasne Pole (Schönfeld) über Benätky nach Kreuzberg. Das Granitmassiv umschliesst nebstdem in sich selbst grosse Inseln und Schollen von Biotitgueus, wie auch von Biotitmuscovitgneus ; so zwischen Rvacov, Srny, Stany, Milesimov und Jasne Pole, Komärov (W von Hlinsko), wo aber die Entblössungen vieles zu wünschen lassen. Hier sind auch Irrungen mit Gneus- granit, der hier ebenfalls zum Vorschein kommt, möglich, namentlich dort, wo der Gueus in groben Bänken und mit unvollkommener Schieferung erscheint. Eine kleine Gneusscholle ist auch bei der Opletalmühle umweit Skuc an der Gränze zwischen Granit und Schiefer eingeschlossen. Der Gneus zieht sich auch in Zungen in den Granit hinein, wie JS/NO von Rvacov. SO von Kräsny ist auch eine Gneusscholle im Granit vorhanden. Bemerkenswerth ist die bedeutende an der Ohebka von rothem Granit, südlich aber von Gneusgrauit umschlossene grosse Scholle von Gneus bei Bojanov. Dieses Gestein könnte als Gneusgranit gelten, wenn in demselben nicht Kalklager auftreten würden, die von Chlum an (Wald Ochoz) in stufenförmig gebrochenen Lagertheilen bis gegen Vrsov vertheilt sind, und ein östliches Verflachen besitzen. Bei der Aufzählung der Mineralien wird dieses Kalklager wegen seinen interessanten Mineralien, besonders erwähnt werden. Auch in der Dehetnikschlucht bei Bojanov ist noch etwas von den Lagerungsverhältnissen des Kalklagers zu beobachten. Ganz ähnlich verhält es sich aber auch mit dem Kalklager von der Peklomühle bei Kraskov (W), wo ein ganz ähnlicher Granitgneus noch mit dem Gneuse der Kaiikovä Hora im Zusammenhange steht. Sämmtliche Kalklager in diesen Granit- gneusen führen Skapolit. Die einzelnen Varietäten des Granites, in welchen derselbe in dem Nassa- berger Massiv erscheint, sind Gneusgranit, rother mittelkörniger, rother grob- körniger, grauer gemeiner Granit und noch andere Varietäten, die am betreffenden Orte angeführt werden. Der sehr verbreitete Gneusgranit ist zwischen mittel- bis grobkörnig und mehr oder weniger unvollkommen schiefrig. An gewissen Orten könnte derselbe mit Granitgneus verwechselt werden. Der Orthoklas und Quarz sind weiss oder graulichweiss, der Biotit veranlasst eine unvollkommen schiefrige Textur und bedingt die mehr oder weniger graulichweisse bis graue Farbe, sowie die etwas wechselnde Textur desselben, wenn er in geringerer oder grösserer Menge ein- gewachsen vorkömmt. Das Gestein bildet wie der Granit bei anfangender Ver- witterung grosse, sackähnliche Blöcke, die das Grauitterrain bedecken. Die Erkennung des Gesteines als Gneusgranit ergiebt sich blos nach der Lagerung; sonst kann es an manchen Orten mit Granitgneus verwechselt werden. Ebenso zusammengesetzt ist der graue Granit. Derselbe besteht aus den- selben Gemengtheileu wie der Gneusgranit, allein dieselben haben ein echt grani- tisches Gefüge ; er ist also regellos körnig, die Farbe ändert sich vom weissgrauen bis zum grauen, je nach der Menge des Biotites. Zwischen Gneusgranit und grauem Granit gibt es Übergänge, da beide nur unter verschiedenen Verhältnissen erstarrte Granitmassen darstellen. Ein sicheres Erkennungsmerkmal des Grauit- charakters des grauen Gneusgranites aber sind dessen Gränzverhältnisse mit Gneus 3 34 oder mit rotliem Granit. Besonders an den Gränzen mit rothem Granite entlialten die grauen Granite und Gneusgranite mit zunehmender Nähe zur Gränze, um so zahlreichere, lileine scharfkantige oder nur wenig rundliche Brocken von Diorit. Diese Erscheinung bemerkt man in dem gesammten Gebiete des Granitmassivs; beim Granitgneus aber fehlt sie gänzlich. Der rothe Granit ist mittelkörnig, und der vorherrschende fleischrothe Orthoklas bedingt dessen Färbung, da der rauchgraue Quarz, sowie der unter- geordnete Biotit (selten auch neben demselben etwas Muscovit) auf den Farbentou von keinem Einflüsse sind. Im rotlien Granit sind Epidotklüfte, besonders an den Gränzen desselben mit Diorit und anderen Gesteinen, wo derselbe häufig auch aplitisch erscheint, sehr häufige Erscheinungen. Der grohkörnige rothe Granit ist nur an gewissen Orten in beschränkterer Menge anzutreffen; derselbe besteht aus bis haselnussgrossen fteischrothen Orthoklaskörnern, aus etwas kleineren licht rauch- grauen Quarzkörnern, die als Krystalle mit rauhen Flächen aufzufassen sind und nur aus ganz wenig Biotitblättchen. Der rothe Granit erleidet häufig an den Gränzen mit andern Gesteinen eine Umänderung, er wird nämlich aplitisch oder kleiner körnig, was als Contact- erscheinung zu deuten ist. Auch zeigt er sich an den Gränzen mit andern Ge- steinen bankförmig abgesondert. Das Altersverhältniss zwischen rothem, mittel- körnigem und grobkörnigem, sowie zwischen grauem, gemeinem und Gneus-Grauit lässt sich nicht immer sicher bestimmen; doch zeigt sich an gewissen günstig entblössten Stellen, dass der rothe Granit im grauen Gänge bildet, so zwischen Dachov und Vceläkov, wonach der graue Granit und Gneusgranit älter wären, als die rothen Granite. Auch im Diorit bildet der rothe Granit Gänge, er sollte demnach auch jünger sein als dieser. Indessen findet man auch im rothen Granit grauen Granit in Gangform, was das Gegentheil in Betreff des Alters andeuten würde, wenn nicht solche scheinbar gangförmigen grauen Granite nur als Schollen im rothen Granite zu deuten wären. Es wäre also ein deutlicherer Aufschluss wünschenswerth, um die Altersverhältnisse dieser Gesteine sicher zu erkennen. Bei der Einschiebt „Na kopcich" bei Studenec findet sich ein Gang (oder eine Scholle?) von grauem Granit im rothen. Es wäre auch möglich, dass bald die eine bald die andere Granitvarietät die ältere oder jüngere ist, da beide zu verhältnissmässig gleicher Zeit zum Vorschein kommen konnten. Es ist also nur eine subjective Ansicht, wenn man in solchen Fällen den rothen Granit nach manchen dies bestätigenden Beobachtungen für den verhältnissmässig jüngeren hält, da in dieser Hinsicht nur ganz deutliche und unzweideutige Entblössungen das sich darbietende Problem lösen können. — Andere weniger häufig vorkommenden Granitvarietäten werden später noch hinzugefügt. Der Gneusgranit in der Umgebung von Vceläkov bildet die bedeutendste Masse in der Mitte des Nassaberger Granitmassivs. Seine Gränze geht von Skuc über Ober-Prasetin, Gber-Babäkov, Sruy, Svobodne Hamry, Kamenice Trhovä, Vranov, Hodonin, Ceskä Lhotice, Ochoz, Drahotice, Podlejstan, Krupin, Cekov, Miretin, Kvasin, Unter-Prasetin, Skuc. Das Gneusgranitmassiv, an der Oberfläche mit grossen Granitblöcken besäet, enthält stellenweise Gänge von rothem Granit von untergeordneter Bedeutung, so bei Ober-Prasetin an der Gränze mit Silur- 35 schiefer, bei Tisovec, Prikrakov, NO von Vceläkov, SW von Unter-Babäkov, NO bei Babakov imd bei Svobodue Hamry. Es scheint, class dieser Granit bei Ober- Prasetiu auch eine Scholle von Silurschiefer einhüllt, was jedoch wegen mangel- hafter Entblössung nicht sicher constatirt werden kann. Die Gränzen gegen gemeinen, grauen Gneus sind nicht genau wahrnehmbar; an gewissen Orten zeigt der Granit eine bankförmige Absonderung, so Wvon Skuc im Berge „V borkc4ch", wo die etwa !""• mächtigen Bänke nach 2P/4*'- mit 64" verflachen, ähnlich wie an der Gränze mit dem Silurphyllit. Bei Kamenicky (NW von Trhova Kamenice) bildet der Gneusgranit nur eine Scholle im grauen Granit. Ebensolche grossere Inseln oder Schollen im grauen Granit oder zwischen grauem und rothem Granit oder im rotheu Granit selbst findet man bei See und Horelec, wo die grobe Schieferuug nach ^Z^'' mit 40° einfällt, oder SW von Kovärov, dann auch bei Krizanovic, an der Ohebka, bei Milesimov und Vseradov {W von Hlinsko). Der graue Granit^ der ebenfalls eine sehr bedeutende Fläche einnimmt und in den Gneusgranit übergeht, tritt theils selbstständig auf, theils aber ist er mit dem Gneusgranit vergesellschaftet, und enthält wie dieser an der Gränze mit rothem Granit, Bruchstücke von Diorit. Die bedeutendste Masse des grauen Granites sieht man zwischen Trhova Kamenice, Vranov, Hodonin, Ceska Lhotice, Drahotice, Peklomühlc, Lipkov, Po- lanka, Vrsov, Unter-Bradlo, Chloumek (wo sie über Kfemenic und Polom eine Zunge im Gneus bildet) bis gegen Kamenice zu. Diese und die Vceläkover Granit- parthie bilden 500 — ßCO""- hohe, flache, in der Gegend weithin sichtbare Kuppen. Zwischen Neudorf und Rohoznä enthält dieser graue, dort auch etwas biotitreichere Granit, zahlreiche bis haselnussgrosse Granatkörner, wesshalb er auf der Karte als grauer Granatgranit ausgeschieden ist. Eine bedeutende Masse bildet auch der Struzinecer Granitstock, der sich von Jasne Pole (Schönfeld) über Benätky, Kohoutov längs der Eisenbahn hinzieht und dadurch bemerkenswerth ist, dass er stellenweise kleine zu Amphibolschiefer metamorphosirte Fetzen der Kreuzberger Silurschiefer umschliesst. Ansehnliche Stöcke grauen Granites stehen W von Skuc bei Lestinka, Cejrov, Kvasin, Mo- krejsov au; dann zwischen See und Dolni Pocätky bei Horelec, und endlich zwischen Podhrad, Rudov und Zbislavic. Kleine gangstockartige Massen treten überdies recht zahlreich auf. Der rothe Granit bildet einen 20 Kilom. langen und bis zu 5 Kilom. breiten Stock, der von nach W streicht und dessen südliche Gränze Gneus- granit, grauer Granit und Gneus begleitet, während seine Nordgränze sich an schiefrigen Felsitporhyr anschliesst. Die Südgränze dieses Stockes von rothem V Granit geht von Lestinka über Kvasin, Dubovä, Cekov, Krupin, Podlejstau, Dra- hotic an der Ohebka aufwärts bis Prosicka, Prosec, Oheb, Horni Pocätky, Kraskov, Althof (Stare dvory) l)is gegen Eudov; die nördliche Gränze geht von da (Rudov; anfangs etwas verdeckt über Skoranov, Nutic, Hrbokov, Rtein, Petfikov, Liciboric, Präcov bis Vejsonin, von wo an bis Smrcek der mittelkörnige Granit zu rothem, grobkörnigem sich umwandelt. Diese Masse von rothem Granit ist der Sitz zahl- reicher Diorit-Gaugstöcke. 3* 36 Es ist dieser Granit ein echtes Gränzgebilde, da er durch Vermittelimg des schiefrigen Felsitporphyres oder auch unmittelbar an das Silur zwischen Kudov bis Skrovädy sich anschliesst. An den Gränzen mit dem schiefrigen Felsit oder mit dem Silur ist er bankförmig abgelagert; die Bänke laufen parallel zur Coutact- gränze und verflachen sich von derselben weg. Je weiter von der Gränze, desto massiger wird der rothe Granit, bis er die bankförmige Absonderung gänzlich ein- büsst. Am deutlichsten ist dieses Verhältniss in der Schlucht unter Pracov ent- blösst, wo die etwas oft weniger als ein Meter mächtigen Bänke, nach 10%^- mit 35*^ verflachen, also scheinbar als dem Silur (oder der Silurgränze) aufgelagert erscheinen. Weniger bedeutende Massen von rothem Granit erstrecken sich von Rvacov über Milesimov, Dlouhy, Rovne und Oudav gegen Ober- und Unter-Studeuec. Auch hier sind mächtige Dioritstöcke entwickelt. N von Kreuzberg kömmt auch rother Granit vor. Erwähnen swerth ist auch noch, dass rother Granit in einzelnen Gängen oder Gangzügen vom S Ende der Kankovä Hora über Zbohov, Hojesin, Podhofic im Steilgehänge des Eisengebirges bis über Rusinov, also auf 10 Kilom. Länge und in verhältnissmässig geringer Breite im Gneuse auftritt. Angewitterte Flächen desselben sind roth gefärbt durch kleine in Adern ausgeschiedene Haematit- Imprägnationen. Ebenso ist noch zu erwähnen, dass auch bei Kfemenic (SW von Trhovä Kamenice) der rothe Granit die Gränze zwischen grauem Granit und Gneus zu bilden scheint. Der rothe grobkörnige Granit bildet das östliche Ende des zuerst erwähnten V rothen mittelkörnigen Granit-Gangstockes in der Umgebung von Zumberg. Zwischen Studenä Voda und Smrcek wird seine östliche Fortsetzung von Quadersandsteinen des Kreidesystems bedeckt. Gänge von Quarzporphyren durchsetzen diesen Granit. Auch zwischen Havlovic und Kostelec SO vom Zumberger Massiv bildet er einen Gangstock. An andern Orten ist grobkörniger rother Granit selten ; er tritt in kleineren Stöcken auf zwischen Krizanovic und Vedralka, S bei Samärov, S von Bezdekov, Überali an den Gränzen zwischen Granit und Gneus, dann auch bei Rusinov (S) im Gneus. Merkwürdig ist ein rother grobkörniger Gueusgranit, der nur zwischen Cekov und Krupin die Gränze zwischen rothem mittelköi nigem Granit und grauem Gneusgranit andeutet. Ohne Kenutniss der Lagerungsverhältnisse müsste man dieses Gestein als einen groben rothen Gneus betrachten; indessen übergeht es in rothen mittelköruigen Granit und bildet dem Granit ähnliche Blöcke; mithin ist es nur ein schiefrig ausgebildetes Contactgestein, das eine jüngere Bildungs- zeit des rothen Granites gegenüber dem grauen Granite anzudeuten scheint. Als seltenere Grauitvarietäten kommen Pegmatite vor, die aber nur in verhältnissmässig wenig mächtigen Gängen erscheinen; so die Pegmatitgänge im Abfalle der Kankovä Hora gegen Tremosnic, die als Biotitpegmatite den Pegma- titen der Koirecnikmühle bei Ronov ganz ähnlich sind; dann die Amphibol-Biotit- Pegmatite von etwas kleinerem Korne am Berge Kräsny bei Chlum und in der Dehetm'ker Schlucht, die an allen diesen Orten reichlich Titanitkryställchen führen, 37 und das an den beiden letztgenannten Orten auftretende Kalklager vielfach durchsetzen. Es ist vielleicht noch erwähneuswerth der kleinkörnige graue Granit an der Gränze mit den Silurschiefern bei Ober-Babäkov und bei Jasne Pole (Schön- feld). Auch die Gänge von kleinkörnigem Gneusgranit im Elbeufer bei Vinaric könnte man hierher rechnen. Auch Porphyre finden sich an den Gränzen des Granites mit den Silur- schiefern ; so Granitporphyr S von Babäkov, der mit Dioriten und metamorphischen Schiefern vergesellschaftet, auftritt. Von bedeutender Ausdehnung ist der Stock von schiefrigem Felsitporphyr^ Felsit und Felsitschiefer. Er enthält theilweise Pyritkryställchen eingewachsen und ist desshalb au manchen Stellen durch Pyritzersetzungeu bräunlich gefärbt. Seine Hauptmasse ist zwischen das Silur und den rothen Granit, nämlich zwischen Lukavic und Rtein, eingezwängt. Die Bänke des Porphyres, dessen Fortsetzung unter Quadersandsteinen des Kreidesystems sich verbirgt, verflachen wie die Granit- bäuke nach S oder SO. In der Sviduicer Thalschlucht fällt die Schieferung unter 50" nach 9''- ein. In dem Porphyrstocke treten verschiedene Porphyrvarietäten auf und auch rother Granit, da wo derselbe, wenn auch selten, mit dem Silur im directeu Contact ist. Durch Verwitterung bleichen die Gesteine entweder aus und sind dann von Tuifen nicht gut zu trennen, umsomehr als die bankförmige Absonderung oft schwer von Schichtung unterschieden werden kann; oder sie färben sich braun durch zersetzte Pyrite, welche sie überall fein eingesprengt führen ; manchmal sind sie spärlich roth gefleckt durch Haematitimpraegnationen, wie bei Petfikovic. Aufgelöste Felsitschiefer, wie solche bei Pracov und Svidnic, dann an zahlreichen andern Stellen in dem Porphyrstocke und auch als Scholle bei Kfizanovice vorkommen, sind mit aufgelösten Silurschiefern leicht zu ver- wechseln. In solchen aufgelösten Felsitporphyrschiefern kommt jeuer reichliche Pyrit vor, der in Lukavic bergmännisch abgebaut wird, und über den im Anhange das Nähere mitgetheilt wird. Auch der Diorit tritt in grossen Massen auf. Derselbe kommt nur selten im Gneuse vor, wie bei Dolni Vestec und Stikovä (0 von Chotebof) oder bei Komärov {SW von Jasne Pole bei Hlinsko). Die Hauptablagerang der Dioritgäuge oder Gangstöcke findet mau an den Gränzen von Granit mit Gneus oder da, wo verschiedene Granitvarietäten mit einander in Contact treten. Seltener bildet er wohl auch Gänge in einer und derselben Granitvarietät. Die hier angedeuteten Gränzen von verschiedenen Gesteinen, nämlich von Gneus und Granit, oder von verschiedenen Graniten müssen demnach als Dislocationsspalten von bedeutender Tiefe angesehen werden, aus denen die Eruptionen von Dioriten stattfanden. Es wären demnach die Diorite in vielen Fällen jünger als die beiden Gräuzgesteiue, obwohl dies nicht eine allgemeine Geltung hat, da die Bildung der verschiedenen Eruptivgesteine nicht zu gleichen Zeiten stattfand, und sich wohl auch einigemale wiederholte. Ein Dioritmassiv an der Gränze zwischen Gneus und rothem Granit, u. zw. einige Ausläufer aussendend, ist zwischen Stikovä, Hut, Odranec (0 Cho- tebor) eingelagert. Es ist möglich, dass dasselbe unter dem Terrain des Kreide- 38 Systems von Sobiuov-Zdirec gegen Nove Ransko sich fortsetzt. Rother Granit durchsetzt den Dioritstock N von Odranec. In der Richtung des Laufes der Ohebka von See bis Hradist sieht man zahh'eiche Dioritgänge theils im rotheu Granit, theils an den Gränzeu von ver- schiedenen Grauitvarietäten. Der Diorit von Krizanovic wird bei der Gesteins- beschreibung näher beschrieben. Die meisten Diorite sind hier ganz deutlich mittelkörnig. Ein bedeutender Gangstock von Diorit erstreckt sich von Nassaberg nach Krupin, ein anderer über Bozov und den Horickahügel unter dem Kreideterrain der Podskaler Thalschlucht bis gegen Chacholic, wo der Diorit von rothem Granit durchsetzt wird. Diese langen Gangstöcke sind deutlich mittelkörnig, quarz- führend, in Klüften mit Epidot überzogen und an gewissen Stellen auch schiefrig, so dass sie in Handstücken mit Amphibolschiefer, der auch Epidotschnüre enthält, verwechselt werden können. Das Gestein von Horicka und Skala wird im zweiten Theile speciell augeführt. Bemerkenswerth ist es, dass sich an den Gränzen mit Granit Übergänge des Diorites in Granit, u. z. durch Syenit oder Amphibolgranit einstellen, wobei scharfe Gränzen nicht nachweisbar sind, da vielleicht durch Erweichung der Granitmasse das Dioritmagma an der Gränze mit derselben sich vermengt hat. In der Gegend von Stau, Rväcov sind Diorite an den nicht gut entblössteu Gesteiusgränzen ebenfalls zu beobachten; ebenso auch S von Unter-Babakov, wo die Diorite häufig schiefrig sind. Im grauen Granite oder Gneusgranite sind die Diorite selten; so bei Rohozna, Bemitky, Srny, in Vceläkov, an welchem letzteren Orte der Diorit viel Pyrrhotiu enthält. Merkwürdig sind die Dioritstöcke N von See und in Zbislavec ; an beiden Orten werden dieselben von Syenit umfasst; am Zhity Potok SO von Kraskov enthält dieser Syenit Epidotfels und Granatfels mit Magnetitnestern. An dem ersteren Orte wird das Vorkommen noch dadurch interessant, dass der Diorit daselbst die Contacthülle eines Corsitstockes bildet. Feinkörnige bis aphanitische Diorite mit Epidot oder mit zahlreichen Pyritkörnern, durchsetzen den schiefrigen Felsitporphyr zwischen Petfikov, Siskovic, Trpisov, Vejsom'n, bis hinter Klein-Lukavic. Bei Trpisov ist der Diorit als Epidotdiorit, bei Vejsonm, O von Klein-Lukavic als Pyritdiorit entwickelt. Da die zersetzten Diorite, welche auch stellenweise Neigung zur schiefrigen Textur zeigen, von den faulen schiefrigen Felsitporphyren nicht immer leicht zu unterscheiden sind, so ist die Ausscheidung beider Gesteine auf der Karte nicht ganz scharf und genau. Das merkwürdigste Gestein des ganzen Gebietes ist der Corsü; derselbe ist theils mittel-theils grobkörnig, und meist nur in kurzen Gangstöcken, vor- nehmlich an Gesteiusgränzen entwickelt. Merkwürdig ist jener aus fünf Stöcken bestehende Zug von Corsit, von denen der erste beim Jägerhaus OiV von Kraskov, der zweite von Diorit und Syenit begleitete, N von See, der dritte und längste in der Richtung von Vrsov-Bradlo, der vierte TT von Mozdenic, der fünfte endlich bei Kocourov auftritt. In der Richtung dieses Corsitzuges liegt die Ranskokuppe 39 mit dem Serpentiu-Oliviu- und Corsitgestein ; es dürfte demuach ein genetischer Zusammenhang zwischen diesem Corsitzuge und der Ranskokuppe bestehen. Der längste Corsitstock zwischen Vrsov und Polom ist im südlichen Theile von rothem Granit durchsetzt; er bildet die Gränze zwischen Granit und Gneus. Andere Corsitstöcke treten noch bei Petrkov und Srny zwischen Gneus- granit und Gneus, dann bei Jancour zwischen Gneus und rothem Granit, so wie von Trhova Kamenice zwischen grauem Granit und Gneusgranit auf; doch könnte ein Theil dieser Stöcke auch aus Diorit bestehen, da der Aufschluss hier zu undeutlich ist. Das grobkörnigste Corsitgestein und gewiss auch das am meisten typische ist das im Stocke von Cästkov (o Zumberg) auftretende; es kömmt daselbst nahe an der Gränze zwischen mittelkörnigem rothem Granit und grobkörnigem rothem Granit vor. c) Das Laurentin östlich von der Skuc-Hlinsko-Kreuzberger Silurinsel. Dasselbe gehört zum Theil schon dem böhmisch-mährischen Gränzgebirge au, das geologisch betrachtet mit seinen Vorbergeu bis an die Linie Prosec- Vojnomestec reicht. Die Schichtenmassen des Gneuses haben nicht mehr das anhaltend gleich- massige Verflachen gegen iVO, wie es im Eisengebirge der Fall ist, und schon dadurch wird die Zugehörigkeit zu einem andern Gebirgssysteme angedeutet. Nichts desto weniger muss auch dieses Gränzgneusgebiet hier in Betracht gezogen werden, weil es die Unterlage der silurischen Schieferinsel bildet, die jedenfalls noch dem System des Eisengebirges angehört. Nur in dem nördlichen Theile, da wo sich das Kreidesystem anschliesst, ist in der Umgebung von Prosec rother Granit entwickelt, der jedenfalls jünger ist als der Gneus. Die Hauptmasse des Terrains bildet aber Gneus. Die Gränzen gegen TF, wo Gneus oder Granit die Schieferinsel begränzen, gehen von der überdeckenden Kreideformation, etwa von Heralec über Kutnn, Mifetic, Oträdov, Krouna, Dedovä, Plaüan, Hlinsko, Vitanov, Chlum bis Vojnomestec, wo die Schieferinsel sich auskeilt. Das Verflachen der Gneusschichten ist in sofern ein wechselndes, als es in der Nähe dieser oben augeführten Silurgränze ein meist westliches ist, im Gränzgebiete aber bei mannig- fachen Abwechslungen, jedoch meist nach NO geht. Im Bereiche oder in der Nähe der Silurgränze verflachen die Gneusschichten in Krouna unter der kat. Kirche ganz nahe an der Silurgränze nach 21^3''' iiiit 27°, etwas östlicher im Kalkbruch von Rychnov nach 17'/4^- mit 45°, in Blatne bei Hlinsko nicht weit von der Gränze im Mittel mit 20 -/j''* nach 24° (19^/4''- bis 21%''), bei Vitanov nahe an der Gränze nach 23^- mit 43". Bei Kutriu (aSO von Richenburg) bildet der Gneus hier als Augengneus entwickelt eine Scholle in rothem Granit und streicht nach lOVs""" mit 50°. Auf den beiden Kuppen des Berges Hradiste S von Hlinsko ist der Gneus ganz deutlich antiklinal gefaltet und er verflächt als Gewölbe auf einer Seite nach 5'/4''- mit 18°, auf der andern entgegen- gesetzt nach W"- mit 22°; an den andern Seiten aber in andern Richtungen. 40 Endlicli ist O von Vojnomestec nahe an der Silurgränze das Verflachen mit ITVa^" mit 26*'. Das Verflachen geht also durchwegs unter das Silur. In der Klippe „Häpovä skc41a" SO von Rychnov an der Strasse, beträgt das Verflachen 34° nach 2^^- (im Mittel aus vier Beobachtungen), und doch ist diese Klippe nur etwa 4 Km. von der Silurgränze im Liegenden entfernt. In dem Gebiete der grössten Erhöhung des Gränzgebirges an der böhm.- mähr. Gränze ändert sich die Richtung des Verflächens ; u. zw. bei Svratka allen- falls mit 40" nach 2V3''', obwohl an andern Orten ein entgegengesetztes Einfallen der Schichten nach 15''- mit 30° beobachtet wird. Ebenso ist es auch bei Svi-a- touch, wo ein Verflachen mit 26° nach 24''- bemerkt wird. Unter der Kirche von Heralec verflächt der Gneus nach 11^ j^^- mit 40°. Es ist demnach der Gneus oder Gneusgranit im Gebiete des Saarer oder böhmisch-mährischen Gebirges vielfach gefaltet. Auf den höchsten flachen Kuppen von Heralec und Cikhaj, oder bei Kuchyh und Krejcar ist der echte Gneus aber flach, oder nur ganz wenig geneigt gelagert. Die verbreitetste Gneusvarietät, welche in diesem Theile des böhmisch- mährischen Gränzgebirges vorkömmt, ist die schuppige, lichtgraue, also der früher schon erwähnte Gränzgneus (Gneusgranit). Dieser Gneus führt die beiden Glimmer, u. zw. entweder in rein ausgeschiedenen Schuppen oder in schuppigen Flaseru, jedoch immer bedeutend gegen den Orthoklas zurücktretend; er bildet das ganze Gebiet von Skrlovic (auch noch südlich davon), Öikhaj, Heralec, Milovä und die höchsten Kuppen desselben, so namentlich die Tisüvka, Zäkovä hora, die Berge W von Heralec, dann die Gegend NO von Öachnov, von Svratka. Stellenweise, wenn die Lagerung eine flache ist, bildet der Gneusgranit ähnliche, aus Bänken aufgebaute mauerförmige Klippen, wie der echte Granit. Besonders malerisch tritt diese Felsbildung bei Kfizanek an der Svarcava (Svratka) und an den Felsen „Devet skal" (Pernicky) in Mähren auf, indem daselbst aus bewaldeten Kuppen mauerähnliche Klippen hervorragen. Kleinere solche mauerähnliche Klippen finden V sich auch O von Svratka an der Zäkovä hora und überhaupt in diesem Gränz- gebiete. — Ein ganz eigenthümlicher Gneus ist der grobflasrig gestreckte Gneus, der in der Umgebung von Chlumetin, Cachnov, Karlstein, Svratka und Svratouch auf- tritt. Derselbe enthält breite, langgezogene flasrige Flächen, die aus Schüppchen von Muscovit und Biotit und aus vorwiegenden kleinkörnig aggregirteu lang verzogenen Orthoklasparthien mit dattelkornähulichen rauchgrauen Quarzkörnern bestehen. In diesem grobflasrig gestreckten Gestein sind stellenweise bis daumen- grosse Orthoklaskrystalle ausgeschieden. Es stellt demnach den Typus eines grob- flasrigen und stellenweise porphyrischen Gneuses vor. Der Bruch des lichten Gesteines zeigt nur unvollkommene schiefrige Textur; auch die Schichtung ist eine grobe. Dieser Gneus wird bei Svratouch von Nestern oder Adern eines durch- sichtigen Rauchquarzes durchsetzt und enthält auch dort porphyrartig ausgeschie- dene Orthoklase; er übergeht dann durch Wechsellagerung aber auch allmählig in kurzflasrigen Gränzgneus. In der Umgegend von Set, Katharina und O von Rychnov kommt ein fleischrother, flasriger, gestreckter Gneus vor, dessen Flasern aus beiden Glimmern 41 bestehen. Am deutlichsten zeigt ihn die isolirte Klippe „Häpovä skala" ge- nannt an der Strasse von Krouna nach St. Katharina SO von Kychnov. Dieser rothe Biotit-Muscovitgneus ist von demjenigen, der in den Ohebkaschluchteu zwischen Oheb und Bradlo vorkömmt, nicht zu unterscheiden; auch er zeigt zur Schieferung parallel laufende Orthoklasstreifen. In der Richtung Heralec, Kuchyn, Hamry (S von Hlinsko) kömmt glimmer- reicher Biotitgneus vor; zwischen Kuchyn und Krejcar erscheint er beinahe hori- zontal gelagert. Bei Rychnov aber kommt kleinkörniger Augengueus zum Vor- schein ; nämlich ein schuppig flasriger Biotitgneus mit ausgeschiedenen nicht grossen Orthoklaskrystallen. Die Menge des Biotites ist eine veränderliche. In diesem Gneuse treten mehrere linsenförmige Kalklager auf, die durch weissen pegraatitartigen Granit in nicht mächtigen Gängen vielfach verworfen werden. Im Bereiche der Silurgränze, also auf der Linie Ceskä Rybnä, Krouna, Hlinsko, Vojnomestec findet sich vorwiegend Biotitgneus, meist mit flasriger Structur, aber doch in verschiedenen Varietäten. Nahe an der Silurgränze, allenfalls unter der kat. Kirche von Krouna, kömmt ein Biotitgneus vor mit ziemlichem Glimmer- halte und mit sparsamener Augen von Orthoklas; er wechsellagert mit uneben schiefrigem glimmerreichem Gneus, der einzelne Muscovitschuppen führt. Am südlichen Ende von Krouna, also weiter von der Silurgränze ist der Gneus dem- jenigen von Rychnov ähnlich, demnach ein Augengueus, und es sind in demselben glimmerschieferartige Gneuse mit Biotit, Muscovit (Fuchsit) und mit etwas Tur- maliu, in einzelnen Schichten eingelagert. Bei Blatne und Hlinsko sind die oft wellig gebogenen schiefrig-flasrigen Gneuse nur biotithaltig. Seltener erscheinen auch glimmerarme Muscovitgneuse, so bei dem Jägerhause von Plähov (ON Hlinsko), die in Biotitgneuse übergehen. In diesem Gneusgebiete tritt eine bedeutendere Masse von rothem Granit auf; dieselbe wird zwischen Kutrin, Peralec und Prosec von Schichten der Kreide- formation bedeckt, zwischen Kutrin und Mifetin schliesst sie sich aber unmittelbar an die Silurinsel an und setzt sich von Ceskä Rybnä über Koncevina weiter gegen Borovä (SO St. Katharina) fort. Im Norden gränzt der rothe Granit an die Quader- sandsteine des unteren Ceuomans, unter welchen er sich weiter erstreckt, worauf die nur einige Schritte breite Entblössung in der Thalsohle S von Vranic (S Nove Hrady, Neuschloss) und die ebenfalls aus diesem Granit bestehende Schlucht S von Jarosov hindeuten. Im Westen gxänzt der in einer langen breiten Zunge bis gegen Borovä (zwischen St. Katharina und Polnicka) reichende rothe Granit bei Konce- vina an rothen flasrigen Gneus, von St. Katharina an Gneusgranit, im Osten aber an den grauen Granit. Der Gneusgranit von Katharina, welcher au der Skalka (^694"") besser eutblösst ist, könnte zu Irrungen Anlass geben und mit Gneus verwechselt werden können. Es ist dies aber ein biotitreicher mehr als deutlich mittelkörniger Granit, welcher als Gräuzgebilde unvollkommen schiefrig entwickelt ist. Ebenso ist der graue Granit östlich von der Zunge des rotheu Granites, dessen Masse bei der Glashütte Marienwald und Stein-Sedlist, Budislav im Norden, dann bei Poric, Lubua im Osten unter uuterceuomanen Quadern verschwindet, ebenfalls, aber ganz unbedeutend schiefrig. Die Biotitschuppen, welche das untergeordnete Gemenge mit weissem Orthoklas und lichtem Quarz 42 bilden, sind nämlich nur ganz wenig parallel gelagert. Nur an einem Orte ent- hält der Granit etwas Amphibol neben Biotit. Auf diesem grauen Granit kommen in Vertiefungen Torflager, in demselben aber auch Gänge von rothem Granit vor. Dieses Granitvorkommen im S des Gradkartenblattes Zone 6 Colonne XIV steht mit dem eigentlichen Eisengebirge schon beinahe in keinem Zusammenhange. Hier bei Borovä, was jedoch schon ausserhalb der Karte liegt, ist der rothe mittel- bis kleinkörnige Granit stellenweise einem glimmerarmen Muscovit und Biotit führenden Gneusgranit ähnlich. Von Mifetin an zeigt sich von dem Prosecer Granitmassiv eine kaum ^/j Kilom. breite mehr als IV2 Myr. lange Abzweigung, welche sich zwischen dem Silur und dem Gneus als ein enger Gränzstreifen von Miretin über Krouna, Hlinsko bis gegen Vitanov verfolgen lässt. Erst von Vitanov bis Vojnomestec kommt Gneus unmittelbar mit dem Silur, jedoch in discordanter Lagerung, in Berührung. Der rothe Granit in diesem Streifen ist an den Gränzen mit dem Silur- schiefer oder dem Gneus stellenweise als Aplit-Grauit entwickelt, welche Granit- varietät überhaupt häufig an den Gränzen sich aus dem gewöhnlichen Granite herausbildet. Ebenso ist auch grauer Granit zwischen Dedovä und Krouna und bei Planan als Stellvertreter des rothen Granites entwickelt. Die Gränze des Gneuses mit dem Silur erscheint demnach als eine tiefe Bruchspalte, aus der Granit als ein langer eingeschobener Gangstock hervortrat, indem er die beiden geschichteten Gesteine von einander trennte. Zwischen Hlinsko und Vitanov zersplittert sich die Granitmasse in ein- zelne Gangzüge und in der unmittelbaren Gränze mit den Silurschiefern geht sie in einen schiefrigeu Felsitporphyr über. Das Vorkommen von diesem Porphyr unmittelbar an der Silurgräuze wäre demnach ein neuer Beleg für die Umwandlung eines deutlich krystallinischen Eruptiv-Gesteines in ein weniger deutlich krystalli- nisches Gestein an den Gränzen mit älteren Schiefergesteinen. Es kann aber hier das Gestein auch mit gewissen Gneuseu verwechselt werden, da es wenig Muscovit (Pyrophyllit ?) enthält und Streckung zeigt. Ähnliche Quarz- und Felsitporphyre findet man auch an der Gränze zwischen Silur und Gneus NO von Vojnomestec, von Kreuzberg. An den Contactstellen zwischen Hlinsko und Vitanov sind Amphibol- schiefcr von kleinkörniger Textur ebenso häufig zu finden wie die gneusähulichen Porphyre. Amphibolschiefer kömmt im Gebiete dieses böhmisch-mährischen Gränz- gneuses selten vor; denn nur zwischen Krouna und Svratouch ist er nach den herumliegenden Brocken nachweisbar. In dem Gränzzuge des Granites trifft man auch Diorite, so besonders zwischen Planan und Hlinsko an ; manche derselben sind recht grobkörnig. Ebenso ist in eben derselben Gränze ein kleiner Stock eines dem Corsit ganz ähnlichen Gesteines (SW von Kladne) eingelagert. 43 d) Das Silur von Elbe-Teinic bis zum Hauptbruch. (Zbislavec-Choteuic.) Auf den laurentiuischen Phyllit-Glimmerschiefern und den gewöhnliclieu Glimmerschiefern des Steilabhanges zwischen Elbe-Teinic und der Burgruine Lichnice ruhen, so weit eben an den wenigen besser entblössten Stellen zu sehen ist, die Silurschichten in concordanter Lagerung. Das tiefste Silur im inneren Böhmen bildet die cambrische Stufe, so auch hier. ^) In dem Gebiete, von welchem dieser Abschnitt handelt, sind nur cambrische Gesteine vorhanden. Sie sind ganz analog den Gesteinen der Etagen A und B im Hauptsilurbeckeu Böhmens, ja sie hängen Avahrscheinlich mit denselben zusammen, und zwar in der Elbeniederung unter den Schichten der Perm- und Kreideformation, in der etwa 40 Kilom. betragenden Strecke zwischen Elbe-Teinic, Koliu, Kaunic. Unent- schieden ist das Vorkommen der Etage C, die Barrande hinsichtlich der Fauna als die silurische Primordialzone bezeichnet, während ältere englische Geologen sie zum oberen Cambrien zählen. Die Etage A. Dieselbe besteht wie im centralböhmischen Becken aus schwarzen (graphi- tischen) Phylliten von ziemlich ebenschiefriger Textur; stellenweise sind dieselben mit Pyrit imprägnirt, besonders im Liegenden, so an der Elbe bei Vinai-ic an der Eisenbahn; fig. 3. pag. 30. (Telegraphenstange 225 oder Bahnkilonieter 335-0), dann zwischen Väpenice und Semtes, sowie auch in der Schlucht von Licomefic im Liegenden des Kalklagers. An den ersteren zwei Orten zeigen sich citronengelb angeflogene Klüfte, was offenbar von Pyritzersetzungen herrührt. Der Zug der Schichtenzone A erweitert sich bis bei Chvaletic über 1 Kilom. und verengt sich dann wieder bis auf 200'"- bei Bumbalka. Das Liegende desselben ist entweder laureutinischer Glimmerschiefer, oder Granit, wo derselbe eingeschaltet ist, unmittel- bar an der Gränze theilweise auch Quarzporphyr. In den vorherrschenden schwarzen Phylliten kommen untergeordnet lenti- culare Schichten von schwarzem Lydit vor, so namentlich zwischen Chvaletic und Zdechovic, bei Litosic, NW von Bumbalka, endlich au der Skala (Divadlo) SO von Licomefic, da wo die Etage A an den Licomefic- (Zbislavec-)Chotenicer Ver- schiebuugsbruch anlangt. Hier hat der bräunliche oder nur graue Lydit ein steiles Einfallen nach 4''- und ist von einem zahlreichen Quarzgeäder ganz durchsetzt, so wie mit Linearparallelismus zugleich gestreckt. Aber auch lenticulare, wenig mächtige Schichten (oder Lager) von weissem Quarz zeigen sich in dem Phyllite; dieselben sind meist nur nach losen Blöcken erkennbar, so SW von Litosic, N von Bumbalka; doch trifft man sie auch als echte lenticulare Lager im Schiefer eingelagert, so von Licomefic. Ein drittes Gestein, das noch mehr untergeordnet auftritt, ist hrystallini- scher Kalk. Derselbe bildet kurze aber mächtige Schichtencomplexc in Gestalt von Linsen; so bei Väpenka {NO von Semtes) und zwar hier in so stark mit Pyrit 44 impraegnirteu Schichten, dass sie auch als Alauuschiefer gelten können. Dieselben enthalten Limonitnester und Rinden, so wie auch Schichten eines weissen oder grauen krystallinischen Kalksteines, der gleichfalls etwas Pyrit in Körnchenform einschliesst. Das Kalklager selbst, von 5—6 Metern Mächtigkeit, ist vielfach verworfen. In demselben ist ein alter nun aufgelassener Steinbruch eröffnet, aber von Steingeschütt ganz bedeckt ^), so dass die Lagerungsverhältnisse des Gesteines nur undeutlich wahrgenommen werden könne. Mehrere hundert Schritt davon NNO von der Barackengruppe (Husi Hovno) liegen Kalkbrocken am Waldsaume zerstreut, und es dürfte auch hier also ein Kalklager angedeutet sein. Ein mächtigeres, doch ebenso kurzes Lager ist in der Licomeficer Wald- schlucht (v dolech) durch einen verlasseneu, nun mit Wasser angefüllten Stein- bruch aufgeschlossen. Er verflächt sich gleichfalls gegen NO, obwohl wegen der Zerklüftung des Gesteines die Lagerung nicht ganz deutlich zu erkennen ist. Zwischen dem gewiss mehr als 10"- mächtigen Kalklager und dem Liegenden ist der Phyllit mit Pyrit impraegnirt und enthält so wie der liegende Glimmerschiefer Quarzausscheidungen; das Verflachen der Schichten ist hier 2^/4''- mit 45"; an anderen Stellen daselbst aber ist der Phyllit so stark transversal geschiefert, dass dessen wahre Schichtung, die nach l'^^- mit 74*^ verflächt, nur nach den lichteren Streifen in demselben kenntlich ist, während das Verflachen der Schieferung meist nach 6'^- mit 40° gerichtet ist. Diese Erscheinung der transversalen Schieferung dürfte hier schon durch die Nähe des Verschiebungsbruches bedingt sein. Bemerkenswerth ist das Vorkommen von Diorit und Gabbrogängen in der Schichtenzone der Phyllite W von Chvaletic und Telöic. SW von Telcic aber tritt zwischen den Phylliten der Etage A und dem Granit ein Stock von Diorit- aphanit auf, an welchen sich in dem Gehänge gegen Telcic ein ganz eigenthümliches Gebilde anschliesst. Es ist dies nämlich eine Contactbreccie, deren Bruchstücke bis zur Faustgrösse aus Glimmerschiefer, Quarz, Dioritaphanit bestehen, während das Bindemittel ein grauer Felsit ist. Mau könnte bei der rundlichen Form der Bruch- stücke, die erst an der angewitterten Oberfläche gut zum Vorschein kommen, diese Contactbreccie für ein Conglomerat halten, indessen ist bei näherer Betrachtung eine Verwechslung nicht möglich. Gewisse Brocken der Breccie mögen auch durch Dioritaphanit verkittet sein. Bei Chvaletic (W) durchsetzt ein Limonifgang (Gangbreccie) die Schiefer; derselbe enthält hier auch Psilomelan. Wiewohl NWyon Elbe-Teinic auf der Karte nur laurentinische Glimmer- schiefer verzeichnet sind, so kömmt doch S von Belusic (etwas über 1 Kilom.) Lydit und graphitischer Phyllit der Etage A in Bruchstücken vor, also im Liegenden des Glimmerschiefers ; es dürfte dies eine Dislocation, die aber von Schichten der Kreideformation verdeckt ist, andeuten. Der Fund von graphitischem Phyllit und Lydit hier, sowie eines dem Glimmerschieferphyllit ähnlichen Gesteines unterhalb Elbe-Teinic am rechten Elbeufer, weist übrigens mit Sicherheit darauf hin, dass die Silur- (cambrische) Zone mit dem Glimmerschiefer bis an das rechte Elbeufer reicht. Am linken Elbeufer liegen die Phyllite der Etage A gleichfalls unter Glimmerschiefern, und sind also auch hier l)edeutend dislocirt. Erst von Kojic an geht der Zug der cambrischeu Phyllite regelmässig weiter. N von Zdechovic 45 kommen dann Phyllite, die einigermassen an Glimmerschieferphyllit erinnern, zum Vorscliein, und es ist allerdings nicht sicher, ob sie der Etage A oder B zu- zuzählen seien. Auch N von Zbislavec ist das Ende der Schiefer-Etage A an dem Ver- schiebungsbruch schwierig zu bestimmen, weil daselbst die zerbröckelten Schiefer dieser Etage von denen der Schichtenzone Dd^, die hier an dieselben anstösst, schwer auseinander zu halten sind. Die Etage B und C. Dieselbe besteht aus Grauwacken und quarzigen Grauwackencouglome- raten, dann aus Grauwackenschiefern, die stellenweise zu phyllitähnlichen Gesteinen umgewandelt sind. Zu diesen Gesteinen treten noch Chloritdioritaphanite, grobe Aphanitconglomerate, tuffähnliche Grauwacken und Grauwackenschiefer hinzu. Der Wechsel der grauwackenartigen Gesteine ist ein so mannigfaltiger, dass bestimmte typische Formen derselben nicht leicht ausgewählt werden können. Es ist auch schwierig, beide Etagen B und C auseinander zu halten, da sie nur nach dem Gesteiushabitus unterschieden werden können. Die Lagerungs- verliältnisse, die sonst in solchen Fällen die Entscheidung ermöglichen, sind hier aus dreierlei Ursachen nicht hinreichend deutlich zu erkennen ; u. zw. erstlich wegen dem Chloritdioritaphanit, der zur Zeit der Bildung einer dieser Etagen B oder C, also am Meeresgrunde hervordrang und die deutliche Aufeinanderfolge der Schichten verwischte; dann zweitens, weil die Dislocationen im Eisengebirge sehr bedeutend sind, und bei saigeren oder steilstehenden Schichten es schwierig wird die älteren von den jüngeren Schichten zu unterscheiden, wenn dieselben nicht durch besondere schon im Voraus bekannte Merkmale characterisirt werden ; endlich aber auch darum, weil die Entblössung der Lagerungsverhältnisse so häufig zu mangelhaft ist, als dass sie gestattete, mit völliger Klarheit die geologischen Verhältnisse zu enträthseln. Die Gesteine der Etage B und C scheinen eine sehr steil geschichtete Mulde zwischen der Etage A und der horizontalen Schichtenlagerung der Kreide- formatiou im Pfeloucer Flachlande zu bilden; die Schichten, welche sich an die Etage A anschliesseu, verflachen nämlich nach NO; in der Richtung Spitovic, Jankovic, Senik, Pelechov, Lipoltic, Ledec, Stojic stehen sie aber saiger oder fallen steil, bald nach NO bald nach SW ein, und zwischen Spitovic, Kozasic, Brhloh, Tupes, Chrtnik, Raskovic, Chotenic fallen sie wieder allermeist nach NO ein, nur stellenweise wie bei Tupes steil nach /SO oder stehen saiger, wie bei Lipoltic. — Es ist demnach sehr schwer die genauere Altersfolge dieser Schichten anzugeben, und nur die Ähnlichkeit des petrographischen Charakters gewisser Schichten mit den Gesteinen der Etage B bei Pribram oder mit denen der Etage C bei Jinec und Skrej, lässt darauf schliessen, dass auch die hiesigen Gesteine den oberwähnten Etagen angehören könnten; es wird übrigens diese Wahr- scheinlichkeit noch dadurch bekräftigt, dass im östlichen Theile des Eiseugebirges die Etage Dd, im Hangenden der cambrischen Zone mit ziemlich bestimmter Sicherheit nachgewiesen werden kann. 46 Zwischen Krakovan am rechten Elbeiifer bis Chvaletic am linken Ufer zeigt sich keine Spur von Gesteinen dieser beiden Etagen, da dieselben hier unter dem Elbealluvium und unter den Schichten der Kreideformation verborgen liegen. Erst zwischen Chvaletic und Zdechovic zeigt sich, so viel die stellenweise ab- geschwemmten Schichten des Kreidesystems zu sehen erlauben, über den schwarzen phyllitähnlichen Thonschiefern der Etage A dunkelgiiiner Chloritdioritaphanit an- stehend. Derselbe lässt sich dann über Zdechovic, Morasic, Krasnic, Litosic, Lhotka, Sobolusk, Urbanic, Turkovic, Novy dvür, Bukovina, Bfezinka, Holotin, Hostalovic bis gegen Sloukovic und von Licomelic bis über Vlastejov verfolgen. Dieser Chloritdioritaphanit hat die Gestalt eines sehr mächtigen Stockes, der auch echt sedimentäre Einlagerungen umschliesst ; er zeigt eine gewisse, obwohl ganz undeutliche Schieferung oder Plattung, die aber doch so entwickelt ist, dass man erkennt, wie er hauptsächlich gegen NO verflächt, oder auch steil einfällt. Bei Licomelic ONO, wo dies Verhältniss deutlicher ist, verflachen die Bänke nach 2^3 **• mit 75", au einem andern Orte W von Licomelic stehen sie saiger an und streichen nach S^''- Ebenso ist das NO Verflachen auch bei Zdechovic überall gut erkennbar. Trotz der Benennung des Gesteines als Aphanit ist seine Textur eigentlich eine porphyrartige, da mehr als millimeterlange Kryställchen von Plagioklas in dem Gesteine ausgeschieden sind, wodurch die Textur demnach eine nicht aphani- tische, sondern eine andesitähnliche ist. Stellenweise sind Epidotkörner oder Epidotamygdaloide , dann Chlorit, Quarz und Calcitamygdaloide oder Nester ausgeschieden, wodurch das Gestein sich von dem gewöhnlichen Aphanit unterscheidet und als Epidot-Chlorit-Diorit- Aphanit auf der geologischen Karte ausgeschieden ist. Indessen darf hier nicht ausser Acht gelassen werden, dass in platte Scherben zerfallende Aphanite, die auch gestreckte grobe Brocken geben, gewissen Aphanittuffeu oder tuffigen Grauwackenschiefern ähnlich sehen, namentlich wenn diese Gesteine nicht ganz gut entblösst oder schon etwas angegriffen sind. Die Gränzbestimmungen zwischen diesen Gesteinen ist desshalb an weniger entblössten Stellen, wie iusbesonders in der Umgebung von Hostalovic und Licomelic nur beiläufig richtig. Der Aphanit mit seinen Varietäten, deren nähere Beschreibung später folgen wird, ruht bei Zdechovic, dann bei Morasic und zwischen Sobolusk bis Bfezinka unmittelbar auf den Phylliten der Etage A, u. zw. höchstwahrscheinlich in concordauter Auflagerung, obwohl dies durch keine unmittelbare Anschauung nachgewiesen werden kann. Zwischen Zdechovic und Morasic und von da bis Sobolusk aber bildet tuffige Grauwacke das Hangende der Phyllite der Etage A. Als tuffige Grauwacke sind auf der Karte verschiedenartige undeutlich bis deutlich schiefrige oder körnige Gesteine ausgeschieden, deren Farben dunkelgrüne oder grünliche sind, und die ausser wenig Quarz, Feldspath und dergl. auch Brocken oder verhärteten Schlamm von Aphanit enthalten, von dem eben die grüne Färbung des Gesteines herrührt. Statt Feldspath führen die Grauwacken auch nur Kaolin in der Form von Orthoklasbrocken. Diese Grauwacken sind stellenweise auch als Cougioraerate entwickelt, so zwischen Stojic und Rasovic, wo sie weisse bis nuss- 47 grosse Quarzgerölle enthalten, stellenweise aber auch als schiefrig sandsteinartige hie und da von Quarzadern durchtrümmerte, oder als grünliche kleinkörnige oder als schiefrige Grauwackeu. Bei Turkovic ist die Grauwacke wieder lichtgrau, aus Quarzgeröllen, Schieferbrocken, aufgelösten weissen oder noch farbigen Aphauit- tgeschieben bestehend und hat trotz des groben Kornes eine ziemlich deutliche schiefrige Structur. An anderen Orten aber wird der Gehalt an Aphanitbrocken oder eruptivem Schlamm so bedeutend, dass sich aus denselben ein Übergang in Diorit(aphanit)tuff entwickelt, wie man dies bei Litosic, Sobolusk, Sloukovic u. a. a. 0. beobachten kann. Das Verflachen der Schichten ist daselbst unter 45° nach 4V3^' gerichtet. Die Gränzen sind demnach nur gegen den Aphanit zu etwas schärfer, gegen die anderen sedimentären Gesteine aber sind sie weniger deutlich. Die unter einer Farbe auf der Karte als grünliche tuffige Grauwacken ausgeschiedenen Gesteinen haben aber an verschiedenen Stellen ein verschiedenes Alter; jedenfalls sind dieselben jünger als der Aphanit oder mindestens gleich- zeitige Bildungen mit demselben. Sie kommen sowohl im Liegenden des Aphanites als auch in dessen Hangendem und im Aphanite selbst vor. Oft sind dieselben so beschaffen, dass sie den Übergang in die grosskörnigen Diorittuffconglomerate vermitteln. Das grossköruige Diorittuftconglomerat besteht aus einer gi-ünen tuft'igen, verschieden fein- bis mittelkörnigen, etwas wenig schiefrigen Grundmasse mit sehr grossen, meist faustgrossen Gerollen von Aphanitvarietäten und auch von quarzigen Grauwacken sowie von Lydit. Die Schichtung ist eine grobe, und nach der Lage der Gerolle immer wahrnehmbar; das Verflachen geht meist gegen NO und ist recht steil. Dieses sehr charakteristische Gestein bildet theils einzelne Bänke ohne scharfe Gränzen in der tuffigen Grauwacke, häufiger aber Schichtenbänke unter dem Chloritdioritaphanit oder über demselben, oder in diesem Aphanite selbst. Hierdurch wird offenbar die theilweise gleichzeitige Entstehung dieser Conglomerate mit dem Aphanit angedeutet, und zugleich die Annahme wahrscheinlich gemacht, dass alle diese Gesteine eigentlich nur einer Bildungsperiode angehören. Eine mächtige Lagerstockmasse des Couglomerates ist von Krasnic über Litosic bis gegen Rasovic unter den Aphanit und auch in demselben abgelagert; bei Lhotka liegt sie aber im Hangenden des Aphauitlagerstockes. Endlich tritt eine solche Masse auch N von Kostelec als Insel in den Schichten der Kreide- formation auf, und zwar mit Schichten, die sich nach 13^- mit 33° auch nach 11^/^ mit 63° verflachen. Die näheren Verbandverhältnisse sind hier nicht wahrnehmbar. In dem Conglomerate von düster grauen oder grünen Farben ist das Bindemittel der Gerolle trotz seiner sedimentären Entstehung und Zusammeuschwemmung von Schlamm oder von zerbröckeltem Aphanit so eigenthümlich, dass es unter dem Mikroscope von Avirklich eruptiven Gesteinen kaum zu unterscheiden ist. Hier entscheiden alles die Lagerungsverhältnisse. Auch feinkörnige bis körnige Tuffe, die mit plattigem Aphanit oder mit gewissen dunkel grünen Grauwackenschiefern um so leichter verwechselt werden können, je mehr angewittert sie sind, kommen mit den Aphaniten bei Host'alovic vor. 48 Das Altersverhältniss dieser Aphauite, Tuffe, Tuffconglomerate und tuffigen Grauwacken zu den quarzigen grünlichen oder grauen Grauwacken und Grau- wackenschiefern, konnte hier nicht näher bestimmt werden. Sehr charakteristisch ist die lichtgelbiichgraue oder blass röthlichgraue quarzige Grauwacke, welche theils als quarziges Grauwackenconglomerat, theils als gTo1)körnige bis mittelkörnige quarzige GrauAvacke zu Tage tritt und auffallend an die ähnlichen Grauwacken der Barrande'schen Etage B bei Pribram erinnert, wesshalb sie hier auch mit dem dieser Ähnlichkeit entsprechenden Wahrschein- lichkeitsgrund als analog dem mittelböhmischen B Conglomerate und der Grauwacke angeführt wird, trotzdem die Lagerungsverhältnisse derselben gegen die Schiefer- etage A hier nirgends deutlich aufgeschlossen sind. Unter sehr dislocirten und trotz aufmerksam vorgenommener Mappirung nicht näher deutbaren Verhältnissen, treten quarzige Grauwacken und Grauwacken- conglomerate an der Cernä Skala, N von Hostalovic, dann zwischen Bf ezinka und Sloukovic und Vlastejov, in dem Aphanite oder nahe an demselben auf. Die Cernä Skala besteht aus einer lichtgrauen bis lichtbraunen mittelkörniger-quar- zigen, festen Grauwacke (ohne Lyditgerölle), die von den Pfibramer Grauwacken B kaum zu unterscheiden ist. Die Schichtenbildung dieser Felsenkuppe ist ganz deutlich, da zwischen den aus weissen Quarzgeröllen bestehenden Schichten fingerdicke, quarzige, feinkörnige, undeutlich schiefrige Grauwackenlagen ein- geschaltet sind. Hiebei sind aber die ^j^ — Vs"*' niächtigen Schichten verworren wellig gebogen und vielfach von l^"- mächtigen milchweissen Quarzgängen sowie von Gangtrümmern durchsetzt. Auf einem kleinem Kaume wechselt das Verflachen nach 24*'-, ll'^- , 9^-, V^''- , 5 V , und s. w. ^'S- 4. unter verschiedenen Winkeln. Fig. 4. zeigt die Cernä suia. 1:1000, 1mm z:im. W Seitcuansicht dcs höchsten Theiles der Cernä '^ Skala. Da der Felsgrat aus Aphaniten hervorragt, so liegt die Vermuthung nahe, dass die hier beobachteten Dislocationen durch das Eruptiv- gestein hervorgebracht wurden und dass dem- nach die Grauwacke (der Etage B) älter sei als der Aphanit, und entweder in der Tiefe mit den andern quarzigen Grauwacken zusammenhänge oder als Scholle in der Decke des Aphanites stecke. Die andern quarzigen Grauwacken und Conglomerate von Bfezinka bis Vlastejov sind theils nur nach grossen Blöcken, die zerstreut herumliegen, bestimm- bar, theils sieht man sie auch in einzelnen Steinbrüchen anstehen, doch mit schwer wahrnehmbarer Schichtung; nur bei Hostalovic bemerkt man ein deutliches Ver- flachen nach N. Ein klares Bild der Lagerungsverhältnisse kann man also aus den ge- machten Beobachtungen nicht zusammenstellen, wohl hauptsächlich desswegen, weil hier bei Vlastejov und in der Umgegend der Einfluss des grossen Schichten- bruches noch ein zu bedeutender ist, als dass er eine grössere Parthie von un- gestörtem Felsenbau zur Beobachtung übrig gelassen hätte. Ganz anders ist es zwischen Spitovic, Jankovic, Tupes, Lipoltic, Chrtnik, Raskovic und Chotenic, wo quarzige Grauwackenconglomerate von bedeutender Festigkeit einen zwar niedrigen 49 aber im Terrain scharf markirteu Felseugrat bilden. Das Gestein dieses Grates besteht hauptsächlich aus bis nussgrossen reinen halbdurchsichtigen Quarzgeröllen, so wie aus spärlicheren, schwarzen Lyditgeröllen, die durch ein quarziges Ceraent verbunden werden. Dieser Cement ist stellenweise rosenroth gefärbt, stellenweise kommen auch röthlich angeflogene Klüfte oder Schichtflächen vor; die Schichtung des Gesteines ist, wenn auch undeutlich, doch wahrnehmbar. Die NO Fläche der Schichten fällt unter die Schichten der Kreideformation, so dass deren Mächtig- keit nicht bestimmt werden kann. Diese quarzigen Grauwacken des Grates lassen sich auf die Länge von 17 bis 18 Kilom. verfolgen; ihre horizontale Breite beträgt im Mittel nur Va — Vs Kilom., weil der grössere Theil derselben unter der Kreide- formation liegt. Zur Zeit des Kreidemeeres ragten dieselben, als ein mauerartiges Kiff, oder als eine Klippenreihe über das Niveau des Meeres. Es hat beinahe den Anschein, als ob diese Grauwacken in dem steilen aber niedrigen Hügelzuge Spitovic-Chotenic nur den etwas steiler geneigten Rand eines Schichtenzuges dar- stellten, der sich unter der Fläche der Kreideformation, aus dem er bei Spitovic kuppenartig hervorragt, sanfter wellenförmig ausbreitet. Das Verflachen an der letzt erwähnten Kuppe geht nach 2^4 — 4:^- mit 50". Einzelne isolirte Klippen treten auch weiter in der Ebene des Kreidesystems auf, so die Certovä skäla (NW von Spitovic), dann bei Svincan, und sind selbst bis 1^2 Kilom. von dem zusammenhängenden Grauwackenzuge gegen NO entfernt, was offenbar auf die weitere Verbreitung der Grauwacken unter der Kreideformation hinweist. Das Verflachen der Grauwacken ist ein vorherrschend nordöstliches : zwischen Kozasic und Zdechovic fallen die Schichten nach 2V3*'" mit 50*' bis 4''- mit 37° ein; eine hier häufiger roth gefärbte Zerklüftung verflächt nach lO*"- mit 46°; bei Tupes aber steil nach SW; in der Lipoltickc4 skc41a gleich daneben, da wo feinkörnige Quarzite eingelagert sind, theils mit 86° nach IS^''-, theils nach 2''/3''mit 76°; stellenweise stehen die in den Schichtungsfugen stark roth gefärbten Schichten auch ganz saiger. Zwischen Lipoltic und Chrtnik im Harvanik-Rücken ist das Verflachen NO mit 60°; auch in der Chrtniker Schlucht ist trotz der Dislocation das Verflachen ein NO^ W von Svincan nach SVs''- mit 48°. Bei Horui Raskovice, wo die in Klippen anstehenden Grauwacken durch bedeutende Stein- brüche aufgeschlossen sind, geht das Einfallen nach 2^1^^- mit 53° (Mittel aus 4 Beobachtungen IV3 ^■— SVs''- , 40°— 62"). Auch die kleine Grauwackenscholle, welche im Herraanmestecer Parke aus den Korycaner (obercenomanen) Schichten der Kreideformation zum Vorschein kommt, scheint nach NO zu verflachen. Ebenso ist bei Nove Dvory (0 von Hefmanmestec) das Verflachen im Mittel nach 3V4'' — 4'^- mit 50°— 56° ; in dieser Richtung liegen auch die platten Flächen der Gerolle. Nur in Chocenic, wo Quarzgänge die Grauwacke vielfach durchsetzen, auch die durch den nahen grossen Schichtenbruch veranlasste Zerklüftung eine so bedeutende ist, dass sie die Schichtung ganz verdeckt, konnte die Richtung des Verflächens nicht bestimmt werden. Hinter Chotenic treten in der Fortsetzung der Streichungslinie der Grauwacke schon Schichten der Etage D zu Tage. In Betreff der allgemeinen Lagerung kann in dem Zuge der quarzigen Grauwackenconglomerate von Tupes über Lipoltic im Kozi vrch zwischen Ledec und Chrtnik und noch etwas weiter in der Richtung gegen Raskovic entweder eine 4 50 steile antikliuale Schichteiistellimg augenommen werden, da das Verflachen in der Lipoltickä skäla saiger und steil nach NO und SW gerichtet ist; oder aber eine beinahe in der Richtung des Streichens gehende Verwerfung, was der wahrschein- lichere Fall ist. Für diese letztere Annahme sprechen folgende zwei Beobachtungen. In dem Thalrisse von Tupes gegen den westlichen Lipolticer Teich Fig. 5, ist nämlich eine solche Ver- Fig. 5. werfung in den Grau- 1:10000, imm.rziom. NO wachenschicliten B ange- deutet, obwohl sie wegen nicht hinreichend deut- licher Entblössung nicht ganz sicher bestimmt werden kann und desswegen auf dem Durchschnitt nicht dargestellt ist. Die zweite Beobachtung bezieht sich auf die Chrtniker Schlucht, wo die Grauwacken Fig. 6. durch den Diabas- N 1 : 5000, 1mm — 5m. Bächlein B C d B stock durchsetzt werden (Figur 6), Bächiein ausserdem aber in ihrer Lagerung noch durch Nebenverwer- fungen gestört sind. Der Diabas ist mit Pyrit impraegnirt und von Adern eines späthigen Calcites durchsetzt; er steht in den schroffen Wänden bei der Chrtniker Säge deutlich entblösst an, und ist offenbar jünger als die quarzige Grauwacke; wahrscheinlich liegt er in der Richtung der erwähnten Verwerfungskluft. Die quarzigen grob- bis grosskörnigen Grauwacken an den Klippen „Skäly" bei Raskovic lieferten einen, wenn auch ganz undeutlichen organischen Rest in der Form eines federkieldicken etwas plattgedrückten Stengels, als Steiukern ; die Deutung desselben ist unmöglich, da die Erhaltung gar zu roh ist ; mau könnte hiebei etwa nur an Fucoidenreste erinnert werden, &W von dem Grauwackenzuge, d. h. im Liegenden des quarzigen Grau- wackenconglomerates folgt constant ein verhältuissmassig enger Zug von grauen, oder graugrünen, oder dunkelgraugrünen, oder graulichblauen Grauwackenschiefern, welche stellenweise petrographisch den Grauwackenschiefern der silurischen Pri- mordialzone C von Jinec und Skrej zum Verwechseln ähnlich sind. Ob dieselben hier wirklich als Vertreter der Etage C angesehen werden können, ist eine Frage, deren Lösung noch nicht gelang. Würden dieselben der Etage C entsprechen, so müsste angenommen werden, dass der eben beschriebene Grauwackenzug B, unter dem diese Schichten liegen, überkippt gelagert ist, so dass die jüngeren, den C- Schichten ähnlichen Schiefer, unter die älteren Grauwacken der Etage B ver- schoben wären. Bei Lipoltic, wo das Einfallen der Schichten saiger ist, kann aber die Lagerung die beiden oben augeführten Deutungen zulassen. Aus der Schichtenlagerung ergiebt sich also keine Aufklärung des eigent- lichen Schichtenbaues. Nur eines ist völlig sicher, nämlich dass diese den Schie- fern der silurischen Etage C so ähnlichen Grauwackenschiefer mit den quarzigen Grauwackenconglomeraten, die hier als Analogon der Etage B angenommen werden 51 der Bildimgszeit nach aufs engste verbunden sind, indem sie mit denselben weclisel- lagern, wie dies in Fig. 5 im Durchschnitt durch das Tupeser Thälchen dargestellt ist. Man erkennt ^ daselbst, dass diese Schiefer ebenso durch Wechsellagerung, als auch durch allmählichen Übergang aufs engste mit den graulichgrünen oder dunkelgraugrüneu körnigen Grauwacken verbunden sind. Sämmtliche drei Gesteins- gruppen, die Zone der quarzigen Grauwackenconglomerate B, die den Schiefern C sehr ähnlichen Grauwackenschiefer, und die körnigen meist graugrünen Grau- wacken, sind also miteinander aufs engste verbunden, und gerade aus dieser Ursache lässt sich die Frage, ob die zwei letzteren Gesteine der Etage B oder C angehören, vorläufig nicht lösen. Würde der Grauwackenzug B mit dem NO Verflachen in natürlicher Lage sich befinden, so müssten diese Gesteine, da sie das Liegende desselben bilden, gleichfalls der Etage B angehören. Der den Schiefern der Etage C ähnliche Grauwackenschiefer vom Liegenden des Grauwackenzuges B, zeigt von Spitovic bis gegen Benesovic keine Eigenthümlich- keit, nur dass er etwas phyllitartig wird und nach 2V3''' mit 35" einfällt und stark transversal zerklüftet ist. Bei Benesovic und Senik aber, wo sich dieser Zug bis auf ^/j Kilom. erweitert, während sonst seine Breite kaum V4 Kilom. beträgt, ist der Grauwackenschiefer beinahe in echten grauen Phyllit von schwach seiden- artigem Glänze an den ebenen Schieferungsflächen metamorphosirt. Die phyllit- ähnlichen Schiefer verflachen nach l^l^"- mit 74" und brechen in bis 2 meterlange und l""- breite recht dünne Platten. Innerhalb der Schiefer kommen IVz"' mächtige Bänke einer klein- bis feinkörnigem Grauwacke (Grauwackensandstein) vor, während im Liegenden körnige Grauwacke vorherrscht. In den Phylliten, deren Schieferung durch die transversalen Klüfte nicht stark beeinträchtigt wird, kommen stellenweise häufige lichtgraue Streifchen von feinkörniger Grauwacke vor. Auch bei Pelechov zeigen sich ähnliche Grauwackenschiefer von grünlich grauer Farbe, jedoch in den körnigen Grauwacken eingelagert und nach V/^^- mit 84" verflächend. Die Schichtung ist ganz undeutlich, dafür aber die transversale Schieferung stark hervortretend. von Lipoltic etwa 1000 Schritte davon, ist der Grauwackenschiefer schwarzgrau, und durch transversale Schieferung dickgriff'elförmig zerbröckelnd; die Schichtung und wahre Schieferung ist gänzlich verwischt; die transversale Schieferung zeigt das südliche Verflachen nach 12^/4 ^'- mit 81". Sehr instructiv sind auch die Verhältnisse in der Chrtniker Schlucht, genau N von Svojsic 1^4 Kilom. Hier sind die stellenweise bis zum Verwechseln den Schiefern der Etage C von Skrej ähnlichen Grauwackenschiefer im Liegenden des quarzigen Grauwackenzuges (fig. 6.) so stark transversal geschiefert, dass in denselben die wahre Richtung des Verflächens der Schichten, die nach 4^3 *"■ mit 33" einfallen, verwischt ist. Die wahre Schichtung ist nur noch an den Bänken von körniger Grauwacke, die mit den Schiefern wechsellagern, zu erkennen; aber auch diese Grauwacken - Bänke zeigen eine wiewohl nur undeutliche, falsche Schieferuug. Das Verflachen der transversalen Schieferung beträgt im Mittel 76" nach 13^3^' (64" bis 85"). Gegen das Liegende herrschen dann Grauwacken vor. Im Liegenden des quarzigen Grauwackenzuges von Chotenic sind die Grauwacken- schiefer wieder manchen Schiefern der Etage C von Jinec ähnlich. 4* 52 Eine ganz ähnliche Farbe haben auch die Grauwackeuschiefer von Morasic (OS von Hermaumestec) ; es ist aber bei dem Umstände, als hier irgendwo die grosse Verschiebungsspalte durchgeht, nicht möglich, die Identität der Schiefer von beiden Localitäten zu constatiren, da auch andere metamorphische Schiefer ähnlich aussehen. Im Liegenden dieses den Schiefern der silurischen Etage C ähnlichen Zuges finden sich die in der Zeichenerklärung als graugrüne körnige Grauwacken bezeichneten Gesteine. Was die Verbreitung anbelangt, so sieht man die Grauwacke zum ersten male S von Trnavka aus den Schichten der Kreideformation hervorragen; dann aber nach einer Unterbrechung durch die Phyllitzunge deren Deutung als A oder B ungewiss ist, zieht sich der Grauwackenzug in der Breite zwischen Spitovic und Zdechovic über Krasnic, Senik, Pelechov, Lipoltic, Urbanic, Ledec, Svojsic, Stojic und ist noch nach einer Unterbrechung durch überlagernde Schichten der Kreideformation in Kostelec und am Paläcberg (SO von Hermaumestec) nach- weisbar. Gegen NO wird der Grauwackenzug von den C ähnlichen Grauwacken- schiefern begränzt, und ist an der Gränze mit denselben durch Wechsellagerung verbunden. SW aber begränzeu ihn Chlorit-Dioritaphauit und tuffige Grauwacken- gesteine. Die Breite beträgt 1 — P/s Kilom., was auch seiner Mächtigkeit entsprechen dürfte, da das Verflachen der Schichten ein sehr steiles ist. Was den Gesteinshabitus anbelangt, so herrschen verschiedenartige licht oder dunkel graugrüne körnige Grauwacken vor, die mitsammen und mit Grau- wackenschiefern wechsellagern, und auch bedeutendere Einlagerungen von dunklen Grauwackenschiefern enthalten. Diese Grauwacken sind bei Urbanic (Vrtcickovä Skala, na siroke ceste) mittelkörnig, blass graulichgrün, mit theilweise kaolinisirten Feldspäthen und bis fingerdicken Quarzaderu reichlich durchsetzt. An andern Orten sind wieder grössere Quarzbrocken in die körnige Grauwacke eingestreut. Bei Ledec ist die Grauwacke graugrün, kleinkörnig, quarzig, durch Quarzklüfte durchsetzt, auch von Chloritklüften durchsetzt, oder sie wird sehr kleinkörnig, bis schiefrig kleinkörnig und einer Quarzitgrauwacke oder einem Quarzitsandstein ähnlich. Bei Svojsic-Stojic sind in der klein- bis mittelkörnigen dunkel graugrünen Grauw^acke erbsen- bis nussgrosse weisse Quarzgerölle häufig. Die Schichtung ist theils deutlich dünn, theils grob. Die grüne Farbe verdankt ihren Ursprung den nahen Aphaniten, die das Material zur Bildung dieser Grauwacken theilweise abgaben ; darnach würden die Grauwacken jünger sein als die Aphanite, die jeden- falls cambrisch sind. Wenn Grauwackeuschieferschichten in die Grauwacke eingelagert sind, so erscheinen dieselben meist transversal geschiefert. Das Verflachen der Grauwacken und der eingelagerten Grauwackeuschiefer ist durchwegs ein sehr steiles, ja oft stehen sie ganz saiger, sowohl nach NO als auch nach SW. SW von Kozasic etwa 2000 Schritte unter dem B-Zuge sind die grünen, weissen, Quarzbrockeu enthaltenden Grauwacken transversal zerklüftet; die Zerklüftung verflächt nach 19''- mit 46°; daselbst haben aber andere klein- körnige Grauwacken, die etwas schiefrig erscheinen, das Verflachen von 62° nach 53 l^/V'' . Bei Zdechovic koimueu auch rötliliche oder grauröthlicbe lialbscliiefrige körnige Graiiwackeu vor. Bedeutend steiler ist das Verflachen bei Lipoltic, wo die Schichten in der Vrtäckovä skäla nach 2^1^^- mit 74° sich neigen. Zwischen Lhotka und Urbanic ist die quarzige gröbere oder sehr feinkörnige schiefrige Grauwacke mit 83° nach l^^""- geneigt. In und bei Ledec aber verflachen die Schichten, wenn sie nicht saiger stehen, bald nach IV3 — 2^3''' mit 86 — 88°, bald unter demselben steilen Winkel nach SW. Die transversale Zerklüftung in den körnigen Grauwacken (Grauwackensandsteinen), oft blos durch dünne Quarzklüftchen angedeutet, verflächt nach lO''- mit 70°. Bei Svojsic und Stojic ist das Verflachen der gleichfalls grünen quarzigen oder schiefrigen, mitsammen wechsellagernden Grauwacken ebenfalls steil, nach 1 — SVa*"' iiiit 70—89°; stellenweise, • wie unter der Svojsicer Ruine, stehen die wechsellagernden körnigen Grauwacken und schiefrigen Grauwacken saiger (Strei- chen 8V2''") oder fallen steil verkehrt ein, das ist nach 15^/4^- mit 89°. Die trans- versale Zerklüftung oder Schieferung verflächt hier nach 24'^- mit 74°. Schliesslich sind hier nur noch diejenigen Gesteine zu erwähnen, deren Lagerungsverhältnisse in der Richtung der Zbislavec-Choteuicer Bruchlinie derartig verworren und beinahe unentwirrbar sind, dass eine nähere Erklärung derselben wegen der vielfachen Störungen gar nicht zulässig ist. Das steile oder steil gefaltete Verflachen der Schichten ändert sich hier stellenweise in ein südliches um, obzwar diese Verhältnisse nur local zu beobachten sind, indem hier die Schichtung und transversale Schieferung von einander kaum unterschieden werden können. Es kommen hier sowohl tuffige als auch grüne Grauwacken und dunkle Grauwackenschiefer vor. Nur im Thale bei Kostelec ist das Verflachen gut entblösst. Die grünlichgrauen, lichtgrau gebänderten, fein- körnigen Grauwacken und die festeren körnigen quarzigen Grauwacken, welche hier durch Steinbrüche unter der Kirche entblösst sind, verflachen nach Süd, nämlich nach 12^- mit 12 — 13°. Die Mächtigkeit der einzelnen gebänderten Schichten ist tiefer unter dem Ausbiss zu bemerken, sie beträgt bis 1^2"' Unter dem Rasen aber sind die Schichten in holzscheitähnliche grobe Stücke zerklüftet, und werden quer von einer den Schichten parallel gehenden Streifung durchsetzt. Diese transversale Zerklüftung verflächt nach 20^- mit 70° ; eine andere Zerklüftung aber verflächt saiger nach 16^'- Südlich von diesen klein- bis feinkörnigen Grauwacken folgen tuffige und andere grüne Grauwacken und schiefrige Grauwacken, welche sich über die Paläc- kuppe bis Radliu verfolgen lassen, wo dieselben au der Bruchlinie, die dort irgendwo durchgeht, absetzen. Noch eine eigenthümliche graue quarzige feste Grauwacke mit erbsengrossen Geröllstückeu von vorherrschendem Quarze, findet sich hier vor, jedoch nur im Bereiche der Zbislavec-Choteuicer Bruchlinie, u. zw. unter solchen Verhältnissen, dass es nicht sicher nachweisbar ist, ob dieselbe noch der cambrischen, oder der primordialen Zone oder schon den Schichten der zweiten Silurfauna angehört. An gewissen Orten, wie in dem Kostelec-Podoler Thal scheint es, als würde sie zur Zone dj angehören; an andern Orten ist aber irgend eine Deutung der Lagerung gar nicht möglich. Diese dunkelgraue, feste, quarzige 54 Grauwacke zeigt zwischen Jetonic und N von Susic und Zdecliovic, nur im Kostelecer Tliale eine deutliche Lagerung, mit dem Verflcächen von50° nach 12''- Ein- bis zweifingerdicke weisse Quarzklüfte durchsetzen hier die Grauwacke häufig. Westlich davon lässt sich die Lagerung nicht nachweisen, da sie wahr- scheinlich sehr gestört ist. Überhaupt sind die Lagerungsverhältnisse zwischen Zbislavec-Chotenic wegen dem sich hieher ziehenden Hauptbruche des Schichtenbaues und wegen der mangelhaften Entblössung schwer oder gar nicht zu deuten. So findet man zwischen Licomeric und Zbislavec schwarze Phyllite, diegestört gelagert sind, und gi-aue feinkörnige Quarzite darin, welche der Etage d, und d^ angehören dürften, anstossend an Phyllite der Etage A, und graue, feste, quarzige Grau- wacken, die eben früher erwähnt wurden und die gleichfalls gestört gelagert sind, so dass es bei der hohen Umwandlun'g der Gesteine der Zonen A und d^^ sehr schwierig ist, dieselben auseinander zu halten, und der willkürlichen Deutung derselben um so mehr freier Raum gegeben ist, als in solchen Gesteinen die Bruchlinien keine scharfe und deutliche Begränzung zeigen. Im Bereiche der Bruchlinie bleibt also noch manches unaufgeklärt und wird es noch so lange bleiben, bis nicht andere günstigere Beobachtungen oder zufällige Entblössungen die klare Darlegung der Lagerungsverhältnisse ermöglicht haben werden. Um wenigstens ein ideales Bild der Lagerungsverhältnisse dieses Theiles des Eisengebirges zu geben, sei hier die Fig. 7 eingeschaltet. Bei Semtes liegen Fig. 7. Idealer Durchschnitt durch das Elaengehirge von Semtöä gegen LIpoltlo. ÖW 1 : 60000 NO Semtei Väpenice Lhotka Skdla Podvrd s^t auf laurentinischen Glimmerschiefern schwarze Schiefer der Etage A, darüber in wenig entblösster Lagerung Grauwackentuffe, Aphanite, Aphanitconglomerate, end- lich steil stehende Grauwacken mit Grauwackenschiefern, die der Etage C so ähnlich sind. Den Schluss bildet der Wall von Grauwacken B bei Lipoltic, deren Hangendes ganz von der Ebene der Kreideformatiou verdeckt wird. e) Das Silur vom Hauptbruch bis Slatiiian. Südlich und östlich von der Bruchlinie, welche zwischen Zbislavec-Lico- meric nach Chotenic sich zieht und längs deren Richtung die cambrische Schichten- zone mit der silurischen der Etage D unter verworrenen Lagerungsverhältuissen an einander stossen, kommen nur Gesteine dieser letzteren Etage u. zw. ihrer Unterabtheilungeu d,, dj, dg vor. Dieselben werden im Norden von Gebilden des Kreidesystems bedeckt, das in einzelnen Buchten in das silurische Gebiete ein- dringt ; im Süden aber, zwischen Zbislavec, Rudov, Kraskov bis Rteju, stossen sie 55 au jüngeren Granit an, von da aber bis Skroväd werden sie von schiefrigem Felsitporphyr abnorm begrcänzt. Die Lageruugsverhältnisse sind hier schon eiuigermasseu deutlicher als im Gebiete der vordem beschriebenen cambrischen Zone, so dass hier eine Unter- scheidung von verschiedenen Etagen auf Grund von gewichtigen Analogien mit dem centralböhmischen Silur versucht werden kann. Im kurzen können die Lagerungsverhältnisse folgenderweise angedeutet werden. Südlich von der Linie Micov, N Prachovic, N Boukalka, N Väpenny Podol, N Citkov, N Mladoiiovice, Deblov, Teiuic, Podhüra, Slatinany verflachen die von uns als Analogie der silurischeu Etage D angesprochenen Schichten vor- herrschend nach Süden. Nördlich von dieser Linie ist das Verflachen derselben ein steil wellenförmiges, bald nach Süd bald nach N einfallend ; unter der Decke der Kreideformation aber scheint der Schichtenbau weniger steil zu sein und bildet antiklinale und Synklinale Faltungen, die überhaupt die geologischen Ver- hältnisse dieses Theiles des Eisengebirges charakterisiren. Die hier vorherrschen- den Gesteine sind: schwarze Thonschiefer, stellenweise ebenschiefrig, stellen- weise aber ziemlich parallel zart gefältelt und wahrscheinlich der Etage d^ angehörend. Diese Schiefer enthalten an sehr vielen Orten etwas verdrückte und bräunlich angelaufene Hohlabdrücke von Pyritwürfeln; Pyrit aber selbst in Würfeln, wird nur an wenigen Orten, so bei Morasic, angetroffen. Ausser den antiklinalen und Synklinalen Hauptfalten des Schichtenbaues kommen noch secundäre gewunden wellenförmige Faltungen vor, wodurch es in manchen Fällen schwierig wird, die Hauptrichtung des Verflächens festzuhalten. In diesen Thouschiefern nun ist kry- stallinischer weisser, stellenweise ein wenig bläulicher oder graulich gefleckter Kalkstein eingelagert. Ln Liegenden ist derselbe etwas schiefrig und blaulich- schwarzgrau, und graphitisch. In Klüften werden an solchen Stellen kleine höckerige Quetschflächen mit glänzendem Graphit- (Anthracit?) Überzügen beobachtet. Dieser krystallinische Kalkstein (Podoler Kalk) enthält stellenweise Cri- noidenstielglieder; dieselben lassen sich aber nur in den graulichen Stellen, wenn dieselben angeschliffen sind, deutlich erkennen. Besser zeigen sich diese Crinoiden- reste in den liegenden schwarzen halbschiefrigen Kalksteinen knapp ober den schwarzen Thouschiefern in der Schlucht von Citkov, wo gewisse Handstücke viele solche aus weissem späthigen Calcit bestehende Crinoiden-Bruch stücke enthalten. Das Vorkommen dieser Crinoidenreste und dann der Gesteinshabitus der nahen Grauwackeu weisen offenbar darauf hin, dass das Kalksteinlager von Podol palaeozoisch ist. Im Cambrischen und in den Primordial schichten kommen zwar Crinoiden nicht vor, aber im Untersilur treten sie auf, obwohl seltener als im Obersilur. Auf der Grundlage dieses palaeontologischen Merkmales, so wie noch anderer Merkzeichen ist die Annahme die plausibelste, dass die Podoler Kalksteine und die sie begleitenden Schiefer dem Untersilur angehören. An Devon kann schon desshalb nicht gedacht werden, weil der Zusammenhang des Gebirgszuges mit dem centralböhmischen Silurbecken bis beinahe zur Sicherheit wahrscheinlich ist. Die Crinoideustielglieder und auch verschiedene schlecht erhaltene Basal- theile von Crinoidenkelchen lassen allerdings keine nähere Bestimmung zu ; es ist selbst der Nahrungskanal in denselben nicht immer ersichtlich. Die besser er- 56 halteueu, durchwegs cyliudrischeu Stielgliederreste, zeigen entweder einen kreis- runden oder einen peutagonal sternförmigen Nahrungslianal, so dass liier vielleicht zwei Arten vorkommen. Ausser Crinoidenstielgliedern sind noch dünne Mollusken- Schalen von undeutbarem Charakter und selir spärlichem Vorkommen hier auf- gefunden worden. Bemerkeuswerth ist es, dass die Thonschiefer im Liegenden des Kalklagers (nördlich) die schon erwähnten negativen Pyriteindrücke zeigen, im Hangenden aber (südlich) dieselben ganz fehlen. Sehr verbreitet ist feinkörniger Quarzit von gelblicher, graulicher bis dunkelgrauer Farbe, der an die schwarzen Thonschiefer gebunden ist. Schon der petrographische Charakter des Gesteines lässt darin die Zone Ddo vermuthen. Zur beinahe völligen Sicherheit wird diese Annahme aber noch dadurch, dass sich normal zur Schichtung, sowohl in den lichten als auch in den grauen Quarziten jene langen Röhrchen zeigen, welche unter dem Namen Scolithus (Tigilites) trotz ihres problematischen Wesens doch für die Erkennung der Quarzitzone dj im centralböhmischen Becken so bezeichnend sind. ^Es sind diese Scolithusröhren an zahlreichen Stellen vorgefunden; so namentlich reichlich zwischen Deblov und Lipina, N von Podhüra, W von Mladonovic bei Susic, kurz beinahe durchwegs in dem Quarzitzuge, wenn auch nicht überall sehr häufig. Durch dieses Vorkommen wird für den Quarzit des Eisengebirges die Einreihung in die Zone d^ mit beinahe völliger Sicherheit bestimmt, woraus nun folgt, dass die schwarzen Thonschiefer, welche das Kalklager von Podol einschliessen und unter den Quarziten liegen, der Zone Dd^ angehören müssen, trotzdem dass ausser den wenig charakteristischen Crinoidenresten kein palaeontologisches Merkmal vorliegt. Es könnten zwar diese schwarzen Thonschiefer auch als dj gedeutet werden, doch dem widersprechen die Lagerungsverhältnisse, da diese Thonschiefer unter den Quarziten ruhen. Die Quarzite sind dort, wo sie in den Sätteln der antiklinaleu Faltungen vorkommen, meist lose zerfallen und zeigen demnach keine Schichtung, oder sie sind von einem Trümmerwerk von Quarzadern durchsetzt und wieder verkittet, so dass die Erkennung ihrer Schichtung ungemein schwierig wird. Da die Quarzite wegen ihrer Sprödigkeit allen Biegungen nicht so folgen wie die liegenden Thon- schiefer, so treten sie in losen, angehäuften Blöcken auf, namentlich an den Stellen der stärksten Schichtenfaltungen. Diejenigen schwarzen Thonschiefer, welche auf den Quarziten d« aufruhen, scheinen, trotzdem sie von den Thonschiefern der Etage Ddj petrographisch nicht zu unterscheiden sind, Vertreter der Zone d3 zu sein. An der Granitgränze sind sowohl die Thonschiefer der Zone d^ als auch jene der Zone dj gänzlich in Ottrelitschiefer umgewandelt, indem sich derselbe durch allmähligen Übergang aus den schwarzen Thonschiefern entwickelt. Für den Fall, als die im vorhergehenden Capitel erwähnte dunkelgraue, körnig-quarzige Grauwacke in der Richtung der Zbislavec-Chotenicer Bruchlinie, schon diesen Silurgebilden der Etage D angehören möchte, würde sie die Liegend- scliichten der Zone dj bilden. 57 Die Etage Ddi. Dieselbe besteht aus schwarzen, auf den Schichtungsflächen oft schwach parallel gefältelten Thouschiefern und zeigt an vielen Orten verdrückte Hohldrücke von verschwundenen Pyritwürfeln. Sie verflächt nach beiden Seiten, das ist nach N und S, wie dies in dem unteren Theile der Querthäler von Prachovic und Podol gegen Kostelec, dann in den beiden Schluchten von Citkov gegen Morasic zu beobachten ist. Ein ideales Bild des Schichtenbaues dieser vorherrschenden Gesteine gibt die Fig. 8., welche die Verhältnisse der Citkover Schlucht darstellt. Fig. 8. Linkes Thalgehänge der Schlucht von Dolan-Cltkov. 1:50000 NNO Thalweg nach Nerozhodov SSW Dolany | Eozpakov ko d ds Da die Schichten Synklinale und antiklinale Wellen bilden, so muss es auch Stellen geben, wo dieselben beinahe horizontal liegen. Die Lagerungsverhältuisse sind aber oft durch die stark hervortretende transversale Schieferung oder Zerklüftung ver- deckt. So zeigen die Schichten SW von Morasic, nahe an der Bruchlinie, die wahrscheinlich der Zone d^ angehören, ausser einer horizontalen Plattung noch folgende Pachtungen, nach denen sie sich spalten: eine Spaltungsrichtung nämlich nach 8''- mit 44°, eine andere nach 1473^' mit 30° und eine weitere nach 2V3''' mit 56°. Welche von den vier Richtungen als Schichtung anzunehmen Wäre, lässt sich nicht entscheiden. Hier enthalten die Schiefer bis l*""- breite Pyritwürfel. An der Mündung des Prachovicer Thälchens in das Podoler Thal enthalten die schwarzen Thonschiefer im Gehänge ein N verflachendes graues Quarzitlager eingeschaltet, und zeigen nahe bei diesem Quarzitlager Schieferungsrichtungen mit den Ver- flächungsrichtungen nach 13''- mit 55°, so wie nach 24'^- mit 70°. Auch hier lässt es sich nicht entscheiden, was die eigentliche Schichtung und was transversale Schieferung ist, obwohl weiter südlich davon die Schichten schon nach N verflachen. In demselben Thale, aber am W Gehänge desselben, geht das Verflachen der Schichten deutlich nach Süden. N von Susic zeigen dieselben Schiefer zwei Rich- tungen des Einfallens; die eine neigt sich nach 10 Va*"' — 1174''' ^^i^ 30°, die andere mit 90° nach 5^^- ; die liegenden (also etwas N davon streichenden) grauen quarzigen Grauwacken, deren Zugehörigkeit zu B oder dj zweifelhaft ist, besitzen zwei Kluftrichtuugen, die eine fällt nach 872^" — HVs''" ^^^^^ 82 — 88°, die andere nach 21''- mit 30° ein. Was hier in diesen beiden Fällen Schichtung und Schieferung oder transversale Zerklüftung ist, bleibt allerdings unentschieden. Auch unter dem Mfcover Glockenthurme ist der Thonschiefer so stark gefaltet und durch eine so grosse Zahl von Spaltungsrichtungen durchsetzt, dass keine davon hervorgehoben werden kann, und man über die Schichtung völlig im Unklaren bleibt. Die Spalteurichtungen zeigen das Einfallen nach 16''- , nach 14''- , dann nach lO''- mit 68° und 18V2''' mit 90°. Die letzten Fälle aus der Nähe des Bruches entnommen, zeigen den wechselvollen Charakter der Zerklüftung und Schichtung. 58 In Folge dieser Zerklüftimgen zerfallen die Thonschiefer an vielen Orten in Holzscheit- oder Griffel-ähnliche Bruchstücke, besonders dort, wo sie unmittelbar zu Tage ausgehen. Es besteht allerdings eine Ähnlichkeit derselben mit den schwarzen Phylliten der Zone A, doch unterscheiden sie sich von denselben durch die Abwesenheit von Kieselschieferschichten, indem nur bei Susic unbedeutende Andeutungen davon vorkommen, dann auch durch die schon früher erwähnten verdrückten würfelförmigen Hohlräume. Nichtsdestoweniger konnte in der Nähe des Schichtenbruches zwischen Zbislavec und Licomeiic die Scheidung der Gesteine nur so durchgeführt werden, dass die Gesteine mit Quarziten d^ als Thonschiefer dj, die anderen schwarzen Phyllite mit Lyditen aber als Etage A ausgeschieden wurden. In der Nähe der Granitgränze und zwar im Gebiete des Bucina-Berges bei Podol, sowie W und von demselben übergeht der Thonschiefer in Ottrelitschiefer. Schwache unbedeutende Gänge von Minette durchsetzen die Schiefer dj nahe ONO von Tasovic und N von Citkov in den Waldgehängen des Kocici Ocas. Die schwachen Minettegäuge sind nur nach den losen Bruchstücken erkennbar. W von Mladonovic finden sich in der Zone der Schiefer eigenthümliche undeutlich schiefrige, grünlich graue Gesteine, die Diorittuffen nicht unähnlich sind, aber wegen der geringen Frische keine weitere Bestimmung zulassen. Auf der Karte sind sie als schiefriger Felsitporhyr ausgeschieden. ONO von Deblov etwas über ^/^ Kilom. scheint eine Verwerfung die Schichten d^ von den mauerartig aufragenden Quarziten dj zu trennen. In dem Thälcheu, das sich von hier quer durch die Quarzite zieht, findet man Grauwacke in Bruchstücken, welche an die im Tiefsten der Zone d^ vorkommenden Gesteine erinnert, die das Liegende der Haematitlager der Zone dj im centralböhmischen Silurbeckeu bilden. Wirklich trifft man hier auch Andeutungen solcher rothen Färbungen und von erzigen Ge- steinen an, doch alles nur in einzelnen Brocken und nirgends anstehend. Eine der interessantesten Erscheinungen des ganzen Eisengebirges ist jedenfalls das sehr mächtige lenticulare Lager oder der Lagerstock des Kalksteines bei Podol, der in einer Länge von 3^/4 Kilom. zwischen Prachovic und Citkov sich erstreckt und seine grösste Mächtigkeit zwischen Prachovic und Boukalka mit mehr als 2/3 Kilom. entwickelt. Dieses Kalksteinlager keilt sich schnell an beiden Enden aus und verflächt durchwegs nach S, ebenso die dasselbe begleitenden Schiefer im Liegenden sowie im Hangenden, wobei sich erst weiter im Liegenden die bedeutenden Faltungen dieser Schiefer zeigen. In Prachovic verflachen die Bänke des weissen mittelkrystalliuischen, stellen- weise graulich gestreiften Kalksteines im Mittel nach 12^1^^- mit 48°; die parallele Zerklüftung stellenweise nach ISVo''" mit 47". Bei Boukalka beträgt das Einfallen nach 12 Va^- 60^ bei Vc4penny Podol nach 14^- mit 57^ Am östlichen Ende gegen Citkov wird das Kalksteiulager bedeutend ver- worfen, und es erscheinen in der Verwerfungskluft zermalmte graphitische Schiefer mit einer schwachen eingelagerten Quarzitschicht. ") Verwerfungen, und zwar oft recht bedeutende, sind überhaupt in diesem Kalksteinlager häufig. In den Ver- werfungsklüften treten Calcitkrystalle — V2 R- co R., auch — 2 R oder grob- späthige Kalksinter auf. In der Stockmitte ist der Kalkstein grobbänkig, gegen 59 das Hangende und Liegende zu aber mehr grau, kleinkörnig und unvollkommen scliiefrig, so wie besonders bei Citkov etwas reicher an Crinoidstielgliedern, die an dieser Stelle obwohl nur äusserst selten, auch im Thonschiefer vorkommen. In Podol selbst enthält der Kalkstock eine, aber wegen des verschütteten Einganges unzugängliche, ziemlich grosse Höhle. Ein Durchschnitt durch die mächtige Anschwellung des Lager- stockes bei Boukalka stellt die Fig. 9. dar. Im Liegenden ver- flachen die Thonschiefer nur bis zu eines gewissen Entfernung nach Süden, dann aber sind sie vielfach gefaltet; im Hangenden des Lagers verflachen die Schichten bis zum Granitgränze gleich- massig nach Ä, stellenweise nur wenig steil. Im Hangenden Theile das Kalksteiu- lagers sind auch einige Minettegänge zu be- merken, deren Mächtigkeit unter 1™- bleibt. In einem Steinbruche S von Boukalka zeigen sich ihrer vier, wie in der Ansicht Fig. 10. dargestellt ist. Diese vier vom Kalksteine scharf getrennten Minettegänge verflachen nach 22Vo''- mit 80"— 84'\ Die Textur des Ganggesteines ist eine ziemlich deutlich körnig schuppige; die broncefärbigeu nicht mehr frischen, ziemlich deut- lichen Schuppen des Biotites sind ziemlich parallel zu den Gang- ulmen. Einige Gänge an der Gränze mit dem Kalksteine enthalten scharfkantige Bruchstücke von krystallinischem Kalkstein. Es ist dies die einzige Entblössung von Minettegängen in diesem Gebiete. Da im mittel-böhmischen Silur die Minette das Alter der Zone da besitzt, so muss sie allerdings auch ältere Schichten gangförmig durchsetzen, was auf die hiesigen Verhältnisse an- gewendet dafür spricht, dass das Podoler Kalksteinlager mit den Thonschiefern älter sein kann, als die Zone dj, und dass mithin dieser Kalkstein der Zone d, angehören kann. Au manchen Orten, wie besonders am rechten Thalgehänge bei der Vereinigung des Podoler Thaies mit der Prachovicer Schlucht kommt in Schiefern grauer feinkörniger Quarzit vor, der also hier nur untergeordnet auftritt. / X ^L/: X 3 /■ ' '\ Die Etage Ddo. I B oo Dieselbe besteht aus grauen, dunkelgrauen bis gelblich- grauen, feinkörnigen Quarziten, oft von weissen Quarzadern durch- schwärmt, besonders an den Stellen, wo der Schichtenbau gewölbeartig sich erhebt. Die früher erwähnten Scolithusröhrcheu, senkrecht gegen die Schichtung eingewachsen, begleiten als ein sehr bezeichnendes Merkmal das Vorkommen dieser 60 Qiuarzite. Im westlichen Theile des bescliriebeuen Terraius kömmt der Quarzit in zwei getrennten Zügen vor, im östlichen Theile aber vereinigen sich diese beiden Züge zu einer wellenförmig gebogeneu Decke. Zwischen Zbislavec und Jetonic finden sich nur losgerissene, nach den herumliegenden Blöcken kenntliche Theile der Zone vor; die Lagerungsverhältnisse konnten daselbst aber wegen Mangel an tieferen Einschnitten nicht näher bestimmt werden. Von Susic über Tasovic bis Ouhercic zieht sich die Zone in der Gestalt eines bald breiten, bald verengten Streifens, was von der Neigung der Schichten abhängt, von W nach 0. Meist ist das Verflachen nicht gut kenntlich; nur in der Kostelecer Schlucht verflachen die Quarzitschichten verschieden stark nach Süden. Bei Ouhercic und Dolan enthalten die Quarzite zahlreiche stecknadel- grossc Abdrücke von Pyritwürfeln. Von Ouhercic an lagern sich die Quarzite wellenförmig flach in Form einer Decke bis gegen Dubina und Morasic, und verflachen weiter unter die Schichten des Kreidesystems. Das Verflachen geht hier sowohl nach 5 V2^— 6 *"■•) ^^s auch nach 15V2''' i^it 40 — 60"; au den Stellen der stärksten Schichteubiegungen sieht man häufig weisse Quarzaderu, Durch einen Luftsattel oder unter der Decke der Kreideformation stehen die Quarzite von Zbliznovic (A459'"- Smrt) mit der vorigen Quarzitdecke in Verbindung und sind gleichfalls wellenförmig, oft aber ziemlich steil gelagert. Eine Schicht iV von Zbliznovic fällt sogar nach 19^- mit 80**, nicht weit davon nach 7^- mit 80° ein. Der zweite Zug der Quarziten scheint, obwohl keine gute Eutblössuug denselben aufschliesst, sondern nur herumliegende Blöcke ihn andeuten, doch gegen den Granit, also nach SW zu verflachen. Dieser Zug zieht sich im S Gehänge des Bucinaberges bei Skoranov an dem Bucina- Jägerhause vorbei, und setzt hinter demselben SO an dem Granit ab. Das Gestein, in welches dieser Quarzitzug eingelagert ist, besteht beinahe durchgeheuds aus Ottrelitschiefern, die aus den Thonschiefern der Zonen d^ und d3 entstanden sind. Diese Metamorphose liess den Quarzit unverändert, obwohl derselbe doch etwas mehr krystallinisch erscheint, als die andern Quarzite der Zoue d.^. Durch einen Luftsattel dürfte die Zbliznovicer Decke mit dem Zuge von Deblov-Rabstynek zusammenhängen, der sich von Deblov in der Gestalt einer Felsenmauer, wahrscheinlich längs einer Verwerfungskluft hinzieht und meist ziemlich steil nach SOS (Deblov N, U^- 76°— 80°), bei Rabstynek aber weniger steil einfällt. Ein eigenes Quarzitlager, welches von dem bei Deblov-Rabstynek anstehen- den durch schwarze Thonschiefer getrennt ist, u, zw. entweder mittels einer Ver- werfung oder eines Luftsattels tritt als eine niedrige Felsenmauer bei Mladoüovic- Li'pa auf, mit dem Verflachen gegen Lipina nach 12''- mit 30" — 50", und bildet, indem es eine ganz deutliche Wölbung zeigt, einen Theil einer antiklinalen Schi- chtung. Sehr deutlich sind in der Quarzitraauer gewisse Klüfte entwickelt; eine scharf markirte Kluftrichtung verflächt nach 5V4''" mit 90°, eine weniger deutliche nach ^/4''- mit 25". Die Zerklüftung verdankt ihre Entstehung wahrscheinlich einer Verwerfung, an der die Schichten weiter östlich absetzen. Auch bei Teinic-Tiroler- Haus tritt ein Quarzitstreifen auf, doch ist es unentschieden, ob derselbe ein eigenes Lager bildet, oder ob er mit dem Rabsteiner zusammenhängt. Gegen zu 61 aber vereiiiigeu sich beide Qiiarzitzüge vou Deblov-Rabstyuek und Teinic in der Waldkuppe Hüra bei Slatinan. Der Quarzit weclisellagert im N Gehäuge dieses Berges mit Thonschiefern uud hat ein Verflachen nach SO und S, bis er unter Schichten der Kreideformation längs der Bogenlinie von Lhota, Slatiüan, Skrovädy, Kuchauovice verschwindet. Bei Slavkovä hüra geht das Verflachen nach S^- mit 65**, bei St. Anna ober Slatinan nach 9''- mit 60°. Auf den Kuppen Hüra und Podhüra wechselt das Verflachen; die Quarzitschichten sind da stellenweise .aber auch horizontal gelagert und stark mit Quarzadern durchnetzt, sie nehmen einen grossen Theil der Kuppen ein, indem sie die Decke der Schiefer d^ bilden. Die westlichen durch antiklinale Schichtenstellungen vou einander getrennten, stellenweise auch wellenförmige Decken bildenden Quarzitzüge nähern sich einander gegen so, dass sie sich endlich in der Hüra vereinigen, nachher aber bald unter den Schichten der Kreideformation verschwinden, wobei sie schwach von TF gegen einfallen. Die in den Quarziten häufig undeutliche Schichtung ist einer blossen Zerklüftung ähnlich; in den liegenden Schiefern der Zone dg aber wird durch die hier herrschende Faltung der Schichten der Unterschied zwischen Schichtung und Zerklüftung verwischt, so dass aus diesen beiden Ursachen die hier zahlreich auf- tretenden Verwerfuugsklüfte schwer erkennbar sind. Die Zone Ddj. Dieselbe tritt meist nur als Ottrelitschiefer (Chloritoidschiefer) auf, und zwar im Hangenden des Quarzitzuges dg von Bucina, zwischen diesem und dem rothen Granit. Bios in Folge dieser Lagerungsverhältnisse, also blos wegen der Auflagerung auf Quarzit wird der Zug dieser Schiefer als das Analogon der Zone dg betrachtet. Die Gesteine desselben lassen sich übrigens von den metamorphi- schen Gesteinen der Zone d^ nicht unterscheiden. Bei dem Kraskover Jägerhaus (NO von Kraskov) kommt mit diesen Schie- fern auch ein Corsitstock in Berührung. An dieser Stelle ist auch die Umwandlung derselben in Ottrelitschiefer am deutlichsten. Um auch die Lage- rungsverhältnisse des öst- ^^^- ^^■ liehen TheileS des Eisen- UleaUr Dui-elisclmitt durch das Eiseugebirge von NNW nach SSO über Deblov. gebirges anzudeuten, ist nnw i:5oooo sso , Mejtky Deblov Pohofalka ein Durchschnitt senk- recht zum Streichen über Deblov (Fig. 11) dar- gestellt, in welchem nur die schwarzen Schiefer d^ und die Quarzite dj vorkommen. In den schiefrigen Felsitporhyren, an welchen in der JS Gränze die Schichten der Etage D absetzen, finden sich auch Schollen dieser Schiefer. Es ist aber der Nachweis dieser Schollennatur nicht immer leicht, da auch die Felsitschiefer, wenn sie faul erscheinen, den zersetzten sedimentären Schiefera ähnlich sehen. f a g fjj a fp g 62 Solche Schollen wären etwa, allerdings in einem verwitterten Zustande, wo also eine Irrung" möglich ist, bei Pracov und bei Liciboric nachweisbar. Das Verflachen an derselben ist S; die Klüfte sind von Limoniten gefärbt. f) Die Silurinsel von Hlinsko. Dieselbe zieht sich auf die Länge von 25 Kilom. zwischen Kreuzberg, Hlinsko, Skuc über Eichenburg; die grösste Breite derselben beträgt zwischen Mräkotiu und Ranuä etwas über 5 Km. Die Schiefer sind hier zwischen dem Gneus des böhmisch-mährischen Gränzgebirges und zwischen grauem, theilweise auch rothem Granit des Nassa- berger Massivs eingeschlossen und werden nördlich von Schichten des Kreide- systems überlagert, während sie sich südlich bei Vojnomestec auskeilen. In der Richtung Vojnomestec, Chlum, Vitanov, Kouty liegen die Schichten discordant auf Gneus ; weiter über Hlinsko, Planau, Dedovä, Krouna, Oträdov, Älifetin, Kuti'in schiebt sich zwischen Gneus und Silurschiefer ein enger Streifen von rothem Granit ein. Dieser liegende Gneus gehört schon dem Gränzgebirge an. Um dieses Verhältuiss der discordanten Lagerung der Silurschiefer gegen Gneus zu verdeutlichen, sei hier die Fig. 12. Fig. 12 beigefügt, welche das Contact- s^v 1:10000 NO verhältniss der nach 4'/3^- mit 30° '^"''^^ verflächenden, vielfach durch Ver- werfungen gebrochenen Silurschiefer gegen den nach ITVa^' mit 26*^ ver- flächenden Gneus zeigt, wie es von Vojnomestec sich darbietet. Von Vojnomestec bis Kreuzberg bilden die überlagernden Schichten der Kreideformation die Gränze der Schiefer; von Kreuzberg über Kohoutov, Stan, Unter Holetiu, Mräkotiu, Skuc aber grauer Granit und grauer Gneusgranit und zwar als ein Eruptivgestein von späterer Entstehung. Von Skuc über Richenburg, Hnevetic, Peralec bildet die im östlichen Böhmen weithin sichtbare Terrainstufe des mittleren böhmischen Kreidesysteras, die Decke über den Silurgesteinen, die dann nur im Thalgrunde unterhalb Richenburg bis gegen Doly noch entblösst sind. Die Gesteine dieser Schieferinsel sind theils graue, theils grünliche echte Phyllite, mit oder ohne ausgeschiedene Quarznester, so namentlich zwischen Chlum und Vojnomestec oder zwischen Mräkotin-Hliusko-Kladne. An gewissen Orten zeigen diese Phyllite einen allmählichen Übergang in Grauwacken schiefer, aus denen sie entstanden sind, so dass zwischen beiden keine scharfe Gränze besteht. Diese Mittelgesteine sind auf der Karte aber als Phyllit ausgeschieden. Sie wechsel- lagern mit dem Phyllit und bilden im rothen Granit zwischen Podmesti (Prosec) und Peralec eine Scholle mit gestörter Lagerung; sie verflachen hier stellenweise nach 4''- mit 72". Diese von rothem Granit umfasste Phyllitscholle setzt unter Quadersandsteinen also unterhalb Bor in der Richtung gegen Jarosov weiter fort, denn sonst könnten in den zwei nur etliche Schritte langen Entblössungen 63 im tiefsten der Thalschluchten S von Vranic oder NW Jarosov nicht ebenfalls zerbröckelte Phyllite zum Vorschein kommen. In der nordöstlicheren Entblössuug im Thalwege (S Vranic) stösst der Phyllit sogar an rothen Granit noch au. In Prosec selbst ist ebenfalls eine Scholle schiefriger Gesteine im rothen Granit eingeschlossen. Diese Gesteine, welche SO von Prosec am Farsky kopec besser zu Tage treten, sind wohl keine Phyllite, sondern sehr feinkörnige den Phylliten ähnliche Amphib Ölschiefer von dunkler Farbe, die hie und da einen Epidotstreifeu einschliessen. Sie fallen vorherrschend sehr steil beinahe nach O ein (jedoch auch stellenweise nach WSW oder N). Vielleicht wäre der Name Amphi- bolphyllit für dieselben passender. Auf der Karte sind dieselben als schiefrige Amphibolite ausgeschieden. In diesen grauen bis schwarzen Phylliten und phyllitähnlichen Thonschiefern oder umgewandelten Grauwackenschiefern kommen Grauwackenschiefer von grauer oder grünlich schwarzer Farbe vor, ganz ähnlich den Schiefern C von Skrej und Jinec, des centralböhmischeu Silurbeckens. Doch ist diese Ähnlichkeit für die Bestimmung des Alters derselben sehr ungenügend, da neben denselben auch solche schwarze Schiefer vorkommen, die an die Etage A oder auch an Dd^ erinnern. Es sind überhaupt sämmtliche Schiefer hier so bedeutend umgeändert, dass nach ihrer petrographischen Beschaffenheit auf die Silur-Etage, der sie etwa augehören, nicht geschlossen werden kann. Dieser Umstand ist in der Farben- erklärung berücksichtigt worden und es erhielten demnach die Schiefern kein Etagen-Zeichen, Das zweite vorherrschende Gestein ist graue Grauwacke. Sie nimmt den NO Theil der Silurinsel ein, während die schwarzen Schiefer die SW Hälfte zusammensetzen. Die graue mittelkörnige quarzige Grauwacke entspricht beiläufig derjenigen Varietät, die als grau-grüne Grauwacke im Eisengebirge bezeichnet wurde. Sie geht durch Verfeinerung des Kornes in gebänderte licht- und dunkel- graue feinförmige Grauwacken über, wie man dies unter der Kirche von Kostelec {S Hefmanüv Mestec) sieht; auch bei Richenburg finden sich solche Grauwacken unter den grauen körnigen Gesteinen. Die grauen Grauwacken enthalten ausser Quarz und wenig zersetzten Orthoklas nur spurenweise Glimmerschüppchen; sie sind wahrscheinlich von gleichem Alter mit den graugrünen Grauwacken des Eisengebirges, nur sind sie hier lokale Bildungen, zu denen nicht der Dioritaphanit, wie im Eisengebirge, sondern schwarz- grauer Quarzporphyr das Materiale lieferte. Es treten nämlich in der Umgebung von Richenburg bei Skuc, Lesan, mit der grauen Grauwacke auch schw^arzgraue Quarzporphyre als gleichzeitige Bildungen auf und an diese lehnt sich die Grau- wacke theils an, theils wird sie aber auch von den Porphyren durchsetzt. Diese Grauwacken könnten demnach auch als schwarze Quarzporphyrtuffe bezeichnet werden. Die Trennung derselben von den Eruptivgesteinen, denen sie stellenweise zum Verwechseln ähnlich sind, gelingt mit Sicherheit nur dort, wo die Lagerungs- verhältnisse ganz deutlich sind, wo nämlich die Schichtung den sedimentären und die Gangbilduug den eruptiven Charakter der Gesteine unzweifelhaft bezeichnet. Bei Lagergängen ist dann die Entscheidung schwer zu treffen. Gewöhnlich ist aber die Grauwacke (oder Porphyrtuff) etwas weniger frisch und enthält Spuren 64 von Glimmerblättchen. Zwischen Richeuburg und Volclris aber wird diese Grau- wacke tlieilweise schiefrig und graulichgrün, so dass auch hier eine Ähnlichkeit mit der vorhin erwähnten Grauwacke des Eisengebirges bemerkbar wird. Auch die quarzige Grauwacke (oder Porphyrtuff) tritt in verschiedenen Varietäten auf; namentlich sind sehr häufig phyllitähnliche Grauwackenschiefer, die durch allmählige Übergänge mit der Grauwacke verbunden sind, in denselben eingelagert. Diese Grauwackenschiefer sehen den Grauwackenschiefern der Etage B oder C der Umgebungen von Prag ähnlich. Zwischen den Schiefern und Grauwacken besteht keine scharfe Gränze, wie dies auf der Karte zwischen Zdärec und Voldris angegeben ist, sondern der Übergang ist ein so unmerklicher, dass diese Gränze nur als eine durchschnitt- lich mittlere anzusehen ist. Untergeordnet kommen in den Gesteinen der Schiefer- parthie im SW Theile der Insel an den Gränzen mit Granit und Gneus verschiedene Contactmetamorphosen vor. So sind gewisse Schichten ganz einem kleinkörnigen recht festen Biotitglimmerschiefer ähnlich, wie zwischen Mrakotin und Babäkov; ähnliche Glimmerschiefer sind auch bei Stan und zwischen Vitanov und Chlum zu sehen, wo sie die Phyllite von Hlinsko mit denjenigen von Kreuzberg verbinden. Doch lässt sich, wie schon früher angeführt wurde, das Alter dieser mit lenticu- laren Quarznestern versehenen Glimmerschiefer keineswegs sicher nachweisen, so das auch ihre Zugehörigkeit zum Laurentin nicht ausgeschlossen ist. Am Contacte mit Granit werden auch Amphibolschiefer angetroffen, so bei Vitanov, Stan, Unter-Babäkov ; doch bleibt es hier wegen mangelhafter Ent- blössung unentschieden, ob diese Amphibolschiefer zum obersten Laurentin gehören, oder ob sie umgewandelte cambrische Schiefer sind. Nahe an diesen Amphibolit- schiefern finden sich recht häufig in den Gränzschiefern auch bis 1™- mächtige Lagergänge von schiefrigem Felsitporphyr, wie derselbe bei Lukavic vorkommt, und auch von rothem Granit; deutlich sieht man dies aber nur am Eisenbahn- einschnitt. Diorite und Quarzporphyre sind ebenfalls häufige Gränzbildungen, so bei Planan, bei Babäkov, Vojnomestec und an andern Orten, doch sind die Ent- blössungen überall mangelhaft. Längs der Gränze mit dem Granit sind die Phyllite oder stark gefältelte schwarze Thonschiefer als sogenannter Fruchtschiefer entwickelt, so von Mrakotin an bis gegen Stan; aber auch etwas entlegener von der Gränze findet sich diese Gesteinsvarietät in Phylliten eingelagert, so namentlich bei Vojtechov. Bei Kladne zeigen die Phyllite eine feine Fältelung und ebenflächige Schieferung und enthalten keine Quarzausscheidungen, dafür aber führen sie Stau- rolith, so dass sie als Staurolithphyllite angeführt werden können. Die schwarzen Thonschiefer bei Hlinsko aber sind Andalusit(Chiastolit)-Schiefer. Übergänge werden überall häufig angetroffen. Gewisse Schichten, besonders an den Gränzen, sind durch dichten schwarz- grauen, mit kleineren weissen Quarzadern durch schwärmten Lydit, ersetzt. Solche Lydite bilden Icnticulare Schichten in ganzen Zügen, wie nahe der Gränze bei Dedovä, wo ausser schwarzen Lyditen auch blaufleischrothe, manchem Felsit ähnliche Lydite vorkommen, die etwas gestreckte Glimmermembranen führen, so 65 namentlich bei Öertovina am Metkovy kopec, bei Oflenda und bei Mräkotin. Die Lydite bilden in Folge ihrer grösseren Festigkeit in dem Schieferterrain flache Kuppen. Auch weiter von den Gränzen finden sich einzelne Schichten von Lydit vor, so bei Kladne, Vojtechov, SO von Holetm, jedoch in nur ganz untergeordneter Lagerung. S von Chlum (N von Kreuzberg) sind die Thonschiefer in Ottrelitschiefer umgewandelt. Wenn Schollen von Schiefern im Granit eingeschlossen erscheinen, so sind dieselben, insofern sie weit von der Silurgränze auftreten, wie bei Struzinec, wo solche grossen Schieferbrocken von grauem Granite umhüllt werden, in Amphibolit umge- wandelt; nahe an der Silurgränze aber, wie im rothen Granite W von Kreuzberg, sind die zahlreichen Schieferschollen in dem Granite stark metamorphosirt und grünlich gefärbt. Bemerkenswerth ist es, dass in den Schiefern auch graue kleinkörnige Grau- wacken (vielleicht Porphyrtuffe) vorkommen, die jedoch keine scharfe Scheidung zulassen, so bei Ober-Holetin. Bei Kladne, W im Strassenbuge kommt in etwas gefalteten grauem Stau- rolithphyllit eine '/o""' mächtige Schicht von feinkörnigem Quarzit vor. Ein ähnlicher Quarzit, als graue feste quarzige Grauwacke auf der Karte bezeichnet, findet sich in grösseren Massen zwischen Kreuzberg und Vojuomestec, stellenweise auch mit grünlichen Phylliten wechsellagernd. Diese feste quarzige Grauwacke ist in den Klüften von Haematit roth gefärbt, der in derselben oft gangförmige Nester bildet, und in denselben Anflüge von Malachit und Lunit enthält. Das Vorkommen dieser feinkörnigen, festen, quarzigen Grauwacken (oder Quarzit) deutet das Alter der Kreuzberger Schieferzone an. Da nämlich in der Etage A solche Quarzite oder Grauwacken nicht vorkommen, so können die Schiefer- Gesteine trotz der bedeu- tenden Ähnlichkeit mit gewissen Schichten der cambrischen Etage A und trotz des auch bekannten Vorkommens von Lyditen in denselben, doch nur der Etage B zugetheilt werden, weil solche quarzitische Gesteine im centralböhmischen Becken nur in dieser Etage auftreten. In dem Gebiete der grauen quarzigen Grauwacken kommen ausser den schon vorerwähnten Phyllit-Thonschieferu auch solche Grauwacken von feinem Korne vor, die an die Kostelecer Schichten (S von Hermanmestec) erinnern, folglich auch möglicher Weise der cambrischen Etage B angehören. Nebstdem sind auch feste graue quarzige Grauwacken namentlich bei Richenburg und im Thale des Krouuabaches, N von Richenburg neben grauen tuffigen Grauwacken häufig eingelagert. Lydit tritt hier nur selten auf; nur bei Kutfi'n findet er sich im Contact zwischen Grauwacke und Granit. In der Peralecer kleinen Schieferinsel ist auch ein Zug von grünlichen körnigen Grauwacken mit den Schiefern verbunden. Diese Merkmale deuten darauf hin, dass die Grauwackenschiefer, Thon- schiefer und Grauwacken, sowie die Phyllite höchst wahrscheinlich den cambrischen Schichtenzonen angehören, indem sie eine so grosse Ähnlichkeit mit den Gesteinen der mittelböhmischen Etage B haben, wobei jedoch keineswegs das Vorhandensein der Etage A und der Primordialzone C ausgeschlossen ist. 5 66 Die sämmtlicheu Schichteu der grossen Schieferscholk. -teiieo bei dem Streichen von N nach S beinahe am Kopfe, desshalb die Entsche-dung, vcih das Liegende oder Hangende darstellt, schwer zutreffen ist. E- r. ireili'-fü alF- liegel dass gewöhnlich in einer Schichtenzone die gröberen Scl.icßf' " ■ älteren, weniger groben, also die schiefrigen, die jüngeren sind. Dem zu i. -.'ige warei; cu . Graiiwacken von Skiic das vermuthliche Liegende, und d- " '"tcr von liüü ' , das Hangende der hiesigen Schieferbilduug. Allein da j vficlimigeTi v.!. dieser Regel bekannt sind, indem allenfalls die mittelböf üü.. ■.-^.. Etagen A «mi B im Zusammenhange in den tiefereu Schichten A aus Schiefin ■ > aus feineren Gesteinen, in den höheren Schichten B aus Grauwacken »ind , .i;i bestehen, und da es weiter nicht entschieden ist, ob in dieser Sctieferinsel nur eine odei mehrere cambrische Etagen entwickelt sind, so ist auch dtr Hinweis auf die obige Regel nicht maassgebend, und es bleibt also das Liegende und Hangende unsicher. Die Schichteu streichen, wie erwähnt, meist vor N nach S und steheii am Kopfe; nur gegen die Gneusgränze nehmen sie ein sanfteres Verliäclien an und streichen an dieser Gränze selbst längs der Contactlinie, so dass nur spatere Verschiebungen in den gehobenen Schichten die Richtung des Streichens geändert haben konnten. Wenn man das Verflachen der mit Grauwacken schiefern und Thonschiefern wechsellagernden Grauwacken von Skuc über Zdarec, Racic, Voldfetic verfolgt, so ergiebt sich im Mittel das Verflachen nach TVo''" »lit 80''— 90°, und ebensohäufig auch das entgegensetzte Einfallen nach 19''- mit 80° — 90°. Südlicher von Rannä neigen sich die Schichten im Mittel schon nach o*"- mit 35° (2^3 ''• — 4''" ) und sind vielfach gebogen oder antiklinal gewölbt, wie bei Vojtechov an der Eisenbahn. Nebstdem stellt sich eine Zerklüftung ein, deren Verflachen nach 1^- mit 80° geht. Au solchen Orten enthalten die Schiefer zahlreiche Nester von halbdurch- sichtigem Quarz, so wie armdicke Lagergänge von Quarz mit scharfkantigen Schieferbruchstücken. Bei Kladne, also noch näher au der Gneusgränze, von derselben nur IV2 km. entfernt, wurde ein Verflachen der Staurollitphylite nach 4''- — 5''- mit 20° — 32° beobachtet. Ähnliche Verhältnisse bemerkt man auch an den festen, grauen, quar- zigen Grauwacken am Krounabache N von Richenburg, wo dieselben mit schwarzen, schiefrigen Grauwacken wechsellagern, und dadurch ihren Schichtenbau ganz deut- lich zeigen. Bei Dol und Lhota fallen die Schichteu am linken Bachufer meist nach öVs'^— 9''- mit 65°— 90°, am rechten Ufer meist nach 16''— 18^- mit 75°. Bei Richenburg, westlich von der Kirche in der Schlucht haben die Schichteu nahe am Ausbiss, also höher im Schluchtgehäuge, das Verflachen nach 21^'- mit 36° bis 38°, während an der Sohle der Schlucht ihr Einfallen sich nach wendet, und die Schichten also eine isokline Mulde bilden. Bei der Mühle NW von Kutfiü in der Richenburger Schlucht, nur etwa V2 km. vou der durch Granit- gänge zahlreich durchsetzten Gränze, geht das Verflachen nach 20^1^^- mit 17°, also der Richtung der Gesteinsgränze augepasst, obwohl noch bei Hnevetic die Schichten ganz saiger stehen. Bei Mrakotin ist das Einfallen des Glimmerschiefers nahe an der Granit- gränze noch nach S^- mit 80°— 90° gerichtet; bei Dolui Holetin wechselt es aber 67 nach 9'' mit 88" bis 90° oder entgegengesetzt nach 19^—20^ mit eben demselben steilen Winkel. Bei Stan, 2V2 Km. /S>F von Hlinsko, ist ganz nahe an der Gneus- gränze die Lagerung wieder so geändert, dass sich Schichtenueigungen nach 15 ••• mit 85° zeigen. An solchen gestörten Stellen kommen auch amphibolhältige umge- wandelte Schiefer vor. Bei Vitauov an der Eisenbahn wurde stellenweise das Ver- flachen nach 23^- mit 43" beobachtet. NW von Kreuzberg haben die graulichgrünen, phyllitähnlichen Thonschiefer, in denen in gewissen Schichten auch Amphibolnadeln im Gemenge erscheinen, das wechselnde Verflachen nach 10^ — 14''- mit 20—50", weil überhaupt diese Silur- schieferscholle durch bedeutende Zerklüftung im Grossen ganz zerstückt ist. In Kreuzberg selbst (N) verflachen die Schiefer, die hier durch 72™' mächtige aplit- ähnliche Granitgänge durchsetzt werden, nach S^- mit 45"; sie befinden sich hier schon ganz nahe an der Granitgränze. Dass auch in der kleinen Scholle im Granit zwischen Peralec und Podmesti das Verflachen und die Richtung desselben sich sehr ändert, ist wahrscheinlich eine Folge der Quetschung derselben. Eine Be- stimmung der Richtung des Einfallens ergab hier 4^- mit 72". In der Nähe der Granitgränze bemerkt man an manchen Orten, wo die Entblössungen günstig sind, wie bei Maliny (SW Skuc), Kreuzberg und Stan, dass die Schiefer von Granitgängen durchsetzt werden. Diese wenig mächtigen Granitgänge haben aber nicht die typische Zusammensetzung der bedeutenderen Granitmassen, sondern sie sind theils aplitisch, theils etwas porphyrartig. ) Jüngere Gesteine auf dem Laurentin und Silur des Eisengebirges. Die jüngeren auf dem alten laurentinischen oder silurischen Terrain des Eisengebirges abgelagerten Formationen nehmen nur einen ;?ehr beschränkten Raum ein. Sie sind blos die noch übrig gebliebenen, nicht weggeschwemmten Reste von Schichten, die nicht nur das Eisengebirge, sondern einen grossen Theil vou Böhmen bedeckt haben und wegen der schon fertig dastehenden Gestalt des Eiseu- gebirges, besonders zur Zeit des Kreidesystems von den geneigten Flächen des Gebirges leichter wieder weggeschwemmt werden konnten, als es in dem mehr ebenen Flachlande der Fall war. Von jüngeren Bildungen, die sich an geschützteren Stellen als Über- deckung der älteren Gesteine erhalten haben, treten hier nur Reste des Perm- und Kreidesystems, so wie auch einige Alluvialbildungen auf. Das Permsystem. Dasselbe ist hier nur mit den allertiefsten Schichten des unteren Perm- systemes, u. zw. in seiner limnischen Ausbildung, als sogenanntes Rothliegeudes, in der beckenartigeu Vertiefung zwischen See und Rudov vertreten. Diese durch ihre ganz günstige und geschützte Lage vor gänzlicher Abschwemmuug verschont gebliebenen Permschichten, die von dem nächsten Vorkommen gleichalteriger Ge- steine bei Böhmisch-Brod, Pecka, Rokytnic gleich weit, etwa 50—60 km entfernt 5* 68 sind, geben Anhaltspunkte zu der Ansicht, die übrigens auch durch andere Be- obachtungen bestätigt wird, dass das Permsystem einst beinahe ganz Ostböhmen bedeckt haben mochte. Die hier beobachteten Reste der Permformation nur sind ganz unbeträchtlich und auch meist von Ackererde bedeckt ; doch verräth sich ihre Anwessenheit schon vom weiten durch die röthliche Färbung des Bodens. Sie bestehen aus ziemlich consistenten, rothbraunen Arkosen, Sandsteinen und Conglomeraten, in wenig nach N geneigten Schichten; man trifft sie N von See (0 von Zdarec) unterhalb der AVälder von Kraskov an, wo sie in einem kleineu Steinbruch gut entblösst sind. Diese Conglomerate sind in Betreff ihres Gesteinscharakters ganz ähnlich den bekannten Gesteinen dieser Formation am Fusse des Riesengebirges. Dieser per- mische Rest bildet nur eine kleine Parthie von 1 km Länge und Breite; ein zweiter grössere Rest unweit davon bei Pocätek hat die Ausdehnung von 5 km und eine Breite von 2 km; der Granit und Syenit, der hier die Unterlage des Perms bildet, trennt zugleich beide Parthien von einander. Zwischen Pocätky, Kraskov, Skoranov, Stare Dvory bis Rudov liegen die ganz flach gelagerten Permschichten theils auf rothem Granit, theils auf Gneus. Die Schichten sind hier bröckelig und weniger fest, und bestehen aus einem groben Quarzsandstein mit rothem thonig-glimmerigen Bindemittel, obwohl auch festere Conglomerate und sogar graue sandige wenig feste Schieferthone wie in Kraskov, wo sie mitten im Dorfe gegen S mit 15° verflachen zum Vorschein kommen. Längs des NO Fusses der Kafikovä Hora, an die sich die Permschichten anlehnen, findet man oberflächlich zerstreut auch röthliche Hornstein- und Jaspis- knollen, die gewiss aus den zerbröckelten Permschichten herrühren. Schon wegen dieser Knollen allein können diese rotheu Schichten nicht als Vertreter des unteren Cenomanes, das manchmal auch röthlich gefärbt erscheint, indem es stellenweise durch Zusammenschwemmung von permischen Schichten entstand, angesehen werden ; übrigens würden dieser Annahme auch die Conglomerate widersprechen, da sie in der hier vorkommenden Weise nirgends in unserem Kreideterrain bekannt sind. Die hier vorkommenden Schichten gehören offenbar zu der allertiefsteu Schichteugruppe der böhmischen Permformation; ihre Mächtigkeit ist hier so gering, dass das an den tiefsten Stellen des Systems an sehr zahlreichen Orten ent- wickelte schwache Steinkohlenlager, oder statt dessen die bituminösen Schiefer (Brandschiefer), hier durchgehend fehlen. Das Kreidesystem. Abgesehen von dem östlichen niedrigen Ausläufer des Eisengebirges am rechten Elbeufer zwischen Lzovic und Jelen, ayo die Schiefer desselben von ober- cenomanen und unterturonen Schichten des Kreidesystems bedeckt werden, kom- men Schichten der rings um das Gebirge verbreiteten Kreideformation nur in geschützten Lagen des Gebirges selbst vor, dessen höhere Parthieen zur Kreide- zeit vielleicht inselförmig aus dem Meere hervorragten. Ein solcher Rest von obercenomanen Schichten (Korycaner Seh.), aus einem Kalksandstein mit vorherrschendem Kalkgehalte bestehend, nimmt die tiefe- 69 ren Lagen von Vinaric an rechtem Ufer der Elbe ein, und zieht sich von da als ein nicht breiter Streifen auf die Länge von 2 km. Die sandigen Kalksteine enthalten stellenweise die für die oberceuomane Stufe charakteristischen Versteine- rungen, treten aber selten zu Tage, da sie meist unter Moorerde in Bodendepres- siou verdeckt sind. Die Mächtigkeit derselben ist nur gering; die Lagerung der Schichteuplatten ist horizontal. Nahe NO von Bernardov ist ein einziger Rest von oberceuomanen meist zerfallenen Sandsteinen erhalten. In der Semteser Schlucht zwischen Semtes und Väpenka trifft man einen kleinen Rest von Sandstein mit eisenschüssigem Bindemittel an; es ist möglich, dass derselbe einen Rest von uutercenomanen Schichten darstellt; aber auch das ist möglich, dass er zu den losen Sauden gehört, wie sie auf dem Eisengebirge hier häufig vorkommen und dass er erst später durch den aus der Zersetzung des Alaunschiefers der Etage A entstehenden Limonit verkittet wurde. Es ist jedoch das Vorkommen gar zu geringfügig. Erst ziemlich weit gegen Osten u. zw. zwischen Libäh und Radochlin sowie S von Male Lukavice W von Zumberg (im Walde v Dubiuäch, pod Vis- kama bei der Libäher Säge gut eutblösst) trifft man schwache Decken von losen feineren bis groben Sauden an, u. zw. auf einem mit Teichen bedeckten Plateau. Diese weissen und gelben Sande werden von graulichweisseu thonartigcn Schichten, die unmittelbar auf Granit ruhen, unterlagert. Sowohl die Thone als auch die Sande, deren Gesammtmächtigkeit eine ganz unbedeutende ist, stellen einen Rest der tiefsten Lagen von untercenomanen Schichten (Perucer Seh.) vor, die mit den nur 2 — 3 km entlegenen analogen Schichten von Lukavic und Smrcek einst im Zusammenhange waren. Ebensolche weisse Sand- und Schottermassen, meist aus Quarzgeröllen bestehend, im Liegenden aber aus weissen thonigen Schichten (das ist aus auf- gelösten sandigen Schieferthonen) zusammengesetzt, breiten sich flach auf den stark umgewandelten Grauwackeuschiefern und schiefrigen Grauwacken der Schieferinsel von Hlinsko u. zw. am flachen Westgehänge bei Voldfetic aus. Sie sind gleich- falls zerfallene Reste des unteren Cenomanes, von dessen intactem Complexe bei Skuticko sie nur 3 Kilom. entfernt sind. Die durch die Eisenbahn eutblössten Schichten, aus vorherrschenden weissen Gerollen von Quarz und auch aus dunklem Lydit, sowie aus weissen, groben Sandlagen bestehend, die in einem weissen tho- nigen Bindemittel stecken, stellen eher Schotter und Saudbänke als Schichten von Sandstein und Congloraerat vor, sind aber durch Lockerung aus denselben entstanden. Die Mächtigkeit dieser Schichten beträgt mehr als 3 — 4"- , auch dürfte im Liegenden weisser Thon verborgen sein. Eine sehr bedeutende Länge von 6 km bei der Breite von nur 1 km besitzt der Rest der allertiefsten zerbröckelten uutercenomanen Schichten, an der böhmisch-mährischen Gränze, wo sie eine flache Vertiefung ausfüllen. W von Svratka sind die allertiefsten Schieferthone der untercenomanen Schichten zu graulich weissem sandigen Thon zerfallen, und werden von einer ganz unbedeuten- den Decke von w^eissem Quarzsand bedeckt, auf der sich dann Torf von Vs"' Mächtigkeit ausbreitet. 70 lu der Niederuug am Svratkabache werden die Thoue als guter Modellir- uud Töpferthon beuützt; die Mächtigkeit dürfte nach der Tiefe der Gruben zu schliesseu etwa ß™- betragen. Gegen Krejcar und Kamenicliy zu steigt die Terrain- Depression etwas au und man findet daselbst nur lose Quarzschottermassen mit untergelagerten, weissen thonigen Schichten, die aber nirgends deutlich entblösst sind. Dieser Rest von ganz gelockerten und zerfalleneu untercenomanen Schichten zwischen Kamenicek und Svratka ist von den nächst gelegenen zusammenhängen- den Gebilden der Kreideformation bei Vojuomestec 7 km entfernt. Ganz kleine Reste von untercenomanen Sandsteinen und mit Limonit ver- kitteten Conglomeraten finden sich bei Certovina unweit Hliusko; Limonite aus ebendenselben tiefsten Schichten bei Voldns (NW von Krouna). Diese gering- fügigen Reste sind auf der Karte nicht dargestellt. Diluvium und Alluvium. Auf dem Ausläufer des Eisengebirges am rechten Elbeufer, sowie N von Elbeteinic, sind auf den Höhenflächen Quarzkiese und Schotter verbreitet, die offenbar aus zerfallenen, zusammengeschwemmteu cenomanen Sandsteinen, sowie aus Sanden bestehen, welche die Elbe aus den zerbröckelten Schichten des Perms des Riesengebirges zugeschwemmt hat. Diese Sande und Schotter sind eine alluviale Bildung, und gelangten in ihre jetzige Lage durch die ehedem bei Elbe-Teinic aufgestaute Elbe, bevor dieselbe ihr jetziges tieferes Flussbett in den Schiefern ausgewaschen hat. Mau könnte diese Alluvionen allenfalls auch als älteres Al- luvium bezeichnen, zum Unterschiede von dem im jetzigen Inundationsgebiete verbreiteten jüngeren Alluvium, das nach Durchwaschung der Felsenwehr von Elbe-Teinic sich in einer tiefereu Lage absetzt. Dass ältere, auf der Plateau- terasse verbreitete Alluvien nicht an Ort und Stelle liegen gebliebene zerfallene cenomane Schichten, sondern angeschwemmte Sande und Schotter sind, wird da- durch bewiesen, dass sie auf turonen Planem liegen und dass sie Bruchstücke von eben denselben Plänern enthalten. Im Elbe-Alluvium finden sich auch Bruchstücke von Psarouien; ein Hin- weis auf die Entstehung des Flusssandes und Schotters aus permischen Schichten. Auf dem Plateau des Eisengebirges zwischen Morasic, Krasnic und bei Litosic, dann bei Vedralka und NW von Väpenka finden sich lose weisse oder bräunliche Anhäufungen von sehr feinem Quarzsand. Stellenweise, besonders gut sichtbar NW von Väpenka, bilden diese Sande langgezogene Wälle von meist 4 Metern Höhe. Es sind das ebenfalls Alluvien, nur ist deren Abstammung nicht immer sicher. Dort, wo sie sich in flachen Niederungen in der Nähe von Teichen finden, dürften sie den Boden von Wasseransammlungen darstellen, in welche sie als Abschwemmung der letzten Reste der Kreideschichten vom Plateau des Eisen- gebirges gelangten. Es ist jedoch auch möglich, dass diese feinen Sande als Flug- sand durch Wind vielleicht aus der Elbeniederung, wo cenomane zu Sand zerfallene Schichten vorkommen, heraufgeweht worden sind. Andere Alluvialbildungen im Eisengebirge finden sich im Gebiete von noch bestehenden Teichen. 71 Leiim ist im Eisengebirge selten. Er kommt theils au Stellen vor, wo noch Reste von Kreidescliicliteu nachweisbar sind, als deren letztes Product der Auflösung er hinterblieb, wie bei Voldf etic (SW vou Skuc), bei Dolivka und NO von Hlinsko, wo bei Certoviua noch ganz unbedeutende Spuren von untercenomanen Saudsteinen vorkommen, oder er findet sich als Gehänglehm an aus Granit oder Gneus be- stehenden Bergen. Einen solchen aus der Verwitterung dieser Gesteine entstandenen und abgeschwemmten Lehm sieht man allenfalls bei Rudov, am rechten Ohebkaufer bei Bojanov, bei Ober-Bradlo, Trhovä Kamenice und Krouna ; im Ganzen aber ist der Lehm im Eisengebirge recht selten, weil eben Schichten des Kreidesy- stems fehlen. In feuchten Thaluiederungen trifft man auch Torf an, so W \on Elbe-Teinic, bei Brezinka (SO von Podhofan), S von Dolan (SOS von Hefmanmestec), vou Citkov, W von Mladonovic, zwischen Hrbokov und Deutsch-Lhotic, bei der Zlatnik- mühle, zwischen Slatinan und Chrudim. Ebenso sind die feuchten Thalschluchten im Gebiete der Thonschiefer dj, welche mit Pyrit impraegnirt sind, so in den Schluchten des Geheges „Kocici Ocas" oder „pod kockou", SSO von Hefmanmestec durch Limonitfärbuugen auf- fällig und es tritt hie und da auch Rasenerz auf, namentlich im vermoorten Boden. Sehr bedeutend sind die Alluviouen, die aus durch Lehm verbundeneu Blöcken bestehen, im Gebiete zwischen Chlum und Stau (/S'aS'TF Hlinsko) verbreitet. Erwähuenswerth sind noch die Geröllmassen des Bächleins, welches den linksseitigen Zufluss des Okrouhlicer Baches bildet und der bei Svidnip in die Ohebka mündet. Unter Petfikov bei Pohofalka sind diese Schottermassen durch alte Seifen auf- gewühlt; der Zweck der Seifen ist unbekannt. 3. Das Kreideflaclilaiid NO vom Eisengebirge. Den NO allmählich sich verflachenden Fuss des Eisengebirges begi'änzt das Kreideflachland des Chrudimer und Königgrätzer Kreises, welches nur ganz sanfte Wellenhügel oder auch ebene Stufen bildet, wie dies der horizontalen Schichtung entspricht. Von Krakovan angefangen bis Trnavka lehnen sich an das alte Eisen- gebirge meist nur die Alluvionen der Elbe an, so dass aus ihnen nur an erhöhten Stellen der turoue Pläner in flachen Erhöhungen hervorragt, wie dies bei Krakovan der Fall ist. Am linken Elbeufer aber umsäumt von Kojic an bis Jaukovic ober- cenomaner Quadersandstein (Korycaner Stufe) den Fuss des Gebirges; zuerst bei Kojic als enger Streifen, dann zwischen Jaukovic bei Lhota Pfeloucskä als ziemlich breite Fläche. N von den flach liegenden Quaderschichteu, die leicht zerbröckeln und demnach mit losem feinen Sande bedeckt sind, breiten sich nur Elbe- alluvien aus. Solche oberceuomane Quadersaudsteiue dringen theils als wirkliche Schichten theils schon zu feinem Sand zerfallen, in die Thalbuchten des Eisengebirges ein, so bei Zdechovic und Morasic. Innerhalb der Quader kommen auch kalkig sandige 72 Scbichteu, meist als Uferbildiingeu, mit zalilreiclieu Yersteiuerungeu zum Vor- schein. Solche üfergebilde des Korycaner Kalkes dringen in Form von Zungen in das Terrain der älteren Gesteine ein, wie bei Telcic, wo sie schwach gegen N geneigt sind. In der meist mit feinem Sand bedeckten Ebene, unter der die Korycaner Quader liegen, zeigen sich zwischen Zdechovic und Lhota Preloucskä flache, aus älteren Gesteinen des Eisengebirges bestehende Hügel, und in deren Nähe Reste von turonen Plänern, wie zwischen Chvaletic und Zdechovic, so wie bei Spitovic. Von Jankovic bis Tupes bilden nur turone Pläner die Begränzung des Eisengebirges, indem der obercenomane Quader unter denselben sich verbirgt. Nur bei Podvrd zeigt sich derselbe zwischen den Schichten der Zone B und dem Pläner. — Von Tupes bis Raskovic sind zwar ebenfalls turone Pläner überall an der Gränze vorhanden, sie treten aber nur in den erhöhten Terrainstufen frei zu Tage, sonst sind sie aber mit mächtigen Lehmdecken bedeckt. Auch in den Buchten findet man noch Reste von Plänerschichteu, wie in der Thalschlucht zwischen Chrtnik und Svojsic. Von Raskovic au dringt die Kreideformalion tiefer in das Eisengebirge ein, indem sie über Stojic, Vlastejov, Vyzic, Kostelec, Nove dvory bei Herman- mestec einer weite Thalbucht einnimmt, aus der nur in Thalschluchten, wie bei Vlastejov und Kostelec oder an den Gipfeln der Erhöhungen ältere Gesteine ent- blösst erscheinen. Hier sind auch zwischen den Korycaner Quadern und den Schiefern des Eisengebirges die unterceuomanen Perucer Schichten eingeschaltet. Nahe der Gränze mit den Korycaner Sandsteinen zwischen Vlastejov und Kostelec sind die Perucer Schichten in ihrem Hangenden sandsteinartig, im Liegenden aber durch Zerfallen der graulichen Schieferthone thonig lettig, und von losen Sauden, Kies oder Schotter als dem Rest von aufgelösten Sandsteinbänken bedeckt. Diese lie- gendste Parthie zwischen Vyzic und Kostelec (S Hermanmestec) enthält Knollen, Nester und platte dünne Lagen von Limonit oder mit Limonit verbundene Sande, und aus derselben wird durch Graben bis 6""- tiefer grubenartigen Vertiefungen das Erz für den Hedwigsthaler Hochofen zeitweilig noch gewonnen, namentlich auf dem Riede „na jezerkach". Überhaupt ist bei Kostelec der Ausbiss der tiefsten Lage der Perucer Schichten, welche oft auch röthlich gefärbt sind, durch herumliegende kleine Fund- stücke von Limonit angedeutet. Die flach gelagerten obercenomanen Sandsteine von nicht bedeutender Haltbarkeit enthalten als gleichzeitige Bildungen kalkige Saudsteinschi cliten (Ko- rycaner Kalk) mit zahlreichen Versteinerungen. Die Lagerung der Schichten ist eine beinahe ganz flache, nur wenig nach N geneigte, und bei Hermanmestec in einer bedeutenden Breite entwickelt. Erst N davon beginnen die turonen Pläner- schichteu und bilden eine zusammenhangende Decke der ceuomanen Sandsteine. Merkwürdig ist bei Nove dvory {0 von Hermanmestec) eine Stelle, welche das gewesene Ufer des Kreidemeeres genau andeutet. Man sieht hier nämlich Klippen einer festen quarzigen Grauwacke, um welche herum weisse, kalkige, etwas porös 73 luckige, mit fingerdicken Lagen weissen erdigen Kalkes durchsetzte Sandsteine der Korycaner Stufe horizontal abgelagert sind. Die Klippen, sowie einzelne, zerstreute grosse Grauwackenblücke sind an den Kauten abgerundet und die Blöcke ellyp- soidal abgeschliffen, gerade so wie an sandigen Küsten, wo kleine Klippen von der Brandung der Wellen benagt und abgerundet werden. Ähnliche, jedoch nicht so deutliche Uferbildungen finden sich auch bei Tupes uud Spitovic. Von Chotenic bis zur Dolaumühle und bei Holicky herum bis Janovic nehmen die Korycaner sandigen Kalksteine eine ziemlich grosse Bucht ein, haben aber entweder keine oder nur eine uubedeutelide Unterlage von Perucer Schichten. In den krystalliuischen, weissen sandigen Kalken kommen hier häufig Cidarisstacheln vor. An der Gränze mit den altsilurischen Gesteinen sind die Korycaner Kalk- steinschichten ziemliche geneigt gelagert, so bei der Bacala-Mühle nach 8''- mit 26", nehmen aber in der Tiefe bald eine flache Lagerung an. Zwischen Janovic bis Sobetuchy bildet der Korycaner Quader eine breite Zone im Eisengebirge; bei Skupic wird er durch sandigen Kalkstein ersetzt; meist tritt er aber als zerfallener Sand (wie bei Lhotka) auf und trägt theilweise auch Pläner im Hangenden. Um die Hüra herum bis Slatihan und bei Skroväd sind nur Lehme als Beckung der Kreideformation angetroffen. In dem Thale der Ohebka bei Skroväd aber sind an der Basis der Formation wieder Perucer Quadersandsteine entblösst und durch grosse Steinbrüche aufgeschlossen. Darüber bilden wieder Korycaner Quader die Decke, und breiten sich von Kuchanovic bis Gross-Lukavic aus; NO von Kuchanovic treten dazwischen auch sandige Kalksteine auf, die hier wegen Mangel an anderen Kalken zeitweilig gebrannt werden. Weiter östlich von Lukavic angefangen lassen sich an der Gränze der zum Eisengebirge gehörigen alten Gesteine in einem ununterbrochenen Zuge bis Prosec, bis zu den Gränzen unserer Karte die untercenomanen Schichten ver- folgen. Dieselben bilden einen Zug von Lukavic über Bitovänky, Studenä Voda, W Smrcek, W Elina, Kostelec, Skuticko, N Skuc ist das Thal von Eichenburg- Luze, wo dieselben im linken Ufer bis Doly gehen, dann aber im rechten Ufer über Zhof, Huevetic, Kutfin, Peralec, Zderaz, Bor bei Prosec sich weiter fortsetzen. Bei Bitovänky und Studenä Voda bestehen diese Schichten nur aus zu Schotter zerfallenen Bänken, zwischen Smrcek (W) und Elina (S) aber lagern sie flach und sind nur als die tiefsten thonigen Schichten in der mit Teichen bedeckten Ebene vorhanden. von Elina angefangen am Fusse der hier deutlich als eine Terrainterasse auftretenden Schichten der Kreideformation kommen am Fusse derselben u. zw. zu allertiefst rothbraune thonige Sandsteine (oder mergelige sandige Schiefer), so wie rotlie (eisenschüssige) Sandsteine zum Vorschein. Diese tiefsten rothen Schichten ziehen sich, indem sie auf Granit aufruheu, am Fusse der erwähnten Terasse über Kostelec bis gegen Skuticko. Die tiefsten rothen untercenomanen Schichten stellen sich wegen den reichlichen Lupraegnationen und auch wegen den ausgeschiedenen Nestern von Limouit als eine eisenerzführeude Schichte dar. Es ist nicht unmöglich, dass abgeschwemmte permische Schichten, welche einst vor der Bedeckung des 74 Laudes durch das Kreidemeer so sehr verbreitet waren, wenigstens theilweise diese rotheu Färbungen der Schichten bedingt haben. Erst oberhalb dieser rotheu Schichten folgen sandige graulichweisse Schie- ferthone mit eingelagerten dunkelgrauen Schieferthonen, die schwarze Braunkohlen- schmitze und Kohlennester führen, worauf erst die lichten, festereu, sogenannten Perucer (uutercenomanen) Quadersaudsteine folgen. Die Mächtigkeit der einzelnen Abtheiluugeu ist wechselnd; meist fehlen die tiefsten rothen Schichten. Hier bei Kostelec wurde 10—20™ als Mächtigkeit der Zone bestimmt. Der äusserste Rand der Kreideformation besteht aus zerfallenen Sandsteinen oder zu Thou aufgelösten Schieferthonen ; weshalb dieselben am Fusse der Terasse von Kostelec bis Richenburg die bedeutende Breite von 1 Kilom. und darüber ein- nehmen. Bei Skuticko, wo die Perucer Schichten zu Tage ausgehen, dann bei St. Anna in dem Roubovicer Thälchen (hier jedoch unter Plänerüberlageruug), wurde allerdings ohne Erfolg auf Kohle geschürft, die hier in Nestern als eine schöne schwarze Braunkohle vorkommt und von bräunlich hyacinthrothem Succinit in bis kindskopfgrossen Knollen begleitet wird. In der Schlucht von Richenburg-Luze sind am Krouuabache bei Doly, die bis 6°- mächtigen Perucer Schichten sehr gut entblösst. Sie ruhen hier auf Grau- watken, verflachen sauft gegen iV und bestehen aus sandigen, lichtgrauen Schiefer- thonen und aus nur wenigen Sandsteinen mit dunkelgefärbten Schieferthonschichteu, welche die Vertreter der kohlenführenden Schicht sind. Erst bei Peralec werden die Perucer Schichten mächtiger, indem die hangenden Quadersandsteine ansehnlich anwachsen. Auch hier sind die aller- tiefslen Schichten röthlich gefärbt wie bei Kostelec, jedoch nicht so verbreitet. Die liegenden sandigen Schieferthone enthalten auch hier bis fingerdicke Plättcheu von Limonit sowie Nester von schwarzer Braunkohle, in gewissen Lagen auch Krystallgruppen von Markasit. Im weiteren Verlaufe des Streichens gegen erweitern sich die mächtigeren untercenomaneu Quader bei Bor bedeutend und erlangen daselbst ihre mächtigste Entwickelung im Gebiete des ganzen Eisengebirges. Die höheren obercenomanen (Korycaner), über der Perucer Zone gelagerten Schichten, treten in dem seichten Thälchen von Bitovau deutlich zu Tage. Sie sind hier theils merglig, sandig, theils rein merglig oder sandsteiuartig, durchgeheuds aber reich an Glaukonitköruern. Der Zug der grünlichgrauen feinkörnigen Sand- steine folgt der schwachen Neigung bei Studenä Voda über Smrcek, Hlina in das Kostelecer Thal. Bei Smrcek und Hliua sind reichliche Versteinerungen zu finden so namentlich: Ostrea carinata, Cardium Hillanum, Exogyra columba, Ammonites ceuomanensis, Cidarisstacheln u. s. w. Von Kostelec an über Skuticko, Stepänov, Zboznov, Lhota, Doly, Brda, Zhof, Hnevetic, Peralec, Zderaz ist der Korycaner Quader nur in dem Gehänge der Terrainterasse anstehend zu finden. Bis Zhor ist seine Mächtigkeit entweder eine grössere, oder mindestens eine gleiche mit dem darunter liegenden Perucer Quadern; zwischen Peralec und Bor werden die unteren Quader aber bedeutend mächtiger. Zwischen Lukavic bis Hlina, von wo sich ein allmähliges Ansteigen der turonen Pläner über den cenomanen Sandsteinen zeigt, bildet das Kreideplateau den Fuss des Eisengebirges oder bleibt doch annähernd 75 iu gleicher Höhe mit demselben. Von Kostelec au bis Bor aber bilden die Pläner eine hohe Terrainterasse, die über die Granite und die silurische Schieferinsel bei Skuc bedeutend sich erhebt und weithin sichtbar ist. Diese Plänerhochfläche wird von der malerischen Thalsclilucht von Kostelec bis Chacholic, in deren Sohle Diorite erscheinen, dann von dem Thälchen von Roubovic und von der Schlucht des Krouuabaches N von Richeuburg durchschniten, in welcher letzteren an der Bachsohle Grauwacken zu Tage treten. Au tiefer gelegenen Orten entspringen aus den Perucer Schichten zahlreiche Quellen ; allein auch gewisse Schichten des Pläners, namentlich die tieferen sammeln das Wasser an, wie bei Podlazic und bei dem Bade St. Anna N von Skuc. Am rechten Ufer des Krouuabaches zwischen Luze und Kosumberk wird der Pläner von Basalt durchbrochen, und zwar in zwei Hügeln, auf deren einem die Kirche von Chloumek und auf dem anderen die Burgruine Kosumberg steht. Der an Olivin reiche Basalt ist stellenweise iu Wacke umgeändert, und im frischen Zustande ein Nephelinbasalt. '") Im Gebiete der Kreideebene finden sich häufig auf kalkigen Korycaner Schichten, wo dieselben niedrig liegen, schwarze Moorerden, als Andeutung von früheren Versumpfungen, wie zwischen Jankovic und Mokosfu (SW von Prelouc). Dieselbe torfige Moorerde breitet sich bei Lodenic (S von Prelouc) auch auf die tieferen Pläuerschichten aus, die immer weicher und bedeutend mergliger aus- gebildet sind, als die oberen Pläuerschichten. Sonst sind als oberflächliche Ablagerungen besonderes Lehme häufig, die meist aus der Zersetzung von Pläner entstanden sind (Elluvium). Dieselben ver- decken den Pläner oft gänzlich, so dass er nur an den Rändern oder iu höheren Stufen der Terrainterassen sichtbar wird. Einzelne Lehmlager zeigen sich bei Brloh; eine grosse Fläche nehmen sie aber zwischen Pobezovic bis Jenikovic iu der Umgebung von Choltic ein, wo aus denselben nur flachere Plänerhügel sich erheben. Diese Lehmdecke dringt auch bei Stojic und Ledec iu die flache Bucht des Eisengebirges ein, da wo die Schichten der Kreideformation abgelagert sind, oder es früher waren, so dass der Lehm hier die letzten Spuren derselben an- deuten möchte. Eine bedeutende Lehmfläche dehnt sich zwischen Nove Dvory (0 von Hefmanmestec) bis zum linken Ohebkaufer (Chrudimka) bei Chrudim aus, aus der nur die ganz flachen Terrainwellen des Pläners bei Rozhovic, Markovic frei von Lehmbedeckung sich erheben. Die Plänerterasse des rechten Ohebkaufers, an der ein Theil der Stadt Chrudim liegt, ist im Gegensatze zu dem tieferen linken Ufer lehmlos. Nur einzelne oder bedeutende Lehminseln bedecken die ausgedehnte Pläuer- fläche bei Zajecic, Chrast, Podlazic. ^^) Gegen die Elbe zu werden die Pläner der turonen Stufe zuerst von dilu- vialem Kieslager von wenigen Metern Mächtigkeit oder vom Lehm bedeckt. Wo beide Überlagerungen zum Vorschein kommen, bildet der Kies oder Schotter die tiefere Bank. 76 4. Das ausserhalb des Eiseiigebirges lieg^eiide Terrain des Kreide- systems, auf den Blättern Elbe-Teinic-Königg^rätz und Hohenmauth- Leitomysl. Die turoueD Flauer siud nur in der Nähe des Eiseugebirges u. zw. als unterste Turoustufe entwickelt; sie entsprechen etwa dem festen Baupläner vom Weissen Berge bei Prag. Diese unterste Stufe des Turons reicht jedoch nur an wenigen Stellen über das rechte Elbeufer hinüber, wo sie übrigens von Alluvien bedeckt wird. Am weitesten gegen Norden gerückt sind auf den bezeichneten Generalstabskarten diese unteren Planer bei Elbe-Teinic und bei Pfelouc. Die mittleren turonen Pläner, die sonst als sogenannte Isersandsteine oder als festere kalkigere Pläner entwickelt erscheinen, treten hier, nämlich am Grad- kartenblatte Zone 5, Colonne XIII durchwegs nur als Pläner, jedoch von etwas mehr bröckliger und desshalb leichter erweichender Beschaffenheit auf. Aus dieser Ursache ist die Gränze sowohl gegen die untere Abtheilung des Turons (Baupläner vom Weissen Berge) als auch gegen das Oberturon weniger deutlich. Die Gränze der einzelnen Turonstufen gegen einander wird nebstdem auch noch durch die ausgebreiteten Alluvialbildungen der Elbeniederung verwischt. Annähernd geht die Gränze zwischen dem Mittelturon und dem Uuterturou etwa über Bozec (N Elbe-Teinic) in gerader Eichtung unter dem Elbealluvium N bei Pi-elouc vorbei, über Popkovic, Drazkovic (S bei Pardubic) in der Richtung gegen Chrudim, wo die tieferen Lagen des Pläners am linken Ohebka (Chrudimka)- Ufer dem unteren, die höheren Lagen des Plateaus des rechten Ohebkaufers dem mittleren Turon angehören. Auch das obere Turoai (oder die Teplicer Schichten) lässt sich hier petro- graphisch von dem mittleren Turon nicht unterscheiden; es nimmt den nördlichen Theil des Blattes Königgrätz-Elbe-Teinic-Pardubic ein. Der Verlauf der Gränze zwischen dem Oberturon und dem Mitteltu]-on geht etwa vom Zehuner Teiche angefangen entlang des Cidlinabaches über Zizelic, Chlumec, Nove Mesto, Klamos, Väpno, Belä, Präv, Dobfenic, Vosic und von da in gerader Pachtung etwa unter dem Elbealluvium gegen Vysokä {S von König- gi'ätz). Alles nördlich von dieser Linie gelegene Plänergebiet wäre als oberturonisch, alles südwärts davon aber als mittelturonisch anzunehmen, wenn auch die Gränz- angabe hier nur einen approximativen Werth hat. Die von Alluvialsand SO von Pardubic bedeckte, niedrige Plänerfläche des Mittelturous, welche am Chrudimkaufer bei Pardubicek und Drozic au einer wallartigen Terasse entblösst ist, mi'd von einem mehre Meter mächtigen Gang von Nephelinbasalt durchsetzt. Der Basaltgang streicht SSO u. zw. von Hürka bei Spojil vorbei in der Richtung gegen Cernä, wo derselbe aber dann plötzlich nach W sich wendet. Offenbar ist dieser Gang ein Ausläufer von der Basaltmasse des Kuneticer Berges. Der Kuneticer Berg, der in der N Fortsetzung dieses eben erwähnten Ba- saltganges am rechten Elbeufer sich erhebt, und unregelmässige Schollen des mitt- leren Pläners in sich einschliesst, wird nur von einem engen Ring des mittelturonen 77 Pläners umgeben, in so weit sich derselbe immittelbar am Fusse des Berges über die Alluvial oder Diluvialsande der Elbeniederung erhebt. Die grob-pfeilerförmig abgesonderte Basaltmasse der Kunetickä Hora führt in den Blasenräumen Drusen von deutlichen Natrolithkrystallen und von Calcit, stellenweise ist sie auch etwas amygdaloidisch. Sowohl der anliegende Pläner, als auch derjenige, den der Basalt in Schollen einschliesst, ist in eine harte, klingende, graue, wie verkieselt aussehende Masse von ziemlich scharfkantigem Bruche um- gewandelt, — Beinahe das gesammte flache Terrain des Blattes Zone 5 Colonne XIII, welche das rechte Elbeufer umfasst, besteht aus ebenen hügeligen Terasseu von mittel- und oberturonem mergligem Pläner, deren Scheitelflächen meist von Dillu- vium (Schotter) oder Lehm bedeckt sind, während au den ausgewaschenen Gehängen der Terassen sich die Alluvien der Elbe, sowie ihrer Zuflüsse, oder der durch Ver- witterung des Pläners entstandene und abgeschwemmte Lehm, anlagern. Bedeutendere Entblössungen des Pläners kommen S von Königgrätz in der Umgebung von Roudnicka, und S von Nechanic bei Prim und Bohärna, in der Umgebung von Neu-Bydzov bei Mlikosrb (S von Neu-Bydzov), NO von Chlumec und bei Zizelic, N bei Elbe-Teinic, dann in der Umgebung von Väpno (SO Chlumec) vor. Kleinere Plänerterassen sind an ihren Gehängen etwas häufiger entblösst. Die mittel- und oberturonen Pläner sind an den Plateaus meist von einer bis mehrere Meter mächtigen Lage von Quarzkies oder Schotter bedeckt, die als älteres Alluvium oder Diluvium aufzufassen ist. Das Material des Quarzschotters, welches die Oberfläche des Pläners be- deckt, stammt vom Kiesengebirge her, und zwar grösstentheils aus den zer- bröckelten, quarzreichen Schichten des unteren Permsystems, worauf die hie und da vorkommenden Araucaritesstrünke (wie bei Lhota Uhlirskä NNO von Elbe- Teinic) hindeuten. Es finden sich zwar ebensolche Schotter auch in der alluvialen Ebene, allein dieselben sind dann von der ursprünglichen Lagerstätte herabgeschwemmte Schotter-Parthieen. Nicht selten sind solche Schotterlager durch die jetzt flies- senden Gewässer in groben Kies und feineren Saud gesondert, so dass sich ein grobes und feineres Alluvium unterscheiden lässt. Über den Schottern folgt auf dem Kreideplateau, aber auch manchmal unmittelbar auf dem Pläner, der Lehm. Doch finden sich Lehme eben so in tieferen Lagen als auch am Plänerplateau, wie dies bei den ziemlich bedeutenden Lehm- lagen des rechten Elbeufers zwischen Königgrätz und Bohdanec der Fall ist; solche Lehmablagerangen sind tiefer herabgeschwemmte Lehmbänke, welche einst das Plateau bedeckten. Auch hier sind, wie am rechten Elbeufer zwischen Königgrätz und Boh- danec, dann am linken Ufer der Cidlina, die Lehme die Grundbedingung der Fruchtbarkeit dieser Gegend, in der namentlich der Anbau der Zuckerrübe schwung- haft betrieben wird. Die jüngsten Alluvien der Elbe sind theils grobe, theils feine Sande, die ihren Ursprung den älteren Alluvien des Plänerplateaus verdanken, aber in Bezug 78 auf Fruchtbarkeit weit zurückstehen. Dürftige Kieferbestäude bezeichnen häufig den etwas sterilen Character dieser Flächen. In versumpften Gebieten der Elbe werden auch Torflager angetroli'en, wie zwischen Brezhrad und Libisan, an welchem letzteren Orte der Torf gestochen wird. Das Gebiet des Gradkartenblattes Zone 6 Colonne XIV Hohenmauth und Leitomysl wird nur in seinem SW Viertel mit silurischen Gebilden ausgefüllt, indem die nördliche Hälfte und das SO Viertel desselben dem Gebiete des Kreide- systems angehört. Die auf diesem Blattgebiete verhältnissmässig weit ausgebrei- teten Schichten des Kreidesystems stehen aber mit dem Eisengebirge in gar keinem Zusammenhange, und nur die Vollständigkeit der Beschreibung des bei- gelegten Kartengebietes erfordert es, dass die geologische Beschaöenheit dieses Gebietes hier im Kurzen dargestellt werde. Die Gränze der Kreideformation, welche vordem schon bis Peralec und Zderaz angegeben wurde, lässt sich von da S von Bor, von Prosec nahe an der Glashütte Marienthal über Budislav, Pofic, W von Zrnetin über das W Ende des lauggezogenen Dorfes Lubna gegen Siroky Dül (Breiteuthal) verfolgen; doch liegt das letztere Dorf schon ausserhalb des Rahmens der Karte. Von Poric bis V gegen Siroky Dül ist die (iränze zwischen grauem Granit und dem Kreidesystem orographisch durch eine enge Thalschlucht scharf augedeutet, indem ein Gehänge derselben, nämlich das östliche aus Quadersandstein, und das andere, nämlich das westliche, aus Granit besteht. Längs der hier angegebenen Gränze treten untercenomanen Quadersand- steine auf, und zwar in ihrer grössten Entblössuug zwischen Zderaz und Budislav. Die durchwegs mit Föhreuwald bewachsenen lichten Quadersandsteine erscheinen hier stellenweise als ruinenartige Gesteinsanhäufungen; sie ziehen sich dann in dem Thale des Neuschlosser Baches über Vranic und Roudnä bachabwärts bis gegen Doubravic in das Richenburger Thal als ein breiter Streifen mit stellenweise steilen und mauerartigen an den Thalgehängen anstehenden Felsen weiter fort. Nur S von Vranic im Riede „v mastali" und W von Budislav bei dem Weiler „na Borkäch" sieht mau ober dem Quader eine schwache Plänerdecke, die zu Unterst au der Gränze mit dem Quader wohl noch den obercenomanen, sonst aber schon den unterturonen Schichten angehört. Im Riede „v pecene huse" N von der Glashütte Marienthal lässt der Quader zwei kleine Granitparthieen von rothem und gi'auem Granit zum Vorschein kommen; ebenso besteht die tief eingerissene Thalschlucht unter dem Weiler „na Borkäch" aus einem unter dem Quader sicht- baren langgezogenen Granitstreifen. Von Budislav gegen Siroky Dül erscheint der untercenomane Quader nur als ein engerer Streifen, der sich nur bei dem Jägerhause SSW von Zrnetin an der Gabelung der Strasse von St. Katei'ina gegen Lubna und Zrnetin etwas erweitert. An dieser Erweiterung nehmen jedoch nur die allertiefsten lettig schieferthonartigen Schichten der untercenomanen Stufe Theil, die sonst an andern Orten Spuren von schwarzen Kreide-Braunkohlen führen. Hier trifft mau auch zerstreute Blöcke eines festen quarzig groben Sandsteines mit kieseligem Bindemittel an, der in diesen tiefen cenomanen Schichten so häufig kurze linsenförmige oder blockförmige Ein- lagerungen bildet. 79 Der uuterceuomaue Quader bildet iu seinen oberen Zonen nur grobe Schichtenbänke; sonst besteht er aus mittelkörnigem, oberflächlich etwas wenig bröckligem, graulichem bis weissem Sandstein, an dessen von der Luft und vom Regen angegriffener Oberfläche überall grübchenförmige Vertiefungen ausgewaschen sind. Die tieferen Sandsteinschichten zeigen an den zahlreichen Entblössungen W von Budislav, kurze röthlichbraungefärbte, den Schichten parallel eingelagerte Streifen oder Nester eines Eisensandsteins. Es ist dies nur die Wiederholung des in dieser untercenomanen Stufe so häufig auftretenden nesterförmigen Vorkommens von Li- monit oder von mit Liraonit impraegnirten Sandsteines. Man sieht aber auch Ver- werfungsklüfte in dem Quadersandstein, die mit Limonit impraegnirt sind und aus ebensolchem Eiseusaudsteine bestehen ; ein deutlicher Fingerzeig, dass sämmtliche solche erzige Nester, Streifen und Impraegnationen einer späteren Bildung an- gehören, die wohl in den Sandsteinen, aber keineswegs in einem bestimmten Niveau desselben auftreten, wenn sie auch in den tiefsten Schichten am häufigsten zum Vorschein kommen. Die obercenomane (Korycaner) Stufe ist zwischen den untercenomanen Quadern und den turonen Plänern als ein wenig fester, meist blass grünlicher, gegen oben zu aber allmählig mergeliger Sandstein, nur noch im Gebiete des Thaies, in welchem der Neuschlosser Bach läuft, dann aber bei Zderaz bis Bor kenntlich. In dem Gebiete der mächtigsten Entwickelung des untercenomanen Quaders zwischen Budislav bis Bor und bis Nove Hrady (Neuschloss), dann aber in dem Quadergehänge von Budislav bis Siroky dül ist das Ober-Cenoman ent- weder nur iu einer äusserst unbedeutenden Mächtigkeit entwickelt oder aber ist diese Stufe gänzlich als Pläner ausgebildet und demnach von der turonen Ab- theilung des Kreidesystems nicht zu unterscheiden, und wo Versteinerungen fehlen, auch nicht leicht zu trennen. Nur im äussersteu NO Eck des Gradkartenblattes Zone 6 Colonne XIV erscheinen abermals an der Sohle des tiefen Thaies, welches von der stillen Adler bewässert wird, obercenomane Sandsteine. Am Ufer der stillen Adler treten hier nämlich im Fusse des steilen linken Gehänges an etlichen unbedeutenden Stelleu röthlichgraue Granite als kleine Inseln im Gebiete der vorherrschenden Pläner- schichten zu Tage, und auf diesen Graniten liegt ohne Vermittelung des unter- cenomanen Quaders sogleich der glaukonitische obercenomane Sandstein. Seine Mächtigkeit ist unbedeutend ; sie misst nur wenige Meter ; im Hangenden übergeht der Sandstein in die Mergel der Turoustufe. Sowohl das linke Ufer der stillen Adler, wie auch das rechte zeigen unterhalb Hrädek, zwischen Luhy und Perua an den eutblössten tiefsten Stellen der steilen Gehänge diese obercenomaneu Saud- steine an einigen Punkten. Sämmtliche Schichten, welche auf dem Quader aufruhen, gehören dem Turon an, das hier durchwegs als Pläner entwickelt erscheint. Das ganze Plateau von Chrudim über Hrochovä Tejnice, Chrast, Hohenmauth, Leitomysl bis Policka (letztere Stadt schon ausserhalb der Karte) besteht aus Plänern der Turoustufe. Im Westen, also etwa in der Gegend zwischen Chrudim und Luze hat das Plateau des Kreidesystemes eine flach wellige Oberfläche; von Luze gegen Ost und Südost, also in dem Gebiete der Städte Hohenmauth, Leitomysl, Policka bilden 80 die turoneu Schichten, nachdem sie durch zwei stufenförmige Terassen aus dem niedrigeren Flachlande sich höher gehoben haben ein weithin sichtbares Plateau von 450 bis etwa 480"" mittlerer Höhe, das einen eigenthümlichen individuell orographischen Charakter besitzt. Bedeutendere wellenförmig ausgebildete Hügel werden vermisst, dafür aber ist die Hochfläche durch tief eingewaschene meilen- lange enge Thäler mit steilen Gehängen und ziemlich wenig gekrümmten Lauf durchschnitten. Sämmtliche lange Thalfurchen laufen zu der tiefsten Terrain- depression des Loucnäbaches, der in der Richtung von Leitomysl gegen Hohen- raauth und Zämrsk breite Wiesengründe bewässert. Auf dem Plänerplateau zwischen Vraclav und Policka sieht man nur Felder und keine Dörfer; letztere sind mit wenigen Ausnahmen in den langen engen Thäleru zerstreut und zwar so, dass besonders im Süden, also zwischen Leitomysl und Policka manche Dörfer in stunden- laugen Häuserreihen in den Thalschluchten sich ausdehnen. Das Turonplateau hat eine sanfte kaum merkbare Neigung gegen die Loucuädepression ; dieselbe zieht sich zwischen Leitomysl (Hohenmauth) und Zämrsk gegen NW und hat im Mittel eine Höhenlage von 300"" Von dieser Terraindepression der Loucnä steigt die Fläche sanft an, u. zw. einestheils nach NO bis zu den steil und parallel abfallenden Uferterassen des Thaies der stillen Adler; anderntheils gegen /S PF", wo die Hochfläche durch zwei orographisch interessante sich weithin ziehende steile Stufen in das angränzende niedrigere Flachland absenkt. Das höchste Austeigen der ebenen Hochfläche des Pläners an den Steilgehängeu der stillen Adler und an den zwei steilen vorgenannten Terrainstufen zwischen Luze (Vraclav) und Policka beträgt an der Adler 400™-, bei Vraclav 360" , bei Policka aber gegen ßOO""-. Es steigt die Fläche also gegen Policka bedeutender in die Höhe als in der Eichtuug gegen Luze oder Vraclav. Sämmtliche Plänerschichteu des Zuges der zwei steilen Terrainstufeu der Richtung Luze-Policka verflachen sanft gegen NO also gegen die Loucnäniederuug, während von der entgegengesetzten Seite, nämlich von der stillen Adler eine ganz flache Neigung der Schichten gegen /S'IF, demnach ebenfalls in der Richtung gegen die Loucnä zu beobachten ist. Vergleicht man die Höhen- unterschiede zwischen der Loucnäuiederung und den beiden entgegengesetzten Rändern der Hochflächen an der stillen Adler und in den Terrainstufen zwischen Luze-Policka miteinander, so ergibt sich, dass sich die turonen Schichten muldenartig beiderseits gegen die Loucnäniederung unter der sanften Neigung von im Mittel etwas mehr als IV4*' — IV2" verflachen. Die Richtung der Loucnä deutet also die Richtung des Muldensohle an, und die beiden Steilränder, nämlich das Adlerthal- gehänge und der Hochflächenrand ^von Luze-Policka bilden die beiden, NO und /SW Muldenflügel einer flachen Plänermulde. (Fig. 13.) Die turonen Pläner sondern sich in diesem Terrain ganz deutlich in vier orographische Stufen, u. zw. von unten nach oben in der Weise, dass zu uuterst das Unterturon auftritt, das etwa den Plänern vom weissen Berge bei Prag ent- spricht; dann folgt das untere Mittelturon (etwa den Malnicer Schichten analog), welches sonst selten selbstständig individualisirt erscheint, in dieser Gegend aber durch eine Terraiustufe auffallend deutlich orographisch ausgeprägt ist; darüber folgt das Mittelturon (vergleichbar mit den Iserschichten), und endlich das Ober- turon (mit den Teplicer Schichten vergleichbar). 81 Den Raum des niedrigeren Flach- landes zwischen Chriidini und Luze nimmt nur das Unterhiron und theilweise das untere Mittelturon ein; das Mittelturon und zum Theil auch das Oberturon bildet aber die Hochfläche von Hohenmauth, Leitomysl, die durch ihre steilen Ränder so deutlich und weithin sichtbar sich über das angränzende Flachland hervorhebt. Das Unterturon, eine Analogie der Pläner vom Weissen Berge bei Prag, nimmt in der Richtung von Vorel, Chrast über Luze bis Nove Ilrady (Neuschloss) und Bor einen bedeutenden Raum ein. Die in den Umge- bungen von Frag beobachtete Thatsache, dass die tieferen Schichten aus einem weicheren, leichter zerbröckelndem Mergel bestehen, der als Baustein ungeeignet ist, während die oberen Schichten den eigentlichen Baupläner liefern, bestätigt sich auch hier. Die tieferen Aveicheren Schichten sind allenfalls bei Lu- kavic entblösst und sonst vom Ackenboden verdeckt, während die Baupläuer, die hier etwas kalkiger erscheinen als die gleich- alterigeu Gesteine bei Prag, durch zahlreiche Steinbrüche aufgeschlossen sind. Von Nove Hrady an folgt das untere Turou mit den zu Bausteinen verwendbaren Planern der Rich- tung der markanten tieferen Terrainterasse, welche sich von Luze angefangen bis gegen Policka verfolgen lässt. Der ^/o bis l^u km breite Saum zwischen den untercenomanen Quadern und der eben genannten tiefereu Terrainterasse, auf welcliam die Ortschaften; Mokrä Lhota, Nove Hrady, Nova Ves, Ja- rosov, Budislav, W Poiic, W Lubnä liegen, gehört diesem Unterturon an. Auch im steilen Gehänge der stillen Adler zwischen Hrädek und Sudislav bilden die festeren Baupläner des Unterturous sen- krecht stehende klüftige Wände. Das untere Mittelturon ist ein Schich- ten/Aig, welcher nur desshalb hier erwähnt wird, weil er orographisch so deutlich zu Tage tritt. Es enthält durchwegs dünnplat- i>\ t8 tö m w w ^ -J OQ o» o o o; 82 tige, grauliche, als Bausteine unverwendbare Pläner, die stellenweise weichere, stellenweise etwas festere der Verwitterung mehr widerstehende Lagen führen. Namentlich die obersten Bänke, welche die Fläche der ersten Terrainterasse bilden, sind etwas kalkreicher und fester und gewiss auch die Ursache, welche die Bildung dieser Terasse veranlasste. Im westlichen Theile des Gradkartenblattes bildet diese Schichtenzone (die indessen kaum eine geologische Berechtigung hat), das Plateau des rechten Chrudimka-ufers von Chrudim au über Tunechod, Koci, Hrochovä Tejnice, Chroustovic, Mestec, Uhersko. Doch erst bei Rosic und Podlazic beginnen sich diese weicheren Planer orographisch deutlich anzuzeigen, indem sie eine 35 bis 40™- hohe Terrainstufe bilden, welche unvermittelt unter ziemlich bedeutendem Böschungswinkel über der Fläche des Uuterturons sich erhebt. Der Verlauf der Böschung oder des Abfalles dieser ersten oder tieferen, auffallend deutlichen Terrainterasse zieht sich zwischen Bor und Zaluzan (S Chroustovic) und geht über Podhürka, Eoubovic, Belä, Radim, Losic, Jensovic abermals nach Losic (0) über Voletic, bildet die Terrainterasse Klapatka, setzt O von Bily Konicek (Weissrössel) über Doubravic, Lestina (TF"), Rybnicek (0 von Mokrä Lhota), dann von Nove Hrady über Volsan, gegen Lubnicek, Poric, Zrnetm und W von Lubnä fort, bis ausserhalb des Kartengebietes gegen Policka, wo die stufenförmige Erhöhung des Plänerplateaus noch ganz deutlich ist. Am Steilgehänge des Thaies der stillen Adler zwischen Hrädek und Sudislav sind diese Schichten orographisch nicht ausgeprägt, wohl aber erkennt man sie nach ihrer Auflagerung über den festeren Bauplänern. Die grauen dünnplattigen Pläner sind aber nur in den oberen Lagen kalkig, in den tieferen Schichten aber so weich und so merglig, dass sie im Gehänge zerbröckeln und frisch gebrochen an der Luft in kurzer Zeit in ganz kleinen Gruss zerfallen, welcher nachher durch Frost, Sonnenschein und Regen so gelockert wird, dass er befeuchtet sich als eine lettig erdige Masse darstellt. Im Thalgehänge der stillen Adler werden diese Mergel seit vielen Jahren gegraben und in der Umgebung als mineralisches Dung- mittel auf sandigerem Boden mit Vortheil verwendet. Die Schichten des Mittelturons sind den im Flussgebiete der Iser so gut charackterisirten sogenannten Iserschichten (Isersandsteinen) äquivalent. Dieselben bilden eine zweite oder obere Terasse, deren relative Höhe im Mittel 40'"- beträgt. Diese zweite oder höhere Pläuerterasse besteht in ihrem tieferen Theile aus grauen dünnplattigen, wohl auch mergligen und dann bröckeligen Plänern mit kugeligen Concretionen oder linsenförmigen Schichtenlagen oder mit einzelnen ziemlich aus- gedehnten Lagen von kalkigem Pläner. Diese Einlagerungen erscheinen um so häufiger, je höher man in der Terassenstufe hinaufgelangt. Der obere Terassenrand, sowie das ebene Plateau besteht dann fast durchgehends nur aus dem erwähnten kalkigen Pläner, der in den Steinbrüchen oder an andern entblössten Stellen ziemlich dickplattig und durch senkrechte Klüfte abgesondert erscheint. Da der ziemlich steile Abfall der Stufe unbewachsen ist, kann man in demselben den Übergang der tieferen dünnplattigen und mergligen Schichten durch Wechsellageruug in die oberen kalkigen Schichten verfolgen. 83 Gerade so wie die tiefere Terassen stufe ilnou Charakter dem Umstände verdankt, dass etliche festere kalkige Pläuerschichten die ebene Fläche der Stufe bilden, eben so ist die Plateaubildung der zweiten Terassenstufe auch nur eine Folge der grösseren Beständigkeit der oberen Plänerkalkschichten. In den eingelagerten Plänerkalkkugeln, sowie in den kalkigen festeren Plänern überhaupt finden sich, wenn auch nicht in solcher Häufigkeit wie bei Lei- tomysl, Krebsscheeren der Gattung Callianassa. Das häufigere Vorkommen dieser Krebsart ist für die kalkigen Iserpläner und für die sandig kalkigen Pläner (Isersandsteine) charakteristisch. Aus dem festen Calliauassen-Plänerkalk sind alle Gebäude der darauf zerstreuten Ortschaften aufgebaut. Der frische Pläncrkalk ist grau, der durch Atmosphaerilien aus- gelaugte aber gelblichgrau, in kleine Quader brechend, sowie ziemlich fest und haltbar, entgegen den zum Bau untauglichen tieferen, dünnplattigen Plänern. Diese Plänerkalke führen stellenweise auch Markasitconcretionen. Im Gebiete der steilen etwa 110— 120"'- über der stillen Adler erhöhten Thalgehänge sind die Pläuerschichten dieser Stufe unten dünnplattig und grau, gegen oben mehr kalkig und fest, als Bausteine verwendbar. Wenn auch diese höheren, im frischen Zustande lichtgrauen Plänerkalke, welche das Gebiet des Plateaurandes einnehmen, ein hohes Niveau in der Stufe des Mittelturons bilden, so schliessen sie diese Abtheiluug gegen oben doch nicht ab. In dem Gebiete des Loucnäbaches zwischen Zämrsk, Hoheumauth und Leitomysl folgen über diesen lichtgrauen Plänerkalken ebenso dickbänkige, weissgraue äusserst feinsandige Pläner- kalke, welche einen ausserordentlichen Reichthum an Callianassa-Resten bergen. Es sind das die echten sogenannten Isersandsteine, die den Gebilden bei Turnau in allem, selbst in der Bildung von steilen Kluftformen ganz ähnlich sind. Je höher nun diese Schichten liegen, desto zahlreicher sind in denselben die Callia- nassen, so dass in dem Gebiete der Stadt Leitomysl selbst, wo die höchsten Schichten dieser Stufe entblöst sind, diese Plänerbildungen als sandiger Callia- nassenkalksteiu bezeichnet werden könnten. Nirgends findet mau eine bessere Gelegenheit zur Beobachtung der Thatsache, dass die Callianassenreste um so häufiger im Mittelturon auftreten, je höher die Schichten sind, als eben hier. Der steile Rand der Terrainterasse, welcher bei Neudorf (Zämrsk) und Jauovicky die Alluvionen der Loucnä untersetzt, und wo die Schichten neben der Neigung nach NO auch schwach gegen N einfallen, zieht sich als ein deutliches von Weitem sichtbares und erkennbares Terrainmerkmal mit seinem Rande über Vraclav (Ka- menecplatte), Vinary, Stenec (0), Srbec (0), Domanic, Stremosnic, Doubravic (0), Dvofisf, Libejcina, den oberen Theil von Lestiua, Podhofany, Priluka, Chotovic, Makov, den unteren Theil von See, Chotenov, Mladocov, den unteren Theil von Desnä, den mittleren Theil von Lubnä bis Siroky Dül. Selbst N von Policka und S von Lesnik etwa bei Hanov ist diese Terrainstufe bemerkbar. Wie schon mehrfach erwähnt, bilden beide Stufen, nämlich das Unter- und das Mittelturon im Thalgebiete der stillen Adler eine steile Uferwand. Eine Eigen- thümlichkeit der oberen kalkigen Planer besteht hier noch darin, dass sie stellen- weise mehr kalkig, stelleuweisse wieder mehr mergelig und mit Fucoiden ähnlichen gegabelten Formen besprenkelt erscheinen. Hie und da aber schliessen sie Concre- 84 tioneu eiues festeren klemkrystalliuisclieu grauen kaum mergeligen Kalkes ein. Die sonst flachen Schicliteu haben nur N bei Sv. Mikulas (unweit Yraclav) also nahe an den Orten, wo sie unter dem Loucua- Alluvium verschwinden, eine Neigung von 10—15" nach ONO. Die oberturoneu Schichten, die ein Acquivalent der Teplicer Pläner dar- stellen, nehmen orographisch die tiefste Lage der Plänermulde ein, geologisch aber bilden sie die höchste Schichtenlage derselben. Sie sind nur in dem Gebiete der Loucna-Niederung, welche die Muldensohle einnimmt, verbreitet. Bei Leitomysl nehmen diese oberturoneu Schichten nur eben die Niederung der beiden Ufer der Loucna ein ; gegen Hohenmauth erweitert sich aber der von diesen Schichten ein- genommene Raum so, dass dieselben Avestlich bis an die Strasse von Leitomysl über Hohenmauth nach Zamrsk reichen, östlich aber über Bohiiovic, Netreby, Hermanic in gerader Richtung gegen Choceh sich ausdehnen. Li der IMuldensohle zwischen Hohenmauth und Choceii sind sie durch AUuvien verdeckt; bei Hohen- mauth aber bilden sie wallartige oder kuppige Hügel bis zur relativen Höhe von ÖO""- Diese oberturoneu PLäner lassen sich schon durch ihre bläulichgraue Farbe und mergelige Beschaffenheit von den oberen Schichten des Mittelturons, die mehr kalkig, ziemlich fest und durch Callianassenreste ausgezeichnet sind, unterscheiden. Nur die tiefsten Lagen des oberturoneu Pläners, sind dicht, fest und klingend, nicht leicht bröcklig, als Bausteine aber nur desshalb weniger benützt, weil die Schichtenbänke nicht die Mächtigkeit der unmittelbar darunter liegenden fein- körnigen sandig-kalkigen Callianassenpläner besitzen. Diese tiefsten festen bläulich- grauen Bänke, deren Auflagerung auf dem Mittelturon SOS von Hohenmauth, bei Cerekvic, Läny unweit Leitomysl deutlich zu sehen ist, enthalten keine Spur mehr von Callianassen, dafür aber häufige Reste des grossen Inoceramus Brougniarti. So fest die tiefsten Bänke auch erscheinen, so gehen sie doch allmählig gegen oben zu in ganz dünuplattige mergelige Pläner über, welche leicht zerbröckeln und in den obersten Lagen durch Feuchtigkeit lettig mergelig werden. Diese mergeligen, oberen Plänerschichten nehmen W von Choceh und NO von Zamrsk das Terrain am Rande der Karte ein und bilden die kuppigen Hügel ; in ihrem äusseren Aussehen sind sie ganz denjenigen mergligen Planern ähnlich, die sich zwischen dem Unterturon (Baupläner vom Weissen Berge) und dem Mittel- turon (Iserkalkpläner oder Isersandsteiu) in dem Gebiete des Gradkartenblattes Hohenmauth-Leitomysl an zahlreichen Stellen entblösst vorfinden. Allein in den genannten Hügelkuppen scheinen dunkelgraue Anflüge von manganhaltigem Limonit in den Klüften dieses oberturoneu Pläners ein gutes Unterscheidungsmerkmal gegen den tieferen Horizont des ganz ähnlichen Gesteines anzudeuten. Höhere Stufen des Kreidesystems kommen in diesem Gebiete nicht vor. Die höheren Flächen des Plänerterrains sind häufig mit Schotter oder Kies bedeckt. Die Schotterbänke wechseln bedeutend in ihrer Zusammensetzung, wesshalb auf diese lokalen Ausbildungen hier Rücksicht genommen wird. Zwischen Hohenmauth und Leitomysl ruhen die Schotter auf Oberturon- Dieselben sind NO von Cerekvic sowohl aus Quarz- als auch aus Plänerkalk- 85 geschiebeii der mittelturoueu Stufe (Iserkalk, Isersaiidsteiu) zusammengesetzt; die oberen Lager aber bestehen aus feinkörnigem weissem Sand, in welchem nur selten Streifen von weissem Quarzkiese eingelagert sind. N von Srub, knapp ausserhalb des Rahmens der Karte liegen über den weichen oberturonen Plänern, Schotter- bänke, die aus weissen Quarzgeröllen so wie aus Cxeschieben von blassgelblich- grauem Iserkalkstein (Iserkalkpläner) bestehen, zu denen sich noch Gerolle von Gneus beimengen. Bei Nova Ves unweit Zämrsk und an allen Orten auf dem niedrigen Terrainwalle zwischen dem Loucnä und Neuschlosser Bache in der Richtung Vostrov- Moravany bestehen die Schotter aus feinem weissen Sande mit grösseren Geschieben von Iserkalkpläner nebst etwas Quarzgeröllen. An ersterem Orte tritt auch noch Kieselschiefergeschiebe hinzu. An allen diesen Orten jedoch kommen Bänke vor, die nur aus Geschieben des festen kalkigen Pläners des Mittelturons bestehen und in Lehm oder sandigen Lehm eingebettet sind. Je weiter gegen Westen, desto mehr nimmt der Lehm besonders in den oberen Schotterbänken ül)erliaud ; auch die Bänke des feinen Sandes werden lehmig, so dass die bei Zämrsk noch deutlich schotterige Decke ihren sandig schotterigen Charakter einbüsst und in einen Lehm übergeht, in welchem Kies- und Pläner- kalkgeschiebe bald häufiger, bald blos untergeordnet auftreten. Derartige lehmige Schotter, wie namentlich bei Dvakacovic sind dann schwierig auszuscheiden, weil es schwer zu entscheiden ist, ob dieselben mit der Schotter- oder mit der Lehm- farbe anzudeuten wären. Bei Topol, Koci, Tribubny ''^) sind die Lehmmassen gegenüber den darin nur zerstreut eingebetteten Kies- und Plänerkalkgeschiebcn so vorherrschend, dass die Decke auf der geologischen Karte als Lehm ausgeschieden ist. Nur dort, wo solche mit Schotterbrocken gemengten Lehme auf einen tieferen Horizont herabgeschwemmt worden sind, erscheinen sie rein und ungemischt. Dieses Verhältniss zeigt sich bei Tribubny (0 bei Chrudim) deutlich. Auf der Plateaufläche kommen also die mit Geschieben gemengten Lehmen, an den Lehmen aber, nämlich in den tieferen Lagen, wie bei Koci und Vorel die reineren, abge- schwemmten Lehmlager vor. Die lehmige Beschaffenheit der Schotter erklärt sich einfach aus ihrer Entstehung. Im östlichen Theile, also bei Hohenmauth, wo die festen mittelturo- uischen Kalkpläner theilweise zur Bildung der Schotterbänke beigetragen haben, ist die Beschaffenheit derselben verhältnissmässig wenig lehmig. Im Westen aber (0 von Chrudim), wo nebstdem auch die dort ausgebreiteten weichen Pläner- schichten in Geschiebeform zusammeugeschwemmt erscheinen, erhielten sich nur die Quarz- und Iserkalkgerölle in ihrer Form, die weichen Pläner zerfielen aber mit der Zeit zu Lehm, der dort demnach vorwiegt. Nördlich vom Loucnäbache, hart an der nördlichen Gräuze des Grad- kartenblattes enthalten die Geschiebeanhäufungen deutliche Sand- und Schotter- bäuke, und ganz sparsame Geschiebe des Iserkalkes. Die kalkigen Callianassenpläner des Mittelturons verwittern in ihren Schichten am Ausbisse gelbbraun, mit der Farbe der lehmigen Ackererde. Es kommt daselbst jedoch zu keinen Lehmblagerungen, ausser iu der Nähe der Loucuädepression. 86 Die meisten Lehme der Niederung des Loucuabaches sind aus aufgelösten weichen Plänern des Oberturons entstanden. Sie bedecken entweder das Oberturon oder die Schotterbänke auf den Hügelkuppen in dieser Niederung. Nur in einem Gebiete findet man auch am festen mittelturonen Plänerkalk eine mächtige Lehm- decke, und zwar an der sanften Abdachung zwischen Vraclav und Cerekvic. Hier sind die Lehme die Reste der ausgelaugten kalkigen Pläner und sind offenbar au dieser sanft geneigten Fläche herabgeschwemmt worden. Es ist überhaupt keine seltene Erscheinung in Böhmen, Lehme auf den gegen geneigten Gehängen abgelagert zu finden, wenn die zur Lehmbildung günstigen Verhältnisse, so wie hier, zusammenwirken. ZWEITER THEIL. SPECIELLE PETROGRAPHISCH-MINERALOGISCHE UNTERSUCHUNGEN VON RUD. HELMHACKER. I. Die petrographische Beschaffenlieit einiger Gesteine des Eisengebirges. lu diesem Absclmitte werden einige für eine nähere Untersuclmng wichti- geren Gesteine, namentlich Gesteine eruptiven Ursprungs, ihrer petrographischen Beschaffenheit nach, beschrieben, nachdem die anderen gewöhnlicheren Gesteine schon bei der geologischen Beschreibung des Gebirges, mit ihren entsprechenden, kurz angedeuteten Merkmalen berücksichtigt werden. Es zerfällt dieser Abschnitt in die Beschreibung der krystalliniseh schief- rigen, dann der krystalliniseh massigen Gesteine, uebstdem ist auch ein klastisches Gestein aufgenommen worden. Namentlich ist es die Gruppe der Porphyre, Diorite und Corsite, welche hier ausführlicher behandelt wird. Krystalliiiisch schiefrig^e Gesteine. Amphibolgneus. Dieses Gestein findet sich besonders gut entblösst in der Doubravlvathal- schluclit zwischen Eonov (S) und Mladotic. Die ganz deutlichen Schichten, welche nach 4V4'' mit 42^* verflachen, also parallel mit dem Eisengebirge streichen, sind entweder ganz typischer Syenitgneus oder sie enthalten Biotit in accesorischer oder so zunehmender Menge, dass sie dadurch in Biotitgneus übergehen, mit welchem sie dort auch wechsellagern. Doch ist der Amphibolgneus vorherrschend. Sowohl der Amphibolgneus, als auch der an weissen Orthoklas und Quarz reiche schiefrige Biotitgneus enthalten accesorisch Granat in grosser Menge. Die Granat- körner sind recht gross, meist mehr als nussgross. Der Syenitgneus zeigt ein kleines bis mittleres Korn und schiefrige Textur, wenn er keinen Biotit enthält; durch theilweise Vertretung des Amphiboles durch Biotit erscheinen die Gemengtheile deutlich mittelkörnig, aber wie flasrig, was beim schiefrigeu Biotitgneus oft der Fall ist, indem die schiefrige Textur als schiefrig flaseriggestreckte ausgebildet ist. Der Quarz und Orthoklas ist immer weiss, in kleinen Stückchen durch- sichtig, zuweilen ist auch gestreifter Plagioklas in dem weissen Gemenge sichtbar. Der Amphibol ist dunkelgrün oder schwarzgrün. Um zu bestimmen, ob in den weissen Körnern zwischen dem Amphibol, Orthoklas oder Plagioklas (Oligoklas) der vorherrschende Gemengtheil neben Quarz ist, wurden die weissen Körnchen (die aber trotzdem durch Spuren noch anhän- genden Amphibols verunreinigt waren) auf den SiOg-Gehalt untersucht. Es gaben •3 g. davon einen Glühverlust von "6470 und 66"91°/o SiOa- Es ist also die Menge des Orthoklases und Quarzes doch eine ziemlich ansehnliche, wenn auch der Pla- gioklas in nicht ganz unbedeutenden Quantitäten mit auftritt. Ein Dünnschliff des Syenitgneuses , dessen längste Amphibolaggregate jy^mm. Bi-eite hatten, zeigte u. d. M. etwas kleiner geformte Aggregate der weissen durchsichtigen Mineralien. Lappig zertheilte Prismen von dunkel bouteil- leugrüneu Amphibol, nur Spaltbarkeit und keine Faserung zeigend, halten das Gleichgewicht mit kleineren Aggregaten, die aus Körnern bis l"'"" Grösse bestehen. Im polarisirten Lichte zeigen die durchsichtigen Körner durchaus gleiche intensive Farben, wodurch der sonst satter farbige Quarz von dem weniger satt gefärbten Orthoklas nicht zu unterscheiden ist. Nur nach der Form der Körner können die 92 melir abgeruudct polygonalen auf Quarz, die länglichen auf Orthoklas bezogen werden. Ganz untergeordnet tritt hie und da auch ein grosses Plagioklaskoru mit Zwillingsstreifung und eben so satter Färbung zum Vorschein. Auch etliche Biotit- querschnitte von grünlichbrauner Farbe erscheinen in dem Gemenge. Der Amphibol zeigt bedeutenden Pleochroismus. — Ein anderes Praeparat des Syenitgneuses mit zahlreichen parallelen Biotitschuppen zwischen den Amphi- bolsäulen und mit Granat, nur wenig schief zur Fläche der Schieferuug geschnitten» zeigte u. d. M. bis 3"""' breite Gemengtheile. Der grasgrüne, etwas ins bouteillengrüne geneigte Amphibol bildet lappig zertheilte Prismen ohne Faserung; der Biotit bouteillengrüne Lappen, wenn der Schnitt ziemlich parallel zur Spaltungsfläche geht, sonst aber wenn derselbe im Schliff als langes Rechteck erscheint, zeigt er blassbraune Farbe. Beide Mineralien sind stark pleochroitisch. Das polarisirte Licht lässt in den weissen körnigen Aggregaten mit bis 2 °"° grossen Körnern den Quarz vom Orthoklas der Färbung nach nicht unterscheiden, weil dieselbe bei beiden Mineralien gleich stark ist. Ein bedeutender Theil der Feldspäthe, gewiss V3 der Menge des Quarzes und Orthoklases zusammen, zeigt ausgezeichnete Streifung, ist also Plagioklas; gewise Querschnitte zeigen flecken- weise in der Streifung noch eine senkrecht durchgehende zweite Farbenbänderuug wodurch sie gegittert erscheinen. *^) Die Zwillingsstreifung des Plagioklases ist so deutlich, dass sie schon ohne Zuhilfenahme des polarisirten Lichtes hervortritt. Flüssigkeitseiuschlüsse sind häufig in den Feldspäthen und im Quarz. Ganz selten ist nur hie und da ein Magnetitkörnchen im Amphibol ein- gewachsen. Von Granat fiel nichts in den Dünnschuitt. Eine andere Varietät des Syenitgneuses zeigt bis mittelkörniger Textur, schwarze, gut spaltbare bis 2™" lange Amphibolprismen und weisse Aggregate von Quarz und Feldspath. Dazwischen sind winzig kleine hyacinthrothe, diamantglän- zende Prismen, von denen die kleinsten bei der Länge von |"™ die Breite von -3^°'"' haben, welche der Form nach wahrscheinlich auf Rutil zu beziehen wären. Das Mikroskop zeigt lappig vertheilte Prismen des Amphibols von bouteil- lengrüuer Farbe, seltene Biotitflitter und im Amphibole Körner von Magnetit als Aggregate von quadratischen Querschnitten dieses Minerales. Die Quarz- und Feld- spathaggregate bestehen aus Körnern von der mittleren Breite von 7a"""i <^^i^ Quarze und Orthoklase sind im polarisirten Lichte beide gleich lebhaft gefärbt, so das nur die Form derselben massgebend ist für das Auseinanderhalten beider Mineralien. Gestreifter, gleichfalls lebhaft gefärbter Oligoklas ist als unwesent- licher Gemengtheil sehr häufig im Gesteins-Gemenge sichtbar. Die zu Rutil ver- muthungsweise gestellten länglichen Körnchen sind nur ganz selten. Sowohl Quarz als auch beide Feldspäthe zeigen Flüssigkeitseiuschlüsse, was sonst als selbstverständlich nicht augeführt wird. 93 Gneusgranulit. V In dem terasseuförmigeu Abhauge des Eisengebirges gegen die Cäslauer Ebene ist zwischen Podhoran und Semtes verberrschend mittellvörniger Glimmer- schiefer mit untergeordnetem, tbeilweise gestrecktem Amphibolit nach 374^ bis 5^4'' mit 55"— 60" verflachend abgelagert. In dem Glimmerschiefer ist zwischen Podhoran und Semtes ein Lager von Gneusgranulit in der Mächtigkeit von 1"^ eingelagert. Dasselbe tritt inmitten der Schlucht die von Bumbalka zur Ebene herab- geht, dann etwas höher nahe bei der Häusergruppe Husi Hovno (0 von Semtes) zum Vorschein, wo einige Gruben das Streichen dieser festereu Schichte andeuten. Der Gneusgranulit besitzt eine blassfleischrothe Farbe; im Querbruche, also senkrecht gegen dessen Schichtung, zeigt er ein feines Korn von röthlichem Orthoklas in welchem thcils kleine Körnchen, oder kurze platte parallel gezogene Qiiarzlamellen, die an der Gränze des mit dem freien Auge noch Sichtbaren stehen, eingewachsen sind. Der Quarz in untergeordneter Menge auftretend, hat rauch- graue Farbe. Lange papierdünne Lagen von Quarz durchziehen das Gestein ausserdem in spärlicher Menge parallel zur schiefrigen Textur. Sonst weiset der Querbruch nichts mehr auf. Der schiefrige Bruch parallel der Schichtung des Lagers zeigt einen durch ganz kleine Muscovitschüppchen, die sich jedoch nicht ganz berühren und zwischen sich noch die blassfleischrothe Farbe des Orthoklases hervortreten lassen, bedingten schimmernden Glanz. Diese Schieferungs-Brüche zeigen auch eine Anlage zur Streckung der Gemengtheile. Der Muscovit muss deumach nur als accesorischer Gemeugtheil betrachtet Averden ; das in die Gruppe des Gneuses gehörige Gestein enthält keinen Granat, obwohl andere deutlicher körnige Varietäten eines ähnlichen Gneuses, welche untei-geordnet schlierenartige Schichten im Biotitgneus von Starkoc bilden, Granatkörner enthalten. Das Auf- treten von Muscovit muss für ein Gestein, welches mit Granulit verglichen wird, als ein ungewohntes bezeichnet werden. Ein Dünnschliff quer zur Schieferung des Gesteines, oder normal zur Richtung der Schichtung angefertigt, zeigte bei Vergrösserung u. d. M. im Mittel 72°"" breite polygonale Querschttitte von Orthoklas, die nach einer Richtung unvollkommen gelagert waren. Durch langgezogene Quarzlagen oder flache Quarz- köruer von der Dicke etwa von J""", die entweder aus einem Individuum bestehen, da sie im polarisirten Lichte nur einerlei Farbe zeigen, oder auch ein Aggregat vorstellen, ist die plane Paralleltextur angedeutet. Der Orthoklas herrscht bedeutend über den Quarz vor. Zwischen den Orthoklaskörnern erscheinen noch blassgrünlich- graue, Stäbchen von INluscovit von s'ö'"'"- Dicke (Schnitte parallel zur krystallo- graphischen Achse) sowie ganz dünne, ebenso unvollkommen parallel zerstreute Haematitquerschnitte wie auch ganz seltene Erzkörnchen, vielleicht dem Magnetit angehörig bis -V"'"' breit. Ein Dünnschliff parallel zur Schieferuug zeigt beinahe durchgängig regellos aggregirte Orthoklaskörner der eben angeführten mittleren Grösse von y'2""", dazwischen hie und da etwas Quarz und Muscovitläppchcn bis zur Breite von i""". Auch kommen hyaciuthroth durchscheinende Hämatitschuppen vor meist ein- zeln verthleilt und stellenweise Andeutungen hexagonaler Umrisse zeigend, dann 94 findet sich auch in gewissen, zur Streckung des Gesteines parallelen Lagen Erz- (Magnetit) staub vertheilt. Die ganz kleineu, jedoch nicht die kleinsten Erzstaub- körnchen haben die Breite von ^^,„"""- Z^Yillinge von Orthoklas, sowie gestreifte Plagioklase Hessen sich nicht nachweisen. Porphyroid. Unter diesem Namen werden den Quarz- und Felsitporphyren ähnliche, jedoch schielrige Gesteine bezeichnet, die demnach eine felsitische Grundmasse mit ausgeschiedenen parallel gelagerten Krystallen besitzen. Nur dasjenige Gestein, welches mit Gneus im Zusammenhange vorkommt, wird hierher gestellt, während andere ganz an Porphyroide erinnernde Gesteine bei Lukavic (S von Chrudim) zu den echten Quarz und Felsitporphyren gestellt werden, mit denen sie genetisch verbunden sind. Das Porphyroidgestein unter der Burgruine Lichnice und Podhrad (Ruine Lichtenburg, Ronov) bildet im Gneuse untergeordnete Schichten und übergeht in echte Gneuse. Solche Übergangsgesteine sind von Zbislavec (Sträne) angefangen bis über Hostetinky im Zuge des steilen Abfalles des Eisengebirges gegen die Ebene von Cäslau sehr verbreitet. Auf der Karte erscheint jedoch der Porphyroid bei Lichnice wegen dem zu kleinen Maasstab der Karte nicht ausgeschieden, sondern als Gneus bezeichnet. Das deutlich schiefrige compacte Gestein hat eine dunkelgraue Farbe mit stellenweise hervortretenden gestreckten kleinen Flasern von röthlich oder weisslich gefärbtem Orthoklas, oder röthlich weissen Lagen. Die eingewachsenen Krystalle von rauchgrauem Quarz und blass fleischrothem Orthoklas sind meist klein, bis 2°"" lang; nur selten sind centimeter lange Orthoklaskrystalle von weisslicher Farbe ausgeschieden. An dem ziemlich ebenen Bruche schimmern Biotitschüppchen, welche gleichfalls eine Streckung des Gesteines andeuten. Die Grundmasse ist sehr feinkörnig, demnach nicht völlig felsitisch, im Bruche splittrig. Ein ziemlich nahe parallel zur Schieferungsrichtung hergestellter Dünn- schliif zeigt eine körnig aggregirte Orthoklasgfundmasse, deren Individuen von polygonaler Form im Mittel g'x,"'"' Grösse erreichen. In der Grundmasse ziehen sich schlierenartige, ziemlich parallele, jedoch lappig vertheilte Züge von Biotit- aggregaten. Diese Biotitaggregate bestehen aus im Mittel Jy"""" breiten Biotit- schuppen von bräunlich bouteillengrünem Biotit; die Schuppen sind einander stellenweise mehr genähert, während sie sich wieder anderweitig von einander so entfernen, dass sie beinahe ohne Zusammenhang erscheinen. In dem kleinkörnigen Gemenge mit recht deutlich angezeigter planer Paralletextur sind häufig deutlich oder undeutlich hexagonal begränzte, im Mittel -^""^ breite Quarzkörner aber auch längliche solche Quarze anzutrefien. Nachher erscheinen Orthoklaskörner, manche auch als Zwillinge entwickelt, einige auch mit rissig paralleler Streif ung ^*) versehen. Plagioklase kommen in ausgeschiedenen Körnern auch, jedoch vcrhältuissmässig selten vor. Stellenweise erscheint im Biotit auch ein schwarzes Erzkorn vereinzeint eingewachsen. Flüssigkeitseinschlüsse sind in den eingewachsenen Krystallkörnern sehr häutig. 95 Glimmerschiefer. Dieses Gestein ist sehr verbreitet ; insbesondere ist der kleinkörnige Glim- merschiefer mit vollkommen eben- und dünnschiefriger Textur im dem Steilabfalle des Eisengebirges gegen die Caslauer Ebene entwickelt, wo demselben Amphibolite eingelagert sind. Der Biotit-Glimmerschiefer bricht stellenweise in bis Quadrat- meter grosse Platten ; die dünnsten kleineren Scherben würden selbst einen dicken Dachschiefer abgeben, da selbst ö""""- dicke Spaltungsstücke 7ai erlangen sind. An den Schieferungen, welche die Fläche der Biotitschuppeu zeigen, ist eine undeut- liche Streckung bemerkbar; im Querbruche zeigt sich das sehr feinkörnige Quarz- gemenge mit den parallel gelagerten Biotitschüppchen. Das Gestein übergeht stellen- weise in Amphibolitschiefer mit deutlicher Streckung. Ein parallel zur vollkommen ebenen Schieferung hergestellter Dünnschliff von Bumbalka bei Serates zeigte u. d. M. ein körniges Aggregat von | — 1"°» breiten Quarzkörnern und fetzenartigeu, ebenso grossen Biotitschuppen von brauner Farbe, welche die Tendenz zeigten, nach einer Richtung sich häufiger an einander zu schliessen, als dies normal auf diese Richtung der Streckung der Fall wäre. Zwischen der Gemenge-Masse, sowohl im Quarz, als auch im Biotit sind strichweise entweder staubartige oder zu winzigen Aggregaten vereinigte Erzkörnchen reichlich ein- gestreut. Die quadratischen Querschnitte derselben deuten auf Magnetit. Bei der gänzlichen Durchsichtigkeit des nicht getrübten reinen Gemengtheiles nämlich des Quarzes und der starken Färbung im polarisirten Lichte ist auf die Abwesenheit des Orthoklases als accesorischen Gemengtheiles zu schliessen. Die Erkennung von Orthoklas neben Quarz hätte im polarisirten Lichte seine Schwierigkeiten, da Orthoklas, wenn derselbe ganz frisch ist, völlig gleich lebhaft sich färbt wie der Quarz. Oligoklas wurde natürlicher Weise auch nicht angetroffen. So leicht sich diese Dünnschliffe parallel zur Schieferung auch anfertigen lassen, so misslingen diejenigen, welche man normal zur Schieferung anzufertigen bestrebt ist, so dass die Dicke der Biotitschuppen unbekannt bleibt. Phyllit. Die näher untersuchten Phyllite (Glimmerschieferphyllite) stammen von der Hlinsko-Skucer Schieferinsel und zwar von deren südlichem Theile her, w^elcher dem Gneuse und Granite genähert ist. Diese Phyllite verflachen hier {ONO Hlinsko, S Skuc) vorherrschend nach NNO und enthalten stellenweise verkieselte Schichten, die demnach zu Lydit umgewandelt sind. Die reinen Phyllite von lichtgrauer Farbe sind an der Südgränze der Schieferinsel etwas weniger häufig als die Staurolith führenden Schiefer. S t a u r 1 i t h p h y 1 1 i t. Die meisten Abarten davon finden sich bei Kladne (von Hlinsko an der Hlinsko-Krounaer Reichsstrasse 5-8 Kilom. ONO entfernt). Der Phyllit in der Schlucht, die von Vojtechov südlich heraufgehend die Strasse, welche daselbst 96 eiueu Bug macht, ^'4 km NW von Kladue, übersetzt, ist ganz deutlich eben- flächig geschichtet, mit wecliselndem aber doch vorherrschend NNO Verflachen. Der lichtgraue beinahe sehr vollkommen spaltende I'hyllit hat auf der Schieferungsfläche entweder eine gedrängt stehende parallele Linierung, oder eine deutliche nach einer Linie gerichtete schwache Runzelung. Hie und da bemerkt mau schwach bräunliche Färbungen, welche von dünnen Häuten von Biotitschuppen herrühren. Die ganz ebenflächigen, linirten Phyllite zeigen sehr zahlreich ganz kleine schon dem blossen Auge oder erst bei Yergrösserimg sichtbare schwarze Punkte, welche meist höckerig hervorragen und die Grösse von Vs""" ^i^ ^'ö™"" besitzen. Die grösseren sind Staurolith, die kleineren ]\Iagnetit. Auch Granatkörnchen finden sich, jedoch nur ganz spärlich vor. Die runzlig geradlinig gefalteten Phyllite, oder ilie nur ebenschiefrigen, insbesondere V2 ^^^^ ^^ oder NW von der obenerwähnten Strassenbieguug in der Vojtechover Schluchtdepression zeigen, abgesehen von den winzigen Magnetitpünktchen entweder vereinzeinte Staurolithkryställchen 4—5 auf der Fläche von 1 □ cm oder selbst stellenweise in grösseren Flecken so an einander gehäufte Kryställchen, dass an gewissen Stellen deren bis 80—120 auf die Fläche 1 n cm. entfallen. Doch sind solche Stellen immerhin nicht häufig anzutreffen. Die Staurolithprismen aus dem Bruche W von der Strassenbieguug bei Kladnc, dann auch N und S von der Strasse zeigen bei einer Länge von bis 2mm. j^e Breite von ^j^'^'^ Die Farbe ist bräuulichschwarz. Die herausgekratzteu undurchsichtigen Kryställchen haben Glasglanz und zeigen die Form GoP. PcO. OOPOO.OP. Einige zeigen trotz ihrer Kleinheit eine wenn auch nicht sehr deutliche Spalt- barkeit nach 00 P CO , natürlich erst unter dem Mikroskope. Die Kryställchen ritzen Quarz, haben demnach die Härte von l^j^. Wenn nicht alle, so erweisen sich doch die meisten Kryställchen als Zwil- linge der eben angeführten einfachen Form nach %P%. Die wenig glänzenden Flächen sind nicht gänzlich eben. Unter dem Mikroskop gemessene Kantenwinkel gaben: ooPiooPoo vorne: 113M5' (statt 115M7') ooP: ooP 00 hinten 113M2'; dann ccP: coP vorne: 132« 59' (statt 129° 26'), (xP: ooP hinten 132° 30'. Die Abweichung der gemessenen Werthe von den richtigen ist im Vergleich zur Un- ebenheit und Kleinheit der Flächen eine nur unbedeutende zu nennen. Vor dem Löthrohr bleibt das Mineral unverändert. Die Phyllite und Staurolithphyllite enthalten keine Quarznester, auch nicht sichtbare dünne Quarzlagen im Querbiuchc, so dass irgend ein Glimmer der Haupt- gemengtheil derselben ist.*') Dünnschliffe lassen sich nur nach der Bichtung der Schieferung anfertigen. Da zeigen nun Dünnschliffe bei Vergrösserung auscrordentlich zahlreiche sich deckende Schuppen von Muscovit (Sericit), zwischen welchen einzelne Biotit- schuppen, oder ganze aus Schuppen bestehende Aggregate die lichte, schuppige Masse verdunkeln. Zwischen die parallelschuppige Masse, in welcher Quarz oder ein anderer Gemengtheil entweder ganz fehlt oder in so untergeordneter Menge vorkömmt, dass derselbe durch die Schuppen verdeckt wird, findet sich ganz regellos Magnetitstaub eingestreut. Die Magnetitkörnchen von ganz unscheinbaren 07 Punkten augefangen, bis zur Grösse von g'^™- und noch darüber, zeigen meist quadratische Querschnitte. Man kann deren an Orten, die keinesfalls zu den reichsten au Magnetitstaub gehören, 250 — 300 auf der Fläche von 1 □ mm zählen. Nur verhältnissmässig vereinzeint finden sich braune durchsichtige Staurolithprismen in dem schuppigen Gemenge. Allein auch die Staurolithe sind nie rein, auch dieselben enthalten Magnetitstaub in Körnchen bis zu -eV""""- Breite eingewachsen. Andere Gemengtheile, ausser stellenweise aber recht selten, nur in gewissen Dünnschliffen eingewachsenen rundlichen kleinen Körnchen von Granat von kaum merkbarer, blass rosenrother Farbe können in dem Gemenge nicht nachgewiesen werden. — Im polarisirten Lichte zeigen die einzelnen Muscovitschuppen, deren nicht vertikalen Achseurichtungeu nicht orientirt sind, verschiedene Farben , wodurch ihre mittlere Grösse von ,l — t'o""'' bestimmt werden kann. Der Staurolith zeigt Aggregatpolarisation; dieses Verhalten würde nicht so sehr Eigenschaft des Stau- rolithes, als vielmehr der darin zerstreut eingewachsenen Muscovitschuppen sein. Als Belege dafür, dass zur Zusammensetzung des Phyllites vornehmlich der Muscovit beiträgt, dient das Verhalten vor dem Löthrohr. Der Phyllit blättert sich nämlich ganz unbedeutend auf, ist beinahe unschmelzbar und wird nach Verlust der grauen Farbe silberweiss. Andalusitphyllit. An anderen Orten nahe der Granit- und Gneusgränze finden sich die unter- silurischen Grauwackenschiefer in Andalusitschiefer ungewandelt. Vornehmlich sind diese Gesteine in den Eisenbahneinschnitten und W von Hlinsko entblösst. Eine Probe des Gesteines in der Nähe des Bahnhofes von Hlinsko, nahe der Granit- gränze stellt einen dunkelgrauen unvollkommen schiefrigen Phyllit (Thonschiefer- Phyllit) vor, dessen Schieferungsfiächen kurze wellig gebogene Runzeln zeigen. Der Glanz ist an solchen Flächen ein matt seidenartiger. In der scheinbar dichten Phyllitmasse, ohne alle noch so kleinen Quarzeinschlüsse, welche ziemliche Festigkeit besitzt, finden sich kleine Wülstchen oder Höckerchen, dann aber por- phyrartig eingewachsene Andalusitkrystalle, welche in Bruchflächen auftreten. Die Wülstchen und Höckerchen sind auch Andalusitkrystalle, deren Krystallflächen jedoch mit der Phyllitmasse, eigentlich sehr zarten parallelgehäuften Biotit- schüppchen bedeckt zum Vorschein kommen. Die stark glasglänzenden Andalusit- bruchflächen oder wenn eine Spaltung nach oo P erfolgte, also Spaltungsflächen erweisen sich als ganz durchsichtig und blass rosenroth gefärbt, demnach nicht so umgewandelt, wie es die meisten weissen undurchsichtigen Chiastolithe schon sind. Die Spaltung nach co P ist mehr als vollkommen, zufolge der ebenen Beschaffenheit der Flächen und auch vermöge der irisirenden Farbentöne im Inneren der Krystalle parallel den Spaltungsflächen, welche letztere Eigenschaft immer einen bedeutend vollkommenen Grad von Spaltbarkeit andeutet. Dann und wann aber tritt ein Andalusitquerbruch zum Vorschein; dann ist in dem quadra- tischen Bruche das schwarze Schieferkreuz zu sehen, wesshalb diese Andalusite zur Varietät Chiastolith gehören. Trotz der frischen Beschaffenheit der Krystalle 7 98 erreichen sie doch nicht die Härte des Andalusites (7— TVa) sondern zeigen den geringeren Härtegrad des Chiastolithes. Die Länge der ausgeschiedenen Andahisitkrystalle beträgt selbst mehr als 1<="'- , die Breite bis zu Vs*""' '■> f^ie meisten Krystalle sind jedoch kleiner. Spaltuugs- fiächen zeigen unter dem Mikroskop gemessen einen an 90" sehr genäherten Neigungswinkel, der sich mit mehr Genauigkeit nicht bestimmen liess, da eben die Spaltbarkeit keine sehr vollkommene ist. Der Fhyllit selbst schmilzt stellenweise an den Kanten etwas an, was auf den Biotitgehalt desselben zurückzuführen ist. Dünnschliife zeigen eine deutlich körnige (schiefrige) Grundmasse mit aus- geschiedenen Krystallen von Andalusit. Dickere Andalusitdünn schliffe zeigen noch die blassrosenrothe Farbe, dünnere Plättchen sind durchsichtig. Meist ist die Gränze zwischen Andalusit und Schiefergrundmasse eine scharfe, was um so deutlicher ist, als die opaken oder stärker färbigen Gemengtheile derselben an den Gränzen mit den durchsichtigen Krystallen zusammengedrängt zu sein scheinen. Nur ganz selten zeigt sich ein Übergang der durchsichtigen Krystalle in die Grund- masse dadurch, dass nahe dem Bande graue Nebelflecke, mit opakem Staub darinnen, den Übergang in die Grundmasse bedingen. Manchesmal zeigen die Andalusitkry stalle nahe den Räudern vereinzeinte opake schwarze Körnchen ein- gewachsen; oder legt sich an den Rand der Krystalle etwas Pyrit an. Die Spaltbarkeit zeigt sich deutlich im Andalusite ; wenn gewisse Krystalle durch Druck der Schiefermasse etwas verschoben sind, so zeigen sie viele parallele Spaltklüften parallel oo P, welche durch wenige Querspältchen (vielleicht nach einem Piuakoide) netzförmig verbunden sind. Dann zeigen sich von den Spalten- räumeu aus die Krystalle weiss getrübt, also wahrscheinlich durch Wasserauf- nahme umgewandelt. Im polarisirten Lichte erscheinen nur die Kerne zwischen dem weissen schwachdurchscheinenden groben Netzwerk gefärbt, während eine chromatische Wirkung auf die umgewandelten Netzleisten nicht zu erkennen ist. Senkrecht auf die Achse geschnittene Andalusite zeigen das dunkle Kreuz mit der quadratisch prismatischen Mitte, welches aus einer blassgrauen feinkörnigen Masse mit nur eingestreutem Erzstaub besteht, die nicht ganz scharf von der durchsichtigen Krystallmasse getrennt ist, während gegen die Schiefermasse die Trennung eine scharfe ist. Die Kanten der Andalusitprismen zeigen keine Margi- nalausfüllung, welche mit der mittleren durch die dünnen Kreuzarme verbunden wäre; vielmehr verlieren sich diese Arme, welche von den Ecken des mittleren quadratischen Prisma ausgehen, ehe sie den Kantenrand en-eichen, in der Andalusit- masse. Das sonst dunkle Kreuz, welches aus Schiefermasse bestehend gedacht wird' demnach auch die Bezeichnung des Schieferkreuzes führt, besitzt jedoch nicht die Zusammensetzung derselben. Es besteht nur aus einer kleinkörnigen, durch diese Aggi-egation graulich erscheinenden Masse, in welcher man Andalusit zu vermuthen Giimd hat, mit eingestreutem Erzstaub, welcher wegen an gewissen Körnchen sicht- baren quadratischen Querschnitten auch Magnetit (wenigstens zum Theil) sein könnte. Gegen die Randbegränzung des Kreuzes wird der Erzstaub, in dem die Körnchen etwa 4-5^™"*- Breite haben, spärlicher, wodurch der nicht scharfe Übergang in die Andalusitmasse vermittelt wird. Die vier Sectoren zwischen den Kreuznrmen 99 sind parallel orieDtirt, da sie im polarisirten Lichte zugleich die nämlichen Farben zeigen und sich in verschiedeneu Stellungen zu der Polarisationsebene gleichmässig verhalten. Die Grundmasse, also der Phyllit ist durchaus krystallinisch. Sie besteht aus in einer Richtung oder wellenförmig orientirten durchsichtigen Körnchen, welche sich so wie Audalusitmasse verhalten ; dann Biotitschuppen , beide von ziemlich gleicher Grösse bis zur Breite von ^™™- und eingestreutem Staub eines opaken Körpers, in welchem wenigstens theilweise Magnetit vermuthet werden kann. Es ist möglich, dass auch Muscovit oder Amphibol in zarten Stäbchen in der Gruudmasse, jedoch nur in ganz geringer Menge vorkommen, weil ein im Andalusit aufgefundener Querschnitt die Vermuthung auf eines dieser beiden Mineralien lenkte. In der Nähe der Andalusite ist die Biotitmasse etwas reichlicher in der Schiefermasse angehäuft, auch nicht parallel der Schieferung gelagert, sondern scheinbar den Andalusit parallel zu seinen Begräuzungsflächen umhüllend, als wenn durch die sich ausdehnenden Andalusitkrystalle die Schiefermasse an die- selben angepresst worden wäre. Die in der Schiefermasse so häufigen braunen Biotitplättchen fehlen in dem Achsenkreuz der Andalusitkrystalle beinahe ganz, denn nur höchst spärlich findet sich ein ganz kleines Biotitplättchen in denselben. Eine Analyse und zwar eine mechanische würde nun den sicheren Auf- schluss geben, ob die opaken schwarzen Körnchen, Magnetit oder Anthracit oder beides, nämlich im Gemenge sind; ebenso könnte dadurch die muthmassliche Andalusit-Natur des durchsichtigen u. d. M. körnigen, sonst aber dichten Schiefer- gemengtheiles nachgewiesen werden, welches letztere aber auch eine chemische Analyse hinreichend klar zu legen im Staude wäre. Es finden sich aber in der schwarzen Schiefermasse noch bemerkenswerthe Eigeuthümlichkeiten, die erwähnt werden müssen. Eine Eigenthümlichkeit ist die, dass sich deutlich körnige Aggregate von Andalusit mit noch eingeschlossenen Biotitschuppen und schwarzem Staub, jedoch ohne sonderlich scharfe Scheidung von der Grundmasse vorfinden, welche Tendenz zeigen, quadratische Figuren (wenn der Querschnitt senkrecht zur Achse geht) nachzuahmen und die sich auch so ausnehmen, als wären sie die Grundmasse selbst, in welcher jedoch die färbigen Gemeugtheile (Biotit, opaker Staub) von den grösseren durchsichtigen (Andalusit) Gemengtheilen zurückgedrängt worden wären. Es scheinen das in Bildung begriffene Andalusitkrystalle zu sein. Dann finden sich kleine, höchstens getreidekorngrosse ellypsoidale Quer- schnitte, welche im Dünuschliff'e bedeutend mehr durchscheinend sind als die Schiefermasse selbst. Dieselben bestehen aus einer Hülle von etwas mehr ange- häuften Biotitschüppchen, werden also von einem dunkleren Hof umsäumt, innerhalb welchem ein ellypsoidaler enger Kranz von Andalusitkörnern mit wenig Biotit und wenig schwarzem Staub folgt, welcher dann den grossen ellypsoidalen inneren Kern, der die Zusammensetzung des Audalusitachsenkreuzes hat (demnach aus kleinkörnigen, licht graulich erscheinenden Aggregaten, mit zartem schwarzem Staub und höchst spärlich winzigen Biotitschüppchen) einschliesst. Die etwas biotitreichere Hülle, der durchsichtigere enge Kranz sowie die graue Kernmasse 100 siud jedoch nicht scharf, sowohl von der Schiefergrimdmasse als auch unter sich, getrennt. Wenn eine Deutung hier zulässig ist, welche nur mit einigem Grade von Wahrscheinlichkeit durchführbar ist, so wäre der graue Kern die Analogie des noch nicht fertigen Achsenkreuzes, die durchsichtigere Hülle aber möchte dem noch nicht völlige Individualisirung, das ist Spaltbarkeit und Krystallformbegränzuug besitzenden Andalusit selbst angehören. Fruchtschiefer. Etwas weiter von der Granitgränze im Bogen zwischen Rannä und Vojtechov, Horni Holetin, N Hlinsko, Vitanov, Horni Babäkov, Dolui Holetin, also zwischen zu Phyllit umgewandelten Grauwackenschiefern und den oben angeführten Staurolith- und Andalusitphylliten, welche näher der Granit- und Gneusgränze liegen, folgen diese metamorphischen Schiefer. Die typischesten Phyllite (Fruchtschiefer) siud in der Schiefermasse ganz ähnlich dicht, dunkelgrau, gebogen parallel welligruuzlig, wie die Andalusitschiefer von Hlinsko, jedoch erscheinen in denselben quer gegen die Runzelung gestellt duukelgraue dichte getreidekorngrosse Einschlüsse ein- gewachsen, an denen sich die Runzelung etwas bogig einengt. In Querbrüchen sieht man, wie die durch scharfe Knickung hervorgebrachte, im Schieferbruche wellig parallele runzelige Fältelung sich an die Körner anschmiegt. Die dichten Körner sind keineswegs homogen, da sie bei starker Vergrösse- rung glitzernde Flächen von Glimmern zeigen. V. d. L. sintert oder frittet die Masse nur etwas, indem sie sich lichtgrau gestaltet. Nur die anhaftenden höchst zarten Biotitschüppchen schmelzen. Das Mineral ritzt Calcit, geglüht aber erhöht sich seine Härte. Abgeschalter Staub der Körner, welche an den allerdünnsten Kanten schwach durchscheinend sind, zeigt sich zusammengesetzt aus durchsichtigen Theilchen von undeutbarer Natur und aus Biotitschüppchen von brauner Farbe. Sehr zarter schwarzer Staub durchdringt das Gemenge. Dadurch, dass nach dem Glühen das Mineral lichter geworden ist, scheint mit dem schwarzen Staube eine Veränderung vor sich gegangen zu sein; indessen finden sich aber auch noch in den geglühten Splittern schwarze Körnchen, die durch Glühen desshalb nicht gelitten haben, weil sie entw^eder aus Magnetit bestehen oder weil sie gut und vor Veränderung geschützt umhüllt waren. Es ist jedenfalls hier der Ort, darauf hinzuweisen, dass auch in dem An- dalusitschiefer ähnliche Körnchen sich finden, wie sie zuletzt (bei dem Andalusit- schiefer) beschrieben wurden, es muss aber jede nähere Erklärung, als wären die Körner etwa noch nicht ausgebildete oder in der Bildung gehemmte Andalusit- oder Staurolithindividuen noch dahingestellt werden, "'j Lydit. An den Gränzen zwischen den zu Phyllit umgewandelten untersten Silur- grauwackenschiefern mit dem Granit, wie zwischen Krouna und Dedovä oder nahe den Gränzen am Medkovy kopec (Certovina) und bei Mrakotm (alles oder NO von Hlinsko) finden sich zu Lydit verkieselte Phyllitschichten in Zügen, das ist in Wechsellagerung mit schwarzem Phyllit, Auch einzelne Lyditschichteu finden 101 sich zerstreut vor. Aus einer «chicht- oder lagerartigen Phyllitverkieselung in Lydit, ohne scharfe Gränzen, in dem schon oben augeführten Strasseubuge, W Kladne, wurde eine Probe entnommen. Gewisse sehr deutlich eben schiefrige Lydite von schwarzgrauer Farbe zeigen an den Schieferungsflächen noch den etwas seidenartigen Glanz des Phyl- lites, obwohl sie aus dichtem Quarz bestehen. Andere zeigen auch Quarzklüftchen von weisser Farbe, welche dieselben durchsetzen, während der Quarz im eigent- lichen Phyllit in derartigen, sogenannten gleichzeitigen Bildungen (Schnürchen, Nesterchen) nicht nachweisbar ist. Vor dem Löthrohr stark geglüht werden dünne Splitter lichtgrau, bis bei- nahe weiss und an den Kanten durchscheinend. Dünnschliffe, welche sich bei der Härte des Gesteines in ausserordentlicher Dünne herstellen lassen, lösen sich u. d. M. ganz deutlich in die Gemengtheile auf. Schwache Vergrösserungen zeigen den ganz durchsichtigen Quarz von weisser Farbe, in welchem ausserordentlich viel schwarze Staubkörnchen in kaum zählbarer Menge eingestreut sind. Stelleuweise, und zwar in unvollkommen parallelen Strichen finden sich Parthieen vor, welche weniger Staubtheilchen enthalten, demnach lichter er- scheinen; theilweise ist der Staub wieder so gedrängt, dass sich die schwarzen Pünktchen beinahe zu berühren scheinen. Starke Vergrösserungen aber zeigen zwischen den Staubkörnchen doch noch Quarzmasse. Die Staubkörnchen können nur Anthracit sein; ihre Form ist eine rundlich unregelmässige und bei starken Vergrösserungen nicht scharf begräuzte, so dass der Kern der grösseren An- thracitkörnchen von ^^^ — tV"™ ^^ Durchmesser schwara opak, der Rand aber grauschwarz gefärbt erscheint. Winzige Quarzklüftchen von ganz reinem Quarz durchsetzen die Lydit- masse in verschiedenen Pachtungen, es herrscht aber ein Richtungssystem solcher Schnürchen vor, welche scharf begränzt sind. Nur zuweilen ist ein abgerissenes Bröckelchen von Lydit in solchen Klüftchen eingeschlossen ; dann und wann erscheint eine vereinzeinte Haematitschuppe nahe am Rande der Quarzklüftchen; es ist das vor der Ausfüllung der Klüftchen durch Quarz an den Wänden abgesetzter Haematit. Manche Gränzflächen zwischen Quarzklüftchen und Lydit tragen einen schwarzen opaken dünnen Überzug, nämlich die vor der Bildung der Quarzklüftchen ausgeschiedenen Anthracitanflüge. Die dünnsten Quarzklüftchen besitzen die Breite von 2^0°''" 5 die breiteren im Praeparate bis ]°"°, obwohl in Handstücken die Quarz- klüfte oft mehrere Millimeter breit sind. Ausser Quarz und Anthracitstaub enthält die Lyditmasse ausserordentlich selten auch tief braune Körner, deren Deutung eine unsichere ist; dieselben werden für Staurolith gehalten wegen der Ähnlichkeit des Vorkommens dieses Minerales in den Phylliten, in denen der Lydit auch eingelagert ist. Doch sind diese Stauro- lith-ähnlichen Körner gänzlich einschlussfrei. Die Verdrängung der Phyllitmasse durch Lydit wäre demnach eine vollständige. Auch scheint das Vorkommen des Lydites den Umstand, dass die metamorphosirten Grauwackenschiefer, jetzt also Phyllite keinen Quarz und auch keine Quarznester von Bedeutung einschliessen, zu erklären, weil sich eben aller Quarz als Lydit gesondert abgeschieden haben dürfte. 102 Sehr bedeutende Vergrösserungeii zeigen im Quarze eine ausserordentliche Menge von Flüssigkeitseinschlüssen. Im polarisirten Lichte erweisen sich die mit Staub reich angefüllten Stelleu aus ganz ideinen Quarzkörnchen zusammengesetzt; die an Staub weniger reichen dichten Quarzparthieen bestehen aus bis |°"° grossen Quarzkörnchen, die das Aggregat bilden. Ebenso verhält es sich mit den Quarz- klüftcheu, die breiteren bestehen aus grösseren Quarzkörnchen (bis i'^"" Bi'eite), die feineren aus ganz zarten Quarzindividuen. Ebenso zeigt die Beleuchtung mit polarisirtem Lichte, dass nicht alle Quarz- klüftcheu von gleichem Alter sind, da etliche davon andere durchsetzen; es ist der Lydit demnach nicht gleichzeitig rissig geworden. Ottrelitphyllit. Dieses Gestein findet sich im Liegenden und Hangenden des Quarzitzuges, der wahrscheinlich zur Untersilurzone Ddj gehört und durch den ^SO-Abfall der Bucina von NW nach SO streicht. Diese Schiefer lassen sich durch die Bucina und nach einer Unterbrechung an der Strasse von Väpenny Podol gegen Hrbokov bis Rtein verfolgen. Die südliche Begränzung derselben geht über Skoranov und Kraskov (NW See). Die liegenden Ottrelitphyllite, also die NO vom Quarzitzuge gelegenen dürften der Zone Ddi ; die SW vom Quarzitzuge bis zur Granitgränze streichenden aber der Zone Ddj angehören. Da beide Zonen Dd^ und DA^ ur- sprünglich aus petrographisch nicht unterscheidbaren glimmerigen schwarzen Thon- schiefern (Grauwackenschiefern) bestanden, so ist die Metamorphose derselben in ein gleiches Ottrelitphyllitgestein erklärlich. Die Ottrelitschiefer sind Contact- metamorphosen der schw^arzen Thonschiefer mit Granit; die Metamorphose reicht bis 1 km weit, in horizontaler Richtung gemessen, von der Granitgränze in die Thonschieferschichten hinein ; der dazwischen eingelagerte feinkörnige Quarzit aber ist unverändert erhalten, w^eun von dessen Zerklüftung abgesehen wird. Der Ottrelitphyllit übergeht in der Entfernung von mehr als 1 km von der Granitgränze allmählig in den schwarzgrauen Thonschiefer. Besonders auffällig ist die Metamorphose dort, wo neben Granit noch andere Eruptivgesteine den Contact bilden, so etwa NO von Kraskov, wo der Corsitstock (von Kraskov) mit den geschichteten Gesteinen in Contact tritt; hier ist nun die Metamorphose eine ganz vollständige. Eine weniger ausgedehnte Ottrelitphyllitparthie, oder wenigstens eines metamorphischen, diesem Phyllit ähnlichen Gesteines findet sich in der grossen Schieferscholle bei Kreutzberg (Krucenburk), nämlich S vom Theile des Dorfes Chlum (N Kreuzberg), wo alte, wahrscheinlich cambrische Gesteine von ursprüng- licher Thonschieferausbildung eine ähnliche Metamorphore erlitten haben. Der Ottrelitphyllit zeigt noch ziemlich deutliche Schieferung, die durch eine schmutzig lichtgraue unvollkommen schiefrige phyllitische Grundmasse bedingt wird, in welcher auch noch ebenfalls vorherrschend annähernd parallel gelagert dunkelgrüne bis IV4 — l"""" breite dünne Plättchen von Chloritoid (Ottrelit) ein- gewachsen sind. Meist entfallen auf IQ*"" der Gesteinsschieferfläche 40 — 50 solcher Chloritoidschuppen, obwohl in gewissen Varietäten die Zahl um ein mehrfaches steigt. Die schuppig schiefrige Gruudmasse lässt sich etwas schaben und zeigt 103 scliwaclien matten Perlmuterglaüz ; die oP Flächen des Chloritoides (Ottrelites) glänzen stärker. Diese Chloritoidplättclien (Ottrelit) stecken in einer sehr feinkörnigen Grundmasse, welche unter der Loupe stellenweise ausgezeichnete Spaltungsflächeu zeigt und den Eindruck eines sehr feinkörnigen Muscovites hervorbringt, was insofern einen Unterschied von dem Ottrelitschiefer von Belgien bedingt, als in diesem letzteren Gesteine die Grundmasse von licht grauer Farbe, völlig dicht ist. ^') Gewisse Ottrelitschiefer zeigen noch bis fingerdicke und lineal gestreckte, auch bogige schliereuähnliche der Schieferung etwas parallel gelagerte Einschlüsse von dem ursprünglichen, nur schwach gebleichten Thonschiefer, aus welchem die Metamorphose hervorgegangen ist. Es setzt der Ottrelitschiefer von lichterer Farbe im Vergleich zur Farbe der eingeschlossenen noch nicht metamorphosirten Thon- schieferschlieren, von denselben ganz scharf ab, ein Fingerzeig, dass die Unwandlung nicht gieichmässig in der ganzen Schiefermasse vor sich ging, sondern von Aussen nach Innen nach Art einer Verdrängungspseudomorphose stattfand, indem durch Vorrücken der krystallinischen Ottrelitschiefermasse, die sich aus den Elementen des Thonschiefers raitgebildet haben mochte, der Thonschiefer aufgezehrt wurde. Die Schlieren von Thonschiefermasse wären also nur noch übrig gebliebene Kerne (Reste) der sedimentären Schiefer, Wenn den Thonschieferrest zufällig ein Klüft- chen durchsetzt, so besteht dasselbe aus Ottrelitschiefergrundmasse (sehr fein- körnigem Muscovit) mit Ottrelitschuppen. In dieser Art modificirt ist demnach der oben angeführte allmählige Übergang von Thonschiefer in Ottrelitschiefer zu verstehen und nicht etwa so zu deuten, als wenn die Thonschiefermasse selbst immer mehr und mehr metamorphosirt wäre, bis sie im höchsten Grade der Meta- morphose zu echtem Ottrelitschiefer umgewandelt wäre. Von der durch Verwitterung angegriffenen Oberfläche aus färben sich die Ottrelitschiefer blass rostbraun. Dünne Splitter der Grundmasse bleiben vor dem Lothröhr beinahe unverändert, ausser dass sie etwas blasser werden und dadurch ihre Muscovitnatur noch besser hervortreten lassen, welche Eigenschaften das bel- gische Gestein ebenfalls zeigt. Unter dem Mikroskope besteht die schuppig feinkörnige Grundmasse aus nicht völlig parallel, sondern sich stellenw^eise regellos körnig anreihenden durch- sichtigen Aggregaten, welche au Muscovit erinnern. Einzelne, besser umrandete Individuen des muscovitähnlicheu Miuerales besitzen die Breite von jö°"°- Ganz vereiuzelut jedoch finden sich auch blass bräunliche Schuppen, welche vermuthuugs- weise dem Biotit nahe gestellt werden könnten. Die unregelmässig polygonalen Chloritoidplättchen zeigen blass graulich- grüne Farben und deutlichen Dichroismus. Nur die Schnitte senkrecht oder quer zur Fläche oP zeigen sich durch die oPflächen eben und parallel begränzt; solche Stäbe erscheinen dann j°''° dick, was also der Dicke der Chloritoidschuppen entsprechen würde. Im polarisirten Lichte färben sich die vermuthlichen Muscovitschuppen ziemlich satt, etwas intensiver aber noch gewisse Cliloritoidquersclmitte. Die senkrecht oder beinahe senkrecht zu oP geschnittenen Ottrelitblätter, die als dicke 104 Stäbe erscheinen, zeigen deutliche Zwillingsbildung der Zwilliugsebene oP ent- sprechend, woruach also die eine Stabhälfte eine andere Farbe zeigt als die andere. Sowohl die Glimmergrundmässe als auch die Chloritoide enthalten in sich ganz spärlich schwarze Magnetitstaubkörnchen. Sonstige Einschlüsse sind aber nicht zu erkennen. Nur zufällig, weil nämlich die Probe doch nicht aus dem völlig frischen Schiefer geschliffen wurde, finden sich feine Klüftchen nach infiltrirtem Limonit; manchesmal auch noch daneben ein schwarzes Infiltrat einen Erze angehörig dessen Deutung unentschieden erscheint. Der Ottrelit zeigt keine Zerklüftung, und erscheint auch ziemlich homogen und bis auf die spärlichen Magnetitstaubkörnchen frei von Einschlüssen. Krystalliniscli massige Gesteine. Rother Granit. Der Granit mit fleischrothem Orthoklas, welcher mit dem grauen Granit im Eisengebirge so häufig zum Vorschein kommt, zeigt sich au den Gränze mit den Silurgesteinen immer etwas abw^eichend zusammengesetzt, als dies entfernter von der Gränze der Fall ist. Der Granit von Pradov (S Chrudim), welcher durch die Ohebkaschlucht durchschnitten wird, bildet das Hangende über den umgewandelten Schieferschollen und den schiefrigen Felsiten; seine Bänke, in welche er abgesondert ist, fallen nach S ein. Ganz nahe der Gränze erscheint der Granit etwas aplitisch, indem der dritte nämlich glimmerige Gemengtheil desselben sehr zurücktritt. Eine Probe dieses aplitischen rothen Granites von kleinem Korne, in dem im Mittel die Gemengtheile die Grösse von l""""- erreichen besteht aus durch- sichtigem Quarz und fleischrothem Orthoklas, w^elche beiden Gemengtheile sich das Gleichgewicht halten, und nur accesorisch zerstreuten ganz kleinen Schuppen von Biotit, sowie noch kleineren Körnchen von Turmalin. Unter dem Mikroskope ist der Quarz von Körnerform ganz durchsichtig, wasserhell, lebhaft chromatisch im polarisirten Lichte; der fleischrothe Orthoklas, dessen Gestalten prismatisch verlängert sind, zeigt sich nicht durchsichtig, was einen grellen Unterschied neben demQuarze hervorbringt. Ausser den grösseren bis über 1°""- breiten Körnern des Quarzes im Granitgemenge erscheinen im Ortho- klas auch kleinere Quarzkörner von etwa Jl™™- Breite eingewachsen. Einzelne schmutziggrüne Biotitquerschnitte und längliche opake Turmalinaggregate sowie Magnetitkörnchen von schwarzer Farbe sind nur ganz vereinzeint eingewachsen. Eine zweite Probe zeigt etwas reichlichere kleinere Biotitaggi'egate, welche manchen Turmalinkörnchen nicht unähnlich sehen, in dem fleischrothen Orthoklas- Quarzgemenge. Unter dem Mikroskope erscheinen neben nur durchscheinendem Orthoklas zahlreiche Quarzkörner unter 1°"^- Breite und unförmliche ebenfalls kleine (unter !"""• Grösse) Aggregate von dunkel bouteillengrünem Biotit ; dann und wann ia5 auch kurze schwarze Körner von Magnetit. Gewisse Feldspäthe sind weiss getrübt und zeigen Aggregatpolarisation; ob dieselben dem Oligoklas angehören, kann nicht entschieden werden. Der rothe Granit von Rudov (0 Ronov) bildet im grauen Granit einen kleinen Stock mit nicht bestimmten Gränzen, weil dieselben durch Wald bedeckt sind. Von der Rudover Mühle WS finden sich im Walde Blöcke dieses eigen- thümlichen rothen Gränzgranites. Dieser Granit macht den Eindruck eines biotitreichen Felsitporphyres oder mindestens kleinkörnigen Granitporphyres ; denn in einer graulichfleischrothen, beinahe wie dicht aussehenden, sehr feinkörnigen Grundmasse sind zahlreiche bis j^mm. lange grünlichschwarze Biotitschuppen regellos eingewachsen, neben welchen auch weisse kleine Orthoklas- und Oligoklaskrystalle, die jedoch erst unter der Loupe deutlich hervortreten, dann ganz selten Quarzkörner zum Vorschein kommen. Gewisse Biotitschuppen wachsen bis zu l""^ breiten Lamellen an; auch kleine Amphibolaggregate sowie winzige Pyritkörnchen, an einigen ist die Form 0, co co sichtbar, erscheinen in dem Gemenge eingewachsen. In Dünnschliffen erscheint die Granitmasse als eine weisse, durchsichtige nur blass kleinfleckige, mit Biotitquerschuitteu darin. Das polarisirte Licht aber löst alles ganz gut auf. Die früher als scheinbar dichte Grundmasse angeführten Gemengtheile stellen eine kleinkörnige vorherrschend aus Orthoklas bestehende Masse vor, in welcher kleine Quarzkörnchen nur nach den lebhaften Farben, welche sie im polarisirten Lichte annehmen, erkennbar, in geringerer Menge eingewachsen erscheinen. Die Grösse der kleinen Körner von Orthoklas und Quarz in dem Aggregate wechselt von ^'5 — 1™" Die häufigen schmutzig gelblichgrünen oder braunen Biotite sind -^^^ — j'^,-™™ dick und meist nur ] — i""" breit. Kleine, bis höchstens l™"" lange Feldspathquerschnitte erscheinen nicht zahlreich porphyrartig ausgeschieden; dieselben gehören theils dem Orthoklas, theils dem Oligoklas an, letztere zeigen manchesmal auch unter beinahe rechten Winkeln sich kreuzende Zwillingslamellen. Grössere Quarzköruchen fielen in den Dünnschliff nicht-. Einzelne grasgrün gefärbte lappig zertheilte Prismen von fas- riger Zusammensetzung dürften Amphibol sein. Die wenigen Pyritkörnchen erreichen selbst die Grösse von -}™". Dieser rothe Granit könnte demnach ebenso gut auch Granitporphyr ge- nannt werden, da er ein Mittelding zwischen kleinkörnigem Granit und Grauit- porphyr vorstellt. Wegen seiner genetischen Beziehungen zum rothen Granit sei derselbe hier dem kleinkörnigen Granite zugezählt. Grauer Granit. Graue Granite des Eisengebirges besitzen einen weiss gefärbten Orthoklas und Biotit im Gemenge; wegen der dadurch bedingten Farbe sind sie als graue ausgeschieden. Von diesem gemeinen Gesteine wurden nur zwei Proben näher untersucht. 106 Der graue Granit V2 km W von Hute (IF Ransko), welcher da von Dioritgängen auch spärlich von schwachen Corsitgäugeu durchsetzt wird, erinnert an den Gneusgranit (von See); er scheint aber doch dem regellos körnigen Gra- nite näher zu stehen. Die Textur ist eine zwischen klein- und mittelkörnige; Quarz und Orthoklas von gleich rein weisser Farbe und bedeutender Durchsichtig- keit lassen sich im Bruche nicht sogleich von einander unterscheiden; der Biotit ist schwarz nur in dünnsten Plättchen tiefbraun durchscheinend. Accesorisch kommt schwarzer Amphibol, vom Biotit schwierig auseinander zu halten, dann honiggelber Titanit bis l"*-"- lang, in den gemeinen Krystallformen, wie er sich auch in Syeniten vorfindet, eingewachsen vor. Die Quarze oder Orthoklase sind bis über 2"°^ breit, die Biotite in Aggregaten kleiner. Unter dem Mikroskope herrschen die durchsichtigen Quarze und die eben- falls durchsichtigen oder nur ganz wenig matten Feldspäthe vor; sie bilden bis 2— 2V„""'° lange und breite Anhäufungen, während der Biotit meist lappig zertheilte Aggregate, die aus kurzen Kry Stallquerschnitten derselben zusammengefügt erschei- nen, bildet. Im gewöhnlichen Lichte sind nur die ganz schwach matten oder durch Spaltungsflächen rissigen Feldspäthe vom Quarze zu unterscheiden. Im polarisirteu Lichte aber zeigen die wasserhellen Orthoklase eben so lebhafte Farben wie der Quarz, so dass beide Mineralien nur nach der Form auseinander gehalten werden können. Einzelne bis 1— P/2"'" l^is 2'"'" lange Quarz- oder Orthoklasindividuen finden sich häufig, andere im gewöhnlichen Lichte durchsichtige Aggregatanhäu- fungen bis zur Länge von 3'""' bestehen im polarisirteu Lichte gesehen aber aus Quarz und Orthoklaskörnchen von etwa |°''° Breite. Oligoklas ist wohl nur ver- einzeint in kleineren Körnern aber doch in ziemlicher Zahl anzutreffen; diese gestreiften Plagioklase zeigen im polarisirten Lichte ebenso satte Farben wie der Quarz, ein Hinweis auf ihre Frische. Die zu lappig zertheilten Aggregaten grup- pirten Biotite zeigen bouteillengrüne Farben und den starken Dichroismus. Eben solche lappig zertheilte dunkelgrasgrüne Amphibole finden sich in spärlicherer Menge eingewachsen. Die bis 1°"^ breiten, scheinbar quadratischen Magnetitquerschnitte lieben es in den Biotit- oder Amphibolaggregaten eingewachsen vorzukommen. Titanit erscheint blass braun in dem Dünnschlifi'e ; im pol. Lichte zeigt er keine grellen Farben. Einzelne Pyritkörnchen, bis l"""" gross sind ganz selten. In derselben grauen Granitparthie, welche in der Nähe des Diorites des Bansko-er Waldes als Amphibolgranit entwickelt ist, finden sich 1 km SW von Nove Ransko mittel- bis kleinkörnige Biotit- und Amphibolgranitabarten vor, welche durch Dioritrümmer durchsetzt werden. Eine ganz frische kleinkörnige Biotit- gi-anitvarietät von dunkelgrauer Farbe und nur unter der Loupe sichtbaren winzigen Pyritkörnchen zeigte im Dünnschliffe ein scheinbar vorherrschendes Quarz-Feld- spathgemenge und Biotit, sowie Amphibol; beide letzteren Mineralien etwa in gleicher Menge. Der Quarz und der Feldspath sind durchsichtig im gewöhnlichen Lichte nicht gut von einander unterscheidbar. Die Biotitquerschnitte finden sich zerstreut, die Amphibole aber zu Aggregaten mit lappig zertheilten Rändern gehäuft vor, erstere haben gelblichbouteillengrüne bis braune, letztere dunkel grasgrüne Farbe. 107 Meist an die Amphibolaggregate gebunden, wenn auch zeitweilig in den durch- sichtigen weissen Gemengtheilen auch vorkommend, finden sich einzelne, bis j'^ '"" breite quadratische Querschnitte von Magnetit vor. Das polarisirte Licht löst die durchsichtigen Mineralaggregate völlig auf; bei der bedeutenden Frische derselben zeigen sowohl Orthoklas als auch Quarz satte Farben ; neben diesen beiden Mineralien kommt aber auch in ziemlich bedeu- tender Menge Plagioklas vor. Die Menge des Plagioklas scheint mit dem Amphibol zuzunehmen, so dass beide Mineralien einander im Gemenge bedingen. Die grössten Quarz-, oder Orthoklas-, oder Plagioklas-Individuen erreichen kaumVa™'"^ die son- stigen Körner in dem Aggregate sind bedeutend kleiner. Die Biotitstäbe erlangen bei einer Dicke von ..j^,'"'" bis lOfache Länge, auch noch mehr. Wegen des Übergewichtes, welches der sonst nur zu den accesorischen Gemengtheilen hinzugerechnete Amphibol hier besitzt, bildet dieser kleinkörnige Granit das Bindeglied zwischen Biotit- und Amphibolgranit, es passen also beide Namen für denselben, oder auch der Name Biotitamphybolgranit allein. Gneusgranit. In beiden Elbeuferu, bei Elbe-Teinic und dem gegenüberliegenden Vinaric werden sowohl kleinkörnige Glimmerschiefer als auch der Gabbro durch echte sowie auch Lagergänge von Granit durchsetzt, welcher in verhältnissmässig nicht bedeuten- der Mächtigkeit bis 20 — SO"""" wie dies im linken Ufer in den entblössten Eiseubahn- einschnitten z;u sehen ist, hier mehrmals zu Tage tritt. Die Fig. 3 versinnlicht das Vorkommen der Grauitgänge. Es sind jedoch die Biotitschuppen des Granites ziemlich nahe den Gangbegränzungsflächen parallel, so dass die Textur des Granites eine unvollkommen schiefrige wird, wesshalb der Name Gneusgranit gerechtfertigt er- scheint. Würden die Lagerungsverhältnisse des Gueusgranites nicht so deutliche sein, so wäre das Gestein gewiss als Gneus bezeichnet worden, allein als eruptives Gestein, welches bei bedeutenderer Mächtigkeit die Gneustextur etwas weniger deutlich zeigt, kann es nur als Granit bezeichnet werden, ausser man würde auch eruptive, das ist gangförmige Gneuse annehmen. ^*) Im linken Elbeufer zeigen sich derartige Gneusgranitgänge zwischen Zäbof und Vinaric knapp TF vom Wächterhaus Nr. 281, dann in Vinaric vom Viaducte der Eisenbahn, dann nahe und TFvom Wächterhäuschen 280 zwischen Vinaric und Kojic. Ebenso verhält es sich auch unter Elbe-Teinic, im rechten Elbeufer, wo jedoch die Zahl der Gneusgranitgänge nicht genau festzustellen ist. Das Streichen der Gänge, die meist Lagergänge vorstellen, ist von SO nach NW. Bemerkeuswerth ist noch, dass mit der Zunahme der Mächtigkeit der Gänge die Korngrösse gleichfalls zunimmt, indem die Textur zugleich zu einer unvollkom- menen plan parallelen wird. Der Gneusgranit ^[^ km von Elbe-Teinic^ als kurzer Gangstock den Amphibolschiefer durchbrechend und niedrige Kuppen bildend, ist unter allen hier beobachteten Gneusgraniten das körnigste Gestein. Die Textur ist mittelkörnig, der Orthoklas und Quarz weiss, die kleinschuppigen schwarzen Biotitaggregate 108 -;ra5 FQ. R^i i-s.« bo >N &■ I ['S C4 ■fl CS l3 — Ä^) |K>\Vi.'\j sind imvollkomnien flasrig vertlieilt, kurz das Ge- stein sieht einem unvollkommen scliiefrigen kurz- flasrigen Gneus ziemlich ähnlich. Die Länge der weissen Gemengtheile, die unvollkommen parallel gelagert sind, beträgt bis 6°^°^. Unter dem Mikroskop zeigen sich in weis- sen durchsichtigen Aggregaten schuppige Anhäu- fungen von braunem bis grünem Biotit, dazwischen selten kleine Körner von Ilmenit mit einer dünnen Leukoxen-(Titanomorphit)rinde umhüllt. Die Biotit- schuppen erlangen Breiten bis i""". Das durch- sichtige Aggregat besteht aus kleineren, im Mittel jy^mm bi'eiten Quarzaggi-egaten, in welchen kleinere bis über 1"™ lange Orthoklaskrystalle eingewachsen sind. Auch ein parallel gestricheltes Orthoklaskorn (wie man es sonst Mikroklin nennt) wurde sicht- bar. Nur ganz vereinzeint finden sich Plagioklas- krystalle; einerdavon zeigte sich als Zwilling nach dem Karlsbader Gesetz, dessen eine Hälfte im polarisirteu Lichte einfarbig, die andere gebändert erschien. Auch solche Plagioklase, die nur flecken- weise Zwilliugsbäuder zeigen, finden sich ; dieselben lassen aber die Deutung, als wären sie von Ortho- klas umwachsen, desshalb nicht zu, weil der nicht zwillingsartig gebänderte Theil nicht scharf von dem geh änderten getrennt ist, ausserdem aber auch dieselbe Grundfarbe zeigt wie die gebän- derte Parthie. Bei stärkeren Vergrösserungen werden auch Apatitnadeln in den Feldspäthen sichtbar. Stellen- weise zeigen sich graulich grasgrüne Flecken oder Umrandungen des Biotites, welche aus spiessigen Nadeln bestehen und auf Amphibol hinweisen. Der Gneusgranit zwischen Zabof (Eisen- bahnstation Elbe-Teinic) und Vinafic, der in zwei Gängen im Glimmerschiefer an der Gränze mit dem Gabbro vorkommt (siehe Wächterhaus Nr. 281 auf Fig. 3 pag. 110), wurde in zwei Proben unter- sucht. Die eine Probe (etwa 100 Schritte) T-Tvom Wächterhause Nr. 281 an der Bahn, war zwischen mittel- bis kleinkörnig, die andere kleinkörnig und aus dem etwa 20'" mächtigen Gange entnommen. Bis auf die weniger grobe Textur ist dieser Gneus- granit dem früher beschriebenen Gesteine von J 109 Elbe-Teinic äbnlicli. Die erste Probe wurde normal auf die plane Paralleltextur, die zweite parallel derselben zu Dünnschliffen verwendet. Erstere zeigten aus grösseren Biotitplättchen zusammengesetzte, in einer Eicbtung orientirte Flasern in der aus Quarz- und Ortboklas-Krystallkörnern be- stehenden weissen Masse. Accesorisch werden die flasrigen Biotit-Aggregate von wechselnder Breite von Amphibolnadeln, meist an den Piändern, begleitet. Die Amphibolnadeln von j\ """^ Breite und lOfacher Länge sind entweder einzeln oder in Gruppen gehäuft zu finden. Ganz spärlich sind auch Magnetitkörnchen ein- gewachsen ; bedeutendere Vergrösserungen lassen u. d. M. Apatitnadeln erkennen. Die der Schiefertextur parallel geschnittene Dünnschliffprobe in dem klein- körnigen Gesteine zeigt vorherrschend die weissen durchsichtigen Aggregate von Quarz mit den ganz wenig getrübten Orthoklasen, in welchen die Biotite unregel- mässige, lappig zertheilte Häufchen und auch einzeln zerstreute Krystallquer- schnitte darstellen. Amphibol ist in grasgrüner Farbe in kleinen Häufchen ganz selten, dessgleichen auch feiner Magnetitstaub nur ganz sporadisch eingew^achsen. Im polarisirten Lichte erweisen sich die ganz durchsichtigen Quarze als Aggregate von bis über ^/j"™- grossen Körnern von lebhaften Farben. Die Orthoklase in der Form von langen rechteckigen Querschnitten auftretend, zeigen die Eigenthümlich- keit, dass ihr Kern matt, schwach färbig, die äussere Schale von ziemlicher Dünne aber wasserhell, lebhaft färbig im polarisirten Lichte, erscheint. Diese Erscheinung kann als Schalenbildung gedeutet werden. Gewisse gestreifte Feldspäthe könnten entweder als Plagioklas gedeutet werden, wenn sie nicht vielleicht parallel an- gelagerte Orthoklase der eben erwähnten Ausbildung vorstellen. Genau von Vinafic etwa ^j^ — 1 km sind in einigen Gruben die Fort- setzungen der Gneusgranitgänge, welche in Vinaric und von Vinaiic im Elbe- ufergehänge ausbeissen, aufgedeckt. Von einem Gange von 3°" Mächtigkeit, welcher unvollkommen schiefrigen Gabbro (Uralitdiorit) durchsetzt, sowde von einem arm- dicken, ganz geradlienig streichenden Gangtrumm wurden Proben entnommen. Beide Gesteine sind kleinkörnig schuppig; wenn die Lagerungsverhältnisse nicht so deutlich vorliegen würden, könnte an unvollkommen schiefrigen Gneus gedacht werden. Das vorherrschende Quarz-Orthoklasgemenge ist blass graulichgelb; die einzigen Biotitschüppchen bilden ganz kurze Flasern. Ein Dünnschliff des Gneusgranites aus dem 3"" mächtigen Gange zeigt ganz ähnliche Texturverhältnisse, wie die übrigen oben beschriebenen Gneus- grauite, nur dass die Textur eine zartere ist. In der weissen Quarz-Orthoklas- Grundmasse ist schon in gewöhnlichem Lichte der Quarz durch seine Durchsichtig- keit von dem getrübten Orthoklas zu unterscheiden. Der getrübte Orthoklas verleiht auch der Masse die gelbliche Farbe. Der Biotit bildet, weil der Schnitt zu keiner Texturrichtung parallel läuft, entweder bis IVs""^ lange, 74°'°' breite fla- serige Anhäufungen, oder stark lappig zerschlitzte und lappig getrennte Häufchen, oder einzeln eingewachsene Krystallschuppen. Die kleinsten hexagonalen Schuppen des Biotites messen bei der Breite von äV"""" i^ ^^^ Dicke 2Tfö°''°- Ebenso breite Magnetitstaubkörnchen sind ganz selten. Im polarisirten Lichte bestehen die durch- sichtigen Quarze aus Aggregaten bis zu |™'° im Durchmesser ; der fleckig getrübte Orthoklas, von etwas grösserer Breite als der Quarz, zeigt nur in den weniger 110 trüben Theileu noch Farben. Mauehe Orthoklasprismen besitzen noch einen ganz engen Saum, also eine Schale von bedeutenderer Durchsichtigkeit. Bei der getrübten Beschaffenheit der Feldspäthe ist die Anwesenheit von Plagioklas nicht zu erfassen. Bei lOOfacher Vergrösserung kamen Apatituadelu u. d. M. nicht zum Vorschein. Der Gneusgrauit aus dem armdicken geraden Trumm in der Nähe des vorerwähnten Ganges ist demselben ganz ähnlich, nur dass stellenweise der Biotit etwas zurücktritt. Ein Schnitt in unbestimmter Richtung zeigte unter dem Mikro- skope eine ganz ähnliche Beschaffenheit, nur dass die entfernter stehenden Biotit- Aggregate etwas kleiner, die Feldspäthe bedeutend frischer und nur stellenweise weiss getrübt erschienen. Die Quarze bis zum Durchmesser von 1°"°^ herrscheu vor; der in geringerer Menge auftretende Orthoklas ist nur stellenweise, manches- mal im Kerne getrübt. Spärlich sind auch kurz rechteckige Oligoklase mit höchst zarter Strichelung im polarisirten Lichte und dann und wann mit scharf begränztem trübem Kerne sichtbar. Apatit bei lOOfacher Vergrösserung noch nicht nachweisbar. Syenit. Die neueren Untersuchungen des Syenites lehren, dass Gesteine dieses Namens nur wenig bestimmte Gränzen haben, indem sie theilweise zu Amphibol- Granit, theilweise zu Diorit Verwandtschaften zeigen. Immer aber enthält der Syenit Oligoklas, manchesmal in solchen Mengen, dass eine Umdeutung des Syenitbegriffes angezeigt wäre. Wenn auch die mikroskopische Untersuchung die geringere Sta- bilität der Gemengtheile darthut, so ist doch nach älterer Anschauungsart der Syenit durch sein deutlich körniges Gefüge, den schwarzen Amphibol, den oft röthlichen Orthoklas und den charakteristischen Titanit wohl erkennbar. Auf der Karte sind nur wenige Syenitvorkommnisse ausgeschieden; ein Theil dürfte unter der Farbe des Diorites insbesondere an den Gränzen mit Granit verdeckt sein, weil sich solche Gräuzbildungen wegen des allmähligen Verlaufes in Amphibolgranit und Diorit nicht scharf scheiden lassen. Insbesondere gilt dies Gesagte von der Umgebung von Nassaberg. Eine bedeutendere Syenitparthie, ohne scharfe Begränzung, befindet sich zwischen See und Kraskov, an der Gränze zwischen Diorit und rothem Granit. Der Syenit von mittelkörniger Textur enthält 2— 3°^'" und stellenweise noch grössere Gemengtheile; einen weissen (Plagioklas), stellenweise aber wieder vor- herrschend röthlichen Feldspath (Orthoklas), dies besonders am Kopanina -Hügel (NJS/W See, SOS Zd'ärec), und schwarzen Amphibol. Quarz ist nicht bemerkbar. Stellenweise, wo grössere Feldspathanhäufungeu sich vorfinden, hat der Amphibol die Tendenz lange Stengel zu bilden. Kleine (millimetergrosse) Titanitkrystalle von honiggelber Farbe sind stellenweise reichlich anzutreffen. Die regellos körnige Textur zeigt an gewissen Orten, vornehmlich an der Granitgränze, eine Tendenz zur unvollkommen schiefrigen. SO von Kraskov 1 km, ist im rechten Ufer des seichten Zlaty potok ein Syenit entblösst, in welchem nicht nur Magnetitkörner sondern sogar höchst grobkörnige Ausscheidungen von Quarz, Epidot, Granat mit Magnetituestern vor- kommen. Die Zerklüflung des Syenites trägt dann auch Epidot an sich, nebstdem Pyritkörnchen, welche auch in dem körnigen Gemenge vorkommen. Der Magnetit 111 Dünne Scliliife von einer unvollkommen schiefrigen Probe (also einem Gränzgestein), zeigen frische Orthoklase vorherrschend in Krystallen bis zu 5™™ Länge und 2'"'" Breite, sehr lappig zertheilte Amphibole, in welchen kleine Körnchen ist immer vorhanden, jedoch nicht gleich erkennbar. Es kommen hier mittelkörnige, und duukelgraue kleinkörnige Varietäten vor, welche schlierenartig mitsammen ver- bunden sind, Titanit ist häufig. Ein Dünnschliff, jedoch nur von geringer Grösse, zeigt Amphibol in etwas lappig zertheilteu bis 2^2 — 3'"™ langen und ziemlich breiten Parthien, je nach der Orientirung, von bräunlichbouteillengrüner bis grasgrüner Farbe und starkem Dich- roismus ; etwa in gleich bedeutender Menge auch Feldspäthe in kleineren, aber deutlich begräuzten rechteckigen Formen. Es ist schwierig zu entscheiden, ob auch Quarz in dem Gemenge vorhanden ist, einestheils wegen der nicht bedeutenden Grösse des Präparates, dann aber wegen der vollständigen Durchsichtigkeit der Feldspäthe, welche auch im polarisirten Lichte ebenso lebhaft sich färben, wie es sonst für den Quarz charakteristisch ist. Im gewöhnliclien Lichte zeigen gewisse Feldspathrechtecke ganz deutlich die Zwillingsstreifung, um so mehr tritt die zarte gedrängt stehende Bänderung im polarisirten Lichte zum Vorschein, wo erst recht deutlich bemerkbar ist, dass sich Orthoklas und Plagioklas in ziemlich gleichen Mengen im Gemenge vorfinden. Grosse, ebeuflächig contourirte Magnetitkörner enthält der Amphibol häufig, die Breite der grösseren Magnetite misst bis 1^2°"". Blassröthlichb rauner Titanit zeigt unregelmässige Formen und wenn auch wenig bedeutenden, so doch ganz deutlichen Dichroismus. Die nicht constatirbare Gegenwart von Quarz, welcher in Syeniten selten fehlt, dürfte sich in Proben mit nicht mehr ganz frischen Feldspäthen, wo der Quarz in Dünnschliffen dann ganz deutlich zum Vorschein kommen würde, sicherer nachweisen lassen. Wegen der bedeutenden Oligoklasbeimengung nähert sich der Syenit dem Diorite; und wenn für denselben der Name eines orthoklasführenden Diorites gewählt werden würde, könnte nichts eingewendet werden. Doch sind alle andern Eigeuthümlichkeiten des Gesteines derartige, dass sie noch nicht eine Trennung von Syenit rechtfertigen. Unter Zbyslavec (0 Ronov), dann in der iVund S Umgebung des Dorfes befinden sich körnige Diorite, sowie auch an der Gränze mit dem rothen Granit Syenite und Syenitgranite. Sämmtliche drei Gesteine sind durch Übergänge ver- knüpft und schwer auseinander zu halten. In kurzen Gaugstöckeu durchsetzen die Syenite auch die Gneuse in der steilen Lehne (Zelezne hory) W von Zbyslavec. Die Textur ist mittelkörnig, zuweilen mit grobkörnigen Ausscheidungen und bis federkieldicken, beinahe fingerlangen schwarzen oder grünlichschwarzen Amphibolsäulen im licht aschgrauen Orthoklas, in welchem auch grosse Quarz- körner von weisser Farbe ausgeschieden sind. Gewisse quarzarme Syenite an Gesteinsgränzen zeigen unvollkommen schiefrige Textur. Pyrit in Körnchen ist stellenweise häufig, ebenso auch Epidotanflüge in dünnen Klüftchen. In manchen Handstücken zeigen sich kleine rothe Punkte, welche unter dem Mikroskop undurch- sichtig erscheinen, etwas stärkeren Glanz besitzen und deren Deutung nicht gelang. ^^) Diese dioritisch-syenitischen Gesteine sind auf der Karte mit der Farbe des Diorites, der eigentlich nur die Mitte einnimmt, gekennzeichnet. 112 von Magnetit nicht gar zu spärlich eingewachsen sind, dann untergeordnet Plagioklas und bis '/a™"' breite, für Quarz beanspruchte Körnchen. Wegen des vorherrschenden Orthoklases entfernt sich das Gestein vom Diorit bedeutend, was auch aus der unvoll- kommen schiefrigen Textur ersichtlich ist, welche die Nähe der Granitgränze anzeigt. Der ganz geringe Quarzgehalt nähert vielmehr das Gestein dem Amphibolgranit. Granitporphyr. Diese Gesteine sind nicht häufig, es sind das ebenfalls Gränzgesteine, wie die Quarz- und Felsitporphyre und werden bei den Quarzporphyreu angeführt werden. Hier sei nur derjenige Granitporphyr W von Dolni Holetin angeführt, welcher zwischen zu Glimm er schieferphyllit umgewandelten Unter silur-Grauwacken- schiefern au der Gränze von Granit auftritt und dem unbedeutenden 8N gerichteten Thälchen 1^2 km W von Dolni Holetin (N Hlinsko) entnommen ist. Die Lagerungs- verhältnisse zeigt die Fig. 14. Fig. 14. Diese Granitporphyre sehen theils feinkörnigen Glimmerschiefern, theils Minetten ähnlich, wenn nämlich in denselben die grösseren Krystalle stellenweise verschwinden und die Textur mehr schiefrig wird, oder dem körnigen sich nähert ; solche Gesteine durchsetzen in Gängen die Gränzschiefer in Holetin zahlreich, sind aber auf der Karte wegen der geringen Mächtigkeit derselben nicht verzeichnet. Das Gestein W von Holetin von dem in dem Schnitte augeführten Orte ist auf den ersten Blick schwierig zu deuten. Es ist ein unvollkommen schief- riges Gestein. Die anscheinend dichte Grundmasse von graulicher Farbe, splittrigem Bruch ist eigentlich höchst feinkörnig; darin sind ganz kurze, gestreckte, aus zarten Biotitschuppen bestehende Flasern (in Querschichten bis 1'=°' lang und wenig breit), welche die unvollkommene zu den Gränzschiefern parallele Textur bedingen. Bis ^l^"^"^ grosse Quarzkrystalle und 3°"" lange Orthoklaskrystalle be- dingen die porphyrartige Textur. Ein eigentlicher Granitporphyr ist das Gestein nicht, da es unvollkommen schiefrig ist, ein schiefriger Porphyr gleichfalls nicht, weil die schiefrige Textur wieder zu unvollkommen erscheint. Eher ist es ein Übergangsgestein zu schiefrigen Felsitporphyren (Quarzporphyren), nämlich zu denjenigen Gesteinen, die tiefer unter diesem Namen augeführt werden. In der Grundmasse ist der Quarz gänzlich durchsichtig, der Orthoklas trübe. Dünnschliffe ziemlich parallel zur unvollkommen schiefrig flasiigen Textur zeigen in der Grundmasse ausser grossen Quarz- uud Orthoklaskrystallen (Körnern) noch kleine zahlreiche Quarzkörner von Vs—Vz"""' Breite und ebensolche Ortho- klaskörner. Erstere sind vorherrschend wasserhell, letztere untergeordnet, trüb. Die Grundmasse erscheint im polarisirten Lichte völlig körnig; wegen der lebhaften Farben scheint der vorherrschende Gemengtheil Quarz zu sein. Die Grösse der Körner beträgt im Mittel ,'ö-~4'o°"°'i obwohl es auch grössere und 113 kleinere darunter gibt. Biotitschuppen von brauner Farbe und der Breite von -j'j, — ^'g""" sind zahlreich, entweder einzeln, oder zu haufenähnlichen Aggregaten (Flasern) verbunden. Staubkörnchen von Magnetit sind ganz selten. Die Grundmasse wäre demnach eigentlich ein quarzreicher Biotitgranit von unvollkommen schiefrig flasrigem Gefüge und bis auf den Biotit von höchst feinkörniger Textur. Quarzporphyr. Die Quarzporphyre treten im Eisengebirge in nicht gerade beschränkter Menge zum Vorschein, erscheinen aber doch im Vergleich zu andern Gesteinen untergeordnet. Es werden unter Quarzporphyren hier diejenigen Felsitporphyre verstanden, in denen Quarz neben Orthoklas entweder in überwiegender, oder doch in beträchtlicher Menge vorkömmt, während als Felsitporphyre Gesteine mit vor- wiegenden Orthoklas- und nur ganz untergeordnet ausgeschiedenen Quarzkrystallen bezeichnet werden; zwischen beiden Porphyren würde es demnach keine auch nur annähernd bestimmte Gränze geben. Die Quarzporphyre erscheinen mit Vorzug jeder andern Lagerung an der Gränze zwischen rothem Granit mit anderen Gesteinen in verhältnissmässig nicht breiter Zone, meist als Gänge, wo nämlich die Lagerungsverhältnisse durch Ent- blössungen beobachtet werden können. Solcher Art ist das Vorkommen von Quarzporphyren in einem engen Zuge zwischen rothem Granit und schwarzen Untersilurphylliten W und SO von Chvaletic (TF Pfelouc, TT/STF Elbe-Teinic) auf die Länge von gegen 4 km zu beobachten; dann nach einer Unterbrechung zwischen Zdechovic und Morasic, noch weiter SO bis beinahe gegen Väpenka, auf die Länge von 3 km im Verlaufe derselben Gränze. Zwischen rothem Granit und zu Ottrelitschiefer umgewandelten Schichten der Silurzone Dd^, W von Kteiu {NO See). Endlich in etwas weniges zum schief- rigen geneigter Textur zwischen gi-auem Gneusgranit und zu Phyllit umgewandelten untersilurischen Grauwackenschiefern S von Dolni Babäkov und längs der Gränze in einzelnen Gängen durch Dolni Holetin, was aber wegen der Geringfügigkeit des Vorkommens auf der Karte nicht verzeichnet erscheint und auch schon bei dem Granitporhyr erwähnt wurde. Sämmtliche hier aufgezählte Vorkommnisse gehören dem licht (oder höchstens graulichbraun) gefärbtem Quarzporphyr an. Grauschwarze, sehr feste, quarzreiche Quarzporphyre treten reichlich, jedoch in nicht sehr mächtigen Gängen unter Richenburg und den Richenburger Schluchten, nahe der von Kreideschichten bedeckten Gränze von Silurgrauwacken mit rothem Granit auf, ebenso auch S von Skuc gleichfalls nahe der Gränze mit grauem Gneusgranit; nur ganz vereinzeint auch bei Lesan {SO Skuc). Es sind aber diese grauschwarzen Quarzporphyre, welche in ebensolchen Grauwacken, die theilweise auch als Quarzporphyrtuffe aufzufassen wären, vorkommen, nur dann deutlich erkennbar, wenn die abnorme Lagerung derselben oder die durchgi-eifeude Lagerung etwas jüngerer Porphyrgänge — welche die aus zertrümmerten Porphy- ren, demnach petrographisch gleich zusammengesetzten jedoch geschichteten Grau- wacken durchsetzen — eine solche Trennung beider Gesteine gestattet. Denn 8 114 nicht mehr ganz frische Quarzporphyre sind in Handstücken oder bei nicht deut- lichen Lagerungsverhältnissen von der körnigen Grauwacke (gTauwackeuartigem Quarz-Porphyrtuff) nicht zu unterscheiden. '*°) Die Quarzporhyre sind demnach auf der Karte nicht nach den unmöglich verfolgbaren Lagerungsverhältnissen eingezeichnet, sondern nur nach einzelnen Anzeichen. Die Quarzporphyre von Rtein sind durch allmählige Übergänge auch durch Felsit mit dem Felsitporphyr verbunden, welcher gleich nachher beschrieben werden wird. Der Quarzporphyr bei Chvaletic stellt meist blass weisse oder ver- bleichte Gesteine vor, wie sie sich am Ausbisse insbesondere W von Chvaletic finden und bei ganz flüchtiger Besichtigung manchen zersetzten Granulit nach- zuahmen scheinen. Im südlichen Ende von Chvaletic selbst aber tritt als Gräuz- gangbildung zwischen rothem Granit und schwarzem Silurphyllit ein Gestein auf, welches fest und deutlich entwickelt ist. Die eingewachsenen Krystalle, welche ziemlich entfernt stehen, somit deutlich in der Grundmasse eingebettet erscheinen, sind vornehmlich Orthoklaskrystalle mit abgerundeten Ecken bis über 1'=°' Länge und Breite besitzend, blass röthlichgrau und schwach durchscheinend; dann bis ^/a""" grosse Quarzkrystalle von lichtrauchgrauer Farbe und der bekannten Krystall- form -f- R. — R mit mattrauher Oberfläche aber völliger Durchsichtigkeit. Die Zahl der kleineren Quarzkrystalle ist bedeutender als die Zahl der Orthoklase, allein die Masse des Orthoklases dürfte überwiegen. Die Gruudmasse ist grau, nicht felsitisch, sondern sehr feinkörnig splittrig, mit schwarzen, bis iVs"^"^ grossen nicht zahlreichen Flecken, welche feinkörnige Biotitaggregate vorstellen. Dadurch ist dieser Quarzporphyr, weil derselbe keine rein felsitische Gruudmasse besitzt, etwas dem Granitporphyr näher gerückt; es ist aber die Verknüpfung mit Quarzporphyr eine ausgeprägtere, so dass der letztere Name hier beibehalten ist. Das zähe feste ziemlich frische Gestein zeigt im Dünn- schliffe in der Grundmasse gänzlich durchsichtige, aber trotz deutlicher Krystall- form (freilich mit abgerundeten Kauten) doch nur ovale oder sackförmig ovale Quarzquerschnitte, welche bei bedeutenderer Vergrösserung — was meist immer selbstverständig ist — zahlreiche Flüssigkeitseinschlüsse zeigen. Die Quarze sind meist zersprungen, die wenigen Sprünge in denselben nicht durch Erschütterung bei der Formatisirung hervorgebracht, weil nach gewissen Spruugklüften Limouit in die Krystallmasse infiltrirt wurde. Meist sind die durch Klüfte durchsetzten Quarzindividuen nicht von einander verrückt, da sie im polarisirten Lichte gänz- lich einfarbig erscheinen; dann und wann aber lässt sich auf diese Art eine un- bedeutende Verschiebung derselben gegen einander nachweisen. Wo die Möglichkeit vorhanden war, gewisse orientirte Querschnitte auf die Ablenkung des polarisirten Lichtes zu prüfen, erwiesen sie sich als linke Krystalle. Der Orthoklas ist beinahe ganz weiss, wolkig getrübt, die weniger trüben Stellen zeigen Aggregatpolarisation ; dadurch, dass die Feldspäthe so getrübt sind, ist der Nachweis von Plagioklas neben Orthoklas nicht möglich. Die Grundmasse enthält entweder ganz zerstreute, oder zu Gruppen oder selbst ganzen Haufen aggregirtc, winzige Schüppchen von schwarzem Biotit, der 115 wenig durchsichtig ist, da nur die dünnsten Plättchen desselben schmutzig grüne Farbe sowie auch Dichroismus zeigen. Durch dieselben erhält die Gruudmasse stellenweise einen graulichgrünen Ton. Es scheinen die ßiotitschuppen durch dieses Verhalten dem Lepidomelan nahe zu stehen. Die ganz vereinzeinten Biotit- schuppen erreichen Längen im Mittel von g^^""" ^ei einer Dicke von tstt"""- I" der Grundmasse zeigen sich auch ganz vereiuzelnt quadratische Querschnitte von _u.mm Bi-eite, Avelche als Magnetit zu deuten versucht werden. Im polarisirten Lichte zeigt die ziemlich durchsichtige Grundmasse eine so deutliche Aggregatpolarisation, dass derselben eigentlich der Name des deutlich kleinkörnigen zukömmt, wodurch die Anlehnung dieses Quarzporphyres an Granit- porphyr gleichfalls eine Stütze findet. Die Körner von Quarz sind in der Gruud- masse durch ihre satten Farben von den etwas blasseren, aber vorwiegenden Ortho- klaskörnchen zu unterscheiden ; ^V — aV"'" breite Körner in dem Gemenge gehören keinesfalls zu den grössten. Die Grundmasse dieses quarzporphyrähnlichen Granit- porphyres wäre demnach eigentlich ein sehr feinkörniger Granit, welcher scheinbar dicht, die Felsitgrundmasse nachahmt. Wegen der mit der Loupe jedoch nicht zerlegbaren Gruudmasse und der Nachahmung von Quarzporphyr in dem Gesteine sowie wegen der Übergänge in echte Quarzporphyre wurde das Vorkommen hierher gestellt, obwohl die Anreihung zum Granitporphyr vielleicht eben so entsprechend gewesen wäre. Der Quarzporphyr SOS von Morasic (etwas über 1 km) zeigt Ähnlich- keit zu demjenigen W von Chvaletic. An der Oberfläche erscheinen 1 — 2'"'^ dicke Krusten von kreideweisser umgewandelter Felsitgrundmasse, während das Innere licht bräunlich weiss erscheint. Die vorherrschenden Quarzkrystalle von 2 — S""™ Breite neben ganz untergeordnetem Orthoklas bilden die ausgeschiedenen Krystalle in der dichten Grundmasse. Die mikroskopische Untersuchung ergab aus einem nur ganz kleinen Brocken, dass die ausgeschiedenen Quarze wasserhall erscheinen und die felsitische Grund- masse aus weissem kaum durchscheinendem, wegen der vorgeschrittenen Um- wandlung kaum Aggregatpolarisation zeigendem Orthoklas besteht, von welchem die ^L™"" bis Vo""^ breiten Quarzkörnchen gut abstechen. Die Auflösung der Felsit- grundmasse unter dem Mikroskope gelingt also vollkommen. Der Quarzporphyr ist noch weiter südlich und zwar an der halbkreis- förmigen Biegung der Strasse von Litosic nach Horka im Walde ganz eigeu- thümlich entwickelt. Entweder zeigt er sich gestreckt, beinahe wie Gneus (aber ohne Glimmer), die Quarze sind licht, die Orthoklase aber und die Grundmasse von theilweise zersetztem Aussehen blass fleischroth. Alle Klüften selbst kurze Adern sind mit rothem erdigem oder höchst feinkörnigem Haematit erfüllt, der also als Impraegnationsmineral zu betrachten ist. Oder sind andere Proben massig, blass fleischroth mit splittriger Felsitgrundmasse, halberdigen Orthoklasen und kaum sichtbarem Quarz, der in der Farbe der Grundmasse nicht gut absticht. Zudem scheint nicht alles die wünscheuswerthe Frische zu haben. Dünnschliffe zeigen wohl eine Grundmasse, welche Aggregatpolarisation zeigt, Körnchen von Haematit enthält und auch zersetzte Orthoklase gleichfalls 116 mit Aggrega.tpolarisation aufweiset, jedoch in so fern ein befremdendes Aussehen besitzt, als der Quarz keine regelmcässigen Körner sondern deutlich körnige Aggre- gate bildet. Es ist dieses nicht ganz frische Gestein demnach der Textur nach noch unentwirrbar und würde auch an nicht mehr frischen Aplit deuten. Es ist demnach nur vorläufig zum Quarzporphyr gestellt, da diese Einreihung nicht auf Grund ganz frischer Proben geschehen konnte. In den Schluchten von Riehen bürg ist der schwarzgi'aue Quarzporphyr bedeutend quarzreich; die Quarzkörner von rundlichen Querschnitten verdrängen die dunkle Grundmasse bedeutend. Eine Irrung mit den schwarzgrauen Grauwacken hierselbst ist um so leichter möglich, als dieselben nur aus wiederverkittetem Quarz- porphyrmateriale bestehen, so dass nur die schwieriger constatirbaren Lagerungs- verhältuisse und die bedeutende Frische und Festigkeit des Gesteines, wenn es in Blöcken zufällig zu beobachten ist, die Erkennung ermöglicht. Unter dem Mikroskope wäre die Unterscheidung von der Grauwacke (Quarzporphyrtuff-Grau- wacke) nicht möglich, ausser vielleicht in gewissen Proben mit schon zersetztem Feldspath. Die Quarzporphyre enthalten jedoch nie Muscovitschüppchen wie die Grauwacken. Ähnliche schwarzgraue Quarzporphyre finden sich auch in der Um- gebung von Prag und zwar N an beiden Moldauufern bei Klecan und pod Moräni. ^^) Doch sind dieselben hier vermöge der winzig kleinen ausgeschiedenen Quarz- örnchen (Krystallen) mehr einem Felsit ähnlich, während bei Richenburg die gedrängt eingewachsenen Quarzkörner bis 4™'" Durchmesser besitzen, gewöhnlich aber viel kleiner sind. In der dunkelgrauen Grundmasse stecken zahlreiche kleinwinzige Quarz- körner, die wohl wasserhell sind, aber in der dunklen Grundmasse dunkel gefärbt erscheinen ; manche zeigen ziemlich ebene Spaltungsflächen ; daneben nun sind stellenweise grössere Quarzkörner (Krystalle), die nur selten einen bläulichmilchigen Schein besitzen. Orthoklaskrystalle von länglicher Form sind nur spärlich ein- gewachsen, weiss, nicht durchsichtig, sonst noch ganz selten Pyritkörnchen. Der Quarzporphyr ist fest, recht gut der Verwitterung trotzend. Unter dem Mikroskope zeigen sich nur die rundlicheckigen oder scharf- eckigen Quarzkörner so gedrängt nahe, dass sich dieselben stellenweise berühren die Grundmasse nimmt den dazwischen befindlichen Raum ein. Die Quarzköruer, völlig w^asserhell, im polarisirten Lichte lebhaft gefärbt, ohne Sprünge, dominiren wie schon erwähnt. Die Orthoklase sind recht untergeordnet, jedoch frisch ; der Plagioklas nur in ganz wenigen, ebenfalls lebhaft gefärbten Körnern zu bemerken, welche ohne Zwillingsstreifung von Quarz nicht zu unterscheiden wären. Höchst selten ist Amphibol von dem sich nur ein 1°"" langes Prisma fand; Pyrit in ^'ö""" grossen und auch noch etwas grösseren Körnern ist nur vereinzeint anzutreffen. In der Grundmasse tritt der Biotit in vorwiegender Menge entweder in Haufen oder einzelnen braunen Krystallschuppen auf. Die grössten Krystallplättchen sind J-™"' , die vorwiegend mittleren Vo"™ ^^^ allerkleinsteu, einem Biotitschuppen- staub ähnlichen aber, die alles nur nicht den Quarz durchdringen, sind enger als 2^0°""- Dem Biotitstaub und den Biotitschüppchen verdankt die Grundmasse die Farbe. Die eigentliche Felsitgrundmasse zeigt ganz deutliche Aggregatpolari- 117 sation, wo nicht viel Biotitstaiib die dnrchsicbtigen Gemengtheile derselben verdeckt. Spärlich ist in der Grundmasse vereinzelter Magnetitstaub nachweisbar. Auch hier löst sich die Felsitgrundmasse völlig in winzige Körnchen auf. Felsitporphyr. Nach dem beim Quarzporphyr im Allgemeinen schon gesagten sind hier als Felsitporphyre Gesteine mit vorherrschenden (demnach nicht ausschliesslichen) Orthoklaskry stall- Ausscheidungen verstanden, was eigentlich gegen den Sinn der neueren Deutung des Felsitporphyres ist, welcher keinen ausgeschiedenen Quarz enthalten soll. Die eigenthümlichen Verhältnisse des Vorkommens und auch der Textur unterscheiden diese Gesteine jedoch von den Gränz-Quarzporphyren hin- reichend. Das Vorkommen derselben ist an den mehr als 1 Myriameter langen und bis 2 km breiten Gräuzstock zwischen rothem Granit im Süden und schwarzen Thonschiefern der Silur-Etagen Dd^ und Ddj im Norden gebunden, welcher von Rtein über Siskovic, Trpisov, Svidnic, Präcov, Vejsonin, bis über Male Lukavice streicht. In diesem Stocke sind die Felsitporphyre nicht nur porphyrartig, sondern auch felsitisch und felsitisch schiefrig entwickelt ; nebstdem treten aber auch Diorite und Dioritaphanite zum Vorschein, die wegen des ähnlichen Aussehens der ober- flächlichen Verwitterungszoue sich auf der Karte schwierig trennen lassen. Ganz vereiuzelnt trifft man diese Porphyrgesteine auch in einem schmalen Zuge an der Gränze zwischen unterstem Untersilur und Gneus SW Hlinsko und gewiss auch an andern Orten; wo dieselben des untergeordneten Auftretens wegen mit andern Gesteinen zusammengefasst sind. Allein streng genommen würde der Name Felsitporphyr auf die porphyr- artig ausgebildete Gesteinsmasse des oben erwähnten bedeutenden Gesteinsstockes auch nicht passen, weil dieselben eine schiefrige Textur besitzen, die wenn auch unvollkommen, doch so deutlich ist, dass der Name des Flaserporphyres oder des Porphyroides der passendste für diese Gesteine wäre, wenn nicht ihr Eruptiv- charakter bestünde. Da nur geschichtete, also gneusartige Gesteine als Porphyroid bezeichnet werden, so passt diese Bezeichnung auf die Eruptivgesteine nicht, in denen die schiefrige Textur lediglich die Folge der Bildung von Bänken oder Schlieren im grossartigen Maassstabe ist, demnach als Bewegungs- und Erstar- rungserscheinung auftritt Demnach wäre Eruptivporphyroid oder schiefriger Felsit- porphyr die passendste Bezeichnung; die letztere wird hier beibehalten. Die schiefrigeu Felsitporphyre, welche auffallend an Porphyrtuffe erinnern, sind durch allmählige Übergänge mit Felsiten und diese wiederum mit Felsitschiefern, ausserdem aber mit zersetztem Porphyr verbunden. Am besten entblösst sind die schiefrigen Felsitporphyre in der Schlucht von Svidnic gegen Skroväd {S Chrudim), wo das südliche Verflachen ihrer schichten- ähnlichen Bänke deutlich entblösst ist. Eine Probe wurde NW \on Velke Lukavice entnommen. Ganz nahe NW von der Schwefelsäurefabrik, knapp an den überlagernden turonen Kreide- schichten ist ein unbedeutender Bruch in diesen, scheinbar nicht bedeutend ange- griffenen schiefrigen Felsitporphyren eröffnet. 118 Das unvollkommen scliiefrige Gestein zeigt in der blass gelblichgrauen felsitisclien Grundmasse ziemlich parallel gelagerte, bis V4*"" lange und weniger breite sehr gut spaltbare, jedoch nur an den Kanten durchscheinende, blass graulich- weisse deutliche Orthoklaskrystalle, deren Menge der Quantität der Felsitgrundmasse entsprechen würde. Zwillingsbildungen nach dem Karlsbader Gesetze sind deutlich. Für spärlich (auf 5—10 Orthoklase erst ein Korn) kommen mehrere Millimeter breite Quarzkrystalle auch eingewachsen vor. Unter der Loupe erweiset sich die Felsitgrundmasse als splittrig und höchst feinkörnig bis dicht. Eine theilweise Analyse dieses Gesteins zur völligeji Bestimmung desselben, trotzdem dass an dessen (schiefriger) Porphyrnatur kein Zweifel obwaltete, ergab mit •72g Substanz: Glühverlust 1*39 SiOj 75-98 Weil Quarz nur ganz untergeordnet ausgeschieden erscheint, so muss die felsitische Grundmasse wegen des bedeutenden Kieselsäure-Gehaltes, den die Ana- lyse nachgewiesen hat, bedeutend quarzreich sein, womit auch die höchst fein- körnige Textur, welche sie unter der Loupe zeigt und die von der dichten der gewöhnlichen Felsitporphyre abweicht, gut übereinstimmt. Unter dem Mikroskope zeigt sich, dass die Gründmasse mehr als die Hälfte von den ausgeschiedenen Krystallen ausmachen dürfte. Die ausgeschiedenen Orthoklase sind beinahe gänzlich weiss, undurchsichtig, nur an noch durchscheinen- den Stellen schwache Aggregatpolarisation zeigend. Die Quarzkörner (Krystalle) sind theils ganz wasserhell, einige aber enthalten wenige, jedoch sehr grosse, schlauchförmige Einschlüsse bis l*""" und noch mehr Länge, und 9ö°"" ^^^^ darüber, an Breite. Ob diese Einschlüsse aus Glas, also isotroper Masse, oder aus schon ent- glaster Masse bestehen, kann nicht entschieden werden, da im polarisirten Lichte die darunter oder darüber befindliche Quarzschicht den Indifferentismus gegen polarisirtes Licht nicht erkennen lässt. Indessen zeigen stärkere Vergrösserungen winzige Punkte in der Masse, die wohl den Eindruck einer Glasmasse hervorbringt, deren isotroper Charakter sich aber im polarisirten Lichte nicht bestätigen lässt. Stellenweise enthält die Einschlussmasse in den Schläuchen zarte Staubkörnchen von Magnetit, die trotz der Kleinheit von jI^ — 4^°'°' doch quadratische Quer- schnitte zeigen. Die Grundmasse ist stellenweise hell, stellenweise getrübt, wenn der Dünn- schliff nicht äusserst dünn erscheint. In diesem Zustande zeigt dieselbe Mikro- fluctuations-Textur in vollkommenem Grade. Die trüberen Parthieen behaupten eine Richtung und nur an den eingewachsenen Krystallen beugen sie plötzlich von derselben ab. Das polarisirte Licht lässt stärker gefärbte, als Quarz deutbare Körnchen darin erkennen, welche übrigens auch keine Trübung zeigen. Erzkörnchen von der Grösse von ^'5- — 3^0°"" herab sind einzeln recht zahlreich eingewachsen, jedoch sind ihre immer ganz deutlich quadratischen Querschnitte ebenfalls in einer Richtung, nämlich die Fluctuation andeutend, eingestreut. Gewisse quadratische Quer- schnitte sind schwarz, opak, demnach Pyrit, seltener auch Magnetit, andere grössere Körnchen erscheinen im auffallenden Lichte röthlich im durchgehenden Lichte, 119 bei Abhaltung des auffallenden aber schwarz; die allermeisten von den kleinsten Quadraten sind aber auch im durchgehenden Lichte bräunlichroth. Gewisse grössere Pyrite zeigen röthliche Flecken. Die rothen quadratischen Körnchen können nur als Haematit u. zw. als Pseudomorphose nach Pyrit gedeutet werden. Es lassen sich wohl auch sehr selten hexagonale Schüppchen von Haematit beobachten ; wenn dieselben nicht zufällig, was bei der grossen Zahl von rothen Würfeln in der Grundmasse möglich ist, centrale Schnitte im Würfel parallel zur Octaederfläche vorstellen, so würden sie als ursprünglicher Haematit zu deuten sein. Die erstere Möglichkeit hat aber Wahrscheinlichkeit für sich. Wo Pyritquadrate gehäuft erscheinen, oder wo kaum merkliche Klüftchen das Gestein durchsetzen, zeigen sich graubraune Trübungen von Limonit, welche jedoch in Orthoklase nicht häufig eindringen und nur dem nicht ganz frischen Gestein eigenthümlich sind. Stellen- weise ist auch der Richtung der Fluctuationsflaseruug nach ein hell ölgrünes Mi- neral eingeschaltet; dasselbe scheint auch gewissen Klüftchen nachzufolgen. Obwohl die Deutung des Minerales als Epidot manches für sich hätte, wird dieselbe hier doch unterlassen, da es auch auf Pyrophyllitschuppen hinweisen könnte. Wenn die Grundmasse aber ausserordentlich dünn geschliffen wird, dann zeigt sie völlig deutliche kleinkörnige Textur unter dem Mikroskope; polarisirtes Licht färbt dann die Quarzmikrolithe lebhafter als den noch ziemlich frischen Orthoklas. Die Pyritkryställchen und die Haematitpseudomorphosen (Staub) sind in den Krystallen des Orthoklases und Quarzes weniger häufig als in der Gruudmasse. Eine andere Probe von demselben Orte bei Lukavic, welche noch sehr gut spaltbaren, wenn auch nicht durchsichtigen Orthoklas neben wenig Quarz ein- gewachsen enthielt, zeigte sich doch schon etwas weniger frisch als die vorher- gegangene. Auch Plagioklas, mit deutlicher tiefer Zwillingsfurchung ist erkennbar. Wenn die unter der Loupe höchst feinkörnig sandsteinartig splittrige Grundmasse in der Richtung der unvollkommenen Schieferung bei schwacher Vergrösserung, und seitlicher Beleuchtung besehen wird, so zeigt sie durch glimmerähnliche, parallel gelagerte Schüppchen eine an höchst feinkörnigen glimmerarmen Phyllit erinnernde Textur. Das glimmerähnliche Mineral in zarten Schüppchen bildet nur flaserartige kleine Plättchen in der Grundmasse. Stelleuweise zeigen sich auch dunkelgrüne aus zarten Schüppchen bestehende Fleckchen als Zeichen einer vor sich gehenden Umwandlung. Die glimmerähnlichen Schüppchen sind Pyrophyllit. Der Dünnschliff zeigt aber entgegengesetzt dem eben erwähnten Anscheine die Orthoklase theilweise durchsichtig, also frischer (Plagioklas fiel keiner in den Schliff) und eine ganz deutlich körnige Aggregatpolarisation zeigende Gruudmasse, deren Körner sich stellenweise lebhaft färben; darin derselbe Haematitstaub und weniger zahlreich auch Pyritstaub, beides nur in quadratischen Querschnitten. Jedoch zeigen sich, und darin besteht der nicht mehr frische Zustand, breite wolkig schlierige Färbungen von gelbbräunlichem durchscheinenden Limonit der also in ganz schwacher Impraegnatiou vielleicht zwischen den Pyrophyllitschüppchen, die dadurch verdeckt werden, auftritt; nur stellenweise sind weniger pellucide bräunlichgi-aue Anhäufungen zu finden. Auch zeigen sich ganz vereinzeint kleine 120 rundlich polygonale Körner von grünlicher Farbe, die einem an Chlorit erinnernden Minerale zugehören dürften. Gewisse in Querschnitten stabförmige Formen, welche das Aussehen von Muscovitquerschnitten haben, dürften dem Pyrophyllit angehören. In den Gehängen der Ohebka zwischen Svidnic und Skroväd, also in der westlichen Fortsetzung des Gesteines von Lukavic zeigen sich schichtenartige, gegen Süd verflächende Bänke eines blass fleischroth und auch in andern Tönen gefärbten unebenschiefrigen Gesteines, welches auf den ersten Blick den Namen irgend eines talkschieferähulicheu Gesteines erhalten müsste. Allein das Gestein ist schiefriger Felsitporphyr. Der schiefrige Felsitporphyr von Skrovad zeigt im Bruche, parallel zur Rich- tung der Schiefrigkeit noch das Aussehen eines unvollkommen schiefrigen feinen tal- kigen Glimmerschiefers, was durch äusserst zarte Pyrophyllitschüppchen in dünn flasriger Anhäufung hervor gebracht wird. Unter der Loupe erscheinen noch ein- zelne Quarzkörnchen und würfelförmige Hohlräume von brauner Färbung nach verschwundenen Pyritwürfeln von Vs— aV""" Kantenlänge. Im Querbruche zeigen sich die gebogenen Flasern der äusserst dünnen Pyrophyllitlagen, dann aber eine blassfleischrothe Felsitgrundmasse mit nicht mehr wahrnehmbaren Orthoklaskry- stallen, welche als nicht mehr ganz frisch, die Spaltbarkeit eingebüsst haben dürften. Quarzkörner sind frisch, ebenso noch spärlich Pyritwürf eichen, diese jedoch nur unter der Loupe sichtbar. Au dem angeschliffenen Querbruch lassen sich aber noch Spuren von wenig kenntlichen Orthoklaskrystallen wahrnehmen, sowie auch die sehr dünnen, röthlich gefärbten Pyrophyllitflasern, welche nur als äusserst zarte Linien zum Vorschein kommen. Der in einem Umwandlungsstadium befindliche schiefrige Felsitporphyr vom linken Ohebkaufer, S Skrovad, (N Svidnice) mit vorherrschend felsitischer Gruud- masse, besteht aus: SiOj 70-53 AI2 O3 -f Fe2 O3 17.59 CaO Spur MgO -82 Glühverlust 3*22 Alkalien wurden unbestimmt gelassen. Ein ganz kleiner Dünnschliff senkrecht zur Richtung der Schieferung zeigte in der Grundmasse ein sehr feinkörniges Gefüge aus durchsichtigen oder nur durchscheinenden Körnchen von Quarz und Orthoklas, welche im polarisirten Lichte Aggregatpolarisation zeigten. Eine Tendenz, wenn auch nur eine unbedeu- tende, zur Orientierung der kurzen Orthoklasmikrolithen parallel zur Ebene der unvollkommenen Schieferung zeigt sich auch hier. Die wahrnehmbaren Quarz- körnchen besitzen die Breite von ji^ — iV"""- 1^ ^^^^r Richtung der Schieferung zeigen sich röthliche Schnüre von mit Haematit gefärbtem Pyrophyllit, sowie auch blasse flaserige Färbungen von Haematit, die keine scharfen Gränzen zeigen. Die Breite der durch Haematitimpraegnation roth gefärbten Pyrophyllitschnüre, wie sie sich im Querschnitte darstellen, variirt von \'5o— '/so"'"'- lu der Grundmasse zeigen sich auch grössere Quarzkörner von völliger Durchsichtigkeit auch schon in dickeren Dünnschliffen, sowie trübe Orthoklaskörner. Frische Pyritkörner von 121 schwarzer Farbe, sowie rothe, in Haematit ungewaudelte Würfelclieu des Pyrites sind gleichfalls bemerkbar. In dem Gebiete dieses schiefrigen Felsitporphyres zwischen Rtein und Lukavic finden sich mannigfaltige Varietäten desselben, manche enthalten auch ein grünes glimmerähnliches Mineral, so dass auch Anklänge an Porphyrtuffe zum Vorschein kommen. Es ist hier jedoch das Richtige der Bezeichnung mancher Gesteine um so weniger zu treffen, als Entblössungen von frischen Gesteinen nicht häufig sind und die zersetzten Felsarten der Oberfläche der Porphyre, Porphyr- schiefer und Diorite, welche hier vorkommen, nicht immer von einander zu trennen sind. Ähnliche porphyrartige Felsitporphyre von lichter Farbe mit sehr zarten Muscovit- und auch Biotitflasern finden sich an der Gränze zwischen Gneus und Phylliten zwischen Hliusko und Stany, sowie an andern Orten. Dieselben könnten jedoch sowohl mit Gneus als auch mit feinkörnigem Gneusgranit verwechselt werden« Neben porphyrartigen Gesteinen findet sich in dem Gebiete zwischen Rtein und Lukavic auch Felsit; derselbe hat entweder blass gelblich fleischrothe, oder gelblichgraue oder graue Farben, massige oder schiefrige Textur, wodurch dann scheinbar phyllitartige Gesteine mit wirklichen Porphyren im Zusammenhange stehen. Ein Felsit vom Podjahodnicer Berge, OA^O nahe von Male Luka vice, von blassgrauer Farbe in Klüftchen gelblichbraun gefärbt auch mit zarten Pyrophyllit- schüppchen stellenweise überzogen, zeigt sich im Bruche ausserordentlich splittrig und erscheint unter der Loupe höchst feinkörnig beinahe wie sandsteinartig. Eine theilweise Analyse des Feisites, welcher, wie der bedeutende Glühverlust zeigt, nicht gänzlich frisch sein dürfte, ergab: Si02 78-61 AI2O3 18-61 Fe^Oj Spur CaO Spur MgO Spur Glühverlust 2-45 Die Analyse deutet auf einen sehr bedeutenden Quarzgehalt und auf wenig Alkalien, da sich die Summe dieser nachgewiesenen Bestandtheile ohne Alkalien schon ziemlich zu 100 nähert. In den Ufern des Ohebkabaches in Svidnic (S Chrudim) treten neben schiefrigen Felsitporphyren Gänge von grauem klüftigen Felsit auf, die an gewissen Orten zerklüftet, mit weissen Äderchen von Calcit impraegnirt erscheinen und an andern Fundstellen wieder Tendenz zur schiefrigen Textur zeigen. Das dichte Gestein von felsitischer Textur von Svidnice zeigte unter der Loupe spärliche, winzige grüne Fleckchen ohne scharfe Begränzung, auch leere mit Liraonit überkleidete und dann mit Calcit erfüllte Sprünge. Eine theilweise Analyse mit •52g. Substanz gab: SiO^ 65.90 AI2O3 23.71 Fe2 O3 2-53 CaO 1.18 MgO Spur Glühverlust 2' 62 Wiewohl der SiOj-Gehalt des Gesteines ein nicht bedeutender ist, kann das Gestein weder als Diorit noch als quarzfreier Orthoklasporphyr gedeutet werden. Der nur ganz geringe Gehalt an CaO, welcher möglicher Weise auch theilweise einer Calcitimpraegnation zukommen kann, spricht gegen die Anwesenheit von viel Plagioklas. Da nebst Orthoklas noch Gemengtheile in geringerer Menge hinzukom- men, welche den SiO^-Gehalt des Gesteines herabdrücken, so kann trotzdem etwas Quarz in diesem Gesteine vorhanden sein, dessen Einreihung zum Felsit demnach begTündet erscheint. --) Dünnschliffe zeigen unter dem Mikroskope die kleinkörnige Grundmasse, welche in ausserordentlich dünnem Schliffe vornehmlich aus Stäbchen von Ortho- klas besteht, die bei der Breite von Jo""* eine vielfache Länge besitzen. Ob auch Quarz in etwas auffallender gefärbten Körnchen bei Anwendung von polarisirtem Lichte in der Grundmasse vorkommt, kann nicht mit Bestimmtheit, sondern nur mit Wahrscheinlichkeit behauptet werden. Diese Grundmasse enthält Magnetit- staub in quadratischen Körnchen von im Mittel g'^""" Grösse in nicht besonderer Menge eingestreut, ausserdem aber noch winzige grüne Fleckchen, welche ein nicht ursprüngliches Mineral zu sein scheinen, da sie sich auch, und zwar in grösserer Menge als in der Grundmasse, in der Nähe zahlreicher winziger Risse, welche das Gestein durchsetzen, angehäuft finden. Man bezeichnet solche Mineralien sonst als Chlorit, auch hier spricht manches dafür, dass diese Färbungen demselben angehören könnten; ganz bestimmte Kennzeichen pder Belege dafür können jedoch nicht gegeben werden. Bis ^™'" breite Schnüre von Calcit, aus Körnern mit deut- licher Zwillingstextur bestehend, und mit Limonitflecken an gewissen Stellen, ent- sprechen iufiltrirten Mineralien. Trotz der Bezeichnung des Gesteines als Felsit zeigt das Mikroskop doch wenige ausgeschiedene, laug rechteckige Krystalle von bis ^1^'^'^ Breite in der dichten (unter dem Mikroskop deutlich körnigen) Grundmasse. Diese Krystalle sind Orthoklas, welche zuweilen auch zwillingsartige Verwachsungen zeigen. In Folge der Einmengung von Mineralien im Feisite, welche keine oder wenig SiOo enthalten, wie Magnetit, Calcit, das grüne chloritähnliche Mineral, wird der Gesammtgehalt der SiOj im Gesteine bis zu etwa 66°/o wie die Analyse zeigt, herabgedrückt. Da nun Orthoklas selbst etwa 6472% SiOj enthält, so muss Quarz doch in geringer Menge in der Grundmasse vorhanden sein, worauf manche im polarisirteu Lichte in derselben lebhafter gefärbten Körnchen hinweisen dürften. Diorit. Unter diesem Namen werden alle deutlich körnigen Abarten dieses so gemeinen und recht typisch im Eisengebirge auftretenden Gesteines bezeichnet, welche tlieils quarzführeud oder quarzfrei oder auch epidothältig sind. Die dichten 123 aphanitischen Varietcäten sind sowohl der Textur, als auch, was noch mehr ins Gewicht fällt, genetisch von dem körnigen Gesteine getrennt, wesshalb sie auch eigens angeführt erscheinen. Es ist recht merkwürdig, dass sobald ein Dioritmagma in silurischen Gesteinen auftritt, dasselbe im Eisengebirge meist dicht oder bei- nahe dicht, in krystallinischen anderen Gesteinen meist Eruptivgesteinen von etwas geringerem Alter (als das Untersilur) aber deutlich krystallinisch körnig sich ausbildet. Der Grund dafür liegt nahe. Die Diorite des Silures sind meist gleich- zeitige Bildungen mit den tiefsten Schichten desselben (meist B auch C), desshalb das Dioritmagma, weil die Schichten B und C sedimentären Ursprunges sind unter Wasser schnell erstarrte und sich zu Dioritaphanit ausbildete ; während die Gang- oder Gangstockmassen in anderen krystallinischen Gesteinen (meist Graniten) ohne schnelle Abkühlung, die deutlichst körnige Textur annehmen konnten. Übrigens treten auch deutlich körnige dioritische Gesteine im Silure dort zum Vorschein, wo sie gangförmig gelagert erscheinen, was mit dem Auftreten in Graniten den Bildungs- und Erstarrungsumständen nach zusammenfällt. Die Hauptmasse der körnigen Diorite ist an das Nebengestein des rotheu Granites gebunden. Diorite und rothe Granite scheinen mitsammen in einem nahen genetischen Verhältnisse zu stehen, weil sie so häufig vergesellschaftet angetroffen werden. Diorit bildet Gänge oder Gangstöcke im rothen Granit; rother Granit durchsetzt auch den Diorit in Gangform. Leider kann etwas Bestimmtes über das Verhältniss beider Gesteine zueinander zur Zeit desshalb noch nicht gegeben werden, weil es noch an hinreichenden und bestimmten Beobachtungen fehlt; die Angabe von gewissen Verhältnissen sich demnach theilweise nur als Vermuthung herausstellt, welcher oft die beobachteten Thatsachen als sichere Basis noch abgehen. Ausser in rothen Graniten sind Diorite in andern theils laurentinischen theils silurischen Gesteinen ebenfalls, jedoch nicht so häufig anzutreffen. Beachtenswerth, aber keineswegs als Regel aufzustellen sind die Beobach- tungen betreffs der Textur der Diorite. Wenig mächtige Dioritgänge sind in der Regel kleinkörniger ausgebildete als mächtigere Stöcke. Gangförmige Dioritlager- stätten sind in gewissen Fällen nur in der Gang(Stock)-Mitte regellos körnig, in der Nähe des Nebengesteines parallel zur Begränzungsfläche schiefrig, mit oft angerei- chertem Amphibol, so dass bei flüchtigen Beobachtungen oder mangelnden Auf- schlüssen, insbesondere in der Nähe von wirklich geschichteten Gesteinen das Verkennen solcher schiefrigen Diorite der Gangstockulmen mit Amphiboliten (Amphibolschiefern) möglich wäre. Es bestehen zwischen den schiefrigen Aus- bildungen der Diorite an den Gangulmen und den granitisch körnigen in der Gangstockmitte unmerkliche Übergänge. Tiefer unten, bei den Uralit-Dioriten wird dieses besonders auffällige Verhältniss noch erwähnt werden. Eine andere Erscheinung bei mächtigen Dioritstöcken ist die, dass in gewissen derselben in der Mitte Corsit erscheint, dass sie demnach eine Hülle um das Anorthit-Amphibolgestein bilden, obwohl es auch Corsite gibt, die nicht immer eine solche Diorithülle besitzen. Es wäre nun recht erwünscht das Verhältniss zwischen der Diorithülle und den Corsitstockmitten zu kennen: ob nämlich beide Gesteine dadurch allmählig in einander übergehen, dass entweder neben Plagioklas auch Anorthit in zunehmender Menge hinzutritt, oder dass sich die Plagioklas- 124 masse (als Molekül-Gemenge von Albit mit Auorthit betrachtet) durch allmähligen Rücktritt der Albit-Moleküle iu Anorthit umändert, oder dass im zweiten Falle Corsit und Diorit scharf getrennt sind und allenfalls nur durch Apophysen mit einander verbunden erscheinen. So erwünscht es nun wäre, dieses Verhältniss klar- gestellt zu wissen, so sind die thatsächlich beobachteten Verhältnisse doch so unzureichend und bald der einen allmähligen, bald der andern scharfen Gränze zuneigend, dass sie derzeit noch keine bestimm lere Ansicht aufkommen lassen, die auf Grund beobachteter Thatsachen viel Wahrscheinlichkeit in sich hätte. Vielleicht sind beide Fälle möglich, weil mau sich unter verschiedenen Ver- hältnissen versucht fühlt bald der einen oder der andern Erklärungsweise das Übergewicht einzuräumen. Die neueren Gesichtspunkte in der Geologie werfen immer solche Fragen auf, deren Lösung oft nur später gelingt, und die vorläufig nicht praeciser zu beantworten sind. So wie gewisse Diorite sich als Hülle von Corsiten ergeben, so werden die- selben wiederum in gewissen Fällen von Syeniten umhüllt, welche letzteren, den Mantel mancher Dioritstöcke bildend, dieselben wiederum mit den Graniten ver- binden. Die Syenite scheinen nun durch Übergang aus dem Diorite sich dadurch herauszubilden, dass blass fleischrother oder anderer Orthoklas in ziemlicher und gegen die Nebengeoteinsgränzen in zunehmender Menge zum Dioritgemenge hin- zutritt. Auch hier zeigen dann die Syenite (die oligoklashältig sind) theilweise eine Tendenz zu planer Paralleltextur. Dieses Verhältniss zwischen Diorit und Gränz- Syenit scheint auch die Möglichkeit des Überganges von Corsit in Gränzdiorit begreiflich zu machen, es fehlt jedoch für die Annahme des letzteren Falles noch eine uuumstössliche Beobachtung. Es ist dieses hier desshalb vorausgeschickt worden, weil auf der geologischen Karte diese Gränzverhältnisse nicht immer darstellbar sind und dass demnach manche Fälle, wo die Karte Dioritfarben zeigt, das Ende oder die Gränze solcher Ausscheidungenais Syenit zu deuten wären; ebenso wären theil- weise als Syenite verzeichnete Gesteine stellenweise mehr dem Diorit ähnlich, da eben eine scharfe Trennung unmöglich ist. Im Allgemeinen sind die Diorite dort häufiger, wo auch rothe Granite zum Vorschein kommen, demnach in WS Fortsetzung des Eisengebirges, besonders im Parallelkreise von Nassaberg. Hier treten deutlich mittelköruige Diorite in Gängen und Gangstöcken von Kraskov au gezählt in der Richtung von West nach Ost bis über Podskali (WN Skuc) zum Vorschein, wo nur die Bedeckung durch Kreide- gebilde die weitere nordöstliche Verfolgung derselben unmöglich macht. Eine Auf- zählung der einzelnen Lagerstätten kann desshalb schon nicht gegeben werden, weil gewiss nicht alle erkannt sind. Deutlich mittelköruige Diorite finden sich bei Kraskov, Zd'arec, N See hier mit Corsit verbunden, an der Ohebka in Bojanov und W Bojanov, bei Deutsch- Lhotic und Samärov, W Kfizanovic, Slavic, Hradist und Böhraisch-Lhotic, W Nassaberg. Ein langer Gangstock zieht sich von Nassaberg über Bratränov nach Krupin in der Länge von über 3 km und in der Mächtigkeit von bis ^1^ km. Der bedeutendste Gangstock setzt aber S Podlejstau über N Bozkov, N Podbozovsky mlyn über den Hofickaberg (S Smrcek), N Louka in die Schlucht, welche von Chächolic gegen Kostelec (WNW Sknc) sich hinzieht. Hier wird jedoch der Gang- 125 stock durch überlagerte cretaceische Schichten bis auf die Thalsohle ganz verdeckt. Die Länge des Stockes dem Streichen nach von S Podlejstan bis ^S' Chlacholic beträgt beinahe 1 Myriameter; gewiss setzt sich aber der Stock noch unter Kreide- gebilden weiter fort. Mehr vereinzeint finden sich körnige Diorite theilweise auch an Gesteins- gränzen und W von Hlinsko, so bei Planan, Srny, Rväcov, Stany, Schönfeld (Jasne pole). Eine andere beträchtliche Masse mittelkörnigen Diorites bildet eine kranz- förmige Hülle um den Corsitkranz, der wiederum Serpentin umhüllt bei Ransko, Der Durchmesser des umfassenden Dioritringes beträgt etwa 5 km. Seine innere Fläche berührt Corsit, sein äusserer Rand geht in Amphibolgranit über und berührt theils rothen, theils grauen Granit, theils schiefrig flasrigeu Biotitgueus. Ein Theil des Dioritkranzes liegt unter jüngeren Gebilden verdeckt. Seine südlichen Depen- denzen bilden die einzelnen Gangstöcke S Persikov NW und SO Hute (bei Ransko W). Eine sehr bedeutende Gangstockmasse, von rothem Granit und rothem Gneus eingefasst ist N Studeuec (0 Chotebof), von Dolni Vestec über Stikovä, Hut, Zalost bis gegen Rovne ausgebreitet. Vielleicht hängt diese Masse unter Kreide- schichten mit dem Ranskoer Dioritmassiv zusammen oder steht mit demselben wenigstens in ursächlichem Zusammenhange. Die Länge des Stockes dürfte bis 4 km, seine sichtbare Mächtigkeit der Anschwellung nach etwa 2 km betragen. Erwähnenswei'th ist noch der Stock mittelkörnigen Diorites bei Zbyslavec {WNW Ronov), der mit Syenit vergesellschaftet ist. Sämmtliche diese mittelkörnigen Diorite sind theilweise auch quarzführend. Kleinkörnige Diorite enthalten bei Vejsonin (S Svidnice, S Chrudim) und 5 Male Lukavice {N Zumberg) bedeutende Mengen von Pyritkörnern ausgeschieden, so dass sie als Pyritdiorite angeführt werden könnten. Auf der Karte sind sie als gewöhnliche Diorite eingetragen. Epidotdiorite bilden Gänge SW Trpisov, Präcov, (S Chrudim) in Felsit- porphyren und rothem Granit. Theilweise sind sie so kleinkörnig, dass sie den Übergang zu Epidotdioritaphanit bedingen, mit welchem sie gleichzeitiger Ent- stehung sein dürften. An den Elbeufern bei Elbe-Teinic, vornehmlich aber linkerseits der Elbe werden oberlaurentinische oder tief cambrische Gesteine durch Gänge durchsetzt, welche nur als Diorit zu deuten sind. In denselben ist aber der Amphibol meist dunkelgrün, während er in den vorerwähnten Massen grünlich schwarz gefärbt erscheint. Am Contacte mit andern Gesteinen zeigen diese Diorite, welche auch Biotit in sich aufnehmen, vornehmlich aber bei und in Vinairic plane Parallel- textur. Nur in Handstücken betrachtet könnten dieselben auch mit unvollkommen schiefrigen Amphiboliten verwechselt werden. Trotz der Dioritnatur dieser Gesteine, sie bestehen nämlich aus Plagioklas und Amphibol, werden dieselben aber erst bei dem Gabbro später angeführt werden, da sie mit demselben in ursächlichem Zusammenhange stehen, indem sie eigentlich zu Diorit umgewandelte Gabbro- masse vorstellen. Der Amphibol derselben ist nämlich Uralit und sie werden als Uralit- oder Labrador-Diorit dem Gabbro angefügt, getrennt von den eigentlichen Dioriten beschrieben werden. 126 Im Allgemeinen sind die Diorite den Corsiten recht ähnlich, denn es besteht ja doch nur ein feiner Unterschied, die Natur des Plagioklases betreffend, welcher beide Gesteine von einander trennt. Die etwas gröber niittelkörnig zusammen- gesetzten Diorite besitzen wie der Corsit eine weisse erdige Verwitterungskruste an Stelle des Plagioklases; dennoch sind narbige und grubig-luckige Oberflächen von Dioritblöcken mit vertieften Plagioklasauswaschungen und erhöhten Amphibol- narben verhältnissmässig selten gegenüber dieser Ausbildung der Verwitterungs- kruste beim Corsit, so dass in diesem mehr negativen Verhalten ein Erkennungs- zeichen für Diorit vorhanden wäre. Während bei Corsit die Amphibole mindestens oberflächlich immer grasgrün, zuweilen auch im frischen Bruche ebenso, sonst aber meist dunkel grasgrün gefärbt erscheinen, was theilweise Folge der Lockerung durch Zerfaserung ist, sind bei Diorit die Amphibole im frischen Bruche nur grünlichschwarz, so dass sie hier immer nur als schwarz bezeichnet werden, an der angewitterten Oberfläche aber bedeutender dunkelgrün als dies beim Corsit der Fall ist. Die schwarze Farbe des Amphiboles, herrührend von einer an FeO reicheren Varietät desselben ist für Diorit charakteristisch. Ebenso verschieden ist das Verhalten des Diorit-Plagioklases gegenüber dem Anorthite des Corsites. Frische Bruchflächen zeigen beim Dioritplagioklase die sehr gute Spaltbarkeit, einen vom Anorthite unterschiedlichen Glanz und falls die oPfläche überhaupt wahrnehmbare Zwillingsriefung zeigt, so ist dieselbe immer ganz deutlich, scharf und ununterbrochen, was dem Anorthite nicht zukommt. Der Diorit des langen Gangstockes von Bozov-Chächolic zeigt meist grob bis mittelkörnige Varietäten, zuweilen auch kleinkörnige; der Diorit ist demnach ein quarzführender. Eine Probe des Gesteines vom Berge Hof ick a (bei Hlina TF, Smrcek S) zeigt die mittelkörnige bis grob-körnige Textur deutlich, die Gemengthleile erreichen in der mittelkörnigen Varietät bis 3—4°'°' Breite; der Plagioklas herrscht etwas vor. Nur ganz spärlich und vereinzeint sind in dem körnigen Gemenge viel grössere Quarzkörner von weisser etwas ins bläuliche spielenden Farbe und milchig schielendem Glänze eingewachsen. Die Plagioklasspaltungsflächen zeigen beinahe keine Zwillings-Streifung unter der Loupe, wesshalb das Gestein mit Syenit zu ver- wechseln wäre. Die Klüfte und Ablösungen welche den Diorit durchsetzen, sind mit Epidotdrusen, sogar mit langen, bis dünn fingerdicken Epidotsäulen bedeckt, welche stellenweise Krystallflächen zeigen. Eine andere Gesteinsprobe W vom Hoficka- hügei, zwischen demselben und der Podbozover Mühle stammend, in fingerdicken Klüften und Ablösungen ebenfalls mit Epidot stellenweise überdrust, oder nur einzelne Krystallgruppen tragend, besitzt etwas vorwiegenden schwarzen Amphibol und nebst Plagioklas etwas reichlichere aber doch nur accesorisch auftretende Quarzkörner. Die Grösse der Gemengtheile beträgt im Mittel 2 — 3°"°. Hie und da ist ein Epidotkörnchen oder ein ganz unbedeutend kleines Pyritkörnchen, letzteres meist im Amphibol eingewachsen, zu beobachten. Die Plagioklase zeigen unter der Loupe keine warnehmbare Streifung. Aus dieser zweitgenannten Probe wurden nach Zertrümmerung derselben zu einem röschen Korne die reinsten Plagioklaskörnchen ausgesucht. Trotz der Mühe des Auslesens derselben zeigten sie doch bei stärkerer Vergrösserung Spuren von Amphibolnädelchen und Epidotkörnchen, die nicht zu entfernen waren, auf 127 die Analyse aber nur ganz verschwindend einwirken konnten. Die theilweise Unter- suchung des Dioritplagioklases mit •2gr Substanz und des Diorites selbst mit l'16g gab für den Plagioklas für den Diorit SiOa 57-09 47'99 CaO 9.76 12-07 MgO Spur unbestimmt Glühverlust 2-15 2-43 ausserdem im Plagioklas noch einen Alg Oj-gehalt von mehr denn 25%. Da der in Spuren dem Plagioklase anhaftende Amphibol weniger SiOj und mehr CaO, als der Plagioklas, der Epidot aber SiOj = 38, CaO — 257o enthält, so trachten die Spuren beider Mineralien den SiOa-Gehalt der Analyse herabzudrücken und den CaO-Gehalt zu erhöhen. Die ganz reine Plagioklassubstauz hätte demnach um etwas unbedeutendes mehr SiOg und weniger CaO als die Analyse angibt. '^^j Dieser Diorit bestünde demnach aus einem Gemenge von 56^0 Plagioklas, 43% Amphibol und etwa 1% Magnetit, Epidot. Unter dem Mikroskop zeigt die Varietät vom Horickahügel theilweise wolkig getrübte und fleckenweise ganz durchsichtige Plagioklase, welche Aggregate zu je einigen Individuen, deren Grösse IV2'""' bis ^"""^ beträgt, bilden, und die dann die oben angeführten, mit freiem Auge sichtbaren weissen Körner zusammen- setzen. Die etwas weniger bedeutenden Amphibolaggregate — den Raum zwischen den Plagioklasen einnehmend — bestehen trotz des Dünnschliffes, aus so bedeutend stark gefärbter, weil sehr viel Ferromonoxyd enthaltender Mineralvarietät dass sie beinahe gänzlich undurchsichtig, dunkelgrasgrün bis tiefduukel bouteillengrün gefärbt erscheinen. In diesem Verhalten, der geringeren Pellucidität liegt der Unterschied der Dioritamphibole von den grasgrün durchsichtigen Corsitamphibolen. Nur die allerdünnsten Splitter sind entweder grasgrün oder bräunlich bouteillengrün, je nach dem Schnitte derselben. Der Pleochroismus ist sehr bedeutend, die Spalt- barkeit gut sichtbar, das längste beobachtete Amphibolprisma misst 3\/2'^°^; kleinere Amphibolsäulen sind in den Plagioklasaggregaten nicht so häufig eingewachsen, als dies beim Corsit der Fall ist. Magnetit in ganz geringer Menge ist in dem Amphibol in Körnchen eingewachsen zu finden. Der Plagioklas zeigt im polari- sirten Lichte nur unvollkommene Zwillingsfärbung in Bändern und das nur in den gänzlich durchsichtigen Flecken desselben. Nach dem Auftreten von vielen blass einfarbigen Querschnitten könnte der Vermuthung Raum gegeben werden, dass ein ziemlicher Antheil des Feldspathes monoklin sei, das Gestein demnach zu Syenit zu stellen wäre. Dem widerspricht aber die oben angeführte Analyse des Plagioklases selbst. Es ist demnach bei Deutung von einfarbigen Feldspäthen neben gebänderten Vorsicht zu gebrauchen, da nicht alles was keine Zwilling- streifung im polarisirten Lichte zeigt, desshalb schon Orthoklas ist. Von Quarz fiel kein Korn in den Schliff, weil dieses Mineral obwohl in grossen Körnern ohne fremde Einschlüsse, doch nicht häufig, sondern nur untergeordnet auftritt. Einige Amphibolkörner sind stellenweise mit ölgelbem bis zeisiggelbem Epidot eingefasst, auch im Plagioklas finden sich bis höchstens Vs"" grosse Körner dieses Minerales als unwesentlicher Gemengtheil, Vornehmlich liebt es der Epidot 128 sich in gewissen Klüften im Plagioklas anzusiedeln, in deren Nähe, wiewohl sehr selten, auch aus Schüppchen von Haematit bestehende Kerne anzutreffen sind. Wenn schon das Vorkommen der Epidotkrystallgruppen in den Klüften und Ablösungen dieses Diorites die spätere Bildung dieses Minerales aus den zersetzten Gemeng theilen des Diorites klar darthut, so bestätigt auch die Art des miki oskopischeu Vorkommens die spätere Entstehung dieses so häufigen Minerales. Die etwas weniges kleinkörnigere frischere Varietät von Podbozov zeigt u. d. M. das gleiche Verhalten. Die Plagioklase sind frischer, im polarisirten Lichte, obwohl nicht durchgehends deutlicher gebändert; der Amphibol beinahe undurchsichtig, tief dunkelgrasgrün bis schmutzig bouteillengrün. Im Amphibol sind kleine, im Mittel s^""™ messende Maguetitkörner eingewachsen. Epidot bildet entweder den Saum gewisser Amphibole, oder ist er in Klüftchen im Plagioklas angesiedelt, oder aber impraegnirt er, den Spaltungsflächen nach eindringend, gewisse Parthieen des Feldspathes. Im Ganzen aber ist die Epidotmenge ganz gering. Quarz, der am Bruche sichtbar ist, fiel nicht in den Dünnschliff. Südwestlich von Skala, NO von Kostelec, ONO von Hlina, ist in der Schlucht daselbst an der Bahn ein frischer Diorit des obbenannten langen Gang- stockes entblösst, in welchem, neben mittel- und grobkörnigen Abarten eine beinahe feinkörnige ganz tadellos frische Varietät von dunkelgrauer Farbe gangförmige Ausscheidungen bildet. Die Ablösungen dieses Diorites sind nur schwach kreide- weiss gefärbt und tragen keine Epidotkrusten an sich. Im Bruche zeigt das stark glitzernde frische Gemenge keine unterscheidbaren Gemengtheile, ausser unter der Loupe durchsichtige und schwarze Spaltungsflächen von starker Spiegelung. Eine theilweise Untersuchung mit l-2g dieses Gesteins ergab: SiOs 43-54 A1203 21-53 Fe^Oa 10-55 CaO 12-29 MgO 6-40 Fe3 0, 4-00 Glühverlust •85 Die Analyse bestimmte das FeO des Amphiboles nur als FejOj da eine Trennung nicht vorgenommen wurde ; Alkalien, auf welche keine Rücksicht genom- men wurde, dürften nur in ganz geringer Menge etwas über l^/^ vorhanden sein. Der Gehalt an Magnetit Fcj O4 wurde derartig ermittelt, dass das gepulverte Mineral in der Kälte mit Chlorwasserstoffsäure behandelt wurde, welche Fe^ O4 löst. Auffallend ist der niedrige Gehalt an SiOj, welcher für Corsit sprechen würde; doch wenn die SiO,menge auf magnetitfreie Substanz berechnet wird, ergibt sich SiOg = 45V3*'/o, allein auch das ist für Diorit niedrig genug zum Beweise, dass der Amphibol ein sehr eisenreicher und silieiumdioxydarmer ist, worauf seine bedeutend geringe Durchsichtigkeit im Dünnschliffe hindeutet. 2*) Wenn mit Benützung der theilweisen Analyse des Plagioklases unter der Voraussetzung, dass derselbe auch in dieser Dioritvarietät dieselbe Zusammen- SiO, 44V2^ AUO3 20 FeO 10% CaO 14V3 MgO 8% 129 Setzung habe, die MeDgenverhältuisse der Dioritgemeugtheile und die genäherte Zusammensetzung des Amphiboles selbst, berechnet werden, ergibt sich folgendes: Das Gemenge von Amphibol und Plagioklas steht im Verhältnisse von H ; da aber auch Magnetit hinzutritt, so kommen Amphibol, Plagioklas und Magnetit im Verhältnisse von 74 : 22 : 4 im Gemenge zum Ausdrucke. Der Amphibol hätte dann etwa folgende Zusammensetzung, wenn von dessen geringer Alkalimenge, die derselbe enthalten dürfte, abgesehen wird: FegOg 11-8 oder auf FeO umgerechnet Der Amphibol wäre demnach ein bedeutend thonerdehaltiger, eisenreicher. -^) Wenn der Diorit fein zerrieben wird, so zeigen die staubförmig zertheilten Gemengtheile unter dem Mikroskope gänzlich durchsichtige Plagioklassplitter und graulich- bis rein bouteillengTüue Amphibolspaltungsstückchen. Die satte Farbe der höchst zarten, zu Staub zerriebenen Amphibole deutet schon die bedeutend geringe Pellucidität der Kiystallaggregate an. In concertrirter HCl gekocht gibt das feine Pulver des Gesteines nur Eisen- verbindungen (Fe CI3 , Fe GL) aber keine Zersetzungssalze des Plagioklases. Der Plagioklas ist demnach trotz der geringen SiO, -Menge des Diorites kein Anorthit. Im Dünnschliffe zeigen sich Leisten von Plagioklas von ziemlich gleichbleibender Grösse, der Länge bis zu %'""', der Breite von i-\— tV'"'^ in untergeordneter Menge, neben ebenfalls stabartigen meist gleich grossen, 72—73°"" langen, «V" äV""" breiten vorherrschenden Amphibolen derartig untermischt, dass die Krj^stallprismen, wenn auch nicht ganz, so doch annähernd parallel vertheilt vorkommen, demnach eine Orientirung zeigen. Magnetitkörner meist von ziemlich gleicher Grösse von xV'""" etwa, sind in grosser Zahl dazwischen vertheilt und meist an den Amphibol gebunden, selten auch im Plagioklas eingewachsen. Die kleinsten Magnetitkörner von ^'5 — gL*""" Grösse zeigen quadratische Formen. Nur stellenweise und ganz untergeordnet kommen porphyrartig ausgeschie- den bis ^s""" grosse Plagioklas- oder Amphibolkrystalle vor. Sehr selten sind t^ö""" ^i'^ite Nadeln im Plagioklas, die wahrscheinlich zum Apatit zu stellen wären. Auch hier sind die Amphibolstäbchen wenig durch- sichtig, bei dünneren Schichten pleochroitisch, ebenso gefärbt wie schon oben ange- führt wurde. Die meisten der Plagioklasleisten sind im polarisirten Lichte einfarbig, die zwillingsartigen Farbenbänder der Hemitropien sind oft bis 4fach wiederholt sichtbar. Nur die spärlich eingewachsenen porphyrartig ausgeschiedenen Plagio- klase zeigen ganz deutliche Farbenbänder. Epidot und Quarz ist im Gemenge nicht beobachtet. Eine andere untersuchte Dioritprobe stammt % km westlich vonKfiza- novic (TFiVIFNassaberg) wo ein ziemlich mächtiger Gangstock (über 100 ■") neben 9 130 andern Gängen im rotlieu Granit zum Vorschein kommt. Der mittelkornige Diorit mit 3 — 4°"°" groben Gemengtheilen ist ganz frisch und dem Diorit vom Horicka- hügel ähnlich. Der Plagioklas hat einen Stich ins graulichviolette. Gewisse Spaltuugsflächen desselben zeigen deutlich eine zarte Streifung. Durch concentrirte Chlorwasserstoffsäure wird der Plagioklas nur ganz unbedeutend augegriffen. Eine theilweise Analyse des Gesteines mit l'ög ergab: Das FeO des Gesteines gewogen als SiOj 48-45 A1203 18-66 als Fe2 O3 5-68 CaO 12-22 MgO 7-58 Glühverlust •02 FeaO, 2-62 Der Magnetit wurde auf die Art bestimmt, dass das zerriebene Gestein mit HCl in der Kälte behandelt wurde. Ohne Anwesenheit des Magnetites würde der Gehalt an SiOo zu ^9'^U^Io steigen. Der bedeutende Kest von 57o, welcher zur Summe 100 fehlt, entfällt au die nicht bestimmten Alkalien. In dem Gemenge lässt sich herausrechnen: ein Gehalt von Plagioklas 50\'3*'/o, Amphibol 47%, Ma- gnetit 2%\. Unter dem Mikroskop erscheint der schwarze Amphibol im Dünnschliff unrein grasgrün, zu lappigen Fetzen zertheilt, au denen eine unvollkommene Zer- faserung sichtbar ist. Winzige Magnetite sind eingestreut in der Amphibolmasse ; aber auch bis 1°"" grosse Körner dieses Minerales durch Anhäufung der kleineren entstanden, sind häufig anzutreffen. Nur stellenweise lehnen sich an den Rand der Magnetite kleine Haematitplättchen an, als Zeichen einer anfangenden Zer- setzung. Der Plagioklas mit nur wenig kleineu, eingewachsenen Amphibolkörnern ist ziemlich frisch, nur ganz gering trübe gefleckt. Zwillingsstreifuug zeigt er im polarisirten Lichte viel auffälliger als die Proben vom Hofickahügel oder von Pod- bozovsky mlyn. Sonst erinnert das Verhalten ganz an das schon oben beschriebene. Epidot und Quarz ist nicht nachweisbar. Bei Stan und Jasne pole (Schönfeld) durchsetzen dunkle kleinkörnige Diorite Glimmerschiefer, Gneuse und Granite in nicht bedeutend mächtigen Gängen. Eine Probe von Jasne pole (Schöufeld) von kleinkörnigem Gefüge und schmutzig dunkelgrüner Farbe zeigte nur an der etwas angewitterten Oberfläche, wo die Plagio- klase kreideweiss gefärbt erschienen, kurze, 2 — 3°"° lauge, ^2 — 1""° breite Säulchen von schwarzgi-ünem Amphibol. Unter d. M. erscheinen die Amphibole verschieden grasgrün gefärbt, unregel- mässig lappig und an den Rändern moosartig zertheilt, aus Fasern bestehend. Im durchsichtigen Plagioklas treten entweder kleine t^ö~T5ö°"" breite, bis J"*"" lange Stäbchen von etwas blässer grasgrünem Amphibol in grosser Anzahl zum Vorschein, welche stellenweise moosartige Aggregate bilden. Magnetitkörucheu oder Häufchen oder zusammenhängende Aggregate sind vornehmlich im Amphibol eingewachsen. Pyritkörner bis i^""™ gi'oss sind selten. Der Plagioklas aus Krystallkörnern bestehend 131 zeigt nur theilweise die chromatische Zwillingsstreifung ganz deutlich, nämlich ins- besondere dort, wo die Krystallaggregate nicht bedeutend klein sind, denn durch minimale Dimensionen wird bei Plagioklasen die Zwillingsstreifung sehr häufig verdeckt. Ganz dünne Nadeln von g^^ö"" Durchmesser, die im Plagioklase ein- gewachsen sind, könnten als Apatit gedeutet werden. Einige ganz seltene schwarze Stäbchen von eben solcher Breite wie der Apatit könnten vielleicht Ilmenit sein. Auch sehr pyritreiche Diorite sind verbreitet im Eiseugebirge. Dieselben stellen jedoch meist sehr kleinkörnige Varietäten vor. An der Gränze zwischen rothem Granit und Quarzporphyr oder Felsit oder schiefrigem Felsitporphyr kommen Gänge und Gangstöcke dieses Gesteines in dem Felsitporphyrzuge Rtein- Male Lukavice vor. Zwei Proben sind entnommen von einem Gange zwischen Bitovan und Zumberg (etwas näher an Bitovan), dann von Vejsonm SW an der Reichstrasse von Chrudim nach Nassaberg. Die Pyritdiorite zeigen sich stellenweise unter Tage gänzlich zersetzt und faul, etwas ausgebleicht, in Klüften aber mit braunen Limonitüberzügen oder An- flügen überzogen. Beide Proben sind ganz frisch. Das Gestein von Bitovan S (Zumberg N) ist grünlichgrau, sehr klein- körnig, beinahe feinkörnig, jedoch nicht aphanitisch; die Zusammensetzung der Grundmasse ist nicht ersichtlich, ausser kleinen, etwa 1—2°"" grossen porphyr- artig ausgeschiedenen Plagioklaskrystallen. Kleine, jedoch auch erbsengrosse Pyrit- köruer sind sehr zahlreich, miudestens fleckenweise eingewachsen; gewisse davon besitzen erkennbare Würfelform. Das Mikroskop löst die Masse des Dünnschliff'es vollkommen auf. In dem weissen durchsichtigen Plagioklas erscheinen ohne alle Ptegel zerstreut Amphibol- stäbchen von ziemlich gleichbleibender Grösse von eV"*" Breite und Vs™™ Länge; selten sind die blass grasgrünen Stäbchen sehr breit. Stellenweise liegen einige Amphibolstäbchen gehäuft, meist aber sind sie einzeln, ohne jede Orientierung zerstreut. Ebenso ungleichförmig zerstreut und etwa in gleicher Menge vorkommend wie der Amphibol findet sich Magnetit, von zarten Punkten au, also staubförmig bis zu Aggregaten von ^""" Breite; meist aber herrschen die mittleren Grössen von aV""" Breite vor. Sämmtliche Magnetitkörner zeigen deutliche quadratische Formen. Im polarisirten Lichte zeigt auch der Plagioklas eine kleinkörnige, aus ziemlich gleich grossen Prismen von ^\ — y-L"""" Breite und bis ^L""" Länge bestehende regellos körnige Zusammensetzung. Der Plagioklas herrscht bedeutend vor, Am- phibol und Magnetit in untergeordneter Menge halten sich das Gleichgewicht. Nur einzeln kommen grössere Pyritkörner bis 72°"" Breite zum Vorschein. Der Plagioklas zeigt im polarisirten Lichte nur einerlei Farben, bei auf- merksamer Beobachtung sieht man jedoch in den breiteren Stäbchen desselben vereinzeinte Zwillingsstriche. Er hat ganz das Aussehen von Orthoklas, was wahr- scheinlich in der Kleinheit der Individuen desselben seinen Grund hat. Die Varietät WSW you Vejsonin, in einem Steinbruche in ganz frischem Zustande entblösst, gleicht ganz der Vorigen. Nur ist die Farbe im Bruche etwas weniges lichter grau, weil mehr kleinere Kryställchen von Plagioklas, die sich von 9* 132 der Griindmasse aber sclileclit ablieben, eiugewacliseu erscheiuen. Das Mikroskop zeigt ausser grösseren und etwas htäufigeren Pyritkörnern, was nur zufällig ist, ganz die gleiche Textur und Zusammensetzung, wie sie vordem angeführt wurde. In der durchsichtigen Plagioklasgrundmasse lassen sich die porphyrartig eingewachsenen grösseren Plagioklase wohl, aber doch nur bei einiger Aufmerksamkeit erkennen, weil in denselben weniger Amphibole eingewachsen vorkommen. Die kleinkörnige Plagioklas-Grundmasse zeigt ganz das Verhalten von Orthoklas ausser in einigen Querschnitten, welche bei aufmerksamerer Beobachtung Andeutungen von Zwillings- bilduug wahrnehmen lassen. Allein die im polarisirten Lichte deutlich hervor- tretenden Plagioklasrechtecke der porphyrartig eingewachsenen Krystalle von ^/^ ™™ Breite und bis 1V2°"" Länge zeigen durchwegs, wenn auch nur wenige, so doch deutliche, nie fehlende Zwillingsbänder von verschiedenen Farben. Es ist nun nöthig den Grund anzugeben, warum die kleinkörnige Grund- masse vom Verhalten des Orthoklases im polarisirten Lichte als Plagioklas gedeutet wird. Es ist eine durch Analysen vielfach erhärtete Thatsache, dass beinahe dichte oder sehr kleinkörnige Plagioklase keine Zwillingsstreifung im polarisirten Lichte zeigen, sich also ähnlich wie Orthoklas verhalten, trotz dieses Verhaltens aber doch die Plagioklasnatur besitzen, da chromatische Bänder in winzig ausgebildeten Kryställchen meist verschwinden. Indessen zeigen in diesem Falle doch einige Körnchen Andeutungen von Zwillingsriefen. Es wäre eine Anomalie, dass die in einer sehr feinkörnigen Grundmasse ausgeschiedenen Feldspathkrystalle eine andere Zusammensetzung hätten, wie die Grundmasse selbst, da sie ja doch nur unter günstigeren Bedingungen aufgewachsene einzelne Krystalle der Grundmasse sind. Es kann demnach die u. d. M. kleinkörnig zusammengesetzte Grundmasse nicht Orthoklas sein, während die ausgeschiedeneu Krystalle, die durch herabsinkende Grössenverhältnisse mit den kleinen Gemengtheilen der Grundraasse, also durch Übergang in dieselbe verbunden sind, aus Plagioklas bestehen. Endlich bestehen Übergänge des Gesteines in wirklich deutlichen körnigen Diorit. Ausserdem aber spricht das Vorkommen von zahlreichen Magnetitkörnern neben Amphibol gegen Orthoklas. Eine Analyse zur Constatirung der Plagioklasnatur durchzuführen ist bei dem Gewichte der Gründe, die allein überzeugend genug sind, nicht nöthig. Übrigens würde die variirende Pyritmenge, theilweise auch der Magnetit bei der Inter- pretation derselben irrend hinderlich sein. Mau bezeichnet wohl derartige Gesteine auch als Porphyrite, es ist aber in diesem Falle kein Grund vorhanden, dieselben nicht als Diorit zu bezeichnen, da sie ja in körnige Varietäten desselben übergehen. Bei starken Vergrösseruugen zeigen die Plagioklase, gerade so wie bei den andern oberwähnteu Dioriten Flüssigkeitseinsclilüsse, obwohl dies nicht besonders hervorgehoben wurde. — Epidotdiorite führen in ziemlich bedeutenden Mengen Epidot, nicht in Form eines unwesentlichen Gemengtheiles, wie dieses Mineral in den körnigen Dioriten vom Horcickahügel etc. erkannt wurde, sondern in einer solchen Menge, die neben Plagioklas und Amphil)ol an der Gesteinszusammensetzung Theil nimmt. Epidot- 133 diorite eischeiuen häufig iu der Umgebung von Tipisov, Präcov, (S Chrudim) in Felsitporphyren, aucli im Granit. Im Ohebkaufer N Pracov durchsetzen Gänge dieses Gesteines faule, scheinbar schiefrige Gesteine in der Nähe der Grauitgränze. Die faulen Gesteine sind entweder ausgelaugte Diorittuffe oder Feisite von schiefriger Textur. Ein beiläufig lO"" mächtiger Gang von Epidotdiorit durchsetzt dieselben etwa inmitten zwischen der Präcover Kirche und der Papiermühle bei Svidnic. Der Gang tritt am Contacte zwischen faulen schiefrigen Gesteinen und zersetztem Felsitporphyr auf und erscheint ziemlich frisch. Den Dioritgang bildet ein kleinkörniges und ein feinkörniges Gemenge. In dem kleinkörnigen Diorit, dessen Gemengtheile weisser Plagioklas, Amphibol, Epidot schon mit der Loupe deutlich, wegen ihrer Grösse von 1 — 1^4°"° sichtbar sind, erscheinen ganz spärlich Pyritkörnchen eingestreut. Durch Calcit ist das Gestein nicht oder nur in ganz unscheinbaren Mengen durchdrungen. Unter dem Mikroskope werden aber vier Gemengtheile im körnigen Durch- einander erkannt. Lauge Rechtecke zu Aggregaten verbunden aus Plagioklas bestehend, welcher nur stellenweise weisse wenig durchsichtige Flecken zeigt; dann regellose Körner oder Säulen, auch lappig zertheilte Aggregate meist von sichtbar fasriger Zusammensetzung dem Amphibol angehörend; unförmliche Körner von Epidot inuwendig rissig, stellenweise aber sich andern Gemengtheilen etwas anschmeigend und endlich regellos dazwischen zerstreute vorwiegend quadra- tische Magnetitköruer, meist in der Nähe des Amphiboles oder in demselben, bilden die Gemengtheile. Die Magnetitkörner sind im Mittel ,!"■" gross. Pyrit- körner sind verhältnissmässig wenig häufig; ebenso untergeordnet erscheinen schwarze undurchsichtige Stäbchen, welche wegen ihrer Ausdehnung in einer Richtung als Ilmenit zu deuten wären. Sie besitzen die Breite von etwa h'„""°. Ganz vereinzeint sind toö""" breite Nadeln, die für Apatit zu halten wären. Der Plagioklas zeigt meist deutliche, wenn auch nicht zahlreiche ZAvillings- lamellen im polarisirten Lichte. Nur die etwas fleckigen zeigen diese Erscheinung nicht; obwohl es auch ganz reine Querschnitte gibt, die einerlei Farben im pola- risirten Lichte besitzen, was bei der Breite der Zwilliugslamellen erklärbar ist. — Der feinkörnige Epidotdiorit aus demselben Gange von graulichgi'üner Farbe zeigt unter der Loupe ausser spärlich ausgeschiedenen Leistchen von Plagioklas nur bis ^2™™ lange Stäbchen von Feldspath; alles andere ist unerkennbar. U. d. M. aber stellt sich dieser Diorit als regelloses Gewirre von bis l °"^ breiten Plagioklasstäbcheu mit Amphibolaggregaten dar, in welchen besonders häufig die im Mittel etwa ^ — ,'(,'"°' grossen quadratischen Magnetitkörner einge- wachsen sind. Im polarisirten Lichte zeigen die meisten, auch stellenweise trüben Stäbchen des Plagioklases Zwillingsstreifung, oder doch Andeutungen derselben. Einige ganz durchsichtige bis {'"'" breite, scheinbar hexagonale Körner mit starker Färbung im polarisirten Lichte, scheinen auf Quarz hinzudeuten. Der Epidot tritt nur untergeordnet in ganz kleinen Körnchen zum Vorschein. In Säuren entwickelt das Gestein ganz wenig Bläschen. Wahrscheinlich hat der Calcit den Sitz in den wenigen grösseren etwas getrübten Plagioklaseu. 134 Apatituadelu siud wie vordem spärlich, meist im Plagioklas beobachtet worden. — Beide Varietäten des Diorites zeigen als anfangende Zersetzung in der Nähe gewisser Magnetite Gruppen von hyaciuthrothen hexagonaleu Schuppen von Haeraatit. — Andere Dioritgesteine und zwar derjenige Diorit, dessen Plagioklas zum Theil aus Labradorit besteht und dessen xlmphibol auch als Uralit bezeichnet werden könnte, sind unter den Gabbrogesteinen eingereicht. Dioritaphanit. Unter diesem Namen „Aphanit des Diorites" sind verschiedene entweder dichte oder sehr feinkörnige, auch klein porphyrartige Gesteine, deren Textur auch ebenso gut „andesitisch" heissen könnte, bezeichnet, welche trotz der Verschieden- artigkeit der Textur doch nur Ausbildungsweisen einer Gesteinsmasse sind. Auch amygdaloidische Texturen finden sich bei dem Gesteine. Die porphyrartigen (andesi- tischen) Gesteine gehören streng genommen gar nicht zu den Aphaniten, sie sind aber desshalb von denselben nicht zu trennen, weil sie durch Übergänge aufs engste mit denselben verknüpft sind. Die Dioritaphanite sind gleichzeitige Bildungen mit den tiefsten silurischen (cambrischen) Etagen. Wahrscheinlich verdanken sie ihre feinkörnige Textur der Erstarrung unter dem Wasser des Silurmeeres. Das Vorkommen derselben fällt in den Zug altsilurischer Gesteine zusammen. Gang- und noch häufiger Lagerstöcke ziehen sich von S Telcic (SO Elbe-Teinic) angefangen über Zdechovic, Morasic, Krasuic, Lhota, Sobolusk, Turkovic, Bukovina, Licomelic bis Vlastejov, wo sie durch Kreideschichten bedeckt werden, also auf die Streichungslänge von 2 Myriameter. Die grösste Breite des Lagerstockmassives, in horizontaler Richtung gemessen, ist bei Holetin-Brezinka, und beträgt dieselbe etwa 3 km. In diesem Hauptzuge treten diese kurz als Dioritaphanite bezeichneten Gesteine unter verschiedenen Structurverhältnissen auf, indem sie durch Über- gänge mitsammen verbunden erscheinen. Diorittuffe und grosskörnige Diorittuff- conglomerate begleiten den Zug, Auch innerhalb des Porphyrmassives zwischen Bitovau (SO Chrudimj und Ktein (NO See) kommen derartige aphanitische Aus- bildungen des Diorites in Form von Gangstöcken zum Vorschein. Bei Licomelic (W Hermanmestec) finden sich Diorite, welche trotz ihren theilweise sichtbaren Gemengtheilen dennoch zu den Aphaniten gerechnet werden, weil sie durch Übergänge mit denselben verbunden sind. Kleine Kryställchen von Plagioklas in einer sehr feinkörnigen Grundmasse ausgeschieden, machen das Gestein porphyrartig (andesitisch). Gewisse solche Gesteine zeigen durch parallele Anordnung der ausgeschiedenen Plagioklaskryställchen unvollkommen schiefrige Textur, sowie auch eine an Schichtung erinnernde bankförmige Absonderung. Dieses Gestein mit porphyrartiger Textur, das also strenge genommen nicht als Aphanit zu benennen wäre, wenn es nicht aphanitische Übergänge aufweisen würde, wurde von secundärer Lagerstätte untersucht. iV von Koste! ec (aS Hermanmestec) streicht in der flachen Bachufer- terasse ein grobschichtiger, grosskörniger Diorittuff aus. In dem Diorittuffe sind bis mm 4 135 faustgrosse Gerolle des Dioritaphanites von klein porphyrartiger Textur einge- wachsen. Die Gerolle erscheinen stellenweise ganz frisch. Das Gestein besitzt schmutzig lichtgraue Farbe im frischen Zustande, im angewitterten aber ist es licht grünlichgrau mit bräunlicher Geröllrinde oder Klüftchen von Limonitfärbungen durchsetzt. — Bis auf kleinere ausgeschiedene Körnchen erscheint das graue Gestein beinahe dicht. Allein unter der Loupe oder bei aufmerksamer Betrachtung erkennt man in der dichten Grundmasse zahlreiche, bis 4°"" lange, 2 — 3"'" breite und ^ bis l"""" dicke Krystalle von Plagioklas der Form OO P CO. CO 'P . CO P' OP . P OD, welche aber durchwegs als nach dem Karlsbader Zwillingsgesetze verwachsene Hemitropien sich darstellen. Ein Krystallindividuum hätte dann nur die halbe Dicke von etwa 72™™- I" ^^^n angewitterten Geröllstücken sind die Kryställchen, die immer ganz gut ausgebildet erscheinen, recht gut erkennbar, lassen sich auch durch Zufall oft herauslösen. In Querbrücheu zeigen die Flächen der sehr guten Spaltbarkeit oP, wenn dieselbe zum Vorschein kommt, starken Glasglanz und trotz der geringen Breite doch starke Zwillingsriefung, die mit der Loupe gut wahr- nehmbar ist. Mit der Loupe sieht man auch, dass die Flächen der Kryställchen- oberfiächlich matt, rauh und mit höchst zarten Chloritschüppchen bedeckt sind Ein herausgelöster Zwilling, dessen Flächen oP und od P co durch Spaltung rein entblösst waren, gab unter dem Mikroskop gemessen oP/\ooPod 85° 54' aus 5 Messungen. Die sanidinähnlichen Kryställchen sind demnach Plagioklase. In der dichten gi'auen Grundmasse mit den zahlreichen Plagioklaszwillingen ist ausser undeutlich wahrnehmbaren spärlichen Körnchen von Magnetit und klein- winzigen, ebenso spärlichen schwarzbraun ausgekleideten zerfressenen Poren und seltenen giiinen Körnchen nichts weiter zu bemerken. Manche Aphanitgerölle sind blassgrünlich ganz dicht; es bestehen eben die Gerolle aus verschiedenen Aphanitvarietäten. Das frische graue, kleiuporphyrartige Gestein gab, nachdem es filiher mit entwickelte Wasser ausgekocht wurde, mit Salzsäure keine Bläschen von COo ; es enthält demnach in dem sogenannten frischen Zustande keinen Calcit. Das sp. Gewicht (mit 2*4g bestimmt) ist 2*7012. Ein L3g schweres Stück- chen, welches mit Wasser ausgekocht war, um die Menge der Luftblasen aus den Poren bestimmen zu können, ergab l^/o (lern Volumen nach an Poren; es ist dies zu wenig; wahrscheinlich war das Stückchen zu gross, um ganz vom Wasser durchdrungen werden zu können. Kleinere Stückchen gaben 27o (dem Volumen nach) an Poren, Zwei theilweise Untersuchungen verschiedener Bruchstücke des frischen Gesteines gaben: SiO^ 62-43 6306 A120, 19-60 19-57 Fe, O3 5-35 5-31 CaO 6-40 MgO 211 Glühverlust 1-61 1-55 136 Die Alkalien wurdeu nicht bestimmt; alles Fe als FejOa gewogen. In H Cl in der Kälte behandelt, löst sich ans dem Gesteine so viel Fe auf, dass es als FeoOj berechnet 4-077o ergibt. Ein bedeutender Theil davon stammt aus dem Magnetit und Limonit, ein anderer Eisenautheil aus anderen zersetzbaren Mineralien ^ Im Dünnschliffe des Gesteines bemerkt man gleichfalls die Poren, trotz welchen aber die Dünnschliffe doch haltbar sind. Drei Dünnschliffe aus diesem Gesteine zeigten selbst bei schwacher Ver- grösseruug vorherrschend die schon oben beschriebenen Plagioklase in stabartigen Durchschnitten, von denen die grössten etwa bis 4'"'" Länge, die kleinsten nur ^V bis _i_mm Bi-eite und eine vielfache Länge hätten. Diese Stäbchen und Rechtecke kommen regellos eingewachsen, ziemlich gehäuft vor, so dass die Grundmasse nur wenig, nämlich den übrig bleibenden Raum zwischen denselben ausfüllt. Die Plagioklase sind beinahe ganz frei von Einschlüssen, selten ist in denselben ein Magnetitkörnchen oder spärlicher Chloritstaub zu bemerken ; von der Grundmasse sind sie scharf ge- trennt. Ein weiteres Praeparat zeigte gewisse Rechtecke des Plagioklases mit einer bis 3'^°"" dicken Rinde von Chlorit umhüllt, welcher auch eine getrennte Spaltungs- fläche ganz ausfüllt, sich aber mit Vorliebe in der Nähe der Plagioklase, besonders in Rissen ansiedelt. Im polarisirteu Lichte zeigen die Rechtecke meist, wenn auch nur wenige breite, so doch deutliche Zwillingslamellen; nur diejenigen Schnitte, welche nicht die Form von Rechtecken, sondern die Form der Fläche co P 00 zeigen, demnach zu derselben parallel geschnitten erscheinen, zeigen keine Farbenbänder sondern nur einfache Farben. Es sind das, weil die Krystalle nach coPoo tafel- artig gestaltet sind, eben die grössten Querschnitte, welche einfarbig erscheinen. Die Gruudmasse, der Menge nach untergeordnet ist ein regelloses Durch- einander von Plagioklasleistchen von der Breite von Ti,,"^"" mit Magnetitstaub, bis zur Breite von -,- Jo""" , welcher quadratische Querschnitte zeigt. Das polarisirte Licht löst das Gewirre recht schön auf; gewisse Leistchen zeigen sogar trotz ihrer Kleinheit doch zarte Zwilliugsstreifung. Diese Grundmasse ist der eigentliche Aphanit. Manchesmal legt sich der Magnetitstaub um gewisse grössere Plagioklas- körner an, die er dann in Form eines schwarzen Ringes umhüllt. Nur ganz ver- einzeint finden sich grössere Magnetitkörner; die mittlere Breite derselben beträgt '.'°™. Stellenweise besteht die Grundmasse nur aus Plagioklas und Magnetit, viel häufiger sind aber in derselben Chloritschüppchen entweder spärlich oder so häufig eingewachsen, dass sie ziemlich an Durchsichtigkeit einbüsst. Diesem Chloritstaub verdankt der Aphanit auch die graue Farbe. Der Dioritaphanit mit kleinporphyrartiger Textur besteht demnach vor- nehmlich aus Plagioklas, wenig Magnetit, wie die Analyse zeigt viel weniger als 4^/0, und Chlorit, ebenfalls nur in ganz geringer Menge. Orthoklas ist keiner vorhanden, trotz des ziemlich bedeutenden SiOj-gehaltes von bis 637o- Der Plagio- klas dürfte ein ziemlich saurer Oligoklas, oder wenn auf die Molekularmischung des- selben zurückgegangen wird, ein solcher sein, dessen Albitgemenge (687o SiO.J einen grossen Überschüss gegenüber der Anorthitmenge aus macht. Eigentlich enthält dieses zu den Dioriteu gezogene Gestein keinen nach- weisbaren Amphibol, sondern nur Chlorit und doch wird es hier als Chlorit-Diorit bezeichnet, weil es statt des Amphiboles das Zersetzungsproduct desselben, den 137 Chlorit enthält. Gänzlich frische Gesteine würden Amphibol enthalten, worauf der ziemlich saure Plagioklas hinweiset, welcher häufig mit Amphibol vergesellschaftet sich findet, während der Lnbradorit die Gegenwart des Augites in vielen Fällen bedingt. Bei den Gerollen, die also auf secundäre Lagerstätte durch Wasser erst verführt wurden, porös sind und Einwirkungen des Wassers ausgesetzt waren, ist der Ersatz des Amphiboles durch Chlorit erklärbar. MerkAvürdig ist es aber jedenfalls, den Plagioklas noch so frisch zu finden. Betreff der Benennung des Gesteines als Porphyrit wurde schon früher erwähnt, wie ungerechtfertigt eine solche Bezeichnung wäre. Bei Bukovina an der Reichsstrasse von Cäslav nach Hefmanmestec, sowie in der gesammten Umgebung findet sich ein dichter, düster graugrüner Aphanit, in welchem nur Punkte von Epidot bis höchstens Hanfkörngrösse unter- scheidbar sind. Das Gestein ist regellos zerklüftet, au gewissen Orten aber unvoll- kommen scliiefrig. Die Probe knapp südlich von Bukovina ist Epidotchlorit- diorit aphanit und zeigt u. d. Mikroskope in zwei verschiedenen Dünnschliffen folgende Zusammensetzung : Ein fleckig regelloses Gemenge von weissem noch ziemlich durchsichtigem Plagioklas mit kurzen Stäbchen von faserigem Amphibol und mit zahlreichen Chloritschuppen, Avelche die dunkelgrüne Farbe bedingen. In dieser Masse finden sich so zu sagen porphyrartig ausgeschiedene Körner und selbst polygonal begränzte Formen von ganz reinem, innen rissigem Epidot, welcher keinerlei Einschlüsse enthält und beinahe schwefelgelb ins zeisiggrüne geneigt gefärbt, sowie durch- sichtig ist. Die kleinsten Epidotkörnchen besitzen die Breite von ä'o"™- Dazwischen finden sich Magnetitkörnchen in Form von grobem Staub vertheilt u. zw. scheint derselbe eine, wenn auch etwas wellig gebogene Richtung beizubehalten, was also eine Tendenz zur Mikrofluctuationsstruktur andeuten würde. Die meist quadra- tischen Magnetitkörnchen, welche vornehmlich an die grünen Amphibol- und Chlorit- parthieen gebunden sind, haben die mittlere Grösse von >;V""" • Im polarisirten Lichte löst sich die weisse Masse in ein regelloses Gemenge von im Mittel J^ — A""" breiten Stäbchen von Plagioklas auf, welche Zwillings- bildungen nicht hervortreten lassen. Ganz spärlich sichtbare grössere Rechtecke aber zeigen wenn auch blasse, so doch deutlich wahrnehmbare Farbenbänder. In dem Gemenge erscheinen ausserdem einzelne, grosse, weisse, kaum durchscheinende Aggregate, auf die das polarisirte Licht geringe Wirkung ausübt ; dieselben sind ausgeschiedener Calcit. Wenn ein Dünnschliff mit concentrirter Chlorwasserstoflfsäure einen halben Tag in der Kälte behandelt wird, so erscheint er stark unzusammenhängend mit grossen Hohlräumen von verschwundenem Calcit; ausserdem aber bleicht er etwas weniges aus, indem die Säure einen Theil des Chlorites auflöst und nur die Stäb- chen des Amphiboles zurücklässt, wodurch eben der Nachweis der sonst schwierig in der Chloritmasse erkennbaren Amphibolsäulchen gegeben ist. Von Sobolusk {W HermanüvMestec 1 Myrm) WN entfernt ist eine Kuppe, welche aus amygdaloidiscbem Chloritdioritaphanit besteht. Das Gestein ist licht graugrün, unvollkommen schiefrig, in der Fläche der undeutlichen Schiefe- rung unter der Loupe zart runzelige Chloritlagen zeigend mit erbsen- bis hasel- 138 nussgrosseu Amygdaloiden aus Quarz, oder Calcit bestehend. Die Amygdaloide von meist gestreckter Form sind zuweilen in der Mitte zerfressen, zersprungen; die Sprünge mit Limouit bedeckt. Gewisse Mandeln bestehen aus einer dicken äusseren Quarzlage, die unmittelbar den Aphanit berührt und aus einem Calcitkerne, der zuweilen zerfressen ist. Nicht selten lässt sich in den Quarzmandeln auch Chlorit in Schuppen nachweisen zum Belege dafür, dass der Chlorit ein später im Gesteine gebildetes Mineral ist. Das Mikroskop zeigt eine vorherrschende weisse kleinkörnige Gruudmasse, mit wenig Chloritlappen. Eine feine ziemlich parallel laufende Zerklüftung im Aphanite ist mit Limonit ausgefüllt, welcher bis auf unbestimmte nicht bedeutende Entfernungen die Grundmasse impraegnirt. Ebenso ist Chlorit in bedeutenderen Mengen solchen Klüftchen nach in der Grundmasse angesiedelt. Es hat den An- schein, als wenn hie und da noch ein Amphibolsäulchen in den Chloritlappen anzutreffen wäre, allein bei der gleichen Farbe der beiden Mineralien bedarf diese Möglichkeit doch noch einer Bestättigung. Der Magnetit ist gänzlich verschwunden, denn die sehr seltenen kleinwinzigen Staubkörnchen (, A^ — s'ö™"") desselben, die ganz vereiuzelnt noch zum Vorschein kommen, sind kaum erwähnenswerth. Im polarisirten Lichte zeigen die Stäbchen des Plagioklases bis zu 3',^ """ Breite, aus denen die Grundmasse besteht, noch schwache Farben ; sogar Zwillings- streifung lässt sich bei manchen noch ganz deutlich unterscheiden. Von Sobohisk 1-/3 km nördlich liegt Lhotka; ganz nahe von Lhotka, und zwar südlich, findet sich ein ebensolcher licht graugrünlicher Chloritaphanit, in welchem zahlreiche, ziemlich nahe stehende bis haselnussgrosse Amygdaloide von Epidot, ausserdem aber auch winzige Plagioklaskry ställchen (eigentlich Zwillinge nach dem Karlsbader Gesetze) porphyrartig, jedoch scheinbar weniger häufig, ein- gewachsen sind. Das Gestein hätte also eine kleinporphyrische und zugleich amygdaloidische Textur. Eine angeschliffene Fläche zeigt dieses Verhältniss ganz deutlich, da in der dichten dunkelgrauen (an einem andern Handstücke) Aphanitgrundmasse sowohl weniger häufige Plagioklaskrystallquerschnitte, als auch zahlreichere rundliche oder etwas verzogene Epidotmandeln zum Vorschein kommen. Da der Epidot in diesen Aphanitgesteinen so häufig schon genannt wurde, so folgt hier der Nachweis darüber. Aus mehr als erbsengi'ossen Amygdaloiden wurde der Epidot möglichst rein ausgesucht und mit '42 g eine Analyse angestellt, welche ergab: SiO^ 40-73 AI2O3 31-64 Fe^Os 4-46 FeO •90 CaO 21-41 MgO Spur Glühverlust •19 99-33 Trotzdem, dass die Mandeln des Epidotes, wie die mikroskopische Unter- suchung gleich nachAveisen wird, nicht ganz homogen sind, stimmt die Analyse 139 doch ziemlich gut mit der Zusammeusetzimg des reinen Epidotes, wesshalb die Gegenwart dieses Miuerales dadurch sicher nachgewiesen erscheint. Unter dem Mikroskope löst sich das ganze Gemenge sehr deutlich auf. Die Grundmasse von aphanitischer Textur besteht aus einem Gewirre von Plagio- klasstäbchen, die im Mittel die Breite von 5\,°"° besitzen und zwischen welchen entweder nur Magnetitstaub reichlich, oder in solcher Menge eingew'achsen ist, dass die Stäbchen in einer undurchsichtigen homogenen Magnetitmasse stecken. Gewisse Stelleu zeigen ausserdem noch Chloritläppchen und Schuppen in der Grundmasse. Scharf begränzt erscheinen in der Grundmasse lange einzelne Rechtecke und Rechteckgruppen von der Breite 1™"" — }'"'" und vielfacher Länge. Diese Pla- gioklasrechtecke sind meist durchsichtig, weil frisch, nur zuweilen mit weissen, wenig durchscheinenden Flecken, welche den Anfang von Umwandlungen andeuten, durchzogen. Alles dieses jetzt erwähnte stimmt, bis auf das weniger häufige Vorkommen der grösseren ausgeschiedenen Krystalle ganz mit dem porphyrartigem Chloritdiorit- aphanit der Gerolle im Diorittuffcouglomerat von Kostelec überein. In dem eben erwähnten Gesteine sind nun die grossen Epidotmandelu ein- gewachsen und scharf von der Gesteinsmasse getrennt. Ausser einigen vereinzeinten Calcitkörnchen oder Plagioklaskörnern oder einem Chloritlappen, letzteres jedoch nicht häufig, findet sich in dem Epidot von kleinkörniger Textur, der also Aggregat- polarisation zeigt oder ganz rein durchsichtig, innen zerrissen erscheint, kein anderes Mineral eingewachseo. Meist sind aber die kleineren Ämygdaloide ganz rein. Epidot in Körnchen oder Schnürchen durchzieht ausserdem noch gewisse Plagioklase, oder kommt in Punkten auch in der Grundmasse vor. Im polarisirten Lichte zeigen selbst gewisse Plagioklasleistchen der Aphanit- grundmasse Andeutungen von Zwillingsstreifen, die grösseren, ausgeschiedenen Kry- stalle aber satte Farben und bis auf die trüben weissen Flecke ganz deutliche Zwillingsbänder oft in ziemlicher Zahl. Hie und da sich in der Grundmasse zeigende Schüppchen von Haematit, die hyacinthroth durchscheinen, gehören zu Seltenheiten. Das Gestein wäre also ebenfalls amygdaloidischer Chloritdioritaphanit. Bei Zdechovic {WS Yvelouc} sind ähnliche Epidotchloritdioritaphanite vorhanden. Die Probe stammt vom westlichen Teichufer 1 km N von Zdechovic. Das licht graulichgrüue Gestein zeigt in einer Richtung einen etwas deut- licheren Bruch, auf welchem unzusammenhäugende Chloritschüppchen schimmern; kleine Epidotkörnchen finden sich eingesprengt im Gesteine. Ganz frisch ist der Aphanit nicht mehr, weil er lichtere Farben zeigt; allein die Textur ist doch noch deutlich unter dem Mikroskope. Das Gestein ist bis auf das beinahe gänzliche Zurücktreten des Magnetites, der nur in ganz selten sichtbaren Körnchen auftritt, etwas ähnlich dem Gestein von Bukovina. Die weissen Plagioklase von ganz kleiner Form, welche jedoch wegen der nicht mehr gänzlichen Frische im polarisirten Lichte nicht so deutlich auftreten, sind mit Chloritlappen stellenweise bedeutend verdeckt; nur wo der Chlorit zurücktritt, lassen sie sich noch gut bemerken. Es scheint, dass auch noch spärliche Amphibole auftreten, allein 140 es ist nicht näher nachweisbar. Hie und da treten grössere Plagioklas-Rechtecke bis Vs""™ ^^^^ ^*^cl^ mehr breit auf. Diese grösseren Plagioklasstäbe färben sich im polarisirten Lichte nur ganz blass, zeigen auch nur stellenweise wohl blass gefärbte aber doch deutliche Zwillingsbänder. Gewisse Krystalle sind quer zer- brochen, etwas voneinander verschoben und durch Chloritschuppen verkittet. — P^pidotkörner und Aggregate kommen in Menge in dem Gesteinsgemenge vor; es enthalten die Plagioklase dieses Mineral wie auch den Chlorit, sowohl in Körnchen als auch gewissen Fugen nach, also als Infiltration in sich eingeschlossen. Diabas. Dieses Gestein findet sich als Gangstock, welcher quarzige Grauwacken- conglomerate durchbricht nur an einem Orte, nämlich mitten zwischen Chrtnik und Ledec (WN Hefmanmestec 7 km). Der Gangstock von der Länge 1^2 km und der grössten Mächtigkeit von über 100" ist in der Chrtnikschlucht entblösst fig. 6. Sämmtliche Diabasvarietäten sind etwas porös, w^eil sie im heissen Wasser Luftbläschen entwickeln; allein auch mit Calcit sind sie ziemlich impraegnirt, weil Brocken davon, die vorher im Wasser ausgekocht wurden, um alle Luft- bläschen auszutreiben, in Säuren stellenweise recht lebhaft brausen. Die Textur ist durchwegs mittelkörnig. Fig. 6. 1; 5000, 1mm —5m. Bächlefn js^^g-,^^-', , -; Vo^'- : ffs- ''' •' 'UiWmr-^ß^y:''''''^^''-i^mi Bächleln Eine ganz reine Varietät zeigt in weissem vorherrschendem Plagioklas, welcher nur durchscheinend ist, bis 2*3'"°' breite kurze Säulen von graulichbraunem Augit, ausserdem aber neben wenigen kleinen Pyritpunkten auch stellenweise schwarze Körnchen. Unter dem Mikroskope herrschen auch die langen (bis 6""°) Rechtecke des Plagioklases vor, welcher ziemlich rein und trotz stellenweise zum Vorschein kommender Trübung im polarisirten Lichte doch deutliche Zwillingsstreifung zeigt. Die kurzen Säulen des Augites sind blassbraun durchsichtig, rissig frei von Ein- schlüssen und mit einem sehr dünnen blassgrünen Saum, ^l — gL"", von Chlorit umgeben. Seltener dringt der Chlorit Klüftchen nach in die Augitmasse. Bedeuten- dere Anhäufungen von Chloritschuppen, meist scharf vom Plagioklas getrennt, finden sich auch im Düunschlifte, jedoch nur in ganz geringer Zahl; ebenso selten sind einzelne Chloritläppchen im Plagioklas. Aggregate von schwarzen Körnern, bis jmm jji-eit, deuten auf titanhältigeu Magnetit, weil sie mit dem weissen, Leukoxen genannten Titanat (Titanomorphit) umhüllt werden. Blassbräunliche dichte Aggregate durchsetzen die Ablösungen in dem Diabas. Unter d. M. bestehen sie aus einem Gewirre von Stäbchen, welche der 141 Länge nach in der Mitte clurcli eine Linie getheilt sich als „V)"""" breite Zwillings- stäbclien darstellen, die der starken Färbimg nach, die sie im polarisirten Lichte zeigen, als Augit gedeutet werden könnten, wofür aber der Beweis noch zu er- bringen wäre. Die Augitquerschnitte zeigen starke Farben im polarisirten Lichte. Einzelne, dann und wann quadratische Pyritküruchen und spärliche Nadeln von -j.\, — 7^V°"" Breite den Plagioklas nur stellenweise vereinzeint durchsetzend, deuten auf Apatit. Das Gestein ist demnach ziemlich frisch und wohlerhalten. Eine andere Variettä von ebenfalls mittelkörniger Textur zeigt in etwas vorherrschendem, blass lauch- grünem durchscheinenden Plagioklas 2 — 2^/2 """^ breite Prismen von blass schmutzig graulichbraunem spaltbaren Augit, nebst spärlichen schwarzen Körnchen. Unter dem Mikroskop zeigt der Dünnschliff Piechtecke von Plagioklas, die schwachen Passen nach blass grünlich oder sattgrün wenn die Klüftchen bis ■^L — -3'^""" breit erscheinen, durch infiltrirten Chlorit gefärbt sind, innen reine zer- klüftete Körner von Augit von blass röthlich brauner Farbe mit einer dünnen blassen Chloritlage umhüllt, die nur selten irgend welchen Klüftchen nach ins Innere eindringt. Häufig sind scharf begränzte, aus Chlorit bestehende Aggregate zwischen dem Gemenge scheinbar wie eingeklemmt. Kleine Aggregate von dünnen Stäbchen von Ilmenit, die einander genähert erscheinen sind durch umhüllenden Leukoxen verbunden. Lange Stäbe von Ilmenit bis J°"" dick und 4™"" lang sind gebrochen und mit Leukoxen, der eine schwache Hülle bildet, verkittet. Pyritkörnchen erscheinen spärlich. In den Chloritausscheidungen ist manchesmal körniger Magnetit und Pyritstaub zu treffen. Eine dritte Varietät ist schmutzig grün gefärbt ; nur lange (bis 1'='"), dünne Plagioklasleisteu erscheinen deutlich sichtbar, sonst ist nur dichter Chlorit in Körnchenform noch dazwischen bemerkbar. Das Mikroskop zeigt eine weiter gehende Umwandlung. Es gibt frische Plagioklasleisteu und solche, die durch Chlorit durchzogen oder gefleckt sind, in der Masse. Die Augite sind den Klüften nach durch Chlorit erfüllt, so dass dieser ein Netzwerk bildet, innerhalb welchem noch frische Augite stecken ; oder umhüllt der Chlorit Augite so bedeutend, dass die Hülle gegenüber dem frischen Augit- kerne sehr vorherrscht. Nebstdem kommen auch selbststäudige scharf begränzte Chloritaggregate von satt grasgrüner Farbe, vielleicht schon gänzlich umgewandelte Augite, zum Vorschein. Mit dem Chlorit, oder unabhängig von demselben erscheinen gelblichbraune Flecken von Limonit, sowohl im Plagioklas als auch im Augit; in ersterem Falle zeigt sich der schön grasgrüne Chlorit bräunlich gefleckt. Nadeln oder Stäbe von Ilmenit erscheinen durchwegs von Leukoxen eingefasst. Stellen- weise gruppireu sich die Ilmeuitstäbchen derartig, dass sie ähnliche winkelig ge- brochene und dreieckige Formen bilden, wie es an den dünnen Sylvauitüberzügen von Oftenbanya in Siebenbürgen bekannt ist. Calcitkörner oder kurze dicke Klüfte dieses Minerales sowie Nadeln von Apatit lassen sich gleichfalls nachweisen. Trotz der bedeutenden Veränderung, welche Wasser durch Absatz von Chlorit in dem Gesteine hervorbrachte, ist der 142 fü n 9 o 5 "V ' = aU'-- ,';i f- ( •T > :\ ^v^^^ L'v^-« f^'S^ Plagioklas doch DOch so frisch geblieben, dass mancher davon im polarisirten Lichte lebhafte Farbenbänder zeigt. Gabbro. Dieses Gestein reiht sich unmittelbar an den Diabas au, weil es aus denselben Gemeng- theilen nämlich aus Plagioklas (Labradorit) und Augit (Diallag) besteht. Es verhält sich aber in gewisser Hinsicht etwas verschieden, was ein Grund zur Trennung von dem Diabase ist. Der Gabbro ist häufiger im Eisengebirge als der Diabas selbst, er ist überhaupt viel häu- figer, als dies sonst von diesem nur zerstreut auftretenden Gesteine angenommen wird. Nirgends aber sind die Gangstöcke des Gabbros bedeutend ausgedehnt. Die Hauptverbreitung des Gesteines fällt mit dem Grauitstocke zusammen, welcher sich von Bernardov (SO Elbe-Teiuic) bis über Morasic hinzieht. In dem Granitstocke und bis zu einer gewissen Entfernung von demselben finden sich die Gangstöcke des Gabbros eingelagert, welche mit ihrer Streichungsrichtung der nach SO gerichteten Achse des kleinen Granitmassivs parallel laufen. Es seien hier nur drei der kurzen Gang- stöcke angeführt, welche sämmtlich in einer Linie von A^TFnach SO getrennt von einander auftreten. Der mächtigste Gangstock ist unter Vi- naiic, am linken Elbeufer gegenüber Elbe-Teinic, in der Länge von 1^2 km und der Mächtigkeit von etwa 3^4 hundert Meter abgelagert. Derselbe reicht mit seinen NW Ausläufern bis unter Elbe- Teinic ins rechte Elbeufer hinein. Gneusgranit durchbricht den Stock in weniger mächtigen Gän- gen. Wegen der Eigenthümlichkeit der Lagerung sei das Profil des linken Elbeufers vom Zahofer Bahnhofe (Station Elbe-Teinic) bis Nähe gegen Kojic hier noch eingefügt Fig. 3 um das Ver- hältniss des unter Yinaric zum Vorschein kom- menden Gabbrostückes zu den Nebengesteinen ersichtlich zu macheu. An der G ranze gegen Neben- gesteine ist der Stock klein- bis mittelkörnig, 143 sowie imvollkommeu schiefrig und mit manchem Ampliibolitscliiefer dann ver- wechselbar; in der Mitte der grobkörnigen Stockmasse aber zeigt er die regellose grossblöckige Zerklüftung. Der zweite Gangstock SW von der Kuppe v Oklikäch (SOG"" A) ist im Walde genau vom Bernardover Jägerhause, in dessen Nähe er einem Amphibolit gleicht, wie dies auf der Karte auch beibehalten ist. Seine Begränzung ist unvollkommenen Aufschlusses wegen nicht genau anzugeben ; er ist jedoch sicher 2/3 km lang. Der dritte bedeutende Stock, welcher durch einen Gang rothen Granites durchsetzt wird, befindet sich im Walde inmitten zwischen Kasparüv dolik und Zbraiioves. Der grobkörnige Stock gestattet keineswegs, wegen nicht überall nach- weisbarer Begränzung desselben seine Mächtigkeit und Streichungserstreckung sicher anzugeben ; er besitzt aber eine ziemlich bedeutende Ausdehnung von gewiss über 1 km und eine Mächtigkeit von über 200"". Der Vinaf icer Stock durchbricht Glimmerschiefer ; die beiden letztgenannten sind im rothen Granit eingelagert. Zahlreiche andere Gänge, welche mit dem Gabbro in genetischem Zusam- menhange stehen, werden gleich nach der Beschreibung dieses Gesteines als Uralit- oder Labradordiorite beschrieben werden. In Vinaric lassen sich vornehmlich drei Varietäten des Gabbro unter- scheiden, welche gegeneinander keine scharfen Gräuzen bilden. In Mitten des Stockes eine grobkörnige, in grossen polyedrischen Blöcken regellos zerklüftete, eine mittelkörnige recht deutlich gemengte, und eine kleinmittelkörnige dunkle, mit vorwaltendem Diallag, der den andern feldspäthigen Gemeugtheil verdeckt; diese letztere Varietät ist ganz unvollkommen schiefrig, insbesondere nahe an den Gränzen des Stockes mit dem Nebengesteine. Die grobkörnige Gabbrovarietät zeigt Gemeng- theile, die bis über l""" Länge erreichen. Der Plagloklas besitzt auf der oPfläche sehr deutliche, wenn auch nicht zahlreiche Zwillingsstriche, seine Farbe ist licht, mit einem Stich ins graulich violette; sonst ist derselbe durchsichtig. Ausgesuchte Stückchen des Plagioklases zeigten bei der Analyse, mit Vernachlässigung des Alkaligehaltes die Zusammen- setzung des Labradorites. Labradorit aus grobkörnigem Gabbro ganz nahe dem Wächterhäuschen Nro 281 an der Eisenbahn gegenüber der nach Elbe-Teinic führenden Holzbrücke gab (aus 1 gr. verwendeter Substanz) : SiO^ 52-73 Alo O3 30-51 CaO 11-66 MgO -68 Glühverlust '92 unbestimmte Alkalien 3-50 '100-00 Trotz der scheinbaren Reinheit hatte der Plagioklas doch etwas Augit (Diallag) eingeschlossen, sonst würde sein MgO-halt kein so bedeutender sein. '') Der Diallag zeigt düster graugrüne Farbe, an der angewitterteu Oberfläche ist er aber dunkelgrün, während der Plagioklas weiss, undurchsichtig erscheint- 144 Im Querbruche ist er matt glänzend, au der sehr guten Spaltungsfläche aber stark perlmutterartig glänzend und dunkelgrün. Ganz dünne Splitter sind beinahe ölgrün, etwas ins lauchgrüne geneigt. Grosse Flächen der Theilbarkeit zeigt der Diallag nicht, aber dafür glänzen ausgedehnte, aber vielfach durch andere eingewachsene Gemengtheile unterbrochene Flächen zu gleicher Zeit. Zuweilen finden sich in dem Gabbro bis nussgTOSse Aggregate von Diallag- prismen und regellos dickfasrige Säulchen, welche Amphibol sind, der mit dem Namen Uralit hier angeführt werden wird. An den Gränzflächen solcher Aggre- gate finden sich auch kleine Biotitschuppen iu ganz geringer Menge, obzwar dieses Mineral zuweilen auch, ohne an diese Aggregate von Uralit gebunden zu sein sich vereinzeint oder in Aggregaten vorfindet. Der Diallag bestimmt die im Grossen düstere Farbe des Gesteins, obwohl er keineswegs im Übergewichte auftritt. Nebst diesen beiden Gemengtheilen finden sich accesorisch noch bis 2'"'" breite Körner, wahrscheinlich von Magnetit und ebenso spärlich bis V2'"'" dicke Platten von Ilmenit. Pyrit ist kaum wahrzunehmen; Olivin nirgends bemerkbar. Das ganze Gabbrogesteiu gab nach Vernachlässigung der Alkalien und Wägung des Fe als Fe^ O3 statt als FeO, aus l-2g zur Analyse genommenen Sub- stanz folgende Zusammensetzung: SiO^ 51-87 AI. O3 -f- Fe^ O3 27-27 CaO 12-67 MgO 6-36 Glühverlust 1-04 Hält man dem gegenüber die Zusammensetzung des Plagioklases, so ergibt sich für den Diallag unter Nichtberücksichtigung der Alkalien und des Wasser- gehaltes die Zusammensetzung von etwa: SiOo 49-9 AI2 O3 + Fe2 O3 22-4 CaO 13-5 MgO 13-0 Befremdend erscheint hier der hohe Gehalt für die Summe von andere Diallage enthalten nur 10— 197o von diesen Gemengtheilen (wenn FeO als Fco O3 umgerechnet wird). Die Erklärung muss dahingestellt bleiben. Eine Analyse konnte nicht durchgeführt werden, weil sich der Diallag rein nicht auslesen Hess. Demnach würde der Gabbro bestehen aus weniger denn 52°/(, Plagioklas, weniger als 48°/o Diallag und einem geringen nicht näher augebbarem Reste von Ilmenit und Magnetit. In Säuren entwickelt das im Wasser vorher ausgekochte Gestein stellen- weise lebhaft Blasen von CO,. Unter dem Mikroskope ist der Plagioklas durchsichtig, der Diallag aber lauchgi'ün bis ins bräunliche oder blass grasgrüne geneigt; oft ziemlich durch- sichtig nicht zersprungen, oder wie Augit nicht rissig erscheinend. Manche etwas rissigen augitähnlicheu Körner zeigen oft schwarze Inpraegnatioueu den Rissen 145 nach, die vielleicht aus Psilomelan bestehen. Auch ganz durchsichtige, blass röthlich bräunliche Flächen dem Biotit, und zwar im Schnitte ziemlich parallel zur Fläche oP angehörig, zeigen sich neben Diallag. Spärlich sind Magnetitkörner eingewachsen so wie auch kleine vereinzelnte Pyritkörnchen. Ein Ilmenitquerschnitt fiel nicht in den Dünnschliff. Im Plagioklas bemerkt man nur selten kurze Nadeln von Apatit in der Breite von so™""- ^^^ Gestein ist ganz frisch bis auf die in Plagio- klasen so häufig sich vorfindenden getrübten Häufchen, welche auch hier, jedoch nur spärlich, zum Vorschein kommen und theilweise vielleicht auf Calcit bezogen werden können. Trotz der Frische des Gesteines finden sich gewisse Diallage mit Fleckchen von Limonit schwach umrandet, welcher auch in Klüftchen in dieselben eindringt. Solche Diallage zeigen aber eine grasgrüne Farbe u. d. M. und stellen ein Aggregat von regellos zerstreuten Amphibolstäbchen, von der mittleren Breite von s'ö — .j'o'"'" vor, es ist das also Uralit. Ob die Uralitbildung aus dem Diallag eben durch das Eindringen des Limouites bedingt war, oder ob umgekehrt der Limonit erst nach erfolgter Umwandlung des Diallages in ein Amphibolaggregat eindringen konnte, bleibt dahingestellt. Man sieht auch ziemlich scharf getrennt vom Diallag solche deutlicher grünen Uralitaggregate ; manchesmal zeigen gewisse Randlinieu des Diallages einen dünnen grasgrünen Saum von Uralit. Im Ganzen ist aber der Uralit nicht häufig. Der Plagioklas zeigt ganz reine Farben und deutliche Zwillingsstreifung, zuweilen auch Zwilliugsgitterung im polarisirten Lichte. Die für den Labradorit des Gabbro angegebenen Nädelchen von schwarzer Farbe, oder Täfelchen von brauner Farbe, auf welche sonst der violette Stich desselben bezogen wird, konnten nicht nachgewiesen werden. Wohl findet sich ganz vereiuzelnt hie und da ein schwarzes Nädelchen oder ein blassgrünlicher Mikrolith (vielleicht Diallag) im Plagioklase, allein es ist dieses Vorkommen wegen der Seltenheit nicht zu beachten. Die raittelkörnige Varietät des Gabbro besteht aus bis über ^o*"" langen und entsprechend weniger breiten Gemengtheilen. Einzelne, grob nadeiförmige Plagioklase von der Breite von iVo""" erreichen selbst die Länge von über ^j^'^"^. Die Farbe des Plagioklases ist weiss mit einem Stich Ids Violette, die Durchsich- tigkeit bedeutend, die Streifung ganz deutlich. In dieser Varietät kommen entweder graulichschwarzgrüne oder an den vollkommensten Spaltungsflächen dunkelbräunliche Diallage vor, welche letztere aber im Querbruche dunkelölgrün gefärbt sind. Die erst genannte Abart bildet ziemlich feste zähe knollenartige Ausscheidungen in andern Gabbroarten, die zweite Varietät aber kommt als Gestein, in dem Vinaficer Stocke allmählig aus der grobkörnigen sich entwickelnd vor. In Wasser ausgekochte Stückchen brausen stellenweise ziemlich lebhaft in Säuren. Von accesorischen Gemengtheilen kommen nur kleine Punkte eines schwarzen Erzes (Magnetit, Ilmenit), dann kleine Körnchen von Pyrit und Pyrrhotiu sehr unter- geordnet zum Vorschein. Eigenthümlich ist für den mittelkörnigen Gabbro die Erscheinung, dass auf ziemlich bedeutenden Bruchflächen gewisse Diallagspaltungsflächen trotz ihrer UnZusammengehörigkeit zugleich glänzen. Auf der äuge witterten Oberfläche tritt 10 146 aber der Diallag als dunkelgrüner Amphibol, der Plagioklas als weissliche matte undurchsichtige Masse auf. Die Proben stammen von der Eisenbahn in Viuaric gegenüber dem Eisen- bahnviaducte (etwas weniges von dem Fundorte der grobkörnigen Varietät). Eine davon zeigt genau das Verhalten des grobkörnigen Gesteines, jedoch sind manche der zersprungenen Diallage von blass röthlichbrauner Farbe durch ein infiltrirtes schwarzes Mineral, wahrscheinlich Psilomelan wie mit einem Netz durchzogen und mit einem grünlichgrauem wolkigen Hof von ,l — imm Breite umgeben. Die Deutung des Hofes gelang nicht. Sonst sind gewisse Diallage auch in das Amphibolaggregat, nämlich den üralit umgewandelt. Eine weitere Probe zeigt wohl noch schmutzig grüne Diallage, sowie blass röthlichbranne Biotite, allein erstere nur mehr in Form von scharf begränzten Kernen ; denn alles andere, was als Diallag zu deuten wäre, ist eigentlich schon Uralit. An den Gränzen mit dem Plagioklas zeigt sich der Uralit besonders stark zerfasert und theilweise moosartig zertheilt. Im Plagioklas finden sich nicht parallel gelagerte lange hexa- gonalc Täfelchen, die vielleicht als Diallag zu deuten wären, auch ganz spärlich auftretende Nädelchen von schwarzer Farbe kommen vor; von den Nädelchen wird bei dem Corsit von Ransko das Nähere noch erwähnt werden. Die blassen Täfelchen sind kaum ^J^^""" lang. Ebenso beherberget der Plagioklas entweder Einschlüsse, oder Einschlüssen ähnliche Pooren. Einzelne Nadeln von Uralit g'^""" und mehr breit und bis ,';""" lang und liegen zerstreut herum. Tief braune zersprungene Querschnitte in diesem Gabbro sind entweder als Augit oder Olivin zu deuten, was nicht zu entscheiden war. Die Probe mit den dunkelölgrünen Spaltungsflächen des Diallages besteht nur zum geringsten Theil aus Diallag ; der bedeutendste Theil ist regellos fasriger Uralit, dessen Stäbchen bis -gV"'"' Breite erreichen. Ob die kleinen quadratischen Magnetitkörnchen in solchen Uraliten ursprünglich oder später gebildet worden sind, bleibt unentschieden. Diese Varietät stellt also nur mehr den Übergang zu dem Uralit oder Labradordiorit vor, weil der Uralit vorherrscht. Es darf nicht unerwähnt gelassen werden, dass trotz der Umwandlung des Diallages in Uralit der Plagioklas gar keine Einbusse an seiner Frische erlitten hat; Plagioklase des Gabbros und dieses Übergangsgesteines zeigen ein unver- ändertes Verhalten u. d. M. Die dritte Varietät des Gabbro im Vinaricer Stocke mit vorherrschendem Diallag, grob schiefriger Textur, besitzt Gemengtheile in der Grösse von 2—3™°'. Nur der dunkelgrüne Gemengtheil herrscht vor, das Strichpulver des Gesteines ist lichtgrünlich. Zuweilen, wie knapp bei Vinairic enthält das Gestein auch Biotitschuppen. Ausser Diallag bemerkt man unter der Loupe in dem Gesteine kleine Punkte von Magnetit (Hmenit) in bedeutender Häufigkeit, etwas weniger zahlreich kommen noch kleinere Pyritkörnchen zum Vorschein. Im Dünnschliffe zeigt sich der Plagioklas recht untergeordnet, er nimmt nur den zwischen dem grünen Minerale übrig gelassenen Raum ein und zeigt nur in etwas bedeutenderen Stückchen Zwilliugsstreifung. Der Biotit ist in der blass röthlichbraunen Varietät gänzlich durchsichtig, im polarisirten Lichte satt färbig; die schmutzig lauchgrüne Varietät des Diallages ist wenig durchscheinend. 147 wahrscheinlich schon etwas umgewandelt. Einen bedeutenden Antheil an der Zu- sammensetzung des Gesteines nimmt aber der fasrige, an den Begränzungsflächen zerfaserte Uralit ein, dessen Fasern im Ganzen ziemlich die Richtung der ganz unvollkommenen planen Parallelstructur besitzen. Er umhüllt die dunklen Parthieen des vermeintlichen Diallages, welcher aber bei näherer Betrachtung in radialfasrige Uralitaggregate umgewandelt erscheint. Zahlreiche Erzpunkte und Körnchen durchsetzen in reichlicher Menge die Minera- lien des Dünnschliffes. Eigentlich wäre dieses Gestein schon näher dem Uralitdiorit als dem Gabbro zu stellen, dessen Reste von Diallag nur mehr geringe sind. Der Gabbro vom Jägerhaus von Bernardov ist grobkörnig, die nicht breiten Plagioklasrechtecke des Gesteinsbruches so wie das diallagähnliche Mineral erreichen Längen von 74*"" ^^^ darüber. Dünnschliffe zeigen Plagioklase von frischer Beschaffenheit von lang recht- eckigen Schnitten, neben dem grünen Mineral, im Gleichgewichte entwickelt. Der Diallag kommt häufig noch im Gesteine u. zw. in Form scharfbegränzter polygo- naler Körner, welche wenig durchscheinend, schmutzig lauchgrün gefärbt sind und die feinen Risse des Diallages parallel zu einer Richtung durchsetzen, dabei aber ganz unbedeutenden Dichroismus, zeigen.'^') Vielleicht ist der Diallag nicht mehr ganz frisch. Nur in um etwas weniger bedeutender Menge findet sich verworren fasriger gras- grüner Amphibol in Aggregaten, welche moosartig zerschlitzte Be- gränzungsflächen besitzen. Körner von Ilmenit und Magnetit sind in ziemlicher Menge eingewachsen. Nebensächlich ist das Vorkommen von Limonit in gewissen Rissen, die das Gestein durchsetzen. In dem Gabbrostocke von Vinafic finden sich aber gewisse mittelkörnige Gesteinsvarietäten, in welchen das diallagähnliche Mineral eine dunkelgrüne Farbe besitzt und unter der Loupe nebst höchst zart faseriger Zusammensetzung aber noch die Spaltbarkeit des Amphiboles zeigt. Die Plagioklase sind ganz frisch, ins Viollete spielend. Hie und da sind Körner von Pyrrhotin sichtbar. Selten auch kleine Schuppen von Biotit. Dieses Gestein ist demnach nicht mehr Gabbro, son- dern aus der Umwandlung desselben hervorgegangener Uralit- oder Labradoi'-Diorit. Uralit-Diorit. Uralit- oder Labradorit-Diorit ist demnach ursprünglich Gabbro gewesen, aus dem er durch Umwandlung des Diallages in Uralit hervorgegangen ist, wobei der Plagioklas von der Umwandlung nichts an seiner Frische eingebüsst hat. Es gibt keine scharfe Gränze zwischen Gabbro und diesem Uralit-Diorit, weil sich das ursprüngliche Mineral, der Diallag in solch' bedeutender Menge vorfinden kann, dass die Zuweisung des Gesteines zum Gabbro oder zu dem Diorit unausführbar erscheint. Insgesammt sind aber die Uralit-Diorite doch etwas weniges deutlicher grünlich, also dem mittelkörnigen Corsit ähnlich, weil der dunkelbraune oder dunkelbraungrüne Ton des Gabbrodiallages sich in einen dunkelgraugrünen um- wandelt, wenn nämlich die Umwandlung des Diallages in ein Uralit vollzogen ist. 10* 148 Von Bernardov {SO Elbe-Teinic) uacli NO^ ^i\ km ist an der Gränze von rothem Granit und Chloritdioritapliauit ein Stock von Uralitdiorit von mitt- lerem Korne in der Erstreckuug von etwa 200°" eingelagert. Weiter NW treten in tiefsten untersilurisclieu Phylliten noch etliche Avenig mächtige NW streichende Gänge dieses, jedoch nur kleinkörnigen Gesteines auf. Das mittelkörnige Gestein von düster grüner Farbe hat Gemengtheile, deren Grösse gegen 2""" beträgt; nur die grössten Uralitsäulen und die längsten Plagioklasrechtecke erreichen Längen von 2V2 ^^nd 4'"'^. Im frischen Bruch ist beim Labradorit auch der Stich ins Viollete bemerkbar, während sich der dunkel- grüne Amphibol nicht deutlich begräuzt zeigt. Die Zusammensetzung des Gesteines ist sehr ähnlich derjenigen des Gab- bros von Vinaiic, denn 1 gr Substanz gab: SiOa 49-60 AI2 O3 18-32 FeO, und etwas Fe^, O3 bestimmt und gewogen als Fe^ O3 8*72 CaO 11-28 MgO 7-69 Glüh Verlust 1-62 1-52 Alkalien unbestiiumt . . . Wird für die Zusammensetzung des Plagioklases diejenige des Labradorites von Vinafic pag. 143 angenommen, so würde das Gestein bestehen aus etwa 50"/o Uralit (und Diallag), 48^/^ Labradorit und etwa 2"/o Biotit, Magnetit, Ilmeuit, Pyrit, Calcit. Darnach würde sich auch die Zusammensetzung des Uralites, wenn der Glühverlust, dann die Alkalien unberücksichtigt werden und das FeO als Fcj O3 in Rechnung gesetzt wird, wie folgt, berechnen: SiO^ 47-3 AI2 O3 6-6 FcoOa 17*1 28j (statt FeO, est ist aber der FeaOj-Halt zu gross) CaO 10-9 MgO 15-1 Im Dünnschliffe zeigen sich frische Plagioklasrechtecke mit lebhaften Farben im polarisirten Lichte; dann scharf begränzte oder noch häufiger an den Bändern zerfranste Uralite von fasriger Textur meist ohne, wohl aber auch noch hie und da mit Diallagkernen , welche nur die zarte Spaltungs-Faserung und lebhaftere Farben im polarisirten Lichte zeigen. Hie und da zeigt sich accessorisch ein Kechteck oder ein Lappen röthllchbräunlicheu Biotites, dann Magnetitköruer und Ilmenitstäbe, sowie auch Pyritkörnchen. Das Aussehen des Uralit-Diorites erinnert ganz an den umgewandelten mittelkörnigen Gabbro von Vinaric. Zwischen Vinaric und Kojic durchsetzen (etliche 10 an der Zahl) echte und Lager-Gänge die Glimmerschiefer und silurischen Phyllite des linken Elbeufers. Der am weitesten NO von Vinaric entfernte Gang im Glimmerschiefer (am nächsten Kojic zwischen dem Bahnwächterhäuschen Nr. 279 und 280, von 279 flussabwärts über 200°' entfernt), etwa 3'" mächtig, besteht aus einem ganz ähnlichen Uralit- Diorit, dessen Gemengtheile bis 2'/o""" und darüber, an Grösse erreichen. 149 Das ganz frische Gestein zeigt sf ellenweise Diallagspaltuugsfläclien, sonst aber sehr zartfasrigen Uralit und ins blassviollete spielenden Labrador, Die Zusammensetzung ist unter Nichtbeachtung der Alkalien mit 1*3 gr Substanz folgende: SiO, 47-38 AloOj+Fe^O., 32-23 CaO 9-76 MgO 6-73 Glühverlust 1-70 Es überwiegt demnach der grüne Diallag- und Uralitgemengtheil. Zwei Dünnschliffe zeigten stellenweise wolkig weiss getrübten, sonst aber frischen Labradorit in langen rechteckigen Formen, auf welche polarisirtes Licht stark einwirkte. Die Zwillingslamelleu sind sehr deutlich; hie und da eine Apatit- nadel von 7;L"°* Breite eingewachsen enthaltend. Der eine Dünnschliff zeigt nur faserigen Uralit, der zum Theil au den Begränzungsflächen zerfranst und mit lose zerstreuten Uralitstäbchen begleitet ist, und keinen Diallag sowie auch keinen Biotit; der andere Dünnschliff zeigt noch unbedeutende Reste von gelblich gras- grünem Diallag, der aber durch eine ganz dünne Lage von Uralit von grasgi'üner Farbe umhüllt wird; nebstdem zahlreiche faserige Uralite mit Lappen und Recht- ecken von blassröthlichbräunlichera Biotit. Bei der Drehung des Objectes um 90" über dem Polarisator (ohne Analysator) ändert die Uralithülle um den Diallag den Farbenton bedeutend, während sich der Diallag nur ganz unbedeutend in der Farbennuance ändert. Gewisse Magnetit- und Ilmenitkörner und Stäbe stecken in einer Leukoxen- kruste. Pyritkörnchen kommen auch zum Vorschein. Ähnliche Uralitdioritgänge finden sicli auch S und SO von Telcic und ^4 km von Chvaletic {SO Elbe-Teinic) in tiefen untersilurischen Phylliten. Ebenso an der Strasse von Bernardov nach Zbranoves, möglich dass auch N von Vedralka (Franciscahain), Ein kleinkörniger, grob bankförmiger Uralit-Diorit mit wenig zelligen Quarz- klüften durchsetzt und allseitig vom Planer umgeben, wesshalb seine Lagerungs- verhältnisse unbekannt sind, befindet sich an dem Wege von Hefmaumestec nach Näkle, ^/4 km S von Näkle, Im Bruche ist nur der dunkelgrüne Uralit sichtbar, welcher stellenweise zartfaserige Textur unter der Loupe zeigt. In Säuren entwickelt das Gestein Bläschen von COj. Eine theilweise Analyse unter Vernachlässigung der Alkalien mit r05 und 1-11 g Substanz ergab Trockenverlust bei 100" C '30 In Essigsäure lösliches FeCOg 1*25 CaC03 1-49 MgC03 -25 Glühverlust nach Abzug der COo der eben auge- führten drei Carbonate 4'40 SiO. 45-81 AlaOs-f FeoOj 37*14 150 CaO 3-27 MgO 5-49 Das grüssten Theils als FeO in der Verbindung enthaltene Eisen ist hier als FeOg in Summe mit AI2O3 angeführt. Der Dünnschliff zeigt in grünen Aggregaten von mehreren mm Länge höchstens 1"" lange Plagioklasrechtecke oder ungestaltete Formen, die dann und wann auch Zwillingsstreichuug im polarisirten Lichte zeigen. In den grünen Aggre- gaten kommen auch unbedeutende Körnchen von Plagioklas eingewachsen vor. Das grüne Aggregat mit lappig oder moosartig verzweigten Rändern besteht theils aus fasrigen Anhäufungen von Uralit, theils aus lappigen Schuppen, welche wegen des bedeutenden Glühverlustes, der demnach meist Wasser im Gesteine nachweiset, auf Chlorit hinweisen. Das grüne Aggregat wäre demnach ein Gemenge von Uralit mit Chlorit. In dem Gemenge finden sich grössere Körner von Magnetit und körnige Anhäufungen von Ilmenit in LeukoxeuhüUen eingeschlossen. Corsit. Dieses Gestein, welches zu den sonst seltenen gehört, ist im Gebiete der Karte des Eisengebirges sowie in der an das Eisengebirge anliegenden Gegend ziemlich verbreitet. ^^) Es bildet der Corsit daselbst meist Gangstöcke insbesondere an den Gränzen des roth gefärbten Granites mit anderen, entweder laurentinischen oder silurischen Gesteinen. Die Gangstöcke sind zumeist von keiner bedeu- tenden Längenerstreckung, obwohl einige recht ansehnliche solche Stöcke erkannt worden sind. Das schönst entwickelte grobkörnigste Gestein, in welchem die Geraeng- theile ausserordentlich deutlich zum Vorschein kommen ist in dem kurzen Gang- stocke V3 km NO von Cästkov, ebensoviel N von Prostejov, etwas mehr als 1 km V S von Zumberg in grobkörnigem rothem Granit eingelagert. Der Corsit an seinen Rändern von körnigem Diorittrümmern eingefasst, bildet hier die kleine Kuppe (Höhe 380"). Diesem Gesteine schliesst sich, was den guten Erhaltungszustand der Gemengtheile und die deutlich körnige Textur anbelangt, die Gesteinsmasse des Corsites an, welche, soviel eben in dem bewachsenen Terrain zu entnehmen ist, einen recht langen Gangstock bildet, indem sie sich im Contacte von rothem Gneus und grauem Granit oder rothem Granit mit grauem südlich von Polom über Unter-Brädlo (0) an der Ohebka (Chrudimka), Vrsov bis SW gegen Polanka hinzieht. Wenn die nachgewiesenen anstehenden Corsitmassen wirklich nur einen zusammenhängenden Gangstock bilden, so käme demselben dem NNW Streichen nach die Länge von 7 km zu; die grösste Mächtigkeit würde V2 km betragen. Das südliche Gangstockende am rechten Ohebkabachgehänge, wo es durch rothen Granit durchsetzt wird, zeigt die oben angerühmte grobkörnige und theilweise frische Zusammensetzung. Andere Gangstöcke zeigen wohl noch ein ziemlich grobes Korn, sind jedoch im Vergleich zu den oberwähnten nicht mehr so auffallend. Die Umrandung 151 derselben mit deutlich körnigem Diorit ist eine allgemein giltige Eigenthümlichkeit derselben. Diese anderen, wohl auch noch grobkörnigen Corsitvarietäteu sind au fol- genden Orten zu finden : Ein ringförmiges Stockmassiv inmitten aus Serpentin- und Olivingesteiu (Troktolit) bestehend mit einem lichten Durchmesser von 3 km und einer Ringbreite von V4 — 1 km, von einem noch breiteren Dioritring eingefasst, bildet den Fuss des 665"' — 675™ hohen bewaldeten Kuppenhügels, an dessen iV-Fusse Ransko liegt. Ein nur wenig mächtiger Gang an dem Contacte von rothem Granit mit Phyllit des Untersilurs streicht 1^3 km SW von Kladne (0 Hlinsko). Zwei, 4 bis 2 km lange, bis V2 km mächtige Stöcke streichen NS der eine unter Srny, der andere '/s km von Petrkov an der Gränze zwischen Gneus und Gneusgranit oder rothem Granit (NW Hlinsko). Zwei unbedeutendere Gänge streichen 1^3 km WNW von Trhovä Kamenice an der Gränze zwischen zwei Granitvarietäten. Knapp S bei Jancour und V2 km W von Mozdenic (SSO und SW Trhovä Kamenice) sind gleichfalls mächtigere Gänge bekannt; an ersterem Orte ein Contactgang zwischen rothem Granit und grauem Gneus, an letzterem ist die Entblössung unzureichend zur Bestimmung der Lagerung. Je ein Gang-Stock ist '/^ km O bei Drahotic (NO Nassaberg) und 1 km NW Vrsov (SO See), au ersterem Orte am Contact zwischen rothem Granit und Gneusgranit, an letzterem zwischen rothem Granit und rothem Gneus. S ^/^ km von Kovärov ist ein schwacher Gang an der Gränze von rothem Granit mit einer Scholle von Gneusgranit in rothem Granit; 1 km SW von Hrbokov oder 1 km NW von Kovärov (See NW) ist ein bedeutender Gangstock von 2 km Länge und '/s km Mächtigkeit im rothen Granit an der Gränze mit Gneusgranit. Bei Kraskov NO 1 km (See NW) ist ein unbedeu- tenderer Stock zwischen rothem Granit und zu Ottrelitschiefer umgewandelten untersilurischen Thonschiefern, gleichfalls in Begleitung mit Dioriten, wie bei Hrbokov eingelagert. Bei Mladotic schief quer über die Doubravaschlucht streichend, ist ein etwa nur 100°" — 200"" und noch weniger mächtiger Gang auf 2 km Länge an der Gränze zwischen Biotit-Gneus und Amphibolgneus gut entblösst (SSO Ronov an der Doubrava). In der südlichen Fortsetzung dieses Gangstockes Vi km NO Moravan (NNO Vilimov) ist ein Corsithügel entblösst, die Gränze nicht wahr- nehmbar. Möglich dass auch NW Zbyslavec (Ronov a. d. Doubrava NO) ein Corsit- gang streicht. Es ist möglich, dass manche dieser Corsitstöcke, in welchen die minera- logische Natur des Plagioklases als Anorthit nicht näher untersucht wurde, welche also nur nach ihrer Ähnlichkeit mit andern Varietäten dem blossen Ansehen uacli bestimmt wurden, dem Diorite näher stehen könnten, wie etwa der Gang Vs km ONO von See oder der unbedeutende Gang 1 km SWS Bistfic bei Vceläkov und andere, die demnach als Corsit ähnlich zu bezeichnen wären. Dafür aber könnten wieder gewisse als Diorit ausgeschiedene Gesteine wie NO Blatno (bei Hlinsko) und andere bei näherer Untersuchung dem Corsite anheimfallen. ^°) Es wurden nur die Corsite von vier Fundörtern nämlich von Mladotic (S Ronov), von Hrbokov (NO See), vom Kraskover Jägerhaus (NO Kraskov, NW See), sowie von Ransko und 1—1 V2 km W Ransko, näher untersucht. Da der Charakter dieser Gesteine doch nur wenig veränderlich ist, wurden desshalb nur diese vier Fundortern eingehender studiert. 152 Der Gaug von Mladotic, welcher nach 22''^/4 also parallel der Richtung des Eisengebirges streicht, setzt SSO vom abgetragenen Mladoticer Meierhofe an, erlangt im TF-Theile von Mladotic (und bei dem gewesenen Hofe), wo er über die Doubravathalschhicht ins rechte Ufer übersetzt, die grösste Mächtigkeit von etwa Fig. 2. NO 1:10000 Douhravka SW Gneus Corsit Amph.-Un. 200'" bei sehr steilem Einfallen nach O (Fig. 2). Im rechten Gehänge der Bach- schlucht verengt er sich bedeutend, indem er bei der heil. Kreuzkirche nur 50"' bis 60'° Mächtigkeit hat, Nyoh der Kreuzkirche, die auf obercenomanen Schichten steht, wird der Gaug von diesen Kreidegebilden bedeckt und kommt in der Ver- längerung seines Streichens an dem S Ende von Ronov (N Korecnicky mlyn) noch eine entblösste Corsitmasse von geringem Umfange zum Vorschein. Der südliche mächtigere Gaugstocktheil ist regellos körnig, der nördliche verengte Theil aber, besonders nahe der Kreuzkirche (S) zeigt eine grobe plane Paralleltextur, durch unvollkommen parallele Lagerung der Gemengtheile, zu den einander ziemlich genäherten, nicht mehr so steilen Gangbegränzungsflächen. Mit diesem Gange in irgend einem genetischen Zusammenhange stehen ein ganz kleines Serpentinmassiv knapp NW an der Mladoticer Mühle und ein Troktolitgestein, gleichfalls als kleines Massiv, gegenüber der St. Martinkirche (am linken Ufer) ; beide diese Gesteine sind am rechten Ufer des Doubravkabaches. Das Hangende des Ganges bildet gi'auer BiotitgTieus, das Liegende granatführender Amphibolgneus. Der Durchschnitt ganz wenig N vom Serpentiustock in der doppelten Doubravkabiegung von NNW nach SSQ und wieder nach NW (Fig. 2) versinnlicht die Lagerung. Diorit-ähnliche Gesteine finden sich an den Gangberührungsflächen mit dem Nebengestein nur in dem mächtigeren südlichen Theile in nicht bedeutender Menge, so dass beinahe der ganze Gang, mit Ausnahme der wenig ausgebreiteten Gränzlage von Diorit, aus Corsit besteht. In dem grobkörnigen Corsitgesteiue herrscht Anorthit, nur aS' von der Kreuz- kirche, nämlich in dem Gangetheile mit unvollkommener planen Paralleltextur und zwischen dem TF Theil von Mladotic und dem gewesenen Mladoticer Meierhof, also S von Mladotic, über den Amphibol vor ; sonst scheinen beide Gemengtheile, Amphibol und Anorthit, sich das Gleichgewicht zu halten, wenn auch der dunkle Amphibol die Farbe des Gesteines bedingt. Die Beschaffenheit des Corsits an der Oberfläche, das ist in der Masse der am Gangstockausbiss liegenden wenig veränderten Blöcke, wird bei Gelegen- heit der Beschreibung des Gesteines bei Hrbokov erwähnt werden, so dass hier gleich die Beschaffenheit des frischen Gesteines angeführt werden kann. Das ziemlich grobkörnige Gestein enthält S von Mladotic stellenweise an Anorthit reichere Ausscheidungen, wodurch seine dunkelgraugrüne Farbe zu einer lichten wird. Selbst sehr grosskörnig ausgebildete Ausscheidungen finden sich hier vor, welche aus grobkörnigen zusammenhängenden Aggregaten von ziemlich frischem 153 Auorthit, ans denen man beinahe faustgrosse, fast amphibolfreie Handstücke schlagen kann, nnd aus kleinereu bis kindsfaustgvossen Amphibolaggregaten, welche entweder aus ganz reinem, oder nur untergeorduet mit Anorthitkörnern gemengtem Amphibol bestehen. Nahe am Ausbisse oder in den Klüftchen, welche unter dem Rasen das Gestein durchsetzen, findet sich auf demselben stellenweise ein weisser undurch- sichtiger kreideähnlicher, dünner erdiger, jedoch nicht abfärbender Überzug von Kaolin als Zersetzungsprodukt des Anorthites, welcher an derartigen Stellen auch schwach weiss getrübt ist. Der erdig kreideartige Überzug besteht aus Schüppchen von krystallinischer Form wie der Kaolin und erscheint nur in ganz unbedeuten- dem Grade mit Calcit impraegnirt, da er in Säuren sehr wenig COj- Bläschen entwickelt. Die grobkörnigen Anorthitaggregate sind durchscheinend, kleinere Bruch- stücke durchsichtig, blasswciss, bis höchstens beinahe 1 □ cm. grosse, meist aber etwas kleinere Spaltungsflächen zeigend. An den nur ziemlich ebenen Spaltungs- flächen von etwas ins Perlmutterartige geneigtem Glasglanz zeigt sich wohl auch die Zwilliugsstreifung auf oP, jedoch nicht so häufig und so gut ausgeprägt, wie dies bei den andern Plagioklasen der Fall ist. Dünne durchsichtige Splitter schmel- zen an den Kanten schwer an und werden dadurch weisslich trübe. Das sp. G. beträgt 2*7202 (mit '985 g. Substanz). Gewisse Körner und Spaltungsformen zeigen schalige Zusammensetzung nach oP. An Spaltungsgestalten wurde unter dem Mikroskope gemessen die Neigung von oP zu cc P oo mit 85° 26' (aus 5 Mes- sungen, statt 85° 50' was innerhalb der Fehlergräuzen liegt). Eine Analyse des nicht bei 100° C getrockneten Anorthites, dessen Glüh- verlust und Alkalien nicht bestimmt wurden ergab, nach Rob. Uhlig: SiOs — 42-34 AloOj 35-50 c'aO 18-70 Hygroskopische Feuchtigkeit, Glühverlust, unbestimmter Rest: 3-46 100-00 Ganz reine durchsichtige Anorthitbrocken bedecken sich in Säuren mit kaum irgend nennenswerthen Bläschen von CO2. Der Amphibol solcher grosskörnigen Ausscheidungen zeigt sich in zweierlei Varietäten : selten in späthigen Individuen ; häufig in feinstenglig schuppig körnigen Aggregaten. Die seltenen späthigen Amphibole bilden bis 2''" lauge und etwas weniger breite Individuen ohne Terminationsflächen mit stark vertikal gerieften oscillatorisch unebenen cc P-Flächen. Die sehr ebenen Spaltungsflächen, die den für das Am- phibolprisma co P charakteristischen Winkel mitsammen bilden, zeigen nur Spuren von vertikalen Strichen, nebstdem aber einen so starken Glanz, dass man bei dem Vorhandensein von nur einer solchen Spaltungsrichtung die Spiegelung beinahe als dem Diallag ähnlich bezeichnen könnte. Die Oberflächenfarbe ist schwarzgrün mit einem Stich ins Bräunliche; dünne Splitter sind schmutzig graugrün durch- scheinend, leicht zu einer Kugel von ebensolcher Farbe v. d. L. schmelzbar. Man- chesmal dringen ganz dünne Überzüge von Kaolin zwischen die Spaltungsrisse ein, 154 was jedoch uuweseutlich ist. Gewisse Ampliibolprismen zeigen auf den Spaltungs- flächen bedeutende vertikale Risse und Unterbrechungen, weil dieselben aus parallel verwachsenen kleineren Individuen in Form von zarten Stengeln aufgebaut sind; solche Amphibole sind schwärzlich lauchgrün. Noch andere bestehen nur aus beinahe parallel verwachsenen dicken kurzen Fasern und dann ist die Spaltbarkeit bedeutend unterbrochen; die Farbe ist die gleiche. Diese Gruppenkrystalle ver- mitteln den Übergang zu den immer im frischen Zustande schwärzlichgrün gefärbten schuppig körnigen Aggregaten. Diese Aggregate, deren Körner ziemlich parallel oder ganz regellos körnig gehäuft sind, zeigen ebene höchstens 1 Qn»'" grosse, sonst immer kleinere Spaltungs- flächen. Durch ziemlich parallele Anordnung der winzigen kurzen schuppigen Stengel entstehen grobfasrige Individuen, Es kommen die körnigen Aggregate auch scharf abgesetzt au den Krystallindividuen von etwas anderer Farbe und ebenen Spaltuugsflächen vor. Die kleineren Anhäufungen von schuppig körnigen Aggregaten, welche Krystallkörner nachahmen, sind etwa hanfsaraengross. Die nicht mehr gänzlich frischen Amphibole, also in Gesteinssplittern nahe der Tagesoberfläche entnommen, werden deutlicher grün, alleufallsdunkel grasgrün. Der Anorthit aber wird weiss, trübe. Die Farbe des Corsites ist bedingt von der Aggregirung der Anorthit- und Amphibol-Gemengtheile. Sind beide in groben Körnern im Gleichgewichte ent- wickelt, so verdeckt der dunkle Amphibol die halb durchsichtigen Anorthitkörner. Bei vorherrschendem Anorthit bilden die kleineren körnigschuppigen Amphibol- Aggregate nur Flecken in dem Anorthitaggregate. Es können aber auch in körnig- schuppig-aggregirtem Amphiboleu weisse scheinbar untergeordnete Anorthitkörner zum Vorschein kommen, dann hat das Gestein das Aussehen eines kleinkörnigen Gemenges. Unter dem Mikroskope zeigen die grobkörnigen Anorthitausscheidungen bei geringen Vergrösserungen (von 60mal) ausser den Spaltungsfugeu und der schaligen Zusammensetzung nach oP, und auch nach andern Flächen noch Sprünge in anderen Richtungen, die zufällig sein können. Dann aber nach gewissen Stri- chen grauliche Häufchen als Einschlüsse, die von einander mehr oder weniger weit entfernt sind und im Mittel 5V ""^ messen, jedoch auch um das Vielfache grösser erscheinen. Die Durchsichtigkeit der Krystallaggregate im Dünnschliffe ist eine vollkommene. Die kleineren Krystallindividuen, die zum Durchschnitte kommen, besitzen Breiten von mehr als ^2™""? während die grossen Individuen Dimensionen von 3 — 5™"" aufweisen. Im polarisirteu Lichte zeigen sehr viele Durchschnitte eine bedeutende Zahl von Farbenstreifen, gewisse aber nur hie und da einen Streifen, was von der Orientirung der Durchschnittes derselben abhängt. Bei manchen Individuen ist die Streifenzahl so bedeutend, dass man auf die Breite von iV™™ sieben verschie- dene Farbeulamellen, bei 220facher Vergrösserung aber sogar 24färbige Zwllliugs- lamellen in derselben Breite von -jV"""' abzählen kann. In der Mehrzahl der Indi- viduen kommen die Zwillingslamelleu nicht in so grosser Zahl zum Vorschein. Viele Individuen vielleicht l — l aller beobachteten zeigen nur einfache, und wegen der bedeutenden Frische des Anorthites demnach lebhafte Farben im polari- 155 sirten Lichte. Es sind nicht gerade die kleinsten ; es zeigte sogar ein ö"""* grosser Krystallschnitt nur einen Farbentou. Diese Erscheinung rührt davon her, dass entweder wirklich Individuen ohne hemitrope Ausbildung zum Vorschein kommen, oder dass der zufällige Durchschnitt durch eine einzige dickere Zwillingslamelle hindurchgeht, ohne eine anliegende zu treffen, oder dass beide Ursachen mitwirken. Jedenfalls ist die ziemlich bedeutende Zahl der nur einen Farbenton zeigenden Querschnitte bemerkenswerth ; es zeigt dies deutlich, dass es nicht die Zwillings- verwachsung allein ist, welche für Plagioklase charakteristisch ist, da es eben auch Durchschnitte ohne Farbenbäuder gibt (die nicht Orthoklas sind). Am seltensten finden sich aber Querschnitte mit gitterartig (senkrecht, eigentlich nur nahezu senkrecht, je nach der Schnittrichtung) sich kreuzenden Farbenlamellen, welche von einer doppelten Zwillingsverwachsung nach oo P oo und oP herrühren. ^^) Im pola- risirten Lichte zeigt sich die schalige Zusammensetzung vieler Individuen ganz deutlich, ausser durch eine schwache oder bedeutende Änderung des Farbentones auch oftmals durch den Absatz der Zwillingslamellen an den Berührungsflächen der Schalen. Ein Dünnschliff aus einem mittelkörnigen Gemenge von Körnern bis über Millimeter Grösse, die aus körnig schuppigem Amphibol und aus Individuen von Anorthit bestehen, zeigte unter dem Mikroskope Anhäufungen von vorwiegenden Amphibolkörnern neben Auorthitaggregateu. Selten ist in den gehäuften Amphibol- Aggregaten ein Anorthitkorn zu finden, während iu den Anorthitaggregaten Am- phibolkörner etwas häufiger sind. Die Amphibole mit deutlichem Pleochroismus zeigen meist grasgrüne (gelblich-, gelblichbräunlich- bis dunkelgrasgrüne) Farben, sind nicht oder nur wenig zerfasert; die kleineren Individuen von den Dimen- sionen Vio ^^^ A""' di^ grösseren Prismen i""" breit und ^°"" lang. Die Anor- thite mit ziemlich bedeutender Durchsichtigkeit und deutlicher Spaltbarkeit sind etwas grösser wie die Amphibolindividuen. Mit den Amphiboleu, aber nie im Anorthit, kommen im Mittel äV""" grosse schw^arze Magnetitkörnchen (nicht Py- rite, da die grell beleuchteten Bruchflächen unter der Loupe dieses Mineral nicht zeigen) spärlich, meist vereinzeint, seltener einige beisammen eingewachsen vor. Im polarisirten Lichte zeigt der Anorthit neben deutlich mit Farbenbändern gezeichneten Individuen auch einfarbige, letztere aber nicht vorherrschend. Der Amphibol zeigt sich etwas zersprungen nur aus einfachen Krystallindividuen be- stehend, die dann und wann auch geradlinig begränzt sind. — Zur deutlichen Erkennung des Gemenges im Corsite reicht schon die Vergrösserung von 60mal hin. Der Corsit, welcher nicht mehr völlig frisch ist, allein im polarisirten Lichte noch keine Farbeuabschwächung seiner Gemengtheile zum Vorschein kommen lässt, zeigt gewissen Klüftchen nach und in Sprüngen des Amphiboles, sowie au den Begränzungsflächen von Amphibolkrystallen gegen einander oder gegen den Anorthit, wohl auch im Anorthit selbst, kleine Aggregate von Epidot, welcher im gewöhnlichen Lichte zeisiggrün und pleochroistisch, ziemlich stark chromatisch aber im polarisirten Lichte erscheint. Er dürfte ein Zersetzungsprodukt eines, oder beider Gemengtheile des Corsites sein. — Der Gangstock SW Hrbokov, welcher auf mehr als 2 km. Länge dem OTF Streichen nach, in der Mächtigkeit bis 300 — 350°" bekannt ist, wird nördlich 156 von rotliem Granit, südlich aber in der Richtung von nach W gleichfalls von rothem Granit, von einer Scholle von grauem Gneusgranit, und dann vorherr- schend von grohkörnigem Diorit bcgränzt. Es ist jedoch die Eutblössung keine derartige, um das Verhältuiss des Contactes des Corsites mit Diorit angeben zu können, ob nämlich der Diorit durch Übergang mit dem Corsit vereint oder von demselben scharf geschieden sei. Es ist nur eine, noch durch keine Thatsache begründete Vermuthung das Erstere anzunehmen. Der Ausbiss des Stockes ist durch grosse Blöcke gekennzeichnet, welche zahlreich im Walde und auf den Hutweiden herumliegen. Die grossen, theilweise bemoosten Blöcke von dunkeler Farbe sind stark narbig, Erhöhungen von dunkel grasgrünem, stellenweise rostig geflecktem Amphibol, sowie viele Millimeter tiefe Grübchen, bis zu Erbsengrösse bedingen das grobnarbige Aussehen der Oberfläche. Die Grübchen rühren von ganz zersetztem und durch Wasser und Wind weg- geführtem Anorthit her, der gegenüber den hervorstehenden Narbenhöckeru des wetterbeständigeren Amphiboles ein leicht zersetzbares Mineral ist. In einer Tiefe von 2—3™°' unter der Narbenkruste von Amphibol ist der Anorthit kreideweiss erdig, aus Kaolin bestehend und nur mit Calcitspureu impraeguirt, während in kaum '/a cm Tiefe unter der narbigen Oberfläche schon frischer späthiger Anor- thit das Gemenge, mit dem nur etwas weniges dunkler grasgrünem Amphibol, bildet. Klüfte im Gestein zeigen, wenn sie nahe unter der Gesteinsoberfläche entblösst sind, neben etwas kreideweiss gefärbtem Anorthit zuweilen ganz schwache flechtenartige Überzüge von halberdigem Calcit, wohl auch Epidotkörner. In der grobkörnigsten Varietät des Corsites besitzen die Anorthitkrystalle Längen bis zu P™ und Breiten bis zu Va""? zuweilen kommen nur Körner ohne deutliche Krystallform zum Vorschein. In den kleinkörnigsten Gesteinen haben die Anorthitaggregate nur wenige Millimeter im Durchmesser. Der Amphibol zeigt seltener prismatische, meist regellos körnige Gestalten, die aus zahlreichen Fasern aufgebaut sind, desshalb ihre Spaltuugsflächeu nie eben erscheinen. In den grob zusammengesetzten Corsiteu sind Amphibole dunkel grasgrün, in den mittel- körnigeu etwas lichter graulich grasgrün, jedoch körnig aggregirt, desshalb nicht immer mit sichtbar guter Spaltbarkeit. Die Anorthitspaltungsflächen lassen trotz ihrer deutlichen Grösse unter der Loupe nicht immer sogleich die Zwilliugsstreifung erkennen, obwohl gewisse Flächen dieselben recht gut zeigen. Es dürfte diese Erscheinung theilweise auf die nur gute Spaltbarkeit (und nicht sehr gute, wie bei den andern Plagioklasen) zurückzuführen sein. Obwohl die durchsichtigen bis halbdurchsichtigen Auorthite weissliche Farben haben, zeigen sie doch in gewissen Gesteinen einen schwachen Stich ins Graulichviolette. In den mittelkörnigen Corsiten sind die Anorthitaggre- gate weiss, nur durchscheinend, weil sie kleinkörnig zusammengesetzt sind. Gewisse Gesteine zeigen Pyritkörnchen in spärlicher Zahl, schon ohne Zuhilfenahme der Loupe. Dem blossen Anblick nach kann die Zusammensetzung zu gleichen Theilen aus Anorthit und Amphibol geschätzt werden, wenn auch der Amphibol den Farbenton im Grossen bedingt. Der rein ausgesuchte Anorthit, dessen spec. G. nicht bestimmt wurde, sowie das ganze Corsitgestein in der grobkörnigen Ausbildung, gleichfalls ohne 157 Bestimmung des spec. G. wiir den erster es mit 1*0 gr, letzteres mit 1'42 gr luft trockener Substanz aualysirt. Auorthit Corsit. SiOo 42-84 SiOo 46-59 AI2O3 35.21 AloOs-fFooOj 28-12 CaO 17-07 CaO 14-10 MgO Spur MgO 7-99 Glüliverlust, | Glühverlust, -94 unbestimmte Alkalien J unbestimmte Alkalien 2"26 100-00 100-00 Die Menge der unbestimmten Alkalien im Corsite dürfte etwas weniges bedeutender sein als 2-26, weil statt FeO in der Analyse das wirklich gewogene FejOj, das im Amphibol nur in geringerer Menge vorbanden ist, eingesetzt wurde. Der Anortbit entbält auch Alkalien, denn das Verbal tniss des in SiO..,, AI2O3, CaO ist 4*19 : 3 : -89 statt 4:3:1, demnach bei CaO zu wenig. Wird aus den beiden angeführten Analysen des Anorthites und des Corsites das Mengenverhältniss des Anorthites und Amphiboles in dem Gesteine berechnet, so ergibt sich für die analysirte Felsart ein Gemenge von 65V2°/o Anortbit und 34-5"/u Amphibol ; der Magnetit bildet nur ganz geringe Bruchtheile eines Prozentes. Auch für den Amphibol kann man die beiläufige Zusammensetzung berechnen, er dürfte aus SiOo 53^/4 AL03(Fe203) 14% CaO 8V0 MgO 23'/, bestehen. '-) Doch ist diese herausgerechnete Zusammensetzung desshalb ver- besserungsfähig, Aveil für die Ableitung derselben der Gehalt an Alkalien vernach- lässigt worden ist; und auch die als FeO in der Verbindung vorhandene Mouo- Oxydstufe des Eisens unbekannt und nur als Sesquioxyd mit AI2O3 summarisch angeführt ist. Auch auf den Glühverlust wurde keine Rücksicht genommen; desshalb diese herausgerechneten Ziffern nur relativen Werth besitzen und mit Vorsicht zu gebrauchen sind. Im Dünnschliff zeigen die Anorthite des grobkörnigen (aber nicht des grobkörnigsten) Corsites, dessen Anortbit analysirt wurde, deutliche Anorthitkry- stalle, deren kleinsten bei der Breite von 1""" die Länge von 3™"", die grössteu bei der Breite von 4'"°' die Länge von 8'"'^ besitzen. Dieselben sind rissig, meist nach den Spaltungsrichtungen; durchsichtig, nur stellenweise scharf begränzt, weiss getrübt und ganz rein, ausser ganz seltenen unbedeutend kleinen Körnchen von Amphibol, denen die Spur MgO der Analyse des Anorthites zuzuschreiben ist. Auch Schalenbilduug zeigt sich. Ein beobachteter Krystall zeigte zu sechs Flächen (wahrscheinlich co 'P, 00 P' <» P co) eine Krystallschale, die dadurch deutlich war, dass eine schwach grünlich grauliche Trübung mit recht spärlich eingewachsenen Körnchen von Amphibol, deren bedeutendsten Jy™"' lang und g^""" breit sind, die Gränzfläche der Schale gegen den Kernkrystall herstellt. Auch Zwillinge nach dem Karlsbader Gesetze gebildet, (Zwilliugsebeue go P co), also mit einer Zwillings- naht in der Mitte, sind nachweisbar. Merkwürdiger Weise zeigt ein grosser solcher 158 Zwillingskrystall mit der vorerwähnten Schale von l""^ Dicke umhüllt nur in Kern- krystall und der Schale der zugehörigen Hälfte und zwar nur in der einen Zwillings- hälfte Farhenbänder triklinischer Feldspäthe, während die andere Zwillingshälfte bis auf drei kurze, gemeinsam verbundene, kaum ein Viertel der Krystalllänge ein- nehmende Leistchen ganz einfarbig erscheint. Die mittlere Hauptzwillingslamelle löst sich aber im polarisirten Lichte in drei Farbenbänder auf. Dieses Verhalten ist ein deutlicher Fingerzeig, dass die andere Zwillingshälfte die mit Ausnahme des kurzen interponirten Bandstreifens parallel zu cc P co ganz einfarbig erscheint wegen dem erwähnten Baudstreifen kein Orthoklas ist, und dass wirklicher Anorthit auch in beinahe nicht zwillingsartig gestreiften, demnach nicht polysynthetischen, also einfachen Krystallen vorkommen kann. Übrigens wäre die Verwachsung von Anorthit mit Orthoklas in zwillingsartiger Form auch gar nicht möglich, ohne genetische Verhältnisse zu verletzen. Der Amphibol in unförmlichen Krystallen oder körnigen Aggregaten nimmt den Raum zwischen den Anorthitkry stallen ein. Die krystallinischen Aggregate scheinen etwas gegen den Anorthit zurückzutreten. Eine grobe Zerfaserung ist auch hier für Amphibol charakteristisch, welcher verschiedene Nuancen der gras- grünen Farbe aufweiset. Im Amphibol sind sehr spärlich bis .\ •"" grosse Magnetit- körner vereinzelut und noch spärlicher etliche, etwa eben so grosse Pyritkörnchen eingewachsen. Ein anderer Dünnschliff stammt von einem Gestein, dessen Anorthitkörner von bis V3 D cm Grösse auf der Bruchfläche sehr kleinkörnig aggregirt, die da- zwischen liegenden ausgedehnteren Amphibolaggregate schuppigkörnig und graulich- grasgrün gefärbt erscheinen. Unter dem Mikroskope bildet Anorthit und Amphibol landkartenartig be- gränzte Fetzen, welche aus krystallinischen Aggregaten von Anorthit und Amphibol bestehen. In den Anorthitaggregaten finden sich lappige Formen von Amphibol oder auch kurze Stäbchen regellos, jedoch nicht in bedeutender Menge eingewachsen; die kleinsten Amphibolstäbchen im Anorthit sind gV""" ^^^o ^^^ halb so breit. Dessgleichen erscheinen in den Amphibolaggregaten Anorthitkörner, ebenfalls in ansehnlicher Zahl eingestreut. Manche Amphibole sind fasrig, manche nicht, sie sind beinahe wie lappig zertheilt, jedoch deutliche Spaltungsfugen zeigend. Ganze Lappenparthien des Amphiboles enthalten ausser Anorthit keinen anderen Einschluss, während wieder an gewissen Stellen-Häufchen von entfernt stehenden Magnetit- körnchen mit quadratischen Querschnitten, von denen die mittleren j'^""" breit sind, zu beobachten sind. Färbungen von Haematit begleiten die Magnetitkörncheu als Zeichen der aufangenden Zersetzung. Im polarisirten Lichte zerfallen die fetzenförmig gruppirten Anorthit- aggregate deutlich in meist färbig gestreifte, jedoch auch einfarbige Körner, deren Mittelgi'össe |™™ beträgt. Die Krystallkörner des Amphiboles dürften im Mittel dieselbe Grösse haben. — Der Corsit oberhalb (NNO) des Kraskov-er Jägerhauses, an welchem die an dieser Stelle, nämlich am nördlichen Gangulm besonders deutlich zu Ottrelitschiefer metamorphosirten untersilurischen Grauwackenthonschiefer absetzen, bildet einen Gangstock, dessen südliche Begränzung vermuthunsweise Diorit oder 159 Syenit im Granite ist. Die südliche Entblössung ist nicht deutlich. Die nicht bedeutende Mächtigkeit, jedenfalls aber zwischen 50 — 100™ ist nicht genauer bestimmbar. Das Gestein ist ganz ähnlich dem grobkörnigen Corsit von Hrbokov, die Blöcke oberflächlich luckig narbig, die Anorthite kreideweiss, jedoch trotzdem schon wenige Millimeter unter der grubigen Rinde frisch. Im Dünnschliff sind Anorthit- körner und Amphibolsäulen theilweise ebenflächig begräuzt zu bemerken, der Anor- thit scheinbar vorwiegend mit bis ] □'=™ grossen Flächen, der Amphibol mit etwas kleineren Flächen zum Vorschein kommend. Die Anorthite und Amphibole verhalten sich sonst genau so, wie vordem erwähnt wurde, jedoch mit dem Unterschiede, dass hier im polarisirten Lichte auch gitterförmige Farben bemerkt wurden, was nur zufällig ist und gewiss auch bei den Schliffen von Hrbokov zum Vorschein gekommen wäre, wenn deren noch mehr vorgelegen hätten. Ausserdem ist hier im Auorthit auch Magnetit in Häufchen zu etlichen nicht sehr genäherten Körnchen, der mittleren Grösse von Jö™"" ^ beobachtet worden. Die Magnetitmenge in diesem Corsit dürfte aber eine so unbedeutende sein, dass sie sich erst durch hundertstel Prozente fühlbar machen würde. Der nicht beobachtete Pyrit dürfte auch hier kaum fehlen. — In bedeutendster Menge kommt der Corsit als kranzförmige Umhüllung des Serpentinmassivs im Ransker Walde (S Ransko) zum Vorschein. Die innere Fläche des Corsitkranzes bildet theils Serpentin theils Troktolit, mit welchen Gesteinen der Corsit durch Übergänge, welche dadurch vermittelt werden, dass Olivin zum Corsite bis zur Verdrängung der andern Gemengtheile desselben, hinzutritt, verbunden ist. Die äussere Umhüllung des Corsitkranzes bildet ein Dioritring, dessen Verhältniss, wegen mangelnden deutlichen Aufschlüssen in dem durchaus bewaldeten Gebiete nicht näher klarzulegen ist. Wenn ein allmähliger Übergang in Diorit verrauthet wird so hat diese Anschauung eben den Werth einer durch anderweitige Erfahrungen möglichen Wahrscheinlichkeit, die jedoch noch der Sicherstellung entbehrt. Der Corsit durchsetzt aber wie der Diorit die Granite und Syenitgranite der äusseren Riugfläche des Diorites in schwachen Gängen, wie dies vereinzeint und zwar bei Hute (W Ransko) angetroffen wurde. Dieses Gestein des den Serpentin umhüllenden Ringes wird hier kurz nur Corsit von Ransko genannt werden. Blöcke von kleinnarbig luckiger, mit Moos bewachsener Oberfläche, genau den Blöcken von Hrbokov ähnlich deuten die An- wesenheit des Corsites an. Das Gefüge des Gesteins ist ein deutlich mittelkörniges, desshalb die Narben und luckigen Vertiefungen etwas kleiner als bei der Hrbokover Varietät ausgeprägt sind. Bei etwas pyritreicheren Varietäten ist die narbige Rinde mehr rostig gefärbt ; auch Klüftchen zeigen den rostfarbigen Beschlag des Limonites. Merkwürdiger Weise findet man gerade an gewissen Blöcken des an Anorthit rei- cheren Corsites unter einer bemoosten Verwitterungsrinde von nur 1™™ schon den ganz frischen Bruch des Anorthites und dunkel grasgrünen Amphiboles. Gewisse Gesteine , insbesondere diejenigen mit überwiegendem Amphibol zeigen Pyrit- körnchen bis zur Breite von Va"""! j^ sogar jL">"^ dicke, unterbrochene Klüftchen dieses Minerales. In den deutlich mittelkörnigen, bis beinahe grobkörnigen Gesteins- 160 abarten zeigt der Anorthit auch einen Stich ins Graulichviolette. Sonst stimmt alles mit dem schon bei dem Hrbokover Gesteine erwähnten überein. Zur Untersuchung wurden Proben knapp S von dem Hüttendorfe Ransko und 1 km W von Ransko, wo der Corsit mit Diorit zugleich zum Vorschein kommt, gesammelt. Aus einem beinahe grobkörnigen Gemenge dieses Gesteines mit vorwie- gendem Anorthit wurde das sp. G. des schwach ins Graulichviolette stechenden, sonst halbdurchsichtigen Anorthites mit 2-7443 (aus -87 g) bestimmt. Die Analyse mit -85 g lufttrockener Substanz unternommen, ergab: SiOo 44-21 AI, O3 35-90 CaO 18-33 MgO Spur Glühverlust -95 Unbestimmt -61 100-00 Unter dem Unbestimmten sind entweder ganz geringe Mengen von Alka- lien, oder der analytische Fehler zu verstehen. Dieser Anorthit wäre demnach im Vergleich zu denjenigen, welche früher mit ihrer Zusammensetzung angegeben worden sind, der reinste, da er auch sehr gut dem Verhältnisse 4:3:1, welches die Sauerstoffmengeu der SiO,, AI2O3, CaO geben, entspricht, indem sich dafür 4: 2-85: '89 herausrechnen lässt. Die zu Dünnschliffen verwendeten Proben zeigten unter dem Mikroskope meist vorherrschenden Anorthit und untergeordneten Araphibol, trotzdem dass sie dunkel gefärbt erscheinen, denn nur an einer Probe sieht man schon mit freiem Auge das Vorherrschen des Anorthites. Die weissen Auorthitparthieen von bis 5_6mm Durchmesser, sowie die bis über 2°"^ grossen Amphibole lösen sich u. d. M. im polarisirten Lichte in körnige Aggregate auf; bei den Anorthiten messen die einzelnen Körner der Länge nach, die kleinsten bis unter '/j'^'" die grössten überlas""". Beim Anorthit ist die Schalenbildung weniger häufig, dafür aber tritt die zwillingsartige Zusammensetzung an gewissen Dünnschliffen auch schon ohne Zuhilfenahme der Polarisation gut zum Vorschein, indem gewisse Zwillingslamellen bei schwacher Vergrösserung (etwa 60fach) in der Richtung od P co scharf begränzte Nebelflecke zeigen, in welchen bei aufmerksamer Beobachtung höchst zarte schwarze Stäbchen eingewachsen zum Vorschein kommen. Kleine fetzenartige Parthieen, sowie auch im Mittel Vso""" breite und Ve """^ lange Amphibolstäbe von lichtgrasgrüner Farbe finden sich im Anorthit ganz spär- lich vertheilt und sind die Ursache, warum die Anorthitanalyse Spuren von MgO nachweiset. Seltene Magnetite im Amphibol von geradlienig begränzter lappiger Form oder fasrig an den Endflächen zertheilten Körner, sowie noch seltenere Körnchen dieses Minerales im Anorthit sind beinahe ganz belanglos zu nennen, trotzdem dass sie sich stellenweise zu Häufchen gruppiren. Die Mittelgrösse der Magnetitkörner ist Vso™™- Manche Amphibole zeigen vielleicht Schalenbildung, denn gewisse Dünnschlift'e besitzen im polarisirten Lichte um bräunlichgrüne Am- phibplprismen grasgrüne Säume. 161 Im polarisirten Lichte sind die allermeisten Anorthite stark chromatisch gebändert, etliche wenige auch gegittert und nur eine ganz unansehnliche Menge zeigt einfache Farben ohne Zwillingsbänder. Die schon erwähnten zarten Stäbchen, welche die Nebelflecken bilden, kommen auch in winzig kleinen Gruppen zerstreut vor, aber nicht in allen Dünn- schliffen. Dann schneiden sie sich unter beinahe rechten Winkeln oder unter spitzen Winkeln von 30 — 40" etwa, indem gewisse Stäbchen immer zu diesen Rich- tungen parallel sind. Die Nebelflecke zeigen bei schwacher Vergrösserung (60mal) kaum wahrnehmbare schwarze Pünktchen zwischen den Stäbchen; die Quer- schnitte solcher Stäbchen stehen schief oder normal zur Ebene des Schliffes, indem nur die nahezu zur Schliffebene parallel laufenden stabartig erscheinen. Die höchst zarten Stäbchen zeigen auch bei bedeutenden Vergrösserungen von 220mal, sowie die punktförmigen Querschnitte der im Räume des Auorthites zerstreuten Nadeln, doch nur schwarze Farbe ohne Durchsichtigkeit. Erst bei 550facher Vergrösserung nehmen die Punkte polygonale nicht deutbare Umrisse an und sowohl Punkte als auch Nadeln scheinen mit tief brauner Farbe durch. Die Breite der Nadeln beträgt dann im Mittel etwa , o'öo^TsVö"™^ die Länge ist variabel bis |"™. Dieses Vorkommen der schwarzen (eigentlich braunen Nadeln oder Stäbchen erinnert an das Vorhandensein gleichartiger Gebilde von noch nicht sicher gestellter mineralogischen Stellung im Labradorit, nur dass in diesem die Nadeln weniger zart erscheinen. Erwähnt muss noch werden, dass sich die Corsite von Ransko beim Schleifen zu Dünnschliffen nur ausnahmsweise bröckeln und sonst wie sämmtliche andern Vorkommnisse dieser Gesteinsgruppe in aus- gedehnten angeschlittenen Flächen haltbar erscheinen. In gewissen Corsiten und zwar vornehmlich in denjenigen, welche aus der Nähe der inneren Peripherie des Corsitringes im Ranskoer Walde stammen, werden gelbbraune bröckelnde mit Limonit theilweise (unter der Verwitterungs- rinde) gefärbte Körnchen bis 2'"°' Ausdehnung bemerkt, welche im frischen Bruche düstere graubraune Farbe besitzen und aus Olivin bestehen. Der Amphibol tritt bei Zunahme dieses Miuerales zurück, so dass Olivin als Stellvertreter desselben anzunehmen ist. Auch hier zeigt sich unter der Verwitterungskruste neben gelb- braun gefärbtem zersetztem Olivin ganz unveränderter Anorthit. Dieser Olivin- Corsit bildet das erste Übergangsglied in den Troktolit, welcher den Zwischenring bildet, der zwischen der Serpentinkuppe als Massiv der Ransker Waldkuppe und dem Corsitkranz eingeschaltet ist. Leider gestattet die mangelhafte Entblössung nicht diesen allmähligen Übergang von Corsit in Troktolit, durch Austritt des Amphiboles und endliche Verdrängung des Anorthites, deutlicher verfolgen zu können. Unter dem Mikroskope zeigen kleinwinzige Brocken des Olivins (aus einem anderen Handstück), der täuschend an Serpentin erinnert, ölgrüne Farbe bei völliger Durchsichtigkeit und Frische. In dem Troktolite sind die Olivine nicht immer ganz frisch. 11 162 Troktolit. Unter diesem Namen können olivinreiche Gesteine, die neben dem oft überwuchernden Olivin noch Anorthit, Bronzit, Diallag oder nur eines dieser Mine- ralien enthalten, bezeichnet werden. Die Uragränzung dieses Gesteinsbegriffes ist demnach keine genaue und wenn demselben allenfalls auch ein anderer Name gegeben werden sollte, so wird dies von keinem Belange sein. Um dem Gestein einen kurzen und möglichst passenden Namen zu geben, ist die Bezeichnung desselben als Troktolit zutreffend. Dieses Gestein bildet den zwischen dem Corsitringe und der Kuppe von Serpentin bei Ransko eingeschalteten Kranz , welcher beiderseits ohne scharfe Gränzen, nach aussen also in Corsit, nach innen in Serpentin sich allmählig umwandelt. Leider gestattet die nur unvollkommene Entblössung der Gesteins- ausbisse in der Waldkuppe von Ransko nicht diese allmählige Umwandlung des Corsites in Troktolit durch Hinzutreten des Olivines, dann in Olivinfels, durch allmähliges Zurücktreten des Anorthites und Amphiboles und endlich in Serpentin, Schritt für Schritt zu verfolgen. Zwei Varietäten des Troktolites, der in mit Moos bewachsenen Blöcken im Walde vorkommt, welche hier untersucht wurden, stammen vom alten Wald- wege her, der vom Opocnohammer nach Persikov führt, vom Ransko-er Hochofen genau 2 km SW entfernt. Der Name Troktolit (Forellenstein) ist ganz passend für das Gestein, welches düstere, tief schmutzig rothbraune fleckige Farben besitzt; in der Tiefe, wo das Gestein gänzlich frisch anzutreffen wäre, dürfte die Farbe mehr ins Grün- liche sich ändern. Die erste Varietät stammt aus jenem Theile des Troktolitkranzes, welcher etwas näher der Corsitgränze gerückt ist. Das schmutzig braun gefärbte Gestein enthält röthliche Flecke und weisse schriftähnliche Einsprengungen. Eine geschlif- fene Fläche zeigt das fleckige Aussehen deutlich. Im Dünnschliffe herrscht das Olivinmineral, eigentlich dessen Umwandlung bedeutend über die andern Gemengtheile vor. Der Olivin ist jedoch nur mehr in kleinen Körnchen von l — j'^™" Breite als Rest in einem netzförmig sich verschlingenden Maschenwerk vorhanden, welches aus Serpentin, zu Schnüren und Netzen angehäuften Körnchen eines schwarzen Erzes, vielleicht Magnetit, dann kleinen ausgeschiedenen Nestern von nicht schup- pigem, sondern erdigem Haematit, aus Flecken und Schnüren von Limonit besteht. In dem zersetzten Olivin sind eingewachsen Erzkörner von quadratischem Querschnitt bis ] '"°' gross, vielleicht Magnetit oder Chromit, dann auch zerstreut auftretende Chloritschuppen bis zur Breite von j\ ™'°. Grössere Körner im Serpentin zeigen Spaltungsrisse in einer Richtung, sie dürften entweder dem Diallag oder Bronzit angehören, was nicht sicher zu bestimmen ist. Die schriftartig verzogenen eingewachsenen Körner von weisser Farbe sind zum grössten Theil undurchsichtig getrübt, demnach nicht mehr ganz 163 frisch; dieselben werden aus dem Grunde für Anorthit gehalten, weil dieses Gestein durch Übergang mit Corsit verbunden ist. Eine zweite Probe dieses Gesteines näher dem Serpentine entnommen, zeigt bei ebensolcher fleckiger Beschaffenheit der Oberfläche wieder vorherrschend zersetzten Olivin und das dem Diallag oder Bronzit ähnliche Mineral. Die frischen Olivinkörner als Rest des Minerales sind zersprungen, die Sprünge durch infiltrirten Limonit braun gefärbt, sonst aber stecken sie in dem Serpentinnetzwerk, in welchem die schwarzen Erzschnüre, die rothen und braunen Haematit- und Limonitauhäu- fungen, dann die bis l\'a°"" langen Säulen des augitähnlichen, nicht näher deut- baren, wahrscheinlich auch nicht mehr frischen Minerales eingewachsen vorkommen. Chloritschuppen und quadratische schwarze Erzkörnchen kommen ausserdem noch in geringerer Menge zum Vorschein. In beiden Fällen hat man es hier also nur mit einem schon hochgradig umgewandelten Olivingestein zu thun. Klastische Gesteine. Von diesen wird nur eines derselben, nämlich das als Diorittuff - Gonglomerat auf der Karte ausgeschiedene hier erwähnt. Das Gestein ist ein Tuffgestein des Chloritdioritaphanites, welcher kurz immer nur als Dioritaphauit bezeichnet wird. Es begleitet in mächtigen Schichteugliedern die kurzweg als Dioritaphanite bezeich- neten Gesteine und lässt sich parallel zur Richtung des Eisengebirges streichend von Krasnic, über Litosic, Lhotka bis über Urbanic, also in einem etwa ^/^ Myrm. langem Zuge verfolgen. Es findet sich aber noch unter überlagernden jüngeren (Kreide- schichten) an andern Orten wie zwischen Pribylov bei Hefmanmestec und Kostelec, wo die Entblössung das Gestein zu Tage kommen liess. Auch blosse Dioritaphanit- tuffe finden sich vor; dieselben sind aber leicht, sowohl mit echten Aphaniten, welche nicht mehr ganz frisch sind, als auch mit aphanitischen Grauwackenschie- fern zu verwechseln. Das tuffartige Bindemittel enthält mehr oder weniger bis faustgrosse Aphanit- gerölle, auch Quarzitgrauwacke, Lydit, die sich theils berühren, theils aber in spärlicherer Menge zum Vorschein kommen. Das Bindemittel, also der Aphanittuff hat je nach dessen Frische entweder eine graue Farbe und gewisse Ähnlichkeit mit frischem Aphanit, oder fleckig grüngraue oder selbst blassgrüue Farbe, letztere im Zustande von schon weiter vorgeschrittener Zersetzung. Mehr zersetzte Grund- massen sind etwas porös oder kleiuluckig, in den Hohlräumen bräunlich gefärbt. Die bräunlichen und stellenweise fleckenartig auftretenden anderen, meist graulichen 11* 164 oder grünlichen Farben rüliren wahrscheinlich von zersetzten Mineralgemengtheilen her. Die etwas faulen Grimdmassen sind matt, manchesmal mit erdigem Bruche. Dieses Trümmergestein vom rechten ßachufer unter Kostelec, dessen Ge- rolle schon früher (pag. 134) in der Gruppe der Chloritdioritaphanite eingereiht wurden, ist auch in der Grundmasse untersucht. Es wurde nur die anscheinend frischeste, graue sehr feinkörnige Masse, welche nur stellenweise kleine schmutzig grünen Fleckchen zeigte, zu einem Dünnschliff hergerichtet. Die grünlichen Stellen bestehen aus einer Anhäufung von scharf begränzten Plagioklasrechtecken, deren grössten die Breite von y""^ besitzen. Gewisse kleineren Rechtecke legen sich mit ihren Längenseiteu aneinander, jedoch so, dass sie an den Enden überragen, wodurch gewisse davon stufenförmig vertieft sind. Die meisten Plagioklase zeigen im polarisirten Lichte wenig Zwillingsbänder; Schnitte, die angenähert zu oo P co parallel gehen, also von breiter und von lang hexago- naler Form erscheinen, sind nur einfarbig. Die ziemlich lebhaften Farben im pola- risirten Lichte deuten auf wenig zersetzte Feldspathmasse hin, was auch die Durchsichtigkeit des Miuerales bestätigt. Zwischen den Plagioklasrechtecken, welche wohl ein Gewirre bilden, in dem aber doch die Tendenz zu paralleler Anlagerung vieler Leisten ersichtlich ist, befindet sich das grüne Mineral, welches nach seiner Farbe und dem Dichroismus sowohl für Amphibol als auch für.Chlorit gehalten werden könnte. Es sprechen manche Gründe von Gewicht dafür, es zu dem letzteren Minerale beizuzählen, wie dies auch bei der Deutung des Aphanites von Kostelec pag. 136 schon geschah. Die graue Masse im Tuffe besteht aus ebensolchen Plagioklasrechtecken, zwischen welche sich aber schwarzes Erz statt des Chlorites eindrängt, stellenweise auch in Form von sehr zartem Staub in die Plagioklase eindringt. Im ersteren Falle sind die Gränzeu zwischen Erz und Plagioklas ganz scharf, wodurch der Unterschied der Farbe beider ein greller wird, Avas im letzteren Falle weniger auffallend ist. Nach der quadratischen Form der Staubkörnchen zu urtheilen könnten dieselben auf Magnetit bezogen werden. Zwischen den grün und grau gefärbten Parthieen des Tuffes gibt es keine scharfen Gränzeu, da in den mit Chloritstaub verbundenen Plagioklasen fieckenweise Gruppen von mit Magnetit getrennten Querschnitten vorkommen. Flecken von Haematit sowie winzige Häufchen finden sich spärlich in der Grundmasse. Unter dem Mikroskope wäre der Tuff von dem frischen Aphanit auf keine Art zu unterscheiden; die Sicherstellung der Tuftuatur konnte nur nach den makroskopischen Verhältnissen stattfinden; ein neuerlicher Beleg, dass die Art der Bildung eines Gesteines unter dem Mikroskope nicht in allen Fällen zu ergründen ist. IL Das Vorkommen von Mineralien im Eisengebirge. An Mineralien ist das eigentliche Eisengebirge, sowie die südbölimische Gneushochfläche, welche sich SW von dem Gebirge weiter ansteigend ausdehnt, nicht reich. Nichtsdestoweniger sind manche Vorkommnisse, sowohl im Eisen- gebirge, als in der südböhmischen Gneushochfläche, insoweit sie auf der geolo- gischen Karte neben dem ersteren zur Darstellung gelangen konnte, erwähnenswerth. Natürlicher Weise sind die Gemengtheile von Gesteinen nicht als Mineralien hier aufgezählt, wenn sie nicht etwa unwesentlich in den Felsarten auftreten. Die Mineralvorkommnisse könnten je nach dem Vorkommen gruppirt werden in Mineralien aus der geschichteten Gesteinen der Laurentin- und Silur- formation, aus Eruptivgesteinen und aus jüngeren an's Eisengebirge sich anlehnenden Schichten. Mineralien der laurentinischen Gruppe des Eisengebirges. Es ist vornehmlich der Gneus, welcher wegen seiner Mineralien ein- schliessenden Lagerstätten in erster Reihe Beachtung verdient. Am reichsten sind noch im Verhältniss zu andern Vorkommnissen solche Lagerstätten, die an die Nähe des krystallinischen Kalkes im Gneuse gebunden sind. In erster Reihe steht das Mineralvorkommen bei Bojanov (See 0, Nassaberg W), welches an die im Gneuse vorkommenden Kalklagerstätten gebunden erscheint. Der Gneus des rechten Ohebka(Chrudimka)-Ufers zwischen Bojanov und Kfizanovic ist zwischen rothem und grauem Granit als mächtige Scholle ein- gezwängt; seinen Textur ist eine derartige, dass er sowohl als Gneusgranit als auch als Granitgneus aufgefasst werden könnte. Wegen des Vorkommens von Kalklagerstätten wurde hier die Benennung Granitgneus für den undeutlich schie- frigen Biotitgneus, der nur dicke Bänke mit einem iVO, jedoch auch SW oder W Verflachen bildet, angenommen. Würden die Kalklagerstätten fehlen, so wäre die Entscheidung ob das Gestein Gneusgranit oder Granitgneus sei, schwierig zu treffen. 166 Von Chlum (0 Bojauov) angefaiigeu finden sich in dem Granitgneuse Kalklagerstcätten von kurzer Ausdehnung dem Streichen nach, in der Richtung von NO gegen SW auf die Länge von 2 km. Sämmtliche kurze Kalklager stellen sich als stufenförmig abgerissene in dieser Richtung hinter einander folgende oft weit entfernte Reste einer ursprünglichen Lagerstätte dar ; das Streichen derselben geht vorwiegend von NNW nach SSO. Solcher einzelner Kalk-Lagerüberreste kennt man viel mehr als 6, die meisten sind aber nicht mehr erkennbar, da die darauf bestandenen Gruben schon seit Dezennien verlassen und mit Wald bewachsen sind. Nur ein einziger Bruch gestattet noch, sich über das Vorkommen des Kalkes nur eine theil weise Vorstellung zu macheu. W von Polanka, wo der Granitgneus nach etwa lO*" mit 60° verflächt, folgt die Dehetnikschlucht mit dem entgegen- gesetzten Einfallen der Granitgneusbäuke. Hier ist im rechten Gehänge im oberen Theile der Schlucht, nicht weit vom rechten Ufer des Bächleins ein Bruch auf krystalliuischen Kalk noch theilweise offen, obwohl er schon lange verlassen dasteht. Diese Stelle in der Dehetniker Schlucht ist 750 Schritt W von Polanka, oder genau 1*6 km SSO von Bojauov oder ^1^ km vom bewaldeten Ende der Schlucht, bachaufwärts situirt. Im Dehetnik bei Polanka also verflachen die Granit- gneusbäuke etwa nach 2^/^^ mit 60*^ und dazwischen ist ein mehrere Deciraeter mächtiges (kaum 1™) Lager von mittelkrystallinischem Kalke aufgeschlossen. Der Lagercharakter wird hier nur desshalb angenommen, um die parallele Lagerung desselben mit den Granitgneusbänken anzudeuten; die Entblössung ist keine der- artige, um mit völliger Sicherheit diese Behauptung aufrecht erhalten zu können. ^^) Das sogenannte Lager ist nur auf kurze Entfernung dem Streichen nach bekannt, (rund 10""), inzwischen verworfen, durch weisse, zertrümmerte bis '1^"^ mächtige Grauitgänge durchsetzt; es setzt gegen /S plötzlich an einem weissen nicht mächtigen Granitgauge ab und erscheint erst wieder in bedeutender Entfernng vorwerfen in der linken Lehne. Der krystalliuische weisse, in dünnen Scherben durchscheinende Kalk hat bis erbsengrosse Körner und ist ziemlich rein, die Spaltungsflächen zeigen oft zahlreiche Zwillingsstreifung nach — ^2 R- Das Dehetniker Lager ist wegen der Verwerfungen, an denen der weisse Granit, der den Granitgneus in bis meter- und noch bedeutend mächtigeren Gängen und Trümmern durchsetzt, so hervorragend Theil nimmt, eine reiche Lagerstätte von sogenannten Contactmineralien, deren ursprünglicher Sitz, weil dieselben theil- weise nur von der Halde stammen nicht immer mit der wünschenswertheu Sicher- heit bekannt ist. Im körnigen Kalke sind Klüfte, die in der Mitte offen erscheinen, bis zu 3 — 4 cm auf beiden Seiten von dem Kluftrisse von kleinkörnigstahligem Amphibol (Actiuolit) eingefasst, welcher vom körnigen Kalk nicht ganz scharf getrennt ist. Der verworren kurzfasrige, stellenweise blass lauchgrün gefärbte Actiuolit ist an den Kanten stark durchscheinend und würde, falls er etwas weniges kleinkörniger zusammengesetzt wäre, ein Mittelding zwischen körnigstengligem Amphibol und zwischen dichtem Nephrit vorstellen. Nur ist er nicht so zähe. Wo die Kluft frei ausgebildet ist, erscheinen kurze dünne Stengel von Amphibol in liegender Stellung auf derselben. Solche Klüfte sind aber meist mit jüngeren Mineralien bedeckt, so allenfalls mit 167 Alb it. Derselbe ist beinahe durchsichtig, nur schwach graulich gefärbt und nahezu mit den Flächen go P oo angewachsen, indem er Drusen bildet, deren Krystalle parallel orientirt sind. Die grössten Krystalle, aus wenigen kleineren aufgebaut, haben ganz das Aussehen von Adulareu und erreichen Längen bis zu IVa""" bei einer Breite von mehr als P"". Die Flächencombinationeu sind: co'P. OD?'. oP. ooPoo oder ooT. ooP'. oP. oo Poo . 2P oo'. ,P oo . ooP3'. Parallel zu oP zeigt sich Schalenbildung bei gewissen kleineren Krystallen. Die Flächen oo 'P . oo P' zeigen schwache verticale Streifung, oP aber entweder flache Zwillingsrinnen oder Zwilliugsstreifung. Ohne diese Streifung könnten die Gruppen oder einfachen Krystalle leicht mit Adular verwechselt werden. Auf dem kleinkrystallinischen , grobfasrigen , blassgrünlichen Amphibol (Actinolit), welcher die Albitkrystalle trägt, sind kleine, höchstens 174°"" dicke kurze Säulen von Apatit der Form oo P , oP, als Gruppenkrystalle entwickelt, blass berggrün gefärbt, beobachtet worden. Auf ebensolchen finger- bis zweifingerdicken Unterlagen von körnig fein- stengligem Amphibol oder einem Gemenge der kurzen Actinolitnadeln mit Calcit findet sich auch Pyroxen (Diopsid). Der Diopsid bildet lichtgrünliche oder graulichweisse, an den Kanten durch- scheinende grosskrystallinische Parthieen zugleich mit verworren bis radial dünn- stengligem Amphibol (Actinolit), der den Raum zwischen den Pyroxenindividuen einnimmt. Dazwischen stecken auch grössere späthige Calcite mit zarter Zwillings- riefung nach — ^j^U und halber Durchsichtigkeit. Der Actinolit hat einen etwas bedeutenderen Glanz wie die grossspäthigen, weniger glänzenden Diopsidflächeu. Selbst lange Stengel bis über Deciraeterlange und mehr als Fingerbreite, welche deutliche Individualisirung zeigen, finden sich vor. Diese individualisirten Diopsidaggregate lassen, wenn sie deutlich zum Vorschein kommen, eine recht gute Spaltungsrichtung nach ooPoo, die einen schwachen Perlrautterglanz zeigt, erkennen. Doch ergibt sich bei näherer Be- obachtung dieser Flächen, dass sie weniger als Spaltungsrichtungen, vielmehr als weniger vollkommene Schalenbildung nach oo P oo , theilweise aber auch als Zwillingszusammensetzungsfläche (co P oo } zu deuten ist. Diese Fläche zeigt sich nebstdem stark horizontal gestrichelt und zwar in Abständen von etwa Vs""" i^^ Mittel. Dieser Strichelung nach ist das Mineral ebenfalls theilbar und erweiset sich diese Theilbarkeit als Folge der Schalenbildung nach oP. Weil ein jeder die Schalen, von der durchschnittlichen Dicke von V» bis etwas über l"""", trennende Strich eine, wiewohl geringe aber doch bemerkbare Dicke besitzt, so liegt die Vermuthung nahe, ob nicht die Schalentextur nach oP etwa durch verwendete äusserst dünne Pyroxenlamellen bedingt ist. Übrigens ist die Schalenbildung nach oP beim Diopsid schon bekannt, demnach hier nicht zum erstenmale erwähnt. ^■*) Der Winkel oP und oo P oo beträgt 105*^ 30' was dem Winkel C im mono- symetrischen Systeme von 74° 30' (bei Pyroxen ist C zz 74° 11') entspricht. Da die Flächen oP und coPoo nur ganz wenig spiegeln, demnach nur unter dem Mikroskope gemessen werden konnten, so ergibt sich die durch die Messmethode bedingte geringe Difi'erenz der Winkelangaben. 168 All einem Iiidivirluum, welches nach der Fläche qoPgo, die hier die Juxta- positioiisfläche eines Zwillinges vorstellt, gespalten ist, von der die schaligen Lam- inellen oP beiderseits abfallen, indem sie in dieser Fläche sich treffen, lässt sich der Winkel, den sie mitsammen einschliessen, mit 149*^ bestimmen. Um nun über die Diopsidnatur des Minerales die völlige Überzeugung zu gewinnen, wurde es vor dem Löthrohr versucht; dann dessen spec. Gew. mit 3-1992 (aus Ml G) bestimmt und endlich die unvollständige Analyse desselben ermittelt, welche ergab: SiO. 51-73 CaÖ 26-24 MgO 18-15 Der zu 100 fehlende Rest von etwa i^^U^lo dürfte den nicht bestimmten Glühverlust, Fe- und vielleicht auch Spuren von Alverbindungen vorstellen. Der Diopsid zeigt vermöge seiner lammellar-schaligen Zusammensetzung nach oP und auch, wiewohl etwas weniger deutlich, nach coPco die vollkommene Spaltbarkeit nach oo P nur in solchen Individuen, welche weniger deutlich schalig sind. Es verhindert demnach die lammellar schalige Zusammensetzung die Hervor- bringung von Spaltungsflächen nach coP bedeutend. Einige Diopsidindividuen bestehen in gewissen Theilen ihrer Masse, meist am Kande aus grünlichen oder auch weissen, feinen parallelen dicken Fasern von etwas anderem, nämlich stärkerem Glänze. Es ist dies eine anfangende Pseudo- niorphose das Diopsides in Tremolit, die vom Rande gegen den Kern fortschreitet ; die Tremolituadeln behaupten die Richtung der Hauptachse des Diopsides. Es scheint der Diopsid in ähnlichen Klüften vorzukommen, wie der Albit, oder mindestens in aderförmigen Nestern, nämlich auf der körnigfaserigeu Actiuolit oder Tremolitunterlage. Mit dem Diopsid, häufiger noch in Nestern im körnigen Kalke, welcher an solchen Stellen auch mit dem Tremolit (Actinolitnädelchen) durchdrungen ist, oder auch knapp au der Gränze mit dem weissen Granit finden sich Nester von grob späthigem Skapolith. Derselbe tritt demnach meist in Contactnestern in derben bis kopfgrossen Stücken auf, welche von schwach gelblichgraugi'ün gefärbtem kör- nigem Kalke bis in fingerdicken Lagen begleitet werden. Die grobkrystallinischen bis lauggezogenen undeutlichen Säulen des Skapolithes sind an den Spaltungsflächen schwach rissig, der Durchscheinheit, dem Glänze nach, ganz dem Skapolit ähnlich und nicht mit körnigem Orthoklas, welcher ebenfalls Nester bildet zu verwechsein. Die angewitterte Oberfläche des Skapolithes, ist in Bruchstücken, welche lange an Luft lagen, etwas getrübt, undurchsichtig. Der Skapolith ist hier keineswegs selten, trotzdem dass er in Böhmen zum erstenmale nachgewiesen w^orden ist. Vor dem Löthrohr schmelzen kleine Splitter unter Aufschäumen zu einer durchsichtigen Perle. Die Härte ist ö'/o ; das specif. Gew. 2-6945 (mit •96g bestimmt). Ln Wasser entwickelt das Mineral eine bedeu- tende Menge von Luftbläschen. Dieses Vorkommen des Skapolithes im körnigen Kalke als Contactmineral stimmt mit dem Auftreten dieses Minerales an andern Orten überein. 1 I 169 Orthoklas bildet Nester von krystallinischem Gefüge mit oder olme Skapolitli als Gräuzmineral. lu denselben ist manchesmal auch lauchgrüner Talk in Krystallen zu finden, wie derselbe später beschrieben werden wird. Ein Theil der körnigen Aggregate dürfte auch Albit sein. Quarz findet sich als Gräuzmineral zwischen den durchsetzenden weissen Granitgängen und dem körnigen Kalk, oder zwischen Kalk und Grauitgneus. Er ist derb, weiss und durchscheinend ; enthält auch Tafeln von blasslauchgrünem Talk. Rhodonit. In den krystallinischen weissen Orthoklasnestern wurden als Seltenheit kleine mehr als mohngrosse Körner dieses Minerales eingewachsen gefunden. Granat (Grossular). Als Seltenheit auf dem verworren kurzfaserigen Amphibol (Actinolit) in Begleitung mit den vorerwähnten Mineralien, in dessen Klüften er in kleinen gelblichbraungrünen Krystallen oo aufgewachsen ist. Epidot in grossspäthigem zwillingsartig gestreiftem Calcit, am Contacte mit dem weissen Granit und dem kih-nigen Kalk oder im Orthoklas oder Ska- polith, wie wohl seltener eingewachsen, ist nur in quergebrochenen Krystallen von 1—2™™ Breite bekannt. Im Bruche muschlig, diamantartig giasglänzend, die Be- gränzuugen nur den Flächen oP, — P oo , oo P oo entsprechend. Die dunkelpista- cieugrüne Farbe, der Glanz und das Verhalten vor dem Löthrohr lassen dieses hier so seltene Mineral erkennen. Im Skapolith findet sich Titanit in kleinen bis 1«™ langen und 7^«='° breiten Krystallen eingewachsen, doch sind die kleinen Krystalle viel häufiger als die grossen, welche ihrer Grösse nach an die Krystalle von Areudal erinnern. Die braunen glänzenden Krystalle zeigen die Flächen 73P2 . oP. Pco. Im körnigen Kalke fand sich, jedoch nur ein einziges Mal, demnach als Seltenheit, ein eingewachsenes zerbrochenes Individuum von Columbit von den Flächen 00 P 00 deutlich, aber vielleicht auch von co P begränzt, vor. Im Quer- bruche ist der beinahe eisenschwarze, ganz schwach bräunliche, halb metallisch glänzende undurchsichtige Columbit von kirschrothem Strich und von der Härte 6. Vor dem Löthrohr wird das Mineral nicht magnetisch, ist unschmelzbar und gibt eine sehr deutliche Mauganreactiou. Mehr Proben konnten nicht angestellt werden. Das als Columbit erkannte Mineral ist das erste Vorkommen in Böhmen. ^^) Wegen des verhältnissmässig reichlichen Mitvorkommens von Titanit ist dessen Vorhanden- sein nicht aussergewöhnlich. Ausser diesen Mineralien kommen in der Dehetuiker Schlucht noch andere vor, welche sich der genauen Bestimmung entziehen. So werden manche Skapolithe von Adern eines dem edlen Serpentin ähnlichen durchscheinenden schwefelgelben Minerales durchzogen. Körnige Amphi- bole und Kalke durchziehen au den Kanten stark durchscheinende Trümmer, welche blass schmutziggrünlich ebenfalls an edlen Serpentin erinnern, die sich aber fettig anfühlen und durch den Fingernagel ritzen lassen, vielleicht deuten sie auf dichten Talk (Steatit) oder Kaolin (Steinmark), wiewohl sie auch an manche Pseudophyte (von Markircben in den Vogesen) erinnern. Ohne genaue Unter- suchungen, zu welchen es an reinem Materiale gebricht, lassen sich derartige Mineralien nicht immer bestimmen. Das Mineral ist vor dem Löthrohr schwer 170 schmelzbar, demnacli vielleicht auch ein nicht homogenes Mineral, etwa Talk mit irgend einer andern Beimengung. In weissem körnigen Kalke erscheinen Adern eines dichten gelb lieh grauen, gewiss aus dem Kalkstein durch Impraegnation entstandenen Minerales, von Kalk nicht ganz scharf getrennt, in welchem kleine Körner von blass honiggelber Farbe, mattem Glänze im dichten Bruche und geringer Härte, eingewachsen erscheinen. Diese Körner entziehen sich, ihrer geringen Menge wegen, der näheren Unter- suchung, macheu aber den Eindruck, als wären sie bei ihrer ganz geringen Härte Pseudomorphosen vielleicht von Talk oder einem Thou nach Chondrodit oder Augit. Die Begründung wird später bei der Erwähnung der Mineralien des Kalklagers von Rychnov bei Krouna folgen. Die alten bewachsenen Gruben auf Theile des Kalklagers im Walde Ochoz, 500 Schritte W von Chlum, im Gehänge am rechten Ohebkaufer, dürften ähnliche Verhältnisse wie der Dehetniker Bruch gezeigt haben. Auch hier sind die Gänge des weissen Granites häufig, an denen die Lagertheile plötzlich absetzen. Quarz als Contactbildung führt hier eingewachsen dünne unrein licht grünlichgrau gefärbte hexagouale Tafeln von Talk, wie derselbe schon vordem, jedoch in kleineren dickeren Tafeln erwähnt worden ist. Die bis 2"°' Durchmesser besitzenden Tafeln sind eben oder etwas gebogen, auf der oP Fläche auch un- bedeutend runzlig. Der Talk ist wenig, aber deutlich optisch zweiachsig. Nester von Skapolith, umgeben von dem mit Tremolit durchzogenen gelblich- grünen Kalke und mit serpentinähulichen Körnchen finden sich auch hier häufig. In eben einer solchen Scholle von Granitgneus der Tfemosnicer Schlucht (in welcher das J^isenwerk Hedwigsthal liegt), deren linksseitige obere Nebenschlucht Peklo heisst, ^^) ist nahe unter der Peklomühle, etwa 500 Schritt darunter {W Kraskov) im rechten Gehänge ein körniger Kalk bekannt, dessen Fortsetzung gegen NW am einen nicht bedeutend mächtigen Gang von rothem Granit plötzlich absetzt. Auch durch weniger bedeutende Granitgänge ist der in seiner Lagerung gestörte körnige Kalk durchsetzt. Die Lagerstätte scheint ein Lager zu sein, wiewohl die Aufschlüsse noch geringen Zweifeln Raum lassen. In den Granitgängen sind auch mit Biotit umhüllte Kalk- und Skapolithnester anzutreffen. Das Verflachen des Lagers, dessen Mächtigkeit bis zu 1^2'" ja sogar zu 3°" anschwillt, wechselt von 22'' bis 24 V4'' mit 20—40'*. Es ist nur in der Mitte rein weiss, nur mit grünlichen Streifen ; ^4™ vom Hangenden und Liegenden aber grünlich gefärbt durch Serpentin oder Actinolitimpraegnationen. Der körnige Kalk wird durch fingerdicke Adern von verworren körnig-kurzfaserigem Actinolit von graulich-grüner Farbe oder mit Tremolit von lichterer Farbe durchsetzt. Sowohl in diesen Adern als auch am Contacte mit dem Nebengestein finden sich Skapolith ; die Klüftchen erscheinen mit schwachen Überzügen eines serpentinartigen Minerales überzogen. Im derben Skapolith sind auch kleine Titanitkrystalle eingewachsen. Das Vorkommen von Skapolith erinnert an die Mineralfundörter bei Bojanov. Im dünnplattigen G 1 i m m e r s ch i e f e r und seinen Übergängen in Amphibol- schiefer finden sich nur kleine Granatkörnchen in der Umgebung von Podhoran. In den Gneusglimmerschiefern W von Mräkotin (zwischen Skuc und Hliusko auf der Karte als Glimmerschiefer aufgetragen) kommen gleichfalls kleine Granatkörner vor. 171 V Im OS Fusse der Zelezne hory sind meist zahlreiche Baue auf Gänge und Trümmer von Limonit zwischen Licomeric bis Chvalovic (Zlebsk6 Chv. NO Ronov) im Betrieb gewesen. Bei Licomeric entweder in faulem Glimmerschiefer oder Phyllit-Glimmerschiefer oder Amphibolitschiefer, was nicht immer nach alten Pingen genau zu entnehmen ist; bei Chvalovic in einem faulen Gesteine, welches nicht mehr deutbar ist und das zersetzter Amphibolit oder Diorit sein könnte, in Amphibolschiefer. Die Limonite dürften Gangtrümmer oder Gangnester als Rasenläufer vorgestellt haben ; ob dieselben vielleicht der Ausbiss von Magnetit- trümmern bilden, kann, weil der Bergbau zum Erliegen kam, nicht behauptet werden, wo nur Vermuthungen nach den an den Halden vorfindlicheu Gesteinen gestattet sind. Die am spätesten zum Erliegen gekommenen Stollenbaue sind knapp bei Chvalovic nahe über der Gränze des schiefrigen Amphibolgneuses und Amphibol- schiefers über der Kreidestufe, die sich an den Fuss des steilen Abhanges anlehnt. Bei Licomeric finden sich auch Quarznester von kleinkrystallinischer Textur mit dem dichten Limonit, der hier uesterförmig vorzukommen scheint. ^') In den laurentinischen Gesteinen, welche das Eiseugebirge in der Nähe des böhmisch-mährischen Gebirges zusammensetzen, finden sich nur wenige beachtens- werthe Mineralien; so allenfalls im S Theile des Dorfes Krouna (Hlinsko O), wo nicht weit von den südlichsten Hütten des Dorfes in einem Biotitgneuse mit aus- geschiedenen weissen Orthoklasaugen Biotitglimmerschiefer wechsellagert, in dessen biotitärmeren granulitähnlichen Varietäten grüne Schuppen von M u s c o v i t (Fuchsit) und braunschwarze T u r m a 1 i nsäulchen vorkommen. Das Verflachen dieser Schichten hier ist gegen 22'' mit 30" gerichtet. Zwischen Krouna und Rychnov, jedoch näher zu Rychnov kommen im kleinkörnigen Biotitgneus mit weissen Körnern von Orthoklas (Augengneus), der nach 17^/4'' mit 45° verflächt, viele schw^ache, höchstens etwa 1™ mächtige Lager und lenticuläre Nester von körnigem weissem Kalke vor, welcher vielfach verworfen ist und durch zahlreiche weisse aplitische oder kleinkörnige, echte, wenig mächtige Granitgänge durchsetzt und ebenfalls verworfen wird. Nur wenig mächtige Gneus- schichten trennen stellenweise die Kalklager. In dem körnigen Kalke kommt stellenweise ein schuppiges oder grünliches dichtes durchscheinendes Mineral vor, welches als Talk zu deuten wäre theils in Nestern, theils in Klüftchen. Ebenso sind auch Klüfte im Gneus durch grünliche Steatitüberzüge gefärbt, wie auch in den Graniten manche Orthoklase grünlich gefärbt sind, als wenn eine anfangende Pseudomorphose in Steatit vorliegen würde. ^*) Ausserdem finden sich bis beinahe erbensgrosse Körner von blass honig- gelber und grauschwarzer Farbe, dichter Textur und der Härte von 1 — 1^2 im körnigen Kalke, welche als irgend eine Pseudomorphose nach Augit oder Chondrodit zu deuten wären. Dieselben verlieren im Kölbchen Wasser, werden dabei schwarz, brennen sich unter Leuchten weiss ohne zu schmelzen und enthalten kein AI0O3. Winzige Psilomelandendrite sind im Kalke häufig. In dem körnigen Kalklager, von 8"" Mächtigkeit und iVOVerflächen, von Javorka im Eisengebirge (OBestvin), dessen Liegendes weiss, das Hangende aber graphitisch, dunkel gefärbt ist, erscheinen im Liegenden gleichfalls Serpentiunester- 172 lu dem unter Rychuov liegeudeu Biotit-Muscovitgiieuszuge kommen in Ruda bei Pustä Kameuice (bei Cachuov NNO Svratka) in ganz untergeordneten Amphibolitschiefern M a g n e t i t anhäufungen und Nester vor. ^'') Ebenso wird Magnetit in Einsprengungen im Amphibolitschiefer bei Stru- zinec {SW Hlinsko) augeführt, wo bei dem Hegerhause vor 20 Jahren noch Schür- fungen bestanden. Es heisst auch das Hegerhaus „u Rudy". In der Hodom'nerschlucht, die oberhalb der Peklomühle in die Ohebka- schlucht mündet, finden sich W von Nassaberg in der Nähe des Weges nach Böhmisch-Lhotic in der Thalschlucht in einer kleinen Gneusscholle, welche im grauen Granit oder Diorit eingeschlossen ist, kurze Gangtrümmer von Limonit von kaum bauwürdiger Mächtigkeit. Die kurzen Nesterchen und Gangtrümchen von dichtem Limonit in dem ganz faulen Gneuse scheinen auch nur Rasenläufer zu sein und möglicher Weise ebenfalls an der Gräuze von schiefrigem Diorit oder Nestern von Amphibolit mit Granit vorzukommen. Sie dürften den in Dioriten eigenthümlichen Pyriten, die sich gänzlich zersetzt haben, den Ursprung verdanken. Eine deutliche Entblössung in dem vielfachen Wechsel von Gesteinen fehlt, desshalb nähere Angaben über die Lagerungsverhältnisse unzulässig erscheinen um so mehr als der Stollen des Versuchsbaues verbrochen ist. In den Gesteinen im Liegenden des Eisengebirges also SW von demselben ist vornehmlich Granat ein sehr gemeiner accesorischer Gemengtheil in manchen Gesteinen, In den schiefrigen Biotitgneusen, welche sich als niedrige Klippen aus der Kreideniederung von Zbislav SO gegen Loucic {ONO Caslau) hinziehen, erscheinen ganz untergeordnet biotitarme Parthieen, oder Schichten von Muscovitgneus, oder Turmalingneus ganz untergeordnet eingelagert. Die schiefrigen Biotitgneuse mit oder ohne kurze Quarz- oder weissen Orthoklasflasern führen in grosser Zahl bis eigrosse colombin- bis colombinrosenroth gefärbte Granatkörner (Almandine). Zu- weilen sind die Almandine schalig oder auch Ivörnig zusammengesetzt mit etwas Orthoklas durchwachsen, häufig aber mit einer dünnen Orthoklasriude umhüllt. In dem ganzen Zuge Zbislav-Choteboi* sind Granate in Gneusen liäufig, so dass eine Aufzählung der einzelnen Fundstätten zu weitläufig wäre. Reichlich sind bis nussgrosse colombiurothe Granate in dem Biotitgneus und dem schiefrigen Muscovitgneus Ä und /STF von Ronov; noch zahlreicher treten bis mehr als wallnussgrosse Grauatkörner aber im Ampliibolgneus zwischen Ronov und Mladotic zum Vorschein. Ebenso finden sie sich auch im Granitgneus von Stare dvory bei Lichnice. Im Amphibolschiefer von Markovic {NW Zieh), sowie auch im Zuge dieses Schiefers (auch Amphibolgneus) von Knezic gegen Moravan, dann bei Zvestovic sind E p i d t-Ausscheidungen in Körnern und kurzen Säulen so häufig, dass die Bezeichnung dieser Schiefer als Epidotamphibol schiefer gerechtfertigt wäre. Bei Markovic finden sich in denselben ausserdem noch grössere nesterförmige bis mehr als fingerdicke Ausscheidungen von weissem Orthoklas. In dem Biotit-Amphibolgneus von grobstengliger Textur, der nach 674^ mit 58° verflächt, in der Umgebung von Borovä sind winzige Pyrrhotinkörnchen bis zu erbsengrossen Aggregaten angehäuft; mit denselben treten ganz spärlich 173 auch Chalkopyritkörnchen, die jedoch erst unter der Loupe sichtbar sind, auf. Vornehmlich in dem Hügel S von Borovä, auf dem die Kirche steht, zeigt das Gestein die vorerwähnten Impraegnationen. Südlicher bis zur Säzava (bei Pfibyslav) zeigen biotitreichere Gneuse wiederum zahlreiche Granatkörner. In dem Biotitgneus von grobflasriger Textur bei Svratka und Svratouch finden sich kurze Gangnester von durchsichtigem Kauchquarze. In der Umgebung von Golcüv Jenikov vornehmlich gegen Süden bis Le- stinka und Nove dvory finden sich oberflächlich viele Brocken von wasserhellem Quarz (Bergkrystall) oder von blass rauchgrauem durchsichtigem Quarze, an denen noch theilweise blass fleischrothe Orthoklasbruchstücke oder spärliche grössere Schuppen von Biotit haften. Diese durchsichtigen Quarze stammen sämmtlich aus schwachen Gängen von Pegmatit, die den biotitreichen Gneus durchsetzen oder in Nesterform auch ausgebildet sind. Ähnliche Rauchquarze finden sich aber auch an andern Orten wie nahe der Säzava, allenfalls bei Käcov recht häufig, was jedoch schon weit aus unserem Gebiete fällt. Quarze in lenticulären Nestern sind in dem flasrigeu Biotitgneuse oder in dem Glimmerschiefergneuse SW vom Eisengebirge in dem SO böhmischen Gneusplateau häufig. Die scharfkantigen Brocken gemeinen Quarzes, welche stellen- weise in den Feldern auf dem Gneusgrunde so häufig sind, stammen aus diesen Nestern. Auch Turmalin in recht ansehnlichen bis fingerdicken Krystallen bildet einen häufigen Gemengtheil des Gneuses vornehmlich, wenn er etwas Muscovit enthält. Auftällig ist die Menge des Turmalines in jenen festen schuppigen Mus- covitgneuseu, welche grössere Kuppen von granitähnlichem Aussehen bilden, wie die Blänikkuppen bei Louhovic u. s. w. Eine solche Kuppe aus schuppigem Mus- covitgneus, der ähnlich wie Granit in dicke Bänke zerfällt, ist die Tisi skäla zwischen Caslau und Golcüv Jenikov, in welcher der Tu